Zehn Minuten Herzblut
Januar 27th, 2012 von Kai-Jürgen LietzLesen Sie, wie mich mein neuer Vortrag an den Rand des Erträglichen gebracht hat.
Die letzten Tage waren hektisch. Denn die Premiere meines neuen Vortrags stand bevor. Die IHK Offenbach hatte sein Mittelstandsforum zur Sternstunde für Unternehmer eingeladen.
Das wäre nichts besonderes gewesen. Denn Sternstunden geben wir ständig. Ich hatte mich aber zum neuen Jahr aus dem Fenster gelehnt und einen neuen Vortrag angekündigt.
Mir blieb auch wenig anderes übrig. Denn es gibt Veranstalter, die mich und meine Vorträge mögen. Sie laden mich jedes Jahr wieder ein. Da kann ich schlecht das Gleiche wie beim letzten Mal erzählen.
Mein Thema ist allerdings so weitläufig, dass ich bestimmt niemals in Verlegenheit geraten werde. Die Versionen meiner Vorträge ab 30 Minuten aufwärts sind daher auch nie ein Problem.
Zehn Minuten voller Qualität
In unserer Sternstunde für Unternehmer treten immer sechs Referenten á 10 Minuten auf. Das ist für die Referenten und die Zuschauer sehr intensiv. Die Sternstunde ist gefragt. Wir tingeln daher mit unseren Vorträgen durchs ganze Rhein-Main-Gebiet und feiern demnächst die 69. Sternstunde für Unternehmer.
Die 10-Minuten Version des Vortrags ist allerdings eine besondere Herausforderung.
Es gibt Referenten, die versucht haben, einfach schneller zu sprechen. Aber Speedy Gonzales mit der Stimme von Mickey Mouse hinterlässt eher gemischte Gefühle.
Verstand allein zu Hause
Januar 25th, 2012 von Kai-Jürgen Lietz
»Der Verstand ist eine Waffe …« Dieses Zitat von Bernard Bolzano möchte man heute gerne mit »… und ist selten von Vernunft begleitet« ergänzen.
Ich beschäftige mich seit Jahren mit Gehirnforschung und Verhaltenspsychologie. Spannend, welche Abkürzungen unser Gehirn nimmt, um im Alltag so schnell wie möglich zu reagieren.
Nicht selten stellen wir fest, dass diese Schnellschüsse oft nicht vernünftig sind. Dem möchte man mit Karl Popper antworten: »Wenn ein Verhalten langfristig beobachtbar ist, muss es rational sein« (rationale Rekonstruktion).
Überleben ist vernünftig
Die ultimative Vernunft ist unser Überleben. Daher kann ich diesen Satz weiterhin gut unterschreiben. In den letzten 300 Jahren hat der Mensch sich eine selbstgeschaffene Umgebung geschaffen, in der es viel seltener um Leben und Tod geht als in den letzten 20.000 Jahren zuvor.
Vielleicht wird unser Gehirn sich mit der Zeit daran anpassen. Dann müssen sich einige Überzeugungskünstler und Marketinggenies etwas Neues einfallen lassen. Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg.
Der gemeinsame Nenner
Eine Sache finde ich allerdings sehr spannend.
Pappsatt
Januar 20th, 2012 von Kai-Jürgen Lietz
Das Informationszeitalter ist realer denn je. Google sucht uns jede nur erdenkliche Kleinigkeit heraus. Wenn wir nicht aktiv suchen, unterstützen uns unsere sozialen Netzwerke mit Nachrichten, die wir ansonsten nie gelesen hätten. Unser E-Mail-Eingang kocht geradezu vor Informationen und Newslettern über.
Wenn ich noch an die gute alte Zeit zurückdenke, in der Post in einem Kasten am Haus eingesteckt wurde, sind das gewaltige Fortschritte. Damals fand ich viel Werbung darin und wenig Informationen. Wie sehr haben sich doch die Zeiten geändert.
Ständig dabei
Früher haben wir die Nachrichten am Abend im Fernsehen gesehen und die Zeitung am nächsten Morgen gelesen. Doch da war meistens ja schon alles passiert. Heute dagegen sind wir fast dabei. Sobald etwas passiert, läuft das Ereignis schon über den Ticker der Nachrichtenseiten.
Willensnot
Januar 16th, 2012 von Kai-Jürgen Lietz
Was will ich? Diese Frage beantworten wir uns selbst lieber spontan als geplant. Die Frage ist auch vielschichtiger als es scheint. Denn wir leben ja nicht nur für den Augenblick. Wir sind keine Eintagsfliege und machen uns auch Gedanken über die Zukunft.
Daher stecken in dieser einfachen Frage gleich zwei: Eine nach der Zukunft und eine nach der Situation, in der wir uns befinden. Gerade die Zukunft macht uns allerdings immer wieder Probleme.
Hellseher sind out
Denn bei all den Möglichkeiten, die wir heute haben. Woher soll ich wissen, wie meine Zukunft sein wird? Unsere Fähigkeiten als Hellseher liegen leider bei Null. Das war also die falsche Frage.
Planern gehört die Zukunft
Wie soll meine Zukunft aussehen? Auf diese Frage können wir nach einigem Nachdenken Antworten geben.
Vielleicht befällt den einen oder anderen dabei das Grauen. Denn natürlich drücken sich die meisten um eine eigene Zukunftsvision. Obwohl wir sie brauchen. Denn Entscheidungen geben unserem Handeln eine Richtung. Da sollten wir schon wissen, wohin es geht.
Verlockung der schnellen Entscheidung
Januar 13th, 2012 von Kai-Jürgen Lietz
“Ich würde mich jederzeit wieder so entscheiden.” Vermutlich haben wir diesen Satz schon oft gehört. Doch leider ist er blanker Unsinn. Denn das liegt tatsächlich außerhalb unserer Kontrolle.
Jeder von uns bewertet ständig seine Umgebung. Ist es hell genug? Ist es vielleicht zu hell? Ist der Sessel, in dem ich sitze bequem? Passt mir die Raumtemperatur? Das Meiste davon geschieht unbewusst. Erst wenn wir bewusst eingreifen sollen, merken wir, dass z.B. die Raumluft stickig ist und wir das Fenster öffnen sollten.
Allerdings bewerten wir nicht alle gleich. Was für den einen die ideale Temperatur ist, versetzt den anderen schon in die Kältestarre.
Unsere internen Maßstäbe unterscheiden sich. Genauso ist es auch mit unseren Entscheidungen. Auch da bewerten wir jeweils, welche Alternative die passende ist.
Entscheidungen sind immer emotional
Das Fundament unserer Bewertungen sind Emotionen. Schon in der Frühzeit der Gehirnforschung fand man heraus, dass Menschen ohne Emotionen keine sinnvollen Entscheidungen mehr treffen können.
Also gut, unsere Gefühle helfen uns, Entscheidungen zu treffen. Was ist das Problem?









