Freitagszitat No 1

»Entscheiden und Gestalten sind die beiden Seiten der Medaille des Erfolgs.«

Kai-Jürgen Lietz

Der Fehler in der Verantwortung

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Sollen Führungskräfte grundsätzlich abtreten, wenn die Vergangenheit uns einholt? Ich finde: Nein! Stattdessen sollten wir mit Fehlern tolerant umgehen.

Wir kennen das Spielchen. Ein Skandal, wie die VW-Diesel Affäre erblickt das Licht der Öffentlichkeit und schon muss jemand seinen Hut nehmen. Vorzugsweise natürlich der Eine an der Spitze. Das ist traurig, aber nachvollziehbar. Denn wer an der Spitze steht, ist nun einmal einsam. Insbesondere, wenn sein Scheitern absehbar ist. Nähe kann da nur schädlich sein. Da wird selbst Loyalität zum Skandal.

Die Bedeutung des Wortes “Skandal” enthält sinnerweise sogar das Ergebnis. Denn das griechische “Skandalon” hat unter anderem auch die Bedeutung “Fallstrick“. Ein Schuft der dann Böses vermutet hinter der Überschrift “Skandal: XYZ hat … “.

Die “Fallstricke” scheinen gut zu funktionieren. Martin Winterkorn stolperte und fiel innerhalb von Tagen über den Diesel-Skandal des VW-Konzerns. Wolfgang Niersbach hält sich dagegen an der Spitze des DFBs. Aber wie lange noch?

Ich persönlich glaube, dass es bedeutend weniger Rücktritte gäbe, wären Skandale nicht das Kerngeschäft der Medien. Ein Skandal wird immer erst einer, wenn Moral im Spiel ist. Aus welchen Gründen Journalisten ihre Artikel schreiben, will ich hier nicht mutmaßen. Aber die Medienmacher sehen hinter dem Skandal in erster Linie ein Geschäft. Daher wird es immer Skandale geben.

Mir geht es nicht anders als jedem anderen Leser. Ich möchte wissen, was passiert ist und warum. Lese ich dann allerdings die Rücktrittsforderungen der Journalisten, macht mich das oft nachdenklich. Aufgrund der Schnelligkeit im Nachrichtengeschäft stellen eben jene Journalisten auch das Eine oder Andere nicht ganz richtig dar. Teilweise zerstören sie damit die Leben der Betroffenen. Als Entschädigung gibt es irgendwann eine unauffällige Gegendarstellung. Auch das ist ein Skandal. Aber kaum einer berichtet darüber und wirklich niemand ist deshalb je zurückgetreten.

Fehler gehören zum Menschsein. Ohne Fehler könnten wir nicht wachsen. Manch einer macht sich gerne über das Peter-Prinzip lustig. Es besagt, dass wir in einer Organisation solange aufsteigen, bis wir uns als unfähig erweisen. Das Phänomen lässt sich im Alltag gut beobachten. Eine Erklärung dafür könnte sein, dass ab einer bestimmten Position die Kosten eines Fehlers zu hoch werden. Die bis dahin aufgestiegene Führungskraft stellt deshalb ihr persönliches Wachstum ein und beschäftigt sich stattdessen mit Fehler-Vermeidungsstrategien.

Wollen wir also bessere Führungskräfte, müssen wir toleranter gegenüber Fehlern sein. Natürlich gibt es trotzdem zwei gute Gründe, eine Spitzenkraft zum Rücktritt aufzufordern. Wenn sie unmoralisch handelt und wenn sie trotz einer toleranten Fehlerkultur nicht mehr wachsen möchte.

Macht Merkel den Schröder?

Angela-Merkel.jpgAls Gerhard Schröder mit der Agenda 2010 einen umfangreichen Reformkurs auf den Weg brachte, kostete ihn das die Kanzlerschaft. Da zeigte einer endlich einmal Führung, der sonst nur dem Volk aufs Maul schaute. Kein CDU-Kanzler hätte je ein solch mutiges Reformprogramm auf den Weg gebracht. Denn die linke Opposition hätte Purzelbäume geschlagen.
Erleben wir jetzt das Gleiche mit der Flüchtlingspolitik? Angela Merkels Sommer des Willkommens hätte sich kein Sozialdemokrat leisten können, ohne die CDU in die Nähe einer absoluten Mehrheit zu bringen.

