Die Kritik am Entscheider

ritterWir leben in einer kritischen Gesellschaft. Jeder fühlt sich berufen, über den anderen zu urteilen. Wir Entscheider handeln und schaffen Ergebnisse, aber auch Betroffenheit. Wir stehen daher häufig im Feuer der Kritik.

In dem Fall sollten wir wissen, mit wem wir es zu tun haben. Und wie wir damit umgehen wollen.

Es gibt Kritik und es gibt Feedback. Feedback ist wertvoll, Kritik kann es sein.

Die Feedback-Bilanz

Wir geben Feedback, wenn uns an dem anderen etwas liegt. Wir geben dann eine ausgewogene Einschätzung ab. Dinge, die uns gefallen haben und Aspekte an denen wir an Stelle des anderen noch arbeiten würden. Feedback ist wie eine Bilanz.

Wenn wir es schaffen, die positiven Aspekte überwiegen zu lassen, dann gibt es einen “Gewinn”, den der andere “investieren” kann, um noch besser zu werden. Überwiegt das Negative gibt es einen “Verlust” für den anderen und er wird vermutlich “sparen” und beim nächsten Mal wird er eher nachlassen, als besser sein. Wozu sich überhaupt anstrengen?

Anstandslose Gesellen

Kritik ist dagegen wie ein Raubzug. Dem Kritiker liegt nichts an dem anderen, sondern er “stört” ihn und daher haut er ihm dass Ganze um die Ohren und lässt den so kritisierten “blutend” am Strassenrand zurück. Der Kritiker will nicht wirklich etwas verändern, sondern nur Dampf ablassen.

Sich selbst entlarvt

“Ein jeder spricht sich selbst”, heißt es so schön in der Bibel. Daher werden wir mit dem Feebackgeber respektvoll umgehen und genau prüfen, was an seinen Beobachtungen dran ist.

Reine Kritiker sind schwache Menschen. Sollten wir ein Faible dafür haben, sie zu retten, dann können wir das gerne tun. Umgekehrt wird es der Welt aber auch nicht schaden, wenn wir sie bei Bedarf einfach ignorieren. 🙂

Was machen wir mit dem Inhalt von Feedback und Kritik?

Bei beidem handelt es sich in erster Linie um eine Meinung. Sie sagt meistens mehr über ihren Eigentümer aus als über uns. Allerdings steckt natürlich auch immer ein Kern von Wahrheit darin. Entweder diese Wahrheit ist hilfreich oder sie ist es nicht.

Wir sollten für uns testen: Wissen wir genau, was wir jetzt tun müssen, um besser zu werden oder verunsichert uns das Ganze? Im letzten Fall ist es für uns nicht hilfreich und wir sollten uns davor schützen. Denn als Entscheider wollen wir unser selbst sicher sein.

Wenn wir dagegen sehr genau wissen, was wir wie bei nächster Gelegenheit besser machen können, dann bringt uns das Ganze voran.

Daher hat Feedback in dieser Disziplin auch immer die Nase vorn. Kritik dagegen mit ihrem potentiell zerstörerischen Ansatz fällt häufiger durchs Rost.

Das Positive an Kritik

Kritik geht manchmal ziemlich auf die Nerven. Allerdings transportiert sie ein positives Meta-Feedback: Nur echte Macher bekommen viel Kritik. Wir haben sie uns also verdient. 😛

Dieser Beitrag wird von @Entscheidertipp via Twitter begleitet.

Dieser Betrag wurde bereits am 1. Juli 2009 veröffentlicht. Er ist aus meiner Sicht aber so wichtig, dass ich Ihn noch einmal auf die erste Seite bringen wollte.

2 Kommentare
  1. Ralf Hiltmann
    Ralf Hiltmann says:

    Der Kritiker nimmt, ohne etwas zurückzugeben. Er trennt, indem er (be-, ver-) ur-teilt. Ein Machtspiel, in dem versucht wird, den anderen zu schwächen, um sich selbst in eine bessere Position (i.d.R. über den anderen) zu stellen.

    Doch das, was sich der Kritiker genommen hat, ist nicht von Dauer. Es brennt herunter wie ein Strohfeuer, und er muss schleunigst für “frische” Energie sorgen, indem er weiter kritisiert. Ein Mangel-Spiel mit Suchtcharakter.

    Der Feedback-Geber hingegen gibt. Nachdem er etwas, das für ihn von Wert ist, genommen, geprüft und verdaut hat, gibt er etwas, das von Wert ist, zurück. Er fügt so dem ursprünglichen Wert etwas Wertvolles hinzu und steigert so den Wert insgesamt.

    Eine Co-Kreation, ein Spiel, das aus der Fülle schöpft und sich selbst bereichert, indem der Wert (und Wohlstand) aller Beteiligten gesteigert wird.

    Ein Spiel, das sich durch Verbundenheit und Kooperation auszeichnet – etwas, das heute mehr denn je notwendig (die Not wendend!) ist.

    In diesem Sinne möchte ich Dir, lieber Kai, für die vielen wert-vollen Beiträge in diesem Blog danken, die mir immer wieder auf’s Neue zur Inspiration und oftmals auch als Entscheidungshilfe dienen. Mach weiter so! 🙂

    Schöne Grüße
    Ralf

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