Zurück zur Freiheit aller Entscheider

image Denke ich über Gestaltungs­spielräume nach, muss ich oft an einen Grundsatz des Zivilrechts denken, der mich seit meinem Wirtschaft- und Rechts Leistungskurs aus gymnasialen Zeiten nicht mehr losgelassen hat.

“Geld hat man zu haben”. Damit wird begründet, dass niemand aus Geldmangel von einem Vertrag zurücktreten kann. Die Realität mag dem oft Hohn sprechen. Aber grundsätzlich sollte niemand Geschäfte abschließen, wenn er nicht über das nötige Kleingeld verfügt.

Entscheidungsgrundsatz

In Entscheidungen müsste es heißen,  “Gestaltungsspielräume hat man zu haben”. Das sagt der Entscheidercoach Kai-Jürgen Lietz – also ich.

In jeder Entscheidungssituation haben wir unendlich viele Handlungsalternativen zur Verfügung. Für viele davon sind wir nicht gut genug und andere sind uns nicht gut genug. Das Gute an einer unendlichen Zahl ist, dass trotzdem eine unendliche Anzahl von Handlungsaltnativen übrig bleibt. Wir sehen sie nur oft nicht. Vielleicht auch, weil wir es uns selbst nicht erlauben.

Das Schicksal ist ungerecht

Natürlich hadern einige von uns mit dem Schicksal. Tolle Chancen haben sich uns nie(!) geboten und wenn doch gab es ungünstige Entwicklungen bei der Umsetzung, so dass wir frühzeitig aufgeben mussten.

In Entscheidungen hatten wir nie die Wahl. Wir standen immer unter Zwang und das Leben, dass wir führen macht uns zutiefst unzufrieden.

Hinterfragen wir dieses Bild, stellt sich schnell heraus, dass wir durchaus andere Alternative gehabt hätten. Aber wir erwarten vom Leben ohnehin nichts Gutes. Daher investieren wir uns nur halbherzig.

Halbe Sachen haben einen Vorteil: Der Energieaufwand von unserer Seite ist moderat. Demnach müssten wir also ausgeruht und stresslos sein. Tatsächlich sehen wir etwas verbraucht und erschöpft aus. Und fühlen uns auch wie frisch durch den Wolf gedreht.

Ich habe vor Jahren einmal einen sehr wichtigen Satz gelesen. “Die Kraft kommt aus dem Handeln”. Mit anderen Worten: sind wir aktiv, haben wir auch mehr Energie zur Verfügung. Wer inaktiv ist und sich nur halbherzig investiert, hat auch wenig Energie zur Verfügung.

Also ist es eigentlich sinnlos, Energie sparen zu wollen.

Eine Frage des Wertes

Das wirft eine wichtige Frage auf: Sind wir es uns nicht wert, uns voll zu investieren?

Dieses Leben ist das einzige, von dem wir wirklich wissen. Ja, das Schicksal mag ungerecht sein. Aber schaden wir tatsächlich dem Schicksal, wenn wir uns ihm verweigern oder  der uns am nächsten stehenden Person?

Der Sitz aller Gestaltungsspielräume

Wer sich über mangelnde Gestaltungsspielräume beklagt, muss nicht außerhalb suchen. Die Quelle dafür sitzt zwischen unseren beiden Ohren.

“Ich weiß nicht, wie ich Gestaltungsspielräume schaffe!” Vielleicht geht es dem einen oder anderen so. Ich habe eine schlechte Nachricht. Die Zeit der guten Entschuldigungen ist vorbei!

Nutzen wir einfach diesen Link. Dahinter verbergen sich allein in diesem Blog mehr als 60 Beiträge, wie wir zu mehr Gestaltungsfreiheit kommen können.

Mein wichtigster Tipp heute: Treffen wir keine Entscheidung, solange uns die Gestaltungsspielräume zu fehlen scheinen. Sie sind da. Wir müssen nur die Augen öffnen.

Und was bringt das?

Gestaltungsspielräume sind ein Synonym für Freiheit. Wir bekommen so die in uns wohnende Gestaltungsmacht des Entscheiders zurück. Mit unseren Entscheidungen geben wir unseren Handel nicht nur eine Richtung. Wir gestalten auch unsere Zukunft.

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