Glasklare Anforderungen

Dieser Beitrag ist Teil 2 von 3 in der Serie Entscheidungsklarheit

Wasserglas 2 StückMorgens geht es auf vier Beinen, mittags auf zweien und abends auf dreien. Was ist das? Für eines der ältesten Rätsel der Menschheitsgeschichte, ist die Antwort gar nicht so einfach. Der Sage nach musste jeder diese Aufgabe lösen, der an einer Sphinx vorbei wollte, ohne einen schrecklichen Tod zu erleiden. So waren sie eben, die Ägypter. Für uns heute ist die Lösung einfach, weil wir die Antwort kennen. Es ist der Mensch.

Was haben Rätsel mit Entscheidungen zu tun?

Wenn wir über unseren Bedarf, sprich unsere Anforderungen nachdenken, formulieren wir damit auch ein Rätsel. Wir nennen es nur anders. Es ist dann eine Aufgabe.

Zum Beispiel habe ich mir vor einigen Jahren einen Rechner in der Größe und dem Gewicht eines Moleskin-Notizbuchs gewünscht, in den ich direkt mit einem elektronischen Stift schreiben kann. Vorzugsweise sollte auf dem Rechner Microsoft OneNote laufen und er sollte eine kleine Ewigkeit ohne Strom auskommen. Das Nächstbeste war damals ein HP Convertible Notebook mit einem elektronischen Stift von Wacom. Leider war der Akku nach 2,5 Stunden platt. Das Ungeheuer wog etwas über 2 Kilogramm und war genauso transportabel, wie alle anderen Laptops von 2006. Mal schnell was notieren? – Undenkbar! Vom Lüftergeräusch konnte man einen Gehörsturz bekommen und auf der Rückseite hätte ich an manchen Tagen Spiegeleier braten können. Es war eine unlösbare Aufgabe – damals.

Aber die Technik entwickelt sich weiter. Vor drei Jahren kaufte ich mir ein Windows-Tablet, das mit seinem 12 Zoll Bildschirm immer noch verhältnismäßig wuchtig war, aber nur noch 980 Gramm wog und an die 4 Stunden ohne Strom aushielt. Das war besser, aber immer noch nicht gut genug. Dieser Tage bringt Asus ein neues Windows-Tablet im 8-Zoll-Format mit Wacom-Stift und lediglich 350 Gramm auf den Markt. Fazit: Aufgabe gelöst!

Bekommen wir ein Rätsel gestellt, dann erwarten wir, dass es lösbar ist. Bei unseren Entscheidungen ist das anders. Oft erfüllen mehrere Lösungen unsere Anforderungen. Manchmal gibt es nur eine Lösung und hin und wieder suchen wir die eierlegende Wollmilchsau. Letztere vorzugsweise dann, wenn wir andere dafür springen lassen können.

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Jetzt und Gleich haben keine Zukunft

Christopher DornerMenschen wie Christopher Dorner handeln aus Hilflosigkeit. Sie wollen Gerechtigkeit und schaffen doch nur Schmerz. Ihr Problem: Sie denken nicht über ihre Situation hinaus und erliegen dem Tunnelblick. Dabei haben sie ganz andere Möglichkeiten, wenn sie langfristig denken und entscheiden.

Als Christopher Dorner seinen Ein-Mann-Krieg mit Los Angeles und seiner Polizei begann, war die Welt schockiert. Ein ehemaliger Polizist und Navy Seal richtet seine ehemaligen Kollegen und bedrohte viele weitere mit dem Tod. Ein paar Tage später ist der Spuk vorbei. Dorner ist tot, in einer Ferienhütte verbrannt, als Polizeikräfte ihn aus dem Verkehr ziehen wollen. Die spätere Autopsie ergibt, dass er sich selbst erschossen hat.

Am 1. Februar 2013 erhält der TV-Sender CNN ein Manifest. In dem droht der Ex-Polizist und Ex Navy Seal  Christopher Dorner dem LAPD und seinen ehemaligen Kollegen mit einer unkonventionellen und asymmetrischen Kriegsführung.

Am 3. Februar 2013 wird Monica Quan zusammen mit ihrem Lebensgefährten in der Stadt Irvine getötet. Monica Quan ist die Tochter des ehemaligen LAPD Captains Randal Quan. Nach dem Anschlag stellt das LAPD rund 50 Beamte und ihre Familien unter Personenschutz.

Am 7. Februar 2013 kommt es zu einer Schießerei mit der Polizei in Los Angeles, bei der ein Beamter ums Leben kommt.

Von diesem Zeitpunkt an ist Dorner auf der Flucht. Tagelang berichten die Medien über den Fall. Das LAPD setzt schließlich eine Belohnung von 1 Million Dollar aus, um den Ex-Polizisten zu erwischen.

Am 12. Februar 2013 ist es schließlich so weit. Dorner wird in einer Waldhütte gestellt und erschießt sich während eines Feuergefechts mit Spezialeinheiten der Polizei.

In Los Angeles spricht man gerne davon, dass Dorner verrückt geworden ist. Doch auch ein Verrückter braucht einen Grund, um zu handeln. Allerdings mag dieser Grund für uns nicht immer nachvollziehbar sein.

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Wachtmeister Faust im Angesicht der Zeugin

Es gibt Momente, die möchten wir einfach zurückdrehen, bevor sie passiert sind. Denn ohne große Ankündigung steht plötzlich und unerwartet unser Schicksal auf dem Spiel.

So geht es jetzt vielleicht einem Polizisten in München. Heute früh zeigt die BILD das Foto einer jungen Frau mit gebrochener Nase und blauem Auge. Das Ergebnis eines Nachmittags im Polizeigewahrsam. So jedenfalls verkauft das Boulevard-Blatt die Nachricht.

Was war passiert? Die Junge Frau ruft bei einem Streit mit ihrem Freund die Polizei. Die Beamten nehmen beide mit aufs Revier. Dort gerät die 22-Jährige (nennen wir sie Viktoria) auch mit den Beamten aneinander. Der Streit eskaliert so weit, dass die Polizisten sie in eine Zelle verfrachten und auf einer Bank fixieren wollen. Dabei spuckt sie die Beamten an und tritt um sich.

Was dann passiert ist noch strittig. Das Ergebnis allerdings nicht. Einer der Polizisten (nennen wir ihn Wachtmeister Faust) schlägt Viktoria mit der Faust ins Gesicht. Als Leser bin ich erst einmal schockiert!

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