Das Wichtigste beim Entscheiden

© Julianna Tilton - Fotolia.comWas ist das Wichtigste beim Entscheiden?

Nachdem ich inzwischen einige Jahre damit verbringe, Menschen bei Ihren besten Entscheidungen zu unterstützen gibt es für mich darauf nur eine Antwort: Wenn ich durch meine Entscheidung das bekomme, was ich wirklich will.

Warum das für viele nicht der Fall ist, zeigt sich daran:

  1. Einige wissen nicht was sie wollen
  2. Einige sehen bereits an den Alternativen, dass sie nicht das bekommen können, was sie wollen
  3. Einige entscheiden sich für eine Alternative und wundern sich, dass sie nicht das bekommen, was sie wollen und durch die Entscheidung erwartet haben.

Alle drei Resultate sind für den Entscheider meistens sehr frustrierend.

Interessanterweise liegt der Schlüssel für alle drei in der Fähigkeit, Entscheidungsklarheit (was will der Entscheider wirklich?) zu gewinnen. Für Punkt eins liegt das auf der Hand.

Bei Punkt zwei ist es vielleicht nicht ganz so offensichtlich. Genau zu wissen, was wir wollen, setzt bei uns eine enorme Motivation frei. Ausgestattet mit dieser Motivation suchen wir so lange und intensiv nach neuen attraktiven Lösungen, bis wir zumindest potentiell das bekommen, was wir wollen.

Wie ist das mit Punkt drei? Dahinter steckt oft die Ursache, nicht weit genug zu sehen, andere Beteiligte oder Betroffene vor der Entscheidung nicht zu berücksichtigen und vielleicht schon Erreichtes nicht als wichtig einzuschätzen.

So kommt es dann, dass wir vielleicht für den Moment eine gute Lösung haben, aber bald erkennen müssen, dass sie nicht weit trägt.

Nicht weitsichtig 

Mein Vater beispielsweise war vor einigen Jahren der Spezialist für die Reduzierung betrieblicher Fehlzeiten. Damals gab es in Deutschland Betriebe mit 16% und mehr Krankenstand. Mit der Gesetzesnovelle zur Lohnfortzahlung und Angst vor Arbeitslosigkeit verringerte sich das auf 3% und weniger. Der Markt war damit tot. Mein Vater musste neue Märkte für sich erschließen. Logischerweise hätte er seinen Expertenstatus gerne bis in den Ruhestand getragen. 🙂

Große Widerstände 

Wer kennt das nicht? Da hat man eine wichtige Entscheidung getroffen und am Ende sind alle Mitarbeiter dagegen. Bestes Beispiel: die Service-Gesellschaft der Deutschen Telekom. Kaum zu fassen, keiner der Mitarbeiter im Service wollte massive Lohnkürzungen bei gleichzeitiger Verlängerung der Arbeitszeit akzeptieren. 😛 Auch hier wurde die Entscheidung so getroffen, dass selbst Ausstenstehende nur den Kopf geschüttelt haben.

Mit dem Hintern eingerissen, was man gerade aufbaut 

Nur ein Glück, dass die Telekom-Mitarbeiter von Ihrer Führung nichts anderes gewohnt sind. Denn ansonsten hätte diese ihr Image mit dieser Vorgehensweise auf Dauer verspielen können. 🙂

Mit anderen Worten: Wer sehr genau weiß,

  1. … was er genau will,
  2. … welche schon erreichten Dinge er erhalten will,
  3. … was er nicht will,

hat die besten Chancen, ein glücklicher Entscheider zu sein. 🙂

2 Kommentare
  1. Karrierebibel
    Karrierebibel says:

    ich finde, sie vergessen einen wichtigen punkt: das handeln. zu wissen, welche entscheidung richtig ist, wohin sie führt und was man selber will, heißt noch lange nicht, dass sie auch getroffen wird. entscheider zu sein, heißt vor allem zu entscheiden, also zu handeln.

  2. Kai-Jürgen Lietz
    Kai-Jürgen Lietz says:

    @Karrierebibel
    Sie haben Recht! Vielleicht bin ich in diesem einen Beitrag nicht explizit genug darauf eingegangen, allerdings finden Sie hier Beiträge, die sich genau damit beschäftigen.
    Wenn Sie in Ihrem eigenen Blog einen Fokus auf eine Themenstellung legen und diese genauer beleuchten, werden Sie nicht jedesmal ein ganzes Buch zum Umfeld des Themas verfassen. Eine Sache näher zu beleuchten, heißt Selbstverständliches wegzulassen und anderes zu Vergrößern.
    Damit werde ich vielleicht nicht jedem gerecht. Aber würde ich es, wenn ich bei jedem Beitrag dasselbe schreibe, nur um nichts auszulassen? 🙂

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