image Mahatma Gandhi ist für viele von uns ein Vorbild. Denn er hat die Weltmacht Großbritannien allein durch passiven Widerstand in die Knie gezwungen.

Nur wenige wissen, dass Gandhi lange Jahre unter extremer Schüchternheit litt. So bekam er als junger Anwalt vor Gericht kein Wort über die Lippen.

Gandhis Familie hatte sich verschuldet, damit er in England Rechtswissenschaften studieren konnte. Seine Schüchternheit machte es ihm unmöglich, die Kredite zurückzuzahlen oder gar seine Familie zu unterstützen.

Seinen Lebensunterhalt verdiente er mehr schlecht als recht durch Hilfsarbeiten für andere Anwälte.

Etwas fehlt

Geht es nicht vielen uns genauso? Bringen wir nicht auch oft unsere Talente nicht richtig zum Vorschein, weil wir uns selbst in Ketten gelegt haben? Oft fehlt uns der Mut, auf den Vorstandsvorsitzenden unseres Unternehmens zuzugehen und ihm unsere Idee zu unterbreiten oder wir bleiben bei der Kundenpräsentation weit unter unseren Möglichkeiten, weil wir so nervös sind.

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Rhodes Südafrika ist ein riesiges Land. Wie in Amerika ist Schusters Rappen hier völlig unbrauchbar. Wer es sich nur irgendwie leisten kann, fährt daher mit dem Auto. Die Benzinpreise sind fabelhaft niedrig. Vor einer Woche habe ich für den Liter Normalbenzin nur rund 70 Eurocent bezahlt.

Apropos Bezahlen. Am Kap gibt es den guten alten Tankwart noch, der ihnen den Tank auffüllt. Für diesen Zweck sollte man Bargeld bereit haben. An einigen Stationen wird zwar auch Ihre Kreditkarte akzeptiert, es könnte aber riskant sein.

Negatives habe ich bisher allerdings noch nicht darüber gehört. Das mag auch daran liegen, dass in meinem Familien- und Bekanntenkreis alle mit Cash bezahlen. 🙂

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Tafelberg

Die Südafrikaner, die ich seit meiner Hochzeit vor 12 Jahren kennen gelernt habe, sprühten vor Lebensfreude. Das mag allerdings auch daran liegen, dass ich vor allen Dingen mit Capetonians zu tun hatte. Also den Bewohnern Kapstadts.

Essen ist für den durchschnittlichen Südafrikaner eine Lebenseinstellung. Daher geht man dort auch liebend gerne Essen. Die Mischung ist eklektisch. Vom indischen Curry über Französische Küche und holländische Hausmannskost bis zu englischen Fish and Chips ist alles vertreten.

Für den ganz Konservativen gibt es natürlich auch deutsche und italienische Restaurants. Für den Experimentellen sogar Sushi.

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Cape Point Dem einen oder anderen Leser mag es aufgefallen sein. Der Entscheiderblog war für einige Wochen verwaist. Ich war in Südafrika, dem Ausrichter der kommenden Fußball-Weltmeisterschaft.

Wohnungsputz

Dort ist man gerade sehr damit beschäftigt, alles für den Besucher-Ansturm einzurichten. Es ist ein bisschen so, als kommt die Tante für ein paar Tage zu Besuch. Da wird all das angegangen, über das man bisher großzügig hinweg geschaut hat. Doch vor der Tante wollen wir gut dastehen. Daher haben wir unmittelbar vor dem Besuch so viel Stress wie seit Jahren nicht. Wir Deutschen kennen das noch von 2005.

Irgendwie ist es beruhigend, dass wir auf nationaler Ebene nicht anders handeln als Ließchen Müller in ihrem Häuschen.

Wohlstand wie in Europa

Südafrika ist allerdings ein besonderer Fall. Viele glauben ja, ins tiefste Afrika zu fahren. Für den Krüger-Nationalpark mag das zutreffen. Schauen wir uns Städte wie Kapstadt an, werden wir allerdings eines Besseren belehrt. Wie anderswo auch, fahren die Leute morgens ins Büro und abends wieder nach Hause. Die Shopping-Malls sind dann proppenvoll, weil jeder noch seine letzten Einkäufe erledigen will. Die Cafés sind gut besucht, bevor sich die zahlreichen Familienrestaurants mit Gästen füllen. Szenen also, wie wir sie in jeder europäischen Großstadt erwarten. Vielleicht mit dem Unterschied, dass wir uns hierzulande freuen würden, solche prächtigen Malls zu haben. 😮

Armut wie in Afrika

Doch es gibt natürlich auch die andere Seite des Lebens. Die 1994 abgeschaffte Apartheid-Politik hinterlässt eine breite Straße der Verlierer. Menschen, die niemals Lesen und Schreiben gelernt haben, geschweige denn einen Abschluss haben.

