Gefährliche Brandung der Konsequenzen

image Als Entscheider sind wir der Kapitän des Schiffs unseres Schicksals. Haben wir nicht weit vorausgedacht, steuern wir vielleicht ein gefährliches Riff an. Ragen dann die mordgierigen Felszähne vor uns aus dem Wasser während von hinten die Brandung schiebt. Wird es schnell hektisch.

Ausguck: Riffe voraus, kommen mit 15 Knoten schnell näher!

Kapitän: Mist! Ich Armleuchter! Ich habe den falschen Kurs gesetzt. Steuermann, drehen Sie mal wild am Steuer!

Steuermann: Was soll das denn für ein Kurs sein?

Kapitän: Na gut! Dann eben hart Backbord! Volle Fahrt zurück!

Ausguck: Wir sind jetzt im Riff!

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Ausguck: Wir sind durch die Riffe durch! Wir haben ernsthafte Schäden! An eine Weiterfahrt ist nicht zu denken.

Kapitän: Ich wusste doch, dass es geht! Ich habe nie daran gezweifelt. Setzt das Schiff auf Grund. Wir bleiben erst einmal hier! Das war ja mein Ziel!

Steuermann: Wirklich? Hier? Was gibt’s hier denn?

Kapitän: Nichts! Aber wenn es so schwer war, hier her zu kommen, dann ist das ein Erfolg. Und ich wüsste nicht, wo wir sonst sein sollten. Also ist es hier so gut wie sonst wo.

Zu spät

Manchmal ist es zu spät, noch den Kurs zu ändern. Denn Gestaltungsspielräume sind das Ergebnis unserer vorher getroffen Entscheidungen. Unsere Entscheidungen heute beeinflussen nur unsere Gestaltungsspielräume morgen.

Konsequenzen sind unvermeidlich

Dann heißt es einfach durch. Ein Unternehmer