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Strahlkraft des Entscheiders

Montag, Oktober 6th, 2008

Dieser Text stammt aus dem Manuskript zu meinem neuen Buch. Er gehört zu  einem Kapitel, in dem es darum geht, wie sich Entscheider die Unterstützung für die Umsetzung ihrer Entscheidungen holen. Ich freue mich auf das Feedback meiner Leser. :-)

Der Entscheider muss von seiner Entscheidung überzeugt sein. Nicht nur nach innen sondern auch nach außen. Dabei geht es nicht nur darum, mit gutem Beispiel voran zu gehen. Wenn wir eine Entscheidung treffen, dann stehen wir als Entscheider vollständig dahinter.

Wie kommt wohl die folgende Aussage bei potentiellen Unterstützern an? „Wir machen es jetzt mal so und wenn es nicht klappt, machen wir etwas anderes.“ Wie kommt der Satz denn bei Ihnen an? Meine Prognose: Wir könnten gleich etwas anderes machen und alle in den Prozess Involvierten denken wohl ähnlich und gehen nur halbherzig an die Sache heran.

Der Unterschied zwischen gewinnen oder verlieren liegt meist nur in kleinen Details, buchstäblich in Millimetern. Wenn wir einen Schreibfehler in unserem Angebot haben oder eine Kennzahl hauchdünn verpassen. Wenn der Container gerade noch rechtzeitig im Hafen ankommt, um verladen zu werden, der Patentantrag Minuten vor dem des Konkurrenten beim Patentamt eingeht. Die Beispiele dafür sind unendlich. Es lohnt sich daher, um den Millimeter oder um die Sekunde zu kämpfen, denn es ist manchmal alles, was uns von Sieg oder Niederlage trennt.

Genau diesen Millimeter und diese Sekunde bekommen wir nur, wenn alle unsere Unterstützer das Gefühl haben, dies ist wichtig.

Es geht ums Ganze. Der Entscheider muss das ausstrahlen und was noch viel wichtiger ist, er muss davon selbst überzeugt sein. Ist er es nicht, erhält er nicht die Unterstützung, die er zur Umsetzung seiner Entscheidungen benötigt.

Selbstverständlich gibt es keinen methodischen Weg, sich selbst diese Strahlkraft zu verordnen. Ich denke allerdings, dass wir lediglich das Bewusstsein haben müssen, dass es immer um alles geht. Andy Grove sagte einmal, das Rezept seines Erfolgs war es, immer paranoid zu sein und immer davon auszugehen, dass der Wettbewerb einem auf den Versen ist. Andy Grove ist einer der Gründer und langjährige CEO des Computer-Chip-Giganten Intel. Im Bereich der Prozessoren für PCs hat Intel seit vielen Jahren die marktbeherrschende Stellung. Der nächstgrößere Wettbewerber AMD fristet in vielerlei Hinsicht ein Nischendasein.

Es ist wohl kein schlechter Rat, bei jeder Entscheidung davon auszugehen, dass es um alles geht. Denn manchmal kommt es auf die Kleinigkeiten an und wir wissen nie im Voraus, wann das sein wird.


 
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