Das Land kennt keine unabhängigen sozialen Sicherungssysteme. Das heißt, wer niemals sozialversicherungspflichtig gearbeitet hat, bekommt auch keine Sozialhilfe. Daher gibt es riesige Wellblechhütten-Siedlungen, in denen die Verlierer des Systems massiert auftreten.

Sie schlagen sich mit Gelegenheitsjobs durchs Leben, wie z.B. packen sie Tüten packen Supermärkten oder bewachen die Autos der Mall-Besucher gegen ein Trinkgeld auf dem öffentlichen Parkplatz.

Der gelegentliche Tourist wird sich vielleicht denken, dass die Tage dieser Armut gezählt sind, denn diese Jugendgeneration hat ja alle Bildungschancen, die den Menschen bis 1994 durch die Schulstreiks abgingen.

Armut bleibt Armut

Leider zeigt sich hier aber auch das Beharrungsvermögen von Armut. Oft teilen sich drei bis vier Generationen ein kleines Haus (oder eine Wellblechhütte). Die Eltern haben kaum ein Interesse, geschweige den Nerv, ihre Kinder beim Lernen zu unterstützen. Gewalt ist an der Tagesordnung.

So ist es kaum verwunderlich, dass 80% der Jugendlichen niemals einen Schulabschluss machen werden. Kaum vorstellbar, dass sie mit ihren Kindern anders umgehen werden. Vor allen Dingen, weil viele bereits mit 15 Jahren Mutter oder Vater werden.

Der schnelle Weg ist meistens nicht die Lösung

Verständlicherweise suchte der regierende ANC (African National Congress) 1994 einen schnellen Weg, die Verhältnisse zu ändern. Die Antwort darauf hieß damals und heute “Affirmative Action”. Ein umfangreiches Regelwerk, das über Quoten die bisher unterprivilegierten Nichtweißen an die Schaltstellen der Macht in Wirtschaft und Gesellschaft bringen sollte.

In gewisser Weise hat es funktioniert. Denn alle Schwarzen, die halbwegs über Bildung verfügen, kamen in verantwortliche Positionen. Allerdings hat das Land heute mit Korruption und Vetternwirtschaft in nie gekanntem Ausmaß zu kämpfen.

Benevolenz – Wider die Menschliche Natur

Eigentlich wollten die Väter dieser neuen Republik es besser machen als die Weißen in all den Jahren zuvor. Sie wollten dem Staat und seinen Menschen dienen. Doch die menschliche Natur scheint das nicht zu unterstützen. Viele, die an die Macht aufgrund von Affirmative Action kamen, wollen offensichtliche auf die Schnelle etwas nachholen und ihr Schäfchen ins Trockene bringen. Sie schaden damit ihrem eigenen Volk.

Apartheid gibt es auch heute

Im Südafrika von 2009 gibt es auch heute noch Apartheid. Aber diese Apartheid begründet sich weniger auf Rasse als auf Bildung und Geld. Wer Letzteres hat, scheint nicht viel dabei zu empfinden, jene ohne diese Attribute unserer Zivilisation massiv zu diskriminieren und auszunutzen. Der einzig wahrnehmbare Unterschied scheint in den Dixie-Klos zu bestehen, die seither in den Elendsvierteln aufgestellt wurden. 😮

Vielleicht besteht ja gar kein großes Interesse, die Elendssiedlungen verschwinden zu lassen? Solange es sie gibt, verdeutlichte mir ein Südafrikaner, fließen die Gelder aus der EU und anderen Ländern. Ob diese Gelder tatsächlich bei den Bedürftigen ankommen?

Entscheiden Sie selbst.

In dieser Woche lesen Sie im Entscheiderblog eine Serie über Südafrika. Der Autor ist mit einer Südafrikanerin verheiratet und taucht immer mal wieder in das dortige Familienleben ein. Er ist damit kein Experte. Seine Beobachtungen geben nicht das Gesamtbild wieder.