Gerhard Schröder liefen damals die eigenen Wähler in Scharen davon. Noch heute gilt Hartz IV unter den Sozialdemokraten und welter links stehenden Parteien als Verrat an ihrer Sache. Dabei wurden damals Hunderttausende Sozialhilfeempfänger besser gestellt. Was machen jetzt die konservativen Wähler? Aktuelle Umfragen legen eine ähnliche Entwicklung für Angela Merkel nahe.

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Flucht nach vorn – Eine Lösungsidee

WohinAngesichts der Flüchtlingszahlen kommen viele Länder an ihre wirtschaftlichen und soziologischen Grenzen. Selbst in Deutschland ist die Infrastruktur dafür inzwischen überlastet. Deutschland hätte mit der Flüchtlingsthematik proaktiv umgehen sollen, meinen einige Kritiker. Allerdings lässt sich mit Flüchtlingen und ihren Lebensverhältnissen kein Wahlkampf machen. Daher retten wir uns von einer untauglichen Notlösung zur nächsten.

Keiner wird bestreiten, dass Flüchtlinge bestenfalls auf ein halborganisiertes Chaos treffen. Doch die Verhältnisse sind hier noch geradezu paradiesisch, vergleichen wir sie mit Italien oder Griechenland. Außerhalb Europas ist es teilweise noch schlimmer. Dort gibt es Zeltstädte, die schon viel Jahre existieren und Heim für eine wachsende Zahl Hoffnungsloser sind.

Wie können wir diesen Menschen mehr als nur verwahrloste Unterkünfte oder Zelte bieten? Wie können wir ihnen das Menschenrecht auf ein glückliches Leben zurückgeben? Weiterlesen

Leadership im Kindergarten Europa

rambo schaeuble1Alexis Tsipras hat geschafft, woran viele vor ihm gescheitert sind. Er hat einem ganzen Kontinent gezeigt, dass seine Politiker idealistisch im Sandkasten sitzen. Gemeinsam mit Yanis Varoufakis führte er die europäischen Staatschefs und ihre Finanzminister monatelang am Nasenring durch die Manege. Die Geschichte will es so, dass zu ihrem Höhepunkt – dem Ochi-Referendum  – den Meisten kurzzeitig die Augen aufgingen.

Was wir in der kurzen Zeit vom Abbruch der Verhandlungen in Brüssel bis zum Referendum hörten, war gelinde gesagt erstaunlich. Selbst die größten Idealisten gaben zu, dass “Solidarität” in diesem Moment das falsche Wort war.

Allerdings waren es nicht die bösen Worte vom #Grexit, die Tsipras vernünftig werden ließen. Es waren auch nicht die netten Worte, dass die Hand noch immer ausgestreckt sei. Es war vor allen Dingen die EZB, die sich fast zum ersten Mal in ihrer Geschichte der politischen Vereinnahmung widersetzte. Zwar strich sie die Nothilfen für die griechischen Banken nicht, aber fror sie auf dem damaligen Stand ein. Für Mario Draghi war das schon ein Salto über den eigenen Schatten. Weiterlesen

Hilfe für Griechenland

GrexitWenn ich manche Kommentare über Griechenland lese, habe ich den Eindruck, es ginge darum, “Brot für die Welt” oder Misereor den Geldhahn abzudrehen. Doch es geht hier nicht um Spenden und Entwicklungshilfe. Es geht um einen Staat, dem nicht einmal die eigenen Bürger ihre Steuern anvertrauen. Warum sollte dann der IWF mit 188 Mitgliedsstaaten Geld leihen? Warum sollten es 18 Euroländer tun? Viele dieser Länder haben einen niedrigeren Lebensstandard als Griechenland.

Die heutige Not ist nicht das Ergebnis von Böswilligkeit, sondern der Unfähigkeit der Griechischen Regierung. Wenn Unfähigkeit sich mit Beratungsresistenz paart, bleibt leider nur das Zusehen. Die “Stolz der Griechen-Rhetorik” findet der eine oder andere vielleicht angemessen. Im Grunde heißt es nichts anderes als “redet uns nicht rein!”.

Bis zum Februar 2015 hatten die Griechen ihrem Staat 76 Milliarden Euro Steuern vorenthalten. Inzwischen dürfte diese Zahl noch einmal kräftig angestiegen sein.

Schauen wir uns den ESM-Antrag der Griechen an, komme ich ins Grübeln. Fragt Hellas die Welt nach dem Geld, das es vorher als Steuern nicht eintreiben konnte?

Würde bei uns nicht genau das Gleiche passieren, wenn wir unsere Steuern nicht zahlen?  Wahrscheinlich würde ich dann auch mit Tränen in den Augen am Geldautomaten stehen. Wenn der Gemeinsinn fehlt, muss jeder Staat scheitern.

