Der Schatz in uns selbst

image Als Unternehmer sollten wir es uns ab­schmin­ken, dass alle uns mö­gen müs­sen.

Da gibt es einzelne Kunden, die nie zu­frie­den sind, Konkurrenten, die uns aus taktischen Gründen schlecht machen und Kritiker, die um der Kritik Willen schlecht über uns reden. Selbst Mitarbeiter sehen haben eine Faible für die Fehler ihrer Chefs.

Ungleichgewicht

Wenn wir etwas gut machen, wird das in der Regel seltener gewür­digt, als wenn wir kleine Fehler machen. Wobei die Fehler ja nicht selten nur im Auge des Betrachters existieren.

Mit anderen Worten: Verlassen wir uns auf externe Impulse, be­kom­men wir im Regelfall kein gutes Bild von uns.

Keine Harmonie

Für harmoniesüchtige Menschen ist das also nichts. Sie wollen es vielleicht allen recht machen und müssen über kurz oder lang ver­sa­gen.

Allerdings wollen wir natürlich auch Feedback aufnehmen und daran wachsen.

Den Schatz in uns sehen und schätzen

Meine persönliche Meinung dazu: Wir müssen zunächst uns selbst zu schätzen wissen, bevor wir andern Menschen unser Ohr leihen. Wir haben nur uns selbst. Oder kennen Sie einen Laden, in dem wir mal eben eine neues Selbst kaufen könnten? 😉

Natürlich sind wir nicht fehlerlos. Das macht uns sogar sympathisch. Jeder von uns hat allerdings auch viele gute Seiten. Nur zu selten, wissen wir sie aber auch zu schätzen. das liegt vielleicht auch an unserer Erziehung. Wie heißt es so schön in Schwaben: »Wenn ich nix sag, dann ist das ein Lob!«

Wir sollten unsere guten Seiten nicht einfach als gegeben hin neh­men, sondern uns jeden Tag darüber freuen.

Schatzsuche

Ein guter Freund von mir schreibt sich jeden Tag seine gute Seite des Tages auf, druckt sie aus und heftet sie an die Wand. Daneben hängt eine lange Liste mit allen ihm bereits bekannten guten Seiten an sich selbst.

Im Laufe der Zeit ist sie sehr lang geworden. Denn er entdeckt immer wieder neue gute Seiten an sich.

Bevor er seinen Tag beginnt, genießt er erst einmal, wie gut er wirklich ist. Das schafft ein mächtiges Gegengewicht gegen alle negativen äußeren Einflüsse.

Das Gegengewicht

Hat ihn dann doch einmal ein Gespräch aus dem Gleichgewicht geworfen, muss er nur in Richtung seiner guten Seite des Tages schauen und rückt das Geschehen sofort wieder in Perspektive.

Denn es hilft uns nichts, wenn wir in einem schlechten Zustand sind und uns mit Kritik an uns beschäftigen. Jeder Moment hat seine ei­ge­ne Wahrheit und Selbstvorwürfe schaffen eine zerstörerische Realität, die uns zu Entscheidungen bringt und Taten motiviert, die unsere Si­tu­ati­on nicht besser machen.

Unser bestes Selbst

Gerade in kritischen Zeiten brauchen wir unser bestes Selbst und keinen selbstmitleidigen Hund mit eingeklemmten Schwanz.

Aber vielleicht irre ich mich ja auch? Vielleicht ist das genau der Ge­müts­zu­stand, in dem wir große Dinge tun? Wie sehen Sie das?