SpurenNon scholae sed vitae discimus” habe ich noch im Lateinunterricht gelernt. Doch wenn ich zurück­blicke, könnte ich mit dem Schul­wissen keinen Blumentopf ge­winnen.

Die Geschwindigkeit, mit der unser Wissen veraltet ist er­schreckend. Wer jetzt glaubt, dass diese Entwicklung Grund­sätzliches wie Lesen und Schrei­ben nicht tangiert, wird schnell eines Besseren belehrt.

So diskutieren Pädagogen gerade, ob es überhaupt sinnvoll ist, Schul­anfängern eine Schreibschrift beizubringen, wenn sie in Zukunft ohnehin an der QWERTZ-Tastatur schreiben werden.

Wenn wir so radikal auf die neuen Verhältnisse eingehen, sollten wir allerdings auch Nägel mit Köpfen machen. Denn die bekannte Anordnung unserer Tastatur entstand nicht etwa aus dem Bemühen, besonders schnelles Tippen zu ermöglichen, sondern es im Gegenteil zu verlangsamen. Denn die frühen Schreibmaschinentypen tendierten dazu, sich ineinander zu verhakeln, wenn man zu schnell tippte.

Doch das ist natürlich ein Nebenschauplatz.

Der Entscheidercoach im Gespräch

Für uns alle ist eine Realität, dass wir unser Wissen ständig aktuell halten müssen. So beschäftige ich mich zum Beispiel immer wieder mit den Ergebnissen der aktuellen Gehirnforschung.

So kommt es dann auch immer wieder zu Gesprächen wie: “Und? Müssen Sie jetzt Ihre Bücher neu schreiben?”

Ich: “Wieso?”

Frager: “Na, weil Sie doch damals die neueren Erkenntnisse nicht berücksichtigt haben. Da wird doch jetzt so einiges nicht mehr stimmen!”

Für viele Bücher stimmt das. Wenn ein Journalist seine Quellen zusammenträgt und auf dieser Basis ein Buch schreibt, geht das nicht anders.

Meine Bücher basieren im Wesentlichen auf meiner praktischen Arbeit und den Beobachtungen, die ich dabei gemacht habe. Eben weil ich weiß, wie kurzlebig wissenschaftliche Hypothesen sein können, habe ich mich immer auf das Wahrscheinlichste beschränkt.

Mit anderen Worten der gesunde Menschenverstand wurde in letzter Zeit nicht wegdiskutiert. Daher kann ich zu allem in meinen Büchern stehen.

Unvernunft ist des Unwissens Lohn

Nichtdestotrotz sind die Experimente zu unserer Unvernunft beim Entscheiden sehr aufschlussreich. Denn jedes einzelne Experiment geht von einer Grundannahme aus: Der Proband weiß nicht was er will.

Mit anderen Worten, wenn wir wissen was wir wollen, handeln wir weitaus vernünftiger als die Gehirnforscher uns sonst zugestehen wollen.

Ein Plan für Neujahr

Nachdem das neue Jahr nicht mehr sehr weit ist, wäre das doch ein guter Anlass, eine eigene Zukunftsvision zu entwickeln, damit wir häufiger wissen was wir wollen. 😉