Angst und Entscheidung

image Die wichtigste Person beim Ent­schei­den ist der Ent­schei­der. Aber was ist, wenn der Ent­schei­der – im Zweifelsfall wir – Angst hat?

Was ist, wenn es von unserer Ent­scheidung abhängt, wie sich unser weiteres Leben ge­stal­tet? Was ist wenn wir in einer schwie­ri­gen Situation sind und ei­ne gute Lösung brauchen?

Kennt jeder

Beides hat garantiert jeder von uns schon erlebt. Auch wenn es uns meistens nicht bewusst ist. Der erste Fall ist der Normalfall. Meistens wird uns das allerdings erst bewusst, wenn wir am Abgrund ent­lang­wan­dern, in den wir stürzen könnten.

Im zweiten Fall sind wir schon einen Schritt weiter.

Angst ist ein schlechter Ratgeber

In jedem Fall ist ein ängstlicher Entscheider nicht geeignet, unser Le­ben zu gestalten. Denn wie es das Wort bereits sagt. Angst engt uns ein, raubt uns die Freiheit. Unsere Gestaltungsspielräume sind dann kleiner als sie es sein müssten.

Denk einmal darüber nach, wie und wo Angst Deine Entscheidungen schon einmal beeinflusst hat. Wie hättest Du entschieden, wenn Du keine Angst gehabt hättest?

Angst ist ein guter Botschafter

Unser Leben ist eine Feedbackmaschine. Es produziert laufend Rück­mel­dun­gen für uns. Nichttagebuchschreiber neigen dazu, die klei­ne­ren Nachrichten zu übersehen.

Angst bekommen wir ganz gut mit. Manche versuchen trotzdem, sie zu verdrängen. Sie atmen vielleicht einmal tief durch, nutzen Ent­span­nungs­tech­ni­ken oder ersetzen sie durch Zorn.

Besser wäre es, an den Ursachen anzusetzen. Angst möchte uns etwas sagen und es wäre besser, ihre Botschaft zu verstehen.

Neueste Nachrichten und olle Kamellen

Manchmal sagt uns Angst einfach, dass wir nicht gut genug vor­be­rei­tet sind. Es kann auch sein, dass eine nicht verarbeitete Erfahrung der Vergangenheit sich traumatisch bemerkbar macht.

Manche von uns haben auch Angst aus den scheinbar falschen Grün­den. Wie zum Beispiel die Angst vor den Unbekannten. Sie wirkt sich als Wachstumsbremse aus. Da sie uns daran hindert, Neues aus­zu­pro­bie­ren.

So gehen wir mit unserer Angst um
  1. Verstehe die Botschaft. Akzeptiere Deine Angst. Sie ist da und sie will Dir etwas sagen. Was ist ihre Ursache? Mache das schrift­lich. Sobald wir unsere Angst dem Papier anvertraut haben, verschwindet ein Teil der Dringlichkeit. Unser Unterbewusstsein ist beruhigt, dass wir uns bewusst damit beschäftigen.
  2. Entwickle einen Aktionsplan. Was müsste passieren, damit Du keine oder weniger Angst hast? Was müsstest Du tun? Stelle eine Liste auf. Zum Beispiel könnten wir bei unserer Angst vor dem Unbekannten jemanden Fragen, der die Erfahrung bereits gemacht hat. Denkst Du, dass nach Abarbeitung Deiner Liste die Angst weg sein könnte?
  3. Setze Deine Liste um.
  4. Teste Dich. Überprüfe, ob die Angst noch da ist und gehe wenn nötig noch einmal zu Schritt 1 zurück.

Manche Menschen werden von Ihrer Angst förmlich aufgefressen. Sie ha­ben dann sogar Angst, auf die Straße zu gehen. In dem Fall spielen meis­tens Kindheitskonditionierungen und Phobien eine große Rolle. Schritt 2 und 3 hieße dann, ei­nen Therapeuten aufzusuchen.

Freie Entscheidung

Wir müssen nicht völlig angstfrei sein, um gute Entscheidungen tref­fen zu können. Das wäre nicht realistisch. Allerdings darf uns die Angst nicht beherrschen.

Angst ist kein Ärgernis. Sie soll uns etwas sagen. Gehen wir verant­wortlich damit um, anstatt uns über den unangenehmen Störfaktor zu är­gern, sind wir erfolgreicher.

3 Kommentare
  1. Markus Trauernicht
    Markus Trauernicht says:

    Angst ist ein sinnvoller Selbstschutz. Man darf zwischen berechtigten Ängsten und unberechtigten Ängsten unterscheiden. Wenn die Kosten (nicht das Risiko) für das Versagen nicht hoch sind, ist aber fast immer Optimismus angesagt.
    Markus Trauernicht

  2. Kai-Jürgen Lietz
    Kai-Jürgen Lietz says:

    Danke für Ihren Kommentar!

    Sie bringen hier einen interessanten Gedanke ein!

    Ich kenne das Konzept von berechtigten und unberechtigten Ängsten. Ob sie berechtigt sind oder nicht, hängt vom Betrachter ab.

    Dem Entscheider hilft es allerdings nicht, wenn er sich zwar bewusst hat überzeugen lassen, dass seine Angst unberechtigt ist, er aber trotzdem ein schlechtes Gefühl bei der Entscheidung hat.

    Mir zumindest greift das nicht tief genug.

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