Entscheidende Information oder Informationskloake

üble SuppeJeder von uns hat seine eigene Vorstellung vom Leben und dem was wichtig ist. Stellen wir uns vor, wir mögen gerne Erbsensuppe. Eine gute Erbsensuppe kann sensationell gut schmecken! Jemand anderes mag vielleicht Kürbissuppe und ein weiterer Curry-Bananensuppe und Kartoffelsuppe ist auch ganz toll. Was passiert, wenn wir alle diese Suppen zusammenschütten? Schmeckt das Ergebnis vier Mal so gut?

Eine Information ist wie eine gute Suppe.

 

Früher war alles besser

Als Kriege noch als große Feldschlachten mit Reiterei und stehender Infanterie ausgetragen wurden, war eine einzelne Information im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert. Weil beispielweise Nathan Rothschild vor allen anderen wusste, wie die Schlacht bei Waterloo ausgegangen war, konnte er mit der Spekulation auf englische Staatsanleihen ein Vermögen machen.

Genauso schlecht

Unsere Probleme sehen heute ganz anders aus. Das Internet liefert uns jede nur erdenkliche und nicht erdenkliche Information direkt auf den Bildschirm. Dabei machen wir schnell die Erfahrung, dass zu viele Informationen genau den gleichen Effekt haben, wie gar keine Informationen. Wir wissen einfach nicht, auf welcher Grundlage wir entscheiden sollen.

Onkel Google erklärt die Welt

Google entscheidet für uns, welche Informationen relevant sein sollen. Doch wer tiefer gräbt und mehr als nur die ersten beiden Ergebnisseiten ansieht, merkt schnell, dass sich hier wahre Schätze verbergen.

Die Frage ist also: Was ist relevant und wann hören wir auf, danach zu suchen? Ich kenne Menschen, die sich regelrecht von ihren Informationen über ein Thema erdrückt fühlten. Je umfassender sie sich informierten, desto schwieriger wurde die Entscheidung für sie. Wer zu viele Kriterien auf einmal berücksichtigen will, stößt an die Grenzen seiner eigenen Informationsverarbeitung.

Die große Informationssuppe

Dabei sitzen wir einem grundsätzlichen Fehler auf. Im Internet sind mittlerweile Milliarden von Menschen aktiv. Jeder davon hat seine eigene Vorstellung vom Leben und dem was wichtig ist.

Hier kommen wir wieder auf die Suppe zurück. Das Internet stellt die ultimative Informationskloake dar, in die quasi alle Informationssuppen dieser Welt hineinfließen.

Treffen wir auf dieser Grundlage unsere Entscheidungen, müssen wir uns bereits im Vorfeld überwinden und an die Entscheidung heranekeln. Was dann nach Üblem riecht, hat sicher mehr als nur einen bitteren Nachgeschmack.

Wenig ist wichtig

Weniger ist mehr. Tatsächlich ist der Mensch darauf ausgelegt, seine Entscheidungen auf der Grundlage von maximal fünf Kriterien zu treffen. Für viele ist oft sogar nur ein einzelnes Kriterium ausschlaggebend.

Vor kurzem hat mir ein Kollege stolz sein neues Auto vorgestellt. Sein letztes Auto war gerade 8 Monate alt, aber das Neue arbeitet mit seinem Handy zusammen. Das gab für ihn den Ausschlag.

Google kennt unsere Prioritäten (noch) nicht. Daher müssen wir in einem ersten Schritt für uns selbst herausfinden, was in unseren Entscheidungen wichtig ist. Bei einem Thema, das wir in- und auswendig kennen kommen wir meistens mit sehr wenigen Kriterien aus. Das sollte uns zu denken geben.

In ein uns fremdes Thema müssen wir uns anfangs einlesen. Wir kommen dann um die Internetrecherche nicht herum. Aber im zweiten Schritt sollte wir uns nicht fragen, was wichtig ist, sondern was uns wichtig ist.

Klarheit ist Trumpf

Sobald wir unsere Entscheidungskriterien kennen, ist die Informationsrecherche einfach. Denn wir suchen dann Alternativen, die unseren Kriterien nahe kommen. Diese Aufgabe können wir sogar delegieren. Denn weil wir wissen, wonach wir suchen, können wir auch einen klaren Auftrag geben.

Auch ein fremder Koch kann schließlich eine gute Suppe kochen. 🙂