Archive for Juni, 2007

Die Sache mit dem Spam

Samstag, Juni 16th, 2007

Copyright Istockphoto.comJeder von uns kennt ihn. Keiner von uns freut sich darüber. Trotzdem klopft er täglich an unsere Tür. Er raubt unsere Zeit, er greift unseren Glauben in das Gute im Menschen an. Und bringt uns mit Abgründen in Berührung, die wir nicht einmal aus guter Entfernung sehen wollen.

Worüber ich spreche? Gut gewürzten Schinken, englisch spiced ham oder kurz: SPAM.

Als normaler Internet-Nutzern sucht uns SPAM als EMails heim und es ist lästig. Was die wenigsten wissen, auch die Internet-Blog schreibende Zunft hat damit zu tun. Ständig (und das meine ich so) versuchen sog. Bots mittels Kommentarfunktion die BLOGS mit ihren sinnfreien Inhalten zu überschwemmen. Während es beim Email-Spam noch einigermaßen gesittet zugeht und bei den Angeboten für blaue Pillen und diverse Verlängerungen und Vergrößerungen :-o bleibt, ist der SPAM in der Blogosphere durchaus von kriminellem Inhalt. Ohne einem der unappetitlichen Links folgen zu müssen, weiß ich aufgrund sprecheder Links, dass es um Vergewaltigung, Inzest und ähnliches gehen soll. Interessanterweise landet nahezu 100% des SPAMS im dafür vorgesehenen Filter, der Rest taucht dann in der Moderation auf und ohne viel aufhebens in den Spam-Bereich verschoben. Trotzdem müssen wir Blogger immer wieder über die Spam-Kommentare schauen, ob nicht ein unbescholtener Leser unserer Blogs mit seinem Kommentar aus Versehen in den Filter geraten ist.

Mit anderen Worten: SPAM in Blogs verursacht zwar Arbeit, wird aber im Regelfall nicht öffentlich. Da stellt sich doch die Frage, warum sind dann trotzdem unzählige Bots in ihrer unseligen Mission unterwegs, wenn Sie letztlich erfolglos sind?

Laut Karl Poppers rationaler Rekonstruktion ist ein dauerhaft beobachtbares Verhalten immer rational, d.h. vernünftig. Was heißt das für die Praxis?

  1. Es muss Blogs geben, die nicht mit einem standardmäßigen SPAM-Filter ausgestattet sind.
  2. Vielleicht sind die Blog-Administratoren die Zielgruppe des SPAMS. Vielleicht klicken sich diese zu tausenden zu den Inhalten auf russischen Servern durch?

Die erste Gruppe stellen wahrscheinlich Geisterblogs dar. Blogs also, die schon lange von ihren Initiatoren verlassen wurden, weil niemand sie lesen wollte. Der zweiten Gruppe möchte ich eigentlich einen Friseurbesuch verordnen, damit ihnen einmal gehörig der Kopf gewaschen wird. Höchstwahrscheinlich spielen die vielen Trojaner auf ihren PCs mittlererweile Cyberwar um die Vorherrschaft. :-)

Der Blog-SPAM kann also nur gestoppt werden, wenn Geisterblogs systematisch geschlossen werden und wenn jeder Administrator verantwortlich mit dem SPAM im Filter umgeht.

Tja, dann müssen wir wohl alle mit dem SPAM weiter leben! :-)

Ein Indianer kennt keinen Schmerz oder doch?

Freitag, Juni 15th, 2007

Foto von der Sternstunde

Gestern durfte ich wieder eine emotionale Sternstunde für Unternehmer moderieren. Allerdings lag das nicht allein an dem wie immer hoch elektrisierenden Themenbogen, den meine Referenten gespannt haben. Nein, diesmal war es etwas anderes, das mir die Tränen in die Augen trieb.

Im Rhein-Main-Gebiet war es gestern ungewöhlich schwül. Daher war ich nach dem Aufbau von Beamer und Laptop am Veranstaltungsort schon gut “durch”. Draußen allerdings kühlte ein Gewitterschauer die Luft um einige Grade ab. Daher kühlte uns später ein wohltuender Luftzug von der Fensterfront.

