Hahn Ein Hahn, das jeden Tag Futter bekommt, geht davon aus, dass dies immer so sein wird. Doch eines Tages kommt der Bauer und schlachtet ihn.

Als Bertrand Russel 1912 diese Idee in seinem Buch “Problems of Philosophy” beschrieb, machte er damit deutlich, dass uns Erfahrungen meistens nichts nutzen.

Erfahrung des Normalen ist nutzlos

Wenn wir jahrelang nur Erfolg im Beruf haben, wird eine ökonomische Krise uns z.B. völlig unerwartet treffen, auch wenn es Menschen gegeben hat, die uns davor warnten.

Denn Kassandra-Rufer gab es zu allen Zeiten. Die Mehrheit hat sie immer ignoriert, weil sie sich mit ihrer eigenen Erfahrung sicher fühlte. Das Thema Klimaerwärmung gehört dazu, genauso wie das Thema Wasserknappheit und der Kampf um landwirtschaftliche Flächen in der Dritten Welt.

Wir picken lieber unser Futter und freuen uns über eine einfache Welt.

Gute Entscheider sichern sich ab

Entscheidungen sind richtungsgetriebenes Handeln. Kurzfristig wirkende Ereignisse, wie eine Wirtschaftskrise fordern lediglich unsere Flexibilität. Unsere Ziele verändern sich dadurch nicht. Allerdings verändert zum Beispiel die Klima-Erwärmung unsere Welt dauerhaft.

Daher sollten wir deren Auswirkungen immer auch ein Stück mit einplanen. Möchten wir eines Tages ein großes Anwesen besitzen, dann sollte das beispielsweise so gelegen sein, dass es vor Überschwemmungen und andere Katastrophen sicher ist.

Absicherung ist hier das Stichwort. Wir müssen unsere Ziele nicht ändern, sondern lediglich weiter detaillieren.

Gute Entscheider hören zu

Akzeptieren Sie auch einmal die unpopuläre Meinung eines Außenseiters. Das macht große Entscheider aus.

Ansonsten können wir uns gerne weiter auf den Besuch des Bauers freuen, schließlich will er nur unser Bestes und bringt jeden Tag das Futter… 😛

Uturn erlaubt Jeder Mensch ist kreativ. Auch wenn es sich nicht alle eingestehen. Gleichzeitig sind wir alle denkfaul, auch wenn wir uns das nicht immer eingestehen möchten.

Schon einmal bewährte Lösungen nutzen wir deshalb immer wieder. Jeder Gedanke, jede Idee ist eine in unserem Gehirn angelegte neuronale Verbindung. Mit jeder Benutzung wird so ein neuronaler Strang immer stärker und es fällt uns leichter, genau diesen Gedanken zu denken.

So erklären sich Gewohnheiten, die wir nicht mehr ablegen können. In unserem Gehirn haben wir zu diesem Verhalten eine vierspurige Autobahn gebaut, während alternative Verhaltensweise bestenfalls einem beschwerlichen Bergpfad gleichen.

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Captain, crew, weekend

90 Prozent aller Menschen wissen nicht, was sie wirklich wollen. Sie glauben, dass sie viel zu verlieren haben und sind doch nicht glücklich. Wenn ich wegen eines Entscheidungsproblems angesprochen werde, könnte ich quasi blind sagen: “Ihr Problem ist, Sie wissen nicht, wo Sie in zehn Jahren stehen wollen” und hätte meistens recht damit.

Wer des Teufels Advokat spielen will, könnte einwenden: Aber diese Leute haben doch ein ganz erfolgreiches Leben geführt, sie haben einiges erreicht!

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Visier Mit jeder Entscheidung können wir beabsichtigt oder unbeabsichtigt Streit auslösen. Andere haben vielleicht Erwartungen an uns und wir erfüllen sie nicht oder wir erscheinen ihnen als ungerecht.

Ein Dienstleister reißt sich über Jahre ein Bein für uns aus und doch geben wir einem anderen den Vorzug.

“Wie unfair! Wie ungerecht!” Wird sich ersterer vielleicht denken. Aus seiner Sicht mag das sogar stimmen.

Gute Gründe oder Schlamperei

In solchen Fällen sollte der Entscheider natürlich gute Gründe haben, die Loyalität eines langjährigen Lieferanten zu enttäuschen. Allerdings wundert es mich auch immer wieder, wie wenig Beachtung der Unterlegene zuvor den Wünschen oder Entscheidungskriterien seines Auftraggebers geschenkt hat.

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Marionette Es ist erstaunlich, wie viele Menschen die Dinge einfach laufen lassen. Hin und wieder stehen sie dann vor Entscheidungen, die Homer wohl euphemistisch als “zwischen Scylla und Charybdis” bezeichnet hätte. 🙂

Heutige Entscheider nennen das einfach nur “unfair” und wundern sich, warum das immer gerade ihnen passieren muss.

Der Seitenblick auf den Kollegen, dem anscheinend alle guten Dinge im Leben nur so zufliegen, mag dieses Gefühl verstärken.

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iStock_000004055404XSmall Wer als Selbständiger ein großes Rad drehen will, braucht viel Unterstützung. Daran führt kein Weg vorbei. Das Schlüsselwort hierfür ist Netzwerken. Das ist nichts Neues. Dennoch fällt es vielen schwer. Denn der eine oder andere sieht dabei die Gefahr, anderen etwas schuldig zu sein.

