Der Mut zur Lücke

image Als Coach muss man die 150%-tigen Menschen einfach lieben. Sie wollen alles perfekt machen und sind sich dabei auch für nichts zu schade.

Allerdings kommen wir irgend­wann an den Punkt, wo dieser Vorteil sich in einen Nachteil verwandelt. Zum Beispiel bei der Entwicklung einer Vision.

Vielfalt

Die Welt ist so vielfältig, dass wir nicht für alle Aspekte unseres Lebens unsere Vision auf dem Reißbrett entwickeln können. Es wird Bereiche geben, an die wir zunächst nicht gedacht haben.

Das Leben als Qualitätskontrolle

Irgendwann holt uns das ein und wir merken, dass unsere Vision in einem Bereich noch nicht entwickelt ist. Zum Beispiel hat ein Mitarbeiter das Vertrauen des Unternehmers Harald Fritzen* missbraucht und die Pläne für ein neues Produkt an einen Konkurrenten verkauft, bevor Patente angemeldet werden konnten.

“Mein Leben kommt mir gerade vor, wie in einem dieser billigen Thriller. Gleichzeitig merke ich, dass ich für dieses Szenario kein Zukunftsbild habe. Stattdessen möchte ich, dass es nie passiert wäre”. So der erfolgreiche Unternehmer.

Perfekt ist nur das Unperfekte an uns

Wir müssen einfach einsehen, dass es keine perfekte Vision geben kann. Wer hier 150%-tig darauf besteht, alles vorab zu gestalten, kommt nie in die Umsetzung.

Haben wir Mut zur Lücke! Unser Leben wird uns zeigen, wo wir nachbessern sollten. Allerdings ist es bedeutend einfacher, eine bestehende Lücke in einem Gesamtbild zu füllen als auf der grünen Wiese neu zu beginnen.

Es ist völlig normal, dass wir Lücken haben werden. Anstatt sich darüber zu ärgern oder Selbstvorwürfe zu machen, nehmen wir es als Anregung, unser Zukunftsbild zu vervollständigen.

Perpetuum Mobile Vision

Denn die Arbeit an unserer Vision hört ohnehin nie auf. Ich empfehle jedem Entscheider, ein klares Bild davon zu haben, wo er in zehn Jahren stehen will. Das heißt allerdings auch, dass er spätestens ein Jahr später seine Vision weiter denken muss, denn sonst hätte er nur eine Vorstellung davon, wo er in neun Jahren stehen will.

Ohnehin sollten wir uns täglich mit unserer Vision beschäftigen. Schließlich müssen wir wissen, was wir im einzelnen tun wollen, um sie umzusetzen.

Bitte keine Schubladenschafmaus

Es gibt immer wieder Pappenheimer, die eine Vision ausarbeiten und das Ganze danach als Bild an der Wand oder als Schubladen­schlafmaus vor sich hin schlummern lassen. Da hätte man Besseres mit seiner Zeit anfangen können.

Jede Vision, die täglich gelebt wird ist besser als eine perfekte Vision, die niemals zum Einsatz kommt.

Wie sieht es mit Ihnen aus? Haben Sie Ihre Vision täglich vor Augen?

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  1. […] Vorgestern schrieb Kai-Jürgen Lietz mir aus dem Herzen: Die Arbeit an unserer Vision hört … nie auf. Ich empfehle jedem Entscheider, ein klares Bild davon zu haben, wo er in zehn Jahren stehen will. Das heißt allerdings auch, dass er spätestens ein Jahr später seine Vision weiter denken muss, denn sonst hätte er nur eine Vorstellung davon, wo er in neun Jahren stehen will. […]

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