Ich dachte zumindest, dass er wohltuend war. Denn als der Bürgermeister von Obertshausen mir die Moderation übergab, war mir blitzschnell klar, dass ich mich getäuscht hatte. Beim Aufstehen fuhr mir ein Schmerz durch die Kreuzgegend, der sich gewaschen hatte. :-o Das Ganze war so heftig, dass ich kaum Luft bekam, weil es mir den Brustkorb abschnürte.

Aber wir sind ja Profis. Daher würde ich mir den Schmerz nicht anmerken lassen. :-o An dieser Stelle frage ich mich nachträglich, wie das im Mittelpunkt Stehen als Moderator einem die Gehirnwindungen verstopfen kann. Anstatt mich über 1,5 Stunden Moderation mit eigener Vortragseinlage über den Entscheidungskompass zu kämpfen hätte ich doch ganz offen mit meiner plötzlichen Einschränkung umgehen können und z.B. die Sternstunde im Sitzen moderieren. :shock: Jeder im Saal hätte das verstanden.

Ich denke, das ist Erziehung. Man hat uns als Kind beigebracht, keine Schwäche zu zeigen. Das führt dann dazu, dass wir heute in so einer Situation nicht wirklich souverän reagieren.

Anstatt dessen, habe ich mich beherrscht und die Wenigsten haben wohl etwas gemerkt. Das Ergebnis: Ich bin heute wie zerschlagen. Die Rückenschmerzen sind durch den Einsatz meiner Sitzheizung auf der Rückfahrt weitestgehend verschwunden. Aber die Erschöpfung bleibt und die Erkenntnis, dass ich sehr dankbar bin, eine Sitzheizung zu haben, die mir mitten im heißen Sommer den Rücken wärmt. :-)

Mit Geld nicht zu bezahlen

Mittwoch, Juni 13th, 2007

© Lothar Lorenz - FOTOLIAGeld ist nicht alles! Das zumindest findet die Mehrzahl meiner Kunden. Bei der Formulierung ihrer unternehmerischen Vision spielt oft der Wunsch mit, der Gesellschaft einen Dienst zu erweisen. Besonders knackig hat das ein Unternehmer aus Stuttgart auf den Punkt gebracht.

Ich fragte ihn: “Wann genau wissen Sie, dass sie Ihre Vision umgesetzt haben?”

Seine kurze und knappe Antwort: “Gorch Fock!” Im ersten Moment wußte ich damit noch nicht soviel anzufangen. Die Gorch Fock ist das Segelschulschiff der Bundesmarine. Was hat das mit seiner unternehmerischen Vision zu tun?

Allerdings klärte er mich schnell auf. “Haben Sie schon Angebote im Internet gefunden, Ihre Ferien auf der Gorch Fock zu verbringen?” Nein, das hatte ich nicht. :-o

“Die Gorch Fock ist ein Heiligtum für die Bundesmarine. Wer darauf mitfahren will tut dies, weil er einen anstrengenden Dienst für unsere Sicherheit absolviert. Kein Geld dieser Welt könnte Ihnen eine Ferienreise auf diesem Schiff kaufen. Sollte ich also eines Tages just for fun auf diesem Schiff mitfahren, müßte ich mich in einer Weise um Deutschland verdient gemacht haben, dass Bundeskanzler(in) und Bundespräsident mich fragen, ob sie mir einen Wunsch erfüllen können, der mit Geld nicht zu bezahlen ist.” :shock:

Der Mann hat eine große Vision. Ich finde den Anspruch, die Umsetzung der eigenen unternehmerischen Vision mit einem durch Geld nicht zu kaufenden Ziel zu krönen sehr spannend.

Wir alle wissen, dass Geld nicht wirklich knapp ist, sondern es sind die guten Ideen, die oft fehlen. Wenn ich bereits 2/3 meines Geldziels erreicht habe, läßt möglicherweise meine Entschlossenheit nach, mich dafür einzusetzen. Ein nicht käufliches Ziel dagegen, da muss ich bis zum Ende absoluten Einsatz an den Tag legen und jede meiner Entscheidungen muss sich diesem Anspruch unterordnen.