Gegenleistung ist der Schmierstoff des Netzwerkens

Denken wir genauer darüber nach, stellen wir allerdings fest, dass es ohne gegenseitige Verpflichtungen kein Networking gibt.

So fragte mich letztens ein Berater, ob ich nicht meine Pressekontakte für ihn aktivieren könnte.

Nun muss man wissen, dass Journalisten selten etwas aus Gefälligkeit tun, aber meistens aus Interesse. Was nichts anderes heißt, dass man sich seinen Kontakt auch selbst aufbauen kann.

Allerdings hatte diese Frage schon Chuzpe. Denn ich war im Kennenlerngespräch mit dem Berater für mein Referenten-Netzwerk “Sternstunde für Unternehmer”. An dem sind viele interessiert, weshalb ich ihm mit der Aufnahme bereits einen Gefallen getan hatte.

Wenn sich einer immer nur Gedanken darüber macht, was wir für ihn tun könnten (viel), dann fragen wir uns vermutlich alle, ob da jemals eine Gegenleistung zustande kommt.

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Es ist Wahlkampf und keiner merkt es. Da geht ein Aufschrei durch die Republik. Der Wirtschaftminister hat ein Gesetz mit Hilfe externen Sachverstands ausarbeiten lassen! So was aber auch! 😯

Für Bundesjustizministerin Zypries könnte sich das Ganze allerdings als Tretmine erweisen. Schließlich geht es hier um die neuen Rahmenbedingungen, die uns zukünftig vor weiteren weltweiten Finanzkrisen schützen sollen.

Das Bundesjustizministerium sollte hierzu einen Entwurf bis Mitte Mai vorgelegt haben. Hat es aber nicht. Denn der Ministerin war anderes wohl wichtiger.

Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg wird jetzt Vieles nachgesagt, aber nicht, zu den Zögerern und Zauderern zu gehören. Daher hat er wohl auch die Sache einfach mal selbst in die Hand genommen und damit seine Kabinettskollegin ziemlich als aussehen lassen.

Die reagiert jetzt, wie vermutlich beabsichtigt und springt wahlkampftechnisch im Dreieck.

Ich weiß allerdings nicht was das soll, schließlich ist die SPD doch bereits am Tiefpunkt angelangt. Aber vielleicht ist es ja so wie mit den Militärs. Wenn Sie neues Spielzeug haben, dann werden sie es auch irgendwann ausprobieren müssen. 😮

Ich bin begeistert! Endlich geht der Wahlkampf richtig los! War ja auch langweilig, solange Steinmeier in der Wüste nach Wahlkampf gerufen hat. Da müssen halt die Profis ran! 😛

Boot_Kapitän Menschen mögen keine Veränderungen. Dennoch höre ich immer wieder: “Es ist besser irgendeine Entscheidung zu treffen, als keine Entscheidung zu treffen.”

Zauderer genießen bei uns keine große Sympathie. Insbesondere wenn viele andere glauben, dass endlich eine Entscheidung getroffen werden muss.

GM und Opel

Aktuelles Beispiel: GM´s Entscheidung über den Verkauf seiner Opel-Tochter. Die Öffentlichkeit will endlich Klarheit. Wird Magna oder Ripplewood den Zuschlag bekommen?

Für uns Außenstehende ist die GM-Führung jetzt die Bremse. Die Manager taktieren, versuchen doch tatsächlich das Beste für das eigene Unternehmen herauszuholen. Pfui! Wie können sie nur? 😯

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(c) Fotolia Martina Berg Sebastian Kuhn überlegt, eine neue Direktmarketing-Kampagne in Auftrag zu geben. Allerdings hört er auch immer wieder, dass zur Zeit kein Bedarf für seine Software-Produkte bestehe.

Werbung soll den Umsatz fördern und nicht das eigene Geld verschwenden. Was er einmal ausgegeben hat, wird ihm in besseren Zeiten fehlen, um die zuletzt mageren Monate auszugleichen.

Kuhn weiß nicht mehr wo das war. Aber er hatte irgendwann einmal den schlauen Satz gehört, dass es besser sei irgendeine Entscheidung zu treffen als gar keine. Aber so schlau ist der Satz vielleicht auch nicht. Der Unternehmer jedenfalls hat seine Zweifel.

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Routine-Entscheidungen treffen wir häufig intuitiv aus dem Bauch heraus. Irgendwann einmal haben wir uns noch bewusst Gedanken darüber gemacht, aber inzwischen ist es mit diesen Entscheidungen wie mit dem Autofahren. Wir denken nicht weiter darüber nach.

Auch beim Autofahren gibt es Veränderungen. Neue Verkehrszeichen kommen dazu, die Autos verändern sich. Wer dann nicht aufmerksam ist, baut schnell einen Unfall.

Machen Sie es sich daher zur Gewohnheit, auch bei Routineentscheidungen von Fall zu Fall genauer hin zu schauen, wieder die Gestaltung zu übernehmen und sich nach neuen Handlungsalternativen umzusehen.

Sonst geht es Ihnen wie mir vor einiger Zeit mit meinem Navi auf der Autobahn. Dort hieß es: “wenn möglich, bitte wenden”! Ich habe dann doch lieber bis zur nächsten Ausfahrt gewartet. 🙂