Das wertvollste Werkzeug

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“Was ist das beste Entscheider-Werkzeug?” Die Frage des An­rufers erwischte mich kalt. Aller­dings war die Antwort eigentlich klar.

Ich hätte natürlich gerne meinen Entscheidungskompass genannt oder die Osborn Me­thode oder meinen Plan zur Sicherung der Unterstützung. Al­lerdings ist das beste Werkzeug viel einfacher und auch grundlegen­der.

Viele Entscheider sind Opfer

Denn die weitaus meisten Entscheider sehen sich eine Situation an, informieren sich kurz über Alternativen und entscheiden dann. Sie sind also Opfer der Situation.

So würde sich natürlich kein Entscheider selbst bezeichnen. Denn schließlich sind sie ja so wichtig, dass sie eine Entscheidung treffen müssen.

Aber wie würden Sie jemanden nennen, der mehr oder weniger unerwartet vor einer Situation steht, die er nicht selbst gestaltet hat. Vielleicht darf er sich zwischen drei verschiedenen Alternativen entscheiden, vielleicht stellt sich ihm nur die Frage, ob er in ein Geschäft einsteigt oder nicht. Seine Wahl verdient dann das Attribut “Pseudo”. Denn keine der Alternativen hat er selbst geschaffen.

Wer so wenig Kontrolle über sein Handeln hat, kann mit Fug und Recht als “Opfer der Umstände” bezeichnet werden.

Das Werkzeug der Mächtigen

Das beste Werkzeug, das ich einem Entscheider daher empfehle, ist Stift und Papier. Denn schriftliches Denken führt zu überlegtem Handeln und das schafft in der Regel Gestaltungsspielräume.

Oft fehlt es an den einfachen Dingen

Oft sind es nicht die komplexen Dinge, die uns zu unserem Erfolg fehlen, sondern die ganz einfachen. Die Enttäuschung ist dann nicht weit. Denn natürlich erwarten viele einen Tipp, von dem sie bisher noch nie etwas gehört haben. Das fehlende Teil in ihrem Puzzle des Lebens.

Doch wer noch nicht einmal angefangen hat, die Teile ineinanderzustecken, würde noch nicht einmal wissen, ob etwas fehlt oder nicht.

Dankbarkeit

Mein Anrufer quittierte meinen Rat übrigens dankbar mit “auf den Arm kann ich mich selber nehmen”, was er offensichtlich auch tat. 🙂

2 Kommentare
  1. Christoph
    Christoph says:

    “Der Profi denkt schriftlich!” – ich glaube so oder so ähnlich hat das mal Brian Tracy gesagt.
    Egal, jedenfalls unterstütze ich das voll und ganz und finde diesen Artikel einfach nur 😉

  2. Kai-Jürgen Lietz
    Kai-Jürgen Lietz says:

    … einfach nur 😉 ?
    Interessante Ambivalenz! 😉

    Aber es stimmt! Es sind immer wieder die einfachen Grundlagen. In meinen Seminaren komme ich ja immer wieder auf Entscheidungsklarheit, Attraktive Alternativen und größtmögliche Unterstützung als die Schlüsselelemente erfolgreicher Entscheidungen zu sprechen. Nicht selten kommt dann der Kommentar: »Selbstverständlich und können Sie mir auch etwas Neues erzählen?« Überprüfen wir dann gemeinsam ein paar seiner Entscheidungen stellen wir meistens fest, dass genau diese Selbstverständlichkeiten unberücksichtigt blieben.

    Ich erzähle dann mal was Neues 😛

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