Gute Erfahrungen sind wichtiger als schlechte

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Erfolg ist das Ergebnis guter Entscheidungen.
Gute Entscheidungen sind das Ergebnis von Erfahrung.
Erfahrung ist das Ergebnis schlechter Entscheidungen.

Dieses Zitat habe einmal in einem Buch gelesen. Auf den ersten Blick wirkt es auch richtig. Warum aber soll ich besonders aus schlechten Entscheidungen meine Erfahrungen sammeln? Wenn ich aufgrund einer schlechten Entscheidung Schiffbruch erleide, dann kenne ich danach einen Weg, wie es nicht funktioniert. Wenn ich dagegen eine gute Entscheidung treffe und alles geht so aus, wie ich mir es wünsche, dann kenne ich einen Weg, wie es funktioniert.

Also wenn ich gerne abnehmen möchte, dann dann ist der Verzehr von Fast-Food oder Schweinshaxe ein Weg, der nicht funktioniert, während eine kalorienarme Kost und viel Bewegung ziemlich sicher zum Erfolg führt.

Meine Vermutung: Es gibt viel mehr erfolglose Wege als erfolgversprechende Wege. Wenn ich also den erfolgreichen Weg kenne, dann ist das doch die einzige Erfahrung, die ich wirklich brauche.

Denn ich kann natürlich beim Fast-Food anfangen, mich über gutbürgerliche Küche bis zu Süßigkeiten durcharbeiten. Aber diese Erfahrung hilft mir vermutlich nichts, wenn mir nicht irgendwann jemand sagt, dass ich den Input an Kalorien senken und den Output an Leistung erhöhen muss, um erfolgreich abzunehmen. Wenn ich dieser Information traue, kann ich kurz darauf die eigene Erfahrung sammeln und muss nicht mehr länger rätseln, warum ich ständig zugenommen habe, obwohl ich doch abnehmen wollte! :-P

Warum steckt trotzdem ein wichtige Erkenntnis in dem Zitat?

Interessanterweise nehmen wir schlechte Erfahrungen stärker wahr als gute. Wenn uns etwas Schlimmes passiert, dann bedeutet das Schmerz und den wollen wir zukünftig vermeiden. Daher machen wir uns möglicherweise Gedanken, welche Entscheidungen uns diese Erfahrung eingebrockt haben und wir können zukünftig diese Konstellation vermeiden.

Wenn wir dagegen ein tolle Entscheidung getroffen haben und sich alles nach unserer Vorstellung entwickelt, dann ist das zwar angenehm, aber wir machen uns häufig nicht viele Gedanken darüber. Je nach Geisteshaltung glauben die einen an Glück, das sie ohnehin nicht wiederholen können und die anderen glauben vielleicht, dass dieser Erfolg eine normale Folge ihres Arbeitseinsatzes ist.

Und hier können wir ansetzen. Egal wie angenehm der Erfolg ist oder egal wie normal er uns vorkommt, wir sollten uns immer Gedanken machen, was die Ursachen dafür waren. Welche Entscheidungen haben wir getroffen, um jetzt erfolgreich zu sein? Was war unsere Erfolgsformel?

Wem es dagegen bisher nicht vergönnt ist, erfolgreich zu sein, sollte vielleicht einen erfolgreicheren Kollegen interviewen. Denn von ihm läßt sich viel einfacher lernen, wie es besser geht, als von den eigenen negativen Erlebnissen. :-)

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