Das wertvollste Werkzeug
September 2nd, 2010 von Kai-Jürgen Lietz
“Was ist das beste Entscheider-Werkzeug?” Die Frage des Anrufers erwischte mich kalt. Allerdings war die Antwort eigentlich klar.
Ich hätte natürlich gerne meinen Entscheidungskompass genannt oder die Osborn Methode oder meinen Plan zur Sicherung der Unterstützung. Allerdings ist das beste Werkzeug viel einfacher und auch grundlegender.
Viele Entscheider sind Opfer
Denn die weitaus meisten Entscheider sehen sich eine Situation an, informieren sich kurz über Alternativen und entscheiden dann. Sie sind also Opfer der Situation.
So würde sich natürlich kein Entscheider selbst bezeichnen. Denn schließlich sind sie ja so wichtig, dass sie eine Entscheidung treffen müssen.
Aber wie würden Sie jemanden nennen, der mehr oder weniger unerwartet vor einer Situation steht, die er nicht selbst gestaltet hat. Vielleicht darf er sich zwischen drei verschiedenen Alternativen entscheiden, vielleicht stellt sich ihm nur die Frage, ob er in ein Geschäft einsteigt oder nicht. Seine Wahl verdient dann das Attribut “Pseudo”. Denn keine der Alternativen hat er selbst geschaffen.
Wer so wenig Kontrolle über sein Handeln hat, kann mit Fug und Recht als “Opfer der Umstände” bezeichnet werden.
Die Anderen – Teil 2
September 1st, 2010 von Kai-Jürgen LietzIn Teil 1 dieses Artikels haben wir gelesen, wie wir die Erfahrung unseres Umfelds nutzen, ohne sich von ihm beeinflussen zu lassen. Dabei war Entscheidungsklarheit das Schlüsselwort. Wie bei jeder anderen Entscheidung auch, müssen wir zunächst genau wissen, was wir erreichen wollen.
Auch wenn wir an diesem Punkt angelangt sind, könnten die Menschen unserer Umgebung uns immer noch emotional erpressen.
Wie wollen die Kreativität der Anderen nutzen. Daher müssen wir vorher bereits klar machen, dass wir Alternativen suchen, die zu dem passen, was wir als Entscheider erreichen wollen.
Je besser wir kommunizieren, was wir suchen, desto weniger kommt es später zu emotionalen Erpressungsversuchen.
Keine Diskussion
Was wir wollen, steht dabei nicht zur Diskussion. Erinnern wir uns: Entscheidungen geben unserem Handeln eine Richtung. Mein Rat: Bleib auf dieser Ebene. Jedes Abtauchen in Argumente über die persönliche Beziehung führt hier in die falsche Richtung.
Nebenwirkungsfrei und gemeinsam
Ganz frei sind wir dabei natürlich auch nicht. Denn natürlich haben wir bei der Entwicklung unseres Bilds von der Zukunft einen Ökologie-Check durchgeführt.
Das heißt, wir haben für uns selbst überprüft, ob mit der Realisation und dem Erreichen unser Vision nicht auch Nebenwirkungen verbunden sind, die wir vermeiden wollen.
Der Teil unserer Umgebung, der zu unserer Vision gehört, sollte daher unsere Vision auch unterstützen. Ziehen wir in unserer Vision zum Beispiel nach Italien, sollte der Lebenspartner das auch wollen und nicht vehement bekämpfen.
Attraktive Alternativen
Für unsere Entscheidung müssen wir attraktive Alternativen schaffen. Das ist unsere wichtigste Aufgabe. Denn Alternativen sind der Stoff aus dem Entscheidungen sind.
Dabei wird oft unsere Kreativität auf die Probe gestellt. Denn wie heißt es so schön: Wenn wir immer wieder dasselbe tun, bekommen wir auch immer wieder die Ergebnisse, die wir immer bekommen haben.
Beispiel aus dem Privatleben: Wenn wir unsere Partner immer auf dieselbe Weise auswählen, bekommen wir auch immer dieselben Partnerschaften.
Im Geschäftsleben brauchen wir eine neue Auswahl an Lieferanten, wenn wir in der Vergangenheit nicht die Qualität bekommen haben, die wir eigentlich benötigen.
Die Anderen – Teil 1
August 31st, 2010 von Kai-Jürgen LietzUnsere Entscheidungen sind eigentlich unsere Entscheidungen. Trotzdem versucht unsere Umwelt immer mitzumischen.