Wir können nur zusehen, wie die Katastrophe ihren Lauf nimmt. Allerdings müssen wir nicht tatenlos bleiben.

Ich denke, wir sollten in Europa ein Griechenhilfswerk schaffen, in das alle Bürger nach ihrer Façon Spenden einzahlen können. Dieses Geld würde der Griechischen Bevölkerung direkt zur Verfügung stehen, ohne Umweg über die Griechische Kleptokratie. Ich denke die Not der Rentner und Familien ließe sich so viel besser lindern als mit weiteren Milliardenkrediten.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass ein #Grexit unausweichlich ist. (In Anlehnung an Cato)

Samstagsgedanke: Nachrichten braucht kein Mensch

Manchmal schaue ich einem seltenen Moment der Selbstdistanz auf mich selbst. Was ich sehe, gefällt mir nicht immer. Zum Beispiel lese zu viele Nachrichten. Vor Jahren habe ich mich einfach dafür interessiert, was in der Welt passiert. Doch heute beschäftige ich mich mit dem letzten Blickwinkel, den ein bedeutungsloser Journalist aus seinem verschwitzen Büro darauf wirft, um seinen Lebensunterhalt zu rechtfertigen.

Welchen Nutzen habe ich davon? Keinen! Im Gegenteil: Zum Beispiel “wundere” ich mich, wer all den Schreiberlingen gesagt hat, dass sie plötzlich Ahnung von Volkswirtschaft hätten. Linke Ideologie und Ökonomie haben sich noch nie miteinander verstanden, selbst wenn der Idealismus noch so groß ist. Aber ich drifte ab.

Warum mache ich etwas, was mir nichts bringt? Wie bei allen Dingen kommt es auf das richtige Maß an. Anfangs reichte es mir, meine Neugierde zu befriedigen. Doch was ist, wenn die Neugierde befriedigt ist? Dann sollten die Nachrichten uninteressant sein. Doch jetzt wird es ungesund. Denn das gute Gefühl, informiert zu sein, muss sich doch verstärken lassen, oder? Also lese ich noch mehr über die Griechenlandkrise oder über die Entwicklungen in der Ukraine. Dabei weiß ich doch schon das Wesentliche. Egal! Jetzt weiß ich mehr. Aber ich werde nicht belohnt. Es fühlt sich nicht besser an. Stattdessen beschleicht mich das ungute Gefühl, meine Zeit verschwendet zu haben. Vielleicht brauche ich noch mehr Nachrichten?

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Aufschwung-Messe 2015

Fixit Gehirn Schraube festziehen transparent 20131017Am 10. März dürfen Gründer und Junge Unternehmen sich wieder freuen: Denn ihr Aufschwung ist da! Seit Jahren ist die Aufschwung-Messe in Frankfurt jährlich die Leitmesse für Start-Ups und Junge Unternehmen. Im Ausstellungsprogramm finden sie alles, was die ersten Jahre wichtig ist: Finanzierung, Beratung und Dienstleistungen von Marketing, Verkauf bis Steuerberatung.

Was aus meiner Sicht allerdings noch viel wichtiger ist: Ein wichtiges Software-Update für den Unternehmer-Kopf. Das Vortragsprogramm hält viel Know-How für jeden Unternehmer parat. Besonders interessant für mich: Die Keynote-Rede des Marketing-Spezialisten Hannes Treichel “Die Meuterei des Denkens”

Für alle, die gerne noch etwas Geld sparen wollen, habe ich hier einen Code für Gratis-Tickets. Er gilt für insgesamt 5 Aktivierungen. Wer zuerst kommt, malt zuerst 🙂

Rabatt-Code: BEE10032015XNG

Anmeldung unter: http://www.aufschwung-messe.de/online-code

Wir sehen uns auf der Aufschwung-Messe!

 

Ein Fehler ist kein Fehler

Fehler

Jeder Fehler rächt sich. So ist es. Daher würden wir auch liebend gerne auf sie verzichten. Fehler kosten Zeit, Geld und leider oft auch den guten Ruf. Vor einiger Zeit gab es sogar eine Studie darüber, dass es eine schlechte Idee ist, Fehler zuzugeben.

Ein junger Mann, der später zum posthum verehrten Führer einer neuen Religion aufstieg, fand dafür einen guten Spruch, der auch noch nach 2.000 Jahren Gültigkeit hat: “Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein!” Er wollte uns daran erinnern, dass wir alle Fehler machen.

