Ein paar Gedanken zur Präsentationskonferenz 2013 in Darmstadt

Stimmen zur Präsentationskonferenz

Eigentlich ist ja der keynoteblog mein Beitrag zu Deutschlands Rednerszene. Trotzdem schreibe ich hier im Entscheiderblog über die Präsentationskonferenz, weil jeder Entscheider auch hin und wieder seine Ideen verkaufen muss.

Ich gebe es freimütig zu. Das erste Mal bin ich nur deshalb auf die Präsentationskonferenz gegangen, weil ich mit dem ihrem Macher Matthias Garten befreundet bin.

Heute ist das anders. Ich bin zwar immer noch mit Matthias befreundet, aber ich gehe jetzt aus purem Eigennutz zur Konferenz. Ich habe die Atmosphäre dort zu schätzen gelernt. Außerdem gehen viele Manager interessanter Firmen zur Präsentationskonferenz. Konnte ich von jedem Referenten in den letzten beiden Konferenzen etwas für mich mitnehmen? Absolut!

Als Redner stehe ich immer wieder vor der Herausforderungen mein Thema Entscheidung so zu transportieren, dass sich am Ende alle Zuschauer als Entscheider verstehen. Da bin ich  um jeden Tipp, um jede neue Idee dankbar.

Daher lautet mein Tipp: Gehen Sie zur Präsentationskonferenz!

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Fingerzeig vor der Wahl

Peer SteinbrückEin Finger im Wasserglas oder ein handfester Skandal? In diesem Spektrum bewegen sich die Bewertungen des Fotos, über das heute die ganze Republik spricht. Was ist passiert? Peer Steinbrück gibt dem Süddeutschen Magazin ein Interview über die kleinen Fettnäpfchen, in die er im Wahlkampf getreten sein soll.

Beim Fotoshooting hat er dafür offensichtlich die passende Geste parat. Er zeigt dem Fotografen ostentativ den Mittelfinger. Steinbrücks Berater will einschreiten, aber der Kanzlerkandidat ist anderer Meinung. Das Foto ist in Ordnung!

Als Politikprofi muss ihm klar gewesen sein, was er damit anrichtet. Entweder die Republik verurteilt ihn in Bausch und Bogen oder die Wähler begreifen es als Ausdruck seines eigenständigen Kopfes: Steinbrück ist eben nicht wie seinerzeit Edmund Stoiber weichgespült. Er ist Peer pur. Seine SPD mag so links sein wie sie ist. Aber er zeigt allem, was er nicht mag den Mittelfinger.

Das sind die beiden Extreme, zwischen denen sich ein Spektrum möglicher Konsequenzen abspielt. Ich persönlich bin der Meinung, dass die Wähler im ersten Moment kein Problem damit haben werden. Wir sind inzwischen Schlimmeres gewohnt. Um aufzufallen, musst Du heute schon nackt auf einer Stahlkugel durch ein Video schaukeln. Ich bin sowohl Peer Steinbrück als auch der Kanzlerin zutiefst dankbar, dass keiner von beiden diesem Beispiel nacheifert.

Allerdings kommt es mir manchmal so vor, dass unsere Presse gerne möchte, dass wir ihrer Meinung folgen. Ihr Urteil ist vorzugsweise moralinsauer. Als die Snowden-Enthüllungen völlig folgenlos an der Regierung abperlten, schrieben sich unsere Journalisten vergeblich die Finger wund. Bis heute muss es der vierten Gewalt gehörig stinken, dass diesmal kein Aufschrei durch die Republik ging. Bei Wulf und zu Guttenberg hatten sie es doch auch geschafft! Doch die Leser waren intelligenter als die Schreiber und wussten, dass politische Vernunft mehr bewirkt kann, als eine HB-Kanzlerin.

Allerdings sehen auch die meisten Journalisten die Causa Mittelfinger als lässliche Sünde, die ins Bild von Pannen-Peer passt.

Eine andere Berufsgruppe hat er allerdings glücklich gemacht. Jetzt kriechen alle Kommunikationsberater, die bei drei schon lange nicht mehr auf einem Baum waren unter ihrer Facebookseite hervor und geben ihren Senf ab. Danach war es natürlich “ein kapitaler Fehler”. Steinbrück werde das sein Leben lang bereuen.

Schauen wir uns das Ganze unter dem Blickwinkel des Entscheiders an. Steinbrück hat zwar in den letzten Wochen etwas aufgeholt und verdient seiner Partei vermutlich den Junior-Platz in einer großen Koalition. Für Schwarz-Gelb wird es am 22. September nach den neuesten Umfragen vielleicht nicht reichen.

