Die Geschichte Deines Lebens

image Die meisten von uns sehen gerne Filme, lesen spannende Bücher und auch dem Theater sind wir nicht abgeneigt.

Vielleicht wird der eine oder andere sich dabei schon gesagt haben: »Ich hätte auch gerne ein spannendes Leben« oder »so etwas würde ich auch gerne erleben.«

Doch wenn wir tatsächlich Mittelpunkt einer unglücklichen Liebe oder gar einer Tragödie sind, wissen wir es nicht mehr zu schätzen. Denn natürlich soll unsere Geschichte ausschließlich positiv sein.

Eine Geschichte

Aber wie unterhaltend ist die folgende Geschichte? Unser Held X tritt ins Arbeitsleben ein, ist fleißig, intelligent und fehlerlos. Daher arbei­tet er sich jedes Jahr Stück für Stück die Karriereleiter hoch. Zuhause gibt es den perfekten Partner und das perfekte Familienleben.

Geht es Ihnen wie mir? Diesen Film muss ich unbedingt sehen! 😮 Zumindest, wenn ich mal nachts nicht einschlafen kann. Diese Ge­schichte taugt allenfalls, um unseren Helden einzuführen.

Mit Helden und Kontrast

Jeder Regisseur, der etwas auf sich hält, würde diese Idylle so schnell wie möglich und so gründlich wie möglich zerstören. Denn gute Ge­schichten leben vom Kontrast.

Gerade wenn der Held oft scheitert und dabei das jeweils anvisierte Ziel um Haaresbreite verpasst, ist er für den Zuschauer interessant. Gerade wenn es nicht absehbar ist, dass er eines Tages das ganze Unternehmen retten wird, lieben wir ihn. Sein Erfolg ist ein Triumph und er hat ihn mehr verdient als derjenige, der langweilig von Kar­rieresprosse zu Karrieresprosse steigt.

Zumindest aus der Sicht des Beobachters, der gerne unterhalten sein möchte ist das so. Allerdings braucht jede Geschichte auch noch andere Charaktere, wenn wir den Kontrast nicht zu schätzen wissen.

Der Held der Geschichte ist nicht der Bedenkenträger

Da gibt es Bedenkenträger, treue Begleiter, Mentoren, Schwellen­wächter, Kanonenfutter, trottelige Könige und Chefs, Verräter und den Gegenspieler.

Was wäre ein Held ohne seine Feinde? Stellen wir uns doch vor, wenn Rockys Gegner alle einen Kopf kleiner gewesen wären als Syl­vester Stallone? Stellen wir uns weiter vor, wir hätten sofort gewusst, Rocky muss sie nur mal kurz anpusten und sie fallen um?

Rocky wäre nicht Rocky!

Der Rocky-Effekt

Meine Frau spricht gerne vom Rocky-Effekt, wenn der Held im Film eine verheerende Niederlage einsteckt und schon am Boden liegt.

Aber dann, für jeden (außer meiner Frau) ganz unerwartet, steht der Held doch wieder auf und diesmal spielt im Hintergrund eine trium­phierende Trompete, während er seinem Gegner den Hintern versohlt. 🙂

Helden sind große Helden, weil ihre Gegner mächtig, skrupellos und böse sind. Ohne übermächtige Gegner gibt es nur Sunnyboys und
-girls, die den Beobachter um seine wachen Momente bringen. 😮

Wähle Deine Rolle

Manche von uns haben eine eigene Geschichte andere wählen eine Rolle in der Geschichte eines anderen. Natürlich werden auch die netten Begleiter, die Verräter und Bedenkenträger gebraucht.

Aber mal ehrlich. Kann uns das genug sein? Vielleicht wissen wir es beim nächsten Mal zu schätzen, wenn unser Leben anfängt, eine spannende Geschichte zu erzählen? Vielleich stören wir uns nicht mehr daran, dass die Gegner zahlreich und übermächtig sind und uns das Ganze zu viel wird.

Niemals vergessen!

Das Wichtigste ist, niemals den Rocky-Effekt zu vergessen. Auch wenn wir einmal am Boden liegen, wir können immer wieder aufste­hen. Dann sorgen wir dafür, dass im Hintergrund die richtige Trompe­te spielt.

Dieses eine Detail macht später den Unterschied, ob wir eine Tragö­die erleben oder eine Heldenreise. Bei letztere reift unser Held im Verlauf der Geschichte, bis er sich die ultimative Belohnung, den Er­folg verdient hat. Das könnte uns bekannt vorkommen. Denn irgend­wo könnte jeder von uns auf einer Heldenreise sein.

Meine Rolle in Ihrer Heldenreise könnte übrigens heute die des Men­tors sein. Aber was weiß ich schon über Ihre Geschichte? 😎