Fortschritt ist mehr als Veränderung

image Was haben wir nicht in den letzten Jahren an Ver­ände­run­gen erlebt? Eine Wirtschafts- und Finanzkrise hat eine ganze Kaste in die böse Ecke gestellt.

Nicht der Klimawandel sondern die Benzinpreisentwicklung mach­te Elektromobilität zum Trend.

Die USA haben nicht nur ihren ersten  Afro-Amerikaner zum Präsidenten, sondern auch einen, der bereits im ersten Amtsjahr zum Friedensnobelpreisträger wurde. 🙂

Ging es in meiner Jugend noch um den Volkszählungsboykott, so teilen heute Millionen junger Erwachsener ihre intimsten Informationen mit einem Millionenpublikum auf Facebook. 😯

Die Veränderung braucht uns nicht

Veränderungen finden ohne unser Zutun statt. Die meisten von uns reagieren darauf, ohne sich viel Gedanken darüber zu machen. Stellen wir hin und wieder Vergleiche mit der eigenen Vergangenheit an, können wir meist kaum glauben, wie viel wir uns selbst verändert haben.

Fortschritt fehlt

Insofern laufen die Standard-Aufforderungen zur Veränderung ins Leere. Denn daran gibt es keinen Mangel. Woran es mangelt ist Fortschritt.

Der Fluss der Veränderung

Es ist als schwimmen wir in einem Fluss. Die Strömung trägt uns automatisch weiter. Unsere Veränderungen spiegeln eine Überlebensstrategie wieder, aber keine Erfolgsstrategie.

Veränderungen machen wir also ohnehin durch. Solange wir aber nur gezwungenermaßen mitmachen, profitieren wir nicht davon.

Vor Kurzem traf ich einen Unternehmensberater, der sich nach langem Zögern bei Xing angemeldet hatte. Sein Urteil: Das bringt nichts!

Ja, weil die Zeit der passiven Networker vorbei ist. Ich bin bei Xing seit März 2004. Zu dieser Zeit hieß es noch OpenBC und es war noch etwas Besonderes und ich habe sehr viel Nutzen daraus gezogen.

Ich halte eine XING-Mitgliedschaft mittlerweile für so obligatorisch wie einen Telefonanschluss (oder Mobilfunkvertrag).

An der Spitze

Wer sich an die Spitze der Veränderung setzt, hat also große Chancen, davon zu profitieren.

Was ist der Unterschied zwischen ihm und dem zögerlichen Veränderer?

Beide werden sich verändern. Letzterer macht es nur unfreiwillig und wird sich vermutlich laufend dabei beklagen, weil er keinen der Vorteile davon hat, die Ersterer davon hatte.

Tipp

Mein geschätzter Blogger-Kollege Roland Kopp-Wichmann hat dazu auch einen sehr inspirierenden Artikel mit Fokus auf die Veränderung von Arbeitsbeziehungen verfasst.

Die Person, die wir sein wollen

Bisher habe ich nur die Veränderung der Umstände angesprochen.

Aber es gibt eine Veränderung, die viel wichtiger ist: Unsere persönliche Veränderung. Denn nichts kann uns weiter bringen als wenn wir uns einige nützliche Angewohnheiten zu- und einige schädliche Angewohnheiten ablegen.

Dr. August Oetker rät …

Nehmen wir nur die weit verbreitete Aufschieberitis. Schon Dr. August Oetker sagte: “Arbeite so, dass es Dir Freude macht! Rede Dir alle Unlust aus und blicke nicht so häufig auf die Uhr. Mache aus deiner Arbeit einen Sport!”

Aufschieberitis gab es wohl auch schon damals. Was jemand ohne sie erreichen kann bewies Dr. Oetker eindrucksvoll.

Eine fortschrittliche Persönlichkeit

Es sind genau jene Veränderungen, die am Ende ausmachen, was wir für ein Leben geführt haben. Doch nur weil wir sagen: “Wir müssen uns ändern” tun wir es natürlich nicht.

Wir müssen ein Bild von der Person entwickeln, die wir werden wollen und anfangen uns in den Bereichen so zu verhalten, wo wir sie bereits heute sein können.

Wenn uns das gelingt, dann können wir tatsächlich von Fortschritt sprechen. Wir müssen uns dann auch nicht mehr zwingen, uns an die Spitze äußerer Veränderungen zu setzen, weil wir dann selbst ihr Ursprung sind.

Eine gute Richtung

Was hat das mit Entscheidungen zu tun? Könnte sich der eine oder andere jetzt fragen.

Entscheidungen geben unserem Handeln eine Richtung. Daher hilft uns das Bild von dem der wir sein werden, schon heute die richtigen Entscheidungen zu treffen, um eines Tages diese Person zu sein.