Der gut gemeinte Rat aus der Familie, wie auch die “ich an Deiner Stelle würde”-Freunde machen uns die Entscheidungen nicht leichter. Im Gegenteil, manche Entscheider heben die Befindlichkeiten der Mitmischer über die Bedeutung ihrer Entscheidung.
Wie war das noch einmal? Entscheidungen geben meinem Handeln eine Richtung. Welche Richtung wird das wohl sein, wenn es die Vorstellung der Anderen sind, die sich in meinen Entscheidungen wiederspiegeln?
Wir könnten hier jetzt viel über die Motive unserer Umwelt sprechen. Doch das hilft uns nicht wirklich dabei, wie wir unsere Entscheidungen treffen sollten. Denn auch ein völlig selbstloser Rat kann nutzlos sein.
Bevor wir über Entscheidungen nachdenken, müssen wir uns darüber klar sein, dass am Ende des Tages jemand die Verantwortung dafür tragen wird.
Für unser Leben sind wir das und für unser Unternehmen auch.
Verantwortung ist unteilbar. Daher ist auch jedes Gruppenentscheidungsverfahren immer ein fauler Kompromiss. Als Unternehmer und noch mehr als Individuum lassen wir besser die Finger davon.
Aber die Erfahrungen und die Kreativität unserer Umgebung ist eine wichtige Ressource, die wir nutzen sollten.
Allerdings sollten wir niemals – wirklich niemals – die Frage, “was würdest Du an meiner Stelle tun?” stellen.
Angst und Entscheidung
August 30th, 2010 von Kai-Jürgen Lietz
Die wichtigste Person beim Entscheiden ist der Entscheider. Aber was ist, wenn der Entscheider – im Zweifelsfall wir – Angst hat?
Was ist, wenn es von unserer Entscheidung abhängt, wie sich unser weiteres Leben gestaltet? Was ist wenn wir in einer schwierigen Situation sind und eine gute Lösung brauchen?
Kennt jeder
Beides hat garantiert jeder von uns schon erlebt. Auch wenn es uns meistens nicht bewusst ist. Der erste Fall ist der Normalfall. Meistens wird uns das allerdings erst bewusst, wenn wir am Abgrund entlangwandern, in den wir stürzen könnten.
Im zweiten Fall sind wir schon einen Schritt weiter.
Angst ist ein schlechter Ratgeber
In jedem Fall ist ein ängstlicher Entscheider nicht geeignet, unser Leben zu gestalten. Denn wie es das Wort bereits sagt. Angst engt uns ein, raubt uns die Freiheit. Unsere Gestaltungsspielräume sind dann kleiner als sie es sein müssten.
Denk einmal darüber nach, wie und wo Angst Deine Entscheidungen schon einmal beeinflusst hat. Wie hättest Du entschieden, wenn Du keine Angst gehabt hättest?
Das Macher-Gen der Erfolgreichen
August 27th, 2010 von Kai-Jürgen Lietz![]()
“Die Vergangenheit können wir nicht ändern. Aber wir können unsere Gegenwart mit den Sorgen über unsere Zukunft ruinieren.” Aus “50 Erfolgsmodelle, M. Krogerus, R. Tschäppeler, Kein & Aber Verlag
Manchmal wollen wir keine Entscheidung treffen, weil uns die Zukunft Sorgen macht. Kommt dann jemand Unbedarftes mit dem Satz: “Jetzt entscheide Dich! Was kann schon passieren?”, fallen uns auf Anhieb tausendende schlimme Ereignisse ein. Die Klimakatastrophe, ein sich destabilisierendes Pakistan, die Rohstoffdominanz der Russen und die Chinesischen Arbeiterhorden, die uns mit ihrer Billigarbeit den Wohlstand rauben.
Oder aber wir haben gerade eine schlechte Zeit durchgemacht. Vielleicht haben wir ein Projekt versiebt, einen Kunden verloren oder einfach viel Geld vernichtet.
In so einer Situation fehlt uns dann das Selbstbewusstsein, uns eine rosige Zukunft auszumalen.
Erfolgsregel Nummer Eins
Vielleicht hilft es Ihnen dann zu wissen, dass es jedem irgendwann so geht. Denn Erfolg ist Definitionssache. Sie mögen jemanden wie Josef Ackermann oder Martin Winterkorn sehen und sich denken: “Denen geht es gut.” Dabei müssen auch sie Niederlagen einstecken. Auch diese Dax-Lenker befällt hin und wieder ein Zweifel.