Sehr spannend das Ganze, vielleicht will ich ja auch einmal Ferien auf der Gorch Fock machen – ob mich meine Kunde wohl mitnehmen wird? :-)

Zitate Contest zum Thema “Entscheiden”

Montag, Juni 11th, 2007

Summer Citation Contest 2007 - Zitate Wettbewerb 2007

Konfuzius sagt:

“Wer das Ziel kennt, kann entscheiden; wer entscheidet, findet Ruhe; wer Ruhe findet, ist sicher; wer sicher ist, kann überlegen; wer überlegt, kann verbessern.”

Das Zitat stammt von Alexandra Graßler, die von mir einen Entscheidungskompass zugeschickt bekommt, weil es mir einfach gefällt. Ich beschäftige mich schon so lange mit Entscheidungen. Natürlich dreht es sich auch immer wieder um die Frage, was es dem Einzelnen bringt, ein guter oder herausragender Entscheider zu sein.

Dieser einfach Satz zeigt nur, dass ich nicht der Vorstandsvorsitzende von X, der CEO von Y oder der Geschäftsführer von Z sein muss, um meine eigenen Entscheidungen wichtig zu nehmen, sondern einfach nur ein Mensch, der sein Leben lebt. :cool:

Das Ganze hat mich dazu inspiriert, den summer citation contest 2007 zu starten. Beginn: heute, 11.06.2007, jetzt. Ende: 31.08.2007, 24:00 Uhr. Schickt mir einfach Eurer bestes Zitat zum Thema Entscheiden.

Erlaubt ist alles, was positiv inspiriert, zum Nachdenken anregt oder einen Impuls gibt — Beleidigendes, Diskriminierendes, Schockierendes und Tagespolitisches, etc. sortiere ich aus! :shock:

Das EntscheiderbuchIn der Zeit vom 1. bis 10. September findet dann die Wahl zum besten Zitat 2007 statt. Daran kann sich jeder Excellence-Blog-Leser beteiligen. :-)
Motivation: Natürlich geht es um die Ehre und darum, dabei zu sein. Unter allen Teilnehmern verlose ich 10 Mal ein Set mit einem Entscheidungskompass. Die besten drei bekommen jeweils ein Exemplar meines im September erscheinenden Buches “Das Entscheider-Buch — 15 Entscheidungsfallen und wie man sie vermeidet.”

Ihr könnt beliebig viele Zitate beisteuern. Für Eure Teilnahme benötige ich natürlich Eure Email-Adresse und einen Link auf Eure Web-Adresse (falls vorhanden).

Und so nehmt ihr am Summer Citation Contest 2007 (SCC 2007) teil:

  1. Euer Zitat an zitat@entscheiderblog.de schicken.
  2. Euer Zitat als Kommentar zu diesem Blogbeitrag hinterlassen.
  3. Das Zitat in Eurem Blog einstellen und einen Trackback auf diesen Beitrag hinterlassen.

Ich freue mich auf zahlreiche Zitate zum Thema “Entscheiden” :-)

P.S.: Wenn Ihr das Logo in Eurem Blog nutzen wollt, hier ist der Link darauf.

Das Entscheider-Buch

Ein Rat vom Entscheidungscoach

Freitag, Juni 8th, 2007

istockphoto.com iStock_000000570969Small.jpgEntscheidungen ziehen sich manchmal hin, wie zäher Kaugummi. Das ist bei schwierigen Entscheidungen verständlich. Schließlich will der Entscheider gut aus der Sache hervorgehen. Wir haben dann die Wahl:

  1. Über das Problem und den Entscheidungsauslöser immer und immer wieder nachdenken und darüber lamentieren
  2. Hypnotisiert auf die sich automatisch anbietenden Alternativen starren und keine Auswahl treffen können
  3. Unabhängig von der Situation einen strukturierten Entscheidungsprozess durchlaufen

Was würden Sie machen? Na ja, die Antwort können wir uns schenken. :-) Aber vielleicht kennen Sie trotzdem den einen oder anderen Entscheider, der seine Zeit mit Option 1 oder 2 zubringt. Es ist ja auch nichts falsch daran, die Entscheidungssituation zu analysieren. Den Kaninchenblick auf die Alternativen dagegen können wir uns schenken. :-o (weiterlesen…)


 
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