Das Schloss gibt es nicht ohne Selbstbild

image »Eines Tages habe ich ein Schloss auf dem Hügel, meinen eigenen Tennisplatz und eine große Jacht im Mittelmeer!«

»Sehr schön. Wie werden Sie sich ver­ändern? Wie sehen Sie sich in dieser Zu­kunft? Was haben Sie an sich verändert?«

»Ich mich verändern? Nein, natürlich werde ich mich nicht ändern. Das wäre ja schlimm. Ich bleibe, so wie ich bin. Ich brauche nur einen Tritt in den Hintern.«

Die schnöde Wirklichkeit

Die Vision mit dem Schloss auf dem Hügel hat Mark Stein* (Name geändert) schon viele Jahre. Persönlich hat er gerade eine Eidesstatt­liche Versicherung abgeben müssen und seinetwegen macht der Ge­richts­vollzieher eine burnout-Therapie. 😮 Bei ihm ist nichts mehr zu holen.

Fehlzündung eines Spitzentalents

Stein mangelt es nicht an Fähigkeiten. Im Gegenteil: Er ist hoch­be­gabt und in seinem Feld gibt es wenige, die auch nur ein ähnliches Potential haben. Aber neben dem Licht gibt es auch viel Schatten.

Seine Kunden haben lernen müssen, dass Stein gerne einmal Termine versäumt und manche zugesagte Leistungen nicht liefert. Die ge­richt­lich durchgesetzten Schadensersatzforderungen gegen ihn kann er nicht bedienen.

Auch die Kundenakquise ließ er gerne schleifen.

Ganz unten und doch so erfolgreich

Mit anderen Worten, seine eigene Vision hat ihn nie ausreichend mo­ti­vie­ren können.

Es nagte an ihm, dass er seine eigenen Vorsätze nicht umsetzen konnte. Jedes Jahr musste er sich aufs neue eingestehen, dass man sich nicht auf ihn verlassen kann und dass er viel zu leicht von seiner Arbeit ablenkbar ist.

Jedes Jahr hat sich sein Selbstbild daher immer weiter ver­schlech­tert. »Ich bin ein totaler Versager« steht auf einem Zettel an einer Wand in seinem Büro.

Zum Glück muss er dieses finale Selbstporträt nicht weiter täglich sehen. Er muss sein Büro bis Ende des Monats geräumt haben. Seine Familie hat ihn verlassen, es gibt niemandem, der ihm noch Geld ge­ben würde.

Mark hat noch nicht realisiert, wie erfolgreich er dabei war, seine ei­ge­ne Vision in die Tat umzusetzen.

Was sollte daran erfolgreich sein?

Das Schloss auf dem Hügel konnte nicht seine Vision sein. Denn das sind nur schöne Lebensumstände, die sich jeder von uns wünschen mag. Doch die Lebensumstände orientieren sich immer an dem, wer wir sind und was wir können.

Jedes Jahr hat Stein sein Selbstbild nach unten korrigiert. Er hat sich innnerlich selbst verflucht und beschimpft, weil er sich nicht dazu bringen konnte, das Richtige zu tun.

Seine Lebensumstände sind genau diesem Bild gefolgt. Oder sollten wir sagen »erfolgt«?

Die DNS des Erfolgs

Der Kern einer funktionierenden Vision besteht in der Person, die sie umgesetzt hat.

Unsere heutigen Lebensumstände reflektieren, wer wir als Person sind und was wir können.

Verbringen wir beispielsweise jeden Abend und jedes Wochenende viel Zeit vor dem Fernseher oder surfen im Internet, anstatt uns privat weiter zu bilden, dann können wir kaum erwarten, dass sich Wesentli­ches an unseren Umständen ändert.

Wir sollten uns nie über unsere Lebensumstände wundern, sondern über unser Selbstbild, das uns dort hingeführt hat.

Auf den Spuren unseres Ideals

Haben wir dagegen ein Idealbild von uns, wie wir unsere Werte le­ben, wie wir unsere eigenen Standards erfüllen und was wir in der Zukunft alles können werden. Dann investieren wir uns vielleicht jeden Tag, ein Stückchen mehr diesem Vorbild zu entsprechen.

Wir werden dann jeden Tag ein kleines Bisschen besser. Wir haben jeden Tag Erfolg. Erfolg übrigens, der nicht davon abhängt, ob “ein Deal” funktioniert oder ein Kunde einen Auftrag gibt. Ob wir uns als Persönlichkeit weiter entwickeln, liegt ganz allein in unserer Hand.

Unsere Lebensumstände werden dem folgen. So sicher, wie sie Mark Steins schlechtem Selbstbild in die andere Richtung gefolgt sind.

Wir bekommen immer was wir verdienen

Am Ende mag es nicht das Schloss auf dem Hügel sein. Aber vielleicht brauchen wir das dann auch nicht, um ein gesundes Selbstwertgefühl zu haben und ein sinnerfülltes glückliches Leben zu führen.