Trotzdem bestrafen wir Fehler gerne. Ich frage mich nur: warum? Vielleicht liegt es daran, dass wir so die Lerngeschwindigkeit erhöhen? Wenn wir wissen, dass ein Fehler unsere Karriere ruinieren kann, sind wir vielleicht vorsichtiger. Oder wir gehen kein Risiko ein. Beides begrenzt uns und kostet uns Gestaltungsmacht.

Es ist einfach, einen anderen zu verdammen. Besonders dann, wenn das Ergebnis eigentlich hätte klar sein können. Nehmen wir zum Beispiel Karl-Theodor zu Guttenberg. Der Freiherr hätte damit rechnen können, dass seine Doktorarbeit ihn irgendwann einmal ins Verderben stürzt. Als es dann passierte, macht er sich vor der versammelten Presse zum Lügenkasper. Hätte er doch gleich wissen können, dass das nicht gut geht.

Schummeln ist allerdings an der Tagesordnung. Schüler und Studenten haben Spickzettel, sie schreiben aus dem Internet ab, später wird bei der Steuererklärung geschummelt und die Putzfrau kratzt aus reiner Nächstenliebe den Harnstein vom Klo ab.

Trotzdem werfen wir brav unseren Stein. Warum auch nicht? Indem wir den einen Erwischten bestrafen, läutern wir uns selbst. Was würde eigentlich passieren, wenn wir solche Fehler nicht bestraften?

  1. Die Medien wären pleite. Schließlich steigert nichts so sehr Auflagen und Leserschaft, wie ein guter Skandal.
  2. Wir hätten mehr Politiker. Mit ein Grund, warum das politische Führungspersonal so ausgedünnt ist, ist unsere Unnachgiebigkeit gegenüber individuellen Verfehlungen.
  3. Angestachelt von den schlechten politischen Vorbildern, würden wir uns vielleicht auch trauen, mehr Fehler zu machen.
  4. Möglicherweise hätten wir eine durch und durch unmoralische Gesellschaft. Was wäre gleich der Unterschied gegenüber heute? Ach so ja, wir sind ja heute alle Musterschüler.
  5. Wir würden uns mehr um unseren eigenen Kram kümmern.

Eine Fehlerkultur

Wenn Unternehmen sich dazu entschließen, Fehler als Teil der Ausbildung zu tolerieren, nennt sich das “Fehlerkultur”. Damit ist auch klar, wovon wie hier sprechen. Kultur ist das Feigenblatt, dass sich unsere Gesellschaft schamhaft zwischen die Beine steckt, wenn der Kommerz mal wieder zu schamlos wird. Oder anders gesagt: Wenn wir Kultur und Kommerz gegeneinander abwägen, verliert daher immer die Kultur. Hat ein Unternehmen eine “Fehlerkultur”, dann gibt es garantiert eine Kostengrenze, die einen “Fehler mit Kultur” von einem “unverzeihlichen Fehler” trennt.

Genau deshalb klingt eine “Fehlerkultur” zwar gut, aber sie bewirkt nichts. Denn niemand macht absichtlich Fehler. Wie könnten wir dann den finanziellen Schaden eines Fehlers begrenzen? Zumal die meisten Entscheidungsfehler bei der Risikoeinschätzung gemacht werden.

Fehler sind dazu da, dass wir daraus lernen. Manchmal lernen wir, dass wir mit einer Lüge nicht davon kommen. Meistens haben wir aber einfach nicht bedacht, was alles schief gehen kann. Wer mit älteren (erfahrenen) Menschen spricht, erfährt viel darüber, was sie nicht wollen. Da spricht die Erfahrung. Während unsere Vorstellungskraft große Visionen entwirft, bewahren unsere Erfahrungen uns davor, vergangene Fehler zu wiederholen.

Ich denke, wir müssen uns klar machen, welche Fehler wir tolerieren wollen und welche nicht. Ein Preisschild kann nicht das richtige Kriterium sein. Manche Fehler verstoßen gegen Gesetze, weil andere Menschen zu Schaden kommen. Die Strafe ist dann richtig. Allerdings sollten wir nach verbüßter Strafe nach vorne sehen. Straftäter sind die, die nicht erwischt wurden. Aus dem Gefängnis Entlassene sind Büßer, die zumindest eine zweite Chance verdienen.

Wer heute im Geschäftsleben einen Fehler macht und alles dafür tut, um ihn ungeschehen zu machen, hat zumindest etwas dazu gelernt. Warum also sollte man ihn dann dafür bestrafen?

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