Was kann Steinbrück also wollen? Ich denke, mit dieser Geste will er zeigen, dass er sich nicht verbiegen lässt.

Hätte er dafür eine andere Geste wählen können? Ich glaube nicht. Das war diesmal wirklich alternativlos.

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Schokolade für Augen und Ohren

André LoiblVielleicht kennst Du das auch. Durch Zufall und Bauchgefühl findest Du eines Tages die richtige Schokolade. Du denkst: Oh mein Gott! Die ist sooo gut! Einfach lecker! Da passt einfach alles und Du musst sie beim nächsten Mal unbedingt wieder kaufen.

So ähnlich ging es mir mit André Loibl. Ich hatte ihn letztes Jahr zu Entscheidend besser! III nach Bad Homburg eingeladen und die Teilnehmer waren von ihm begeistert, ich auch. Im Juni lade ich ihn jetzt zum dritten Mal in Folge ein. Als Redner hat André offensichtlich den Schokoladeneffekt.

Er ist anders als viele Kollegen, die vorwiegend inspirieren oder nützliche Informationen transportieren wollen. Das macht André auch, aber bei ihm gibt es immer auch eine persönliche Erfahrung, die jeder für sich mit nach Hause nimmt.

Besondere Menschen lernt man meistens nicht im Vorbeigehen kennen. Ich war durch Zufall auf ein YouTube-Video von André gestoßen:

Gute Referenten erkenne ich auf den ersten Blick. Aber André ist ein Ausnahmereferent. In dem siebenminütigen Video fesselt er sein Publikum und unterhält es glänzend.

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Zu bereuen gibt es nichts

gerita herz gebrochen

Vielleicht fragt sich Jogi Löw gerade, ob er im Halbfinale der EM 2012 eine andere Aufstellung gegen die Italiener hätte wählen sollen. Eines ist sicher, diese Frage wird ihn nicht glücklich machen.

Denn er kann nichts daran ändern. Zum Entscheidungszeitpunkt hatte er seine Gründe, warum er seine Junge genau so aufgestellt hat.

Reue ist ein religiöser Begriff. Wir haben etwas Schlimmes getan und bereuen es vor unserem Gott. Dann wird uns verziehen, weil wir es in der Zukunft nicht wieder machen werden. Heute sprechen wir davon, aus unseren Fehlern zu lernen. Bedauern ist zwar menschlich, aber es bringt uns nicht weiter.

Würden wir jeden unserer Fehler nachtrauern, hätten wir in unserer Kindheit kaum Zeit, um etwas Sinnvolles zu lernen. Wer von seinem Lehrer ein oder zwei Mal mit der Auflage, sich zu schämen in die Ecke gestellt wurde, weiß, wovon ich spreche. ;-)

Zwei Dinge sind sicher. Zum einen können wir nicht leben, ohne Fehler zu machen. Zum anderen können wir noch so viel bereuen und uns sogar schämen, es schafft die Fehler nicht aus der Welt.

Wie wäre es stattdessen, wenn wir uns selbst erlaubten, Fehler zu machen und unsere Fehler als willkommene Gelegenheit sehen, besser zu werden?

Wenn wir uns das selbst erlauben, sollten wir vielleicht auch dem Bundestrainer zugestehen, dass er Fehler macht. Aber vielleicht war es kein Fehler? Warum hätte eine andere Mannschaft ohne Podolski, Gomez und Schweinsteiger besser spielen sollen? Die Fehler zu den beiden Toren haben Mats Hummels und Philipp Lahm gemacht.

Trotzdem würde keiner verlangen, diese beiden Spieler auszumustern. Alternativ käme vielleicht biblische Mode infrage. Aber weder die UEFA, noch die FIFA erlauben Sack und Asche auf dem Platz. :-)

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Rezension – Touchpoints: Auf Tuchfühlung mit dem Kunden von heute

Als 1999 die Amerikaner Rick Levine, Christopher Locke, David Weinberger und Doc Searls das Cluetrain-Manifesto  veröffentlichten, begann die Reformation des Internets. »Markets are Conversations« war jetzt das neue Credo der Marketingexperten.

Bis dahin hatte Corporate Amerika hunderte von Millionen Dollar in seine Internetauftritte investiert, ohne eine echtes Publikum zu finden. All die tollen Hochglanzwebseiten waren gnadenlos gescheitert. Denn bis dahin hatten nur wenige verstanden, dass Kommunikation keine Einbahnstraße ist. Das Internet war keine Litfaßsäule, sondern bot zahlreiche Begegnungsstätten – Touchpoints – mit dem Kunden.

Jahre später hat sich das Bild gewandelt. Das Internet hat technologisch nachgelegt. Heute sind wir alle vernetzt und Teil des Web 2.0. Viele Unternehmen haben auf diese Veränderungen noch nicht die richtigen Antworten gefunden.

Ganz nah am Kunden

Mit Ihrem Buch »Touchpoints: Auf Touchfühlung mit dem Kunden von heute« legt Anne M. Schüller jetzt eine umfassende Anleitung vor, wie Unternehmen endlich profitabel mit der neuen Herausforderung umgehen können.

Eine Leisetreterin ist Frau Schüller nicht. Sie legt die Finger in zahlreiche Wunden. So spricht sie oft von »selbstzentrierten Chefs« und »den Herren in der Teppichetage«.

Aber »if you can’t stand the heat, get out of the kitchen«, sagt ein englisches Sprichwort. Gestandene Chefs sollten das aushalten können.

Tiefe Einblicke

Im Gegenzug erklärt die »Expertin für kundenfokussiertes Management« die schöne neue Onlinewelt. Gerade wer sich noch nicht so intensiv mit sozialen Netzwerken und ihren Auswirkungen auf den Unternehmensalltag beschäftigt hat, bekommt einen guten Einblick in die Mechanismen und die Dynamik dahinter.

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Niemand braucht einen Coach

imageIn Deutschland gibt es rund 60.000 Coachs. Tendenz stei­gend. Es gibt Coachs für das Business, für die richtige Posi­tio­nie­rung, für die Partner­schaft, für Glück im Leben, für Zie­le, für Umsetzung, für Erfolg und sogar für Entscheidungen. ;-)

Angesichts dieser großen Zahl müsste man denken, dass Coaching ein einträgliches Geschäft ist. Allerdings kann nur eine schmale Elite von rund 2.000 wirklich von den Einnahmen leben.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Denn auch wenn die meisten Coachs gegenteiliges behaupten. Niemand von uns braucht einen Coach. Wir können alle unser Leben einfach weiter führen und darauf hoffen, dass sich mit etwas Glück unserer Business, unsere Partnerschaft, unser Glück und unser Erfolg eines Tages dramatisch zum Besseren wendet.

Eine Entscheidung

Nein, wir können auch ohne Coachs leben. Das ist nicht der Punkt. Stattdessen dürfen wir uns entscheiden. Machen wir so weiter mit den bereits bekannten Ergebnissen? Oder sind wir und unser Leben es uns wert, mehr daraus zu machen?

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Zeig’s der Kanzlerin – Keine Alternativlosigkeit

Fünf vor Zwölf GestaltungsspielraumAchtung! Verlosung! Gewinnen Sie mit Ihren Vorschlägen eine Entscheider-Bibel oder ein Entscheider-Buch.

Ein Land steht am Abgrund und ein Volk leidet. Die griechische Schuldenmisere ist gleichzeitig auch eine humanitäre Katastro­phe.

Ganze Familien hungern, Rent­ner werden obdachlos, junge Men­schen finden keine Arbeit. Eine ganze Gesellschaft befindet sich im Ausnahmezustand.

Dabei sind die meisten der beschlossenen Sparmaßnahmen des griechischen Haushalts nicht einmal umgesetzt. Denn die Beamtenschaft verweigert sich ihrem Dienstherrn.

Können wir eine solche Not mitten in der Währungsunion zulassen? Das ist eine Frage, mit der sich die Parteien im Bundestag auseinander setzen müssen.

Labile Wirtschaft

Neben der humanitären Katastrophe eines Landes beschäftigt uns im Tandem damit die wirtschaftliche Dimension dieser Frage. Denn das Geld, das der Griechische Staat derzeit ausgibt, nimmt er nicht ein. Stattdessen hat er es sich von vielen privaten Banken geliehen.

Wie bei der Lehmann-Brothers Pleite kann niemand abschätzen, welche Banken dem Griechischen Staat folgen müssten, erklärte er seinen Bankrott.

Denn angeblich würde ein Griechenlandbankrott viele weitere Euro-Südländer in Schwierigkeiten bringen. Pessimisten fürchten ein Do­minoszenario. Eine weitere weltweite Finanzkrise droht.

Die entscheidende Frage

Der Griechische Staat braucht Geld, um seine Bürger zu alimentieren. Sollen wir es ihm geben? Das ist die Entscheidungssituation.

Entscheidungen geben unserem Handeln eine Richtung. So wie es derzeit aussieht, bekommt der Griechische Staat weiterhin Milliarden “geliehen”, um jedes Mal aufs Neue ein paar Monate länger durchhal­ten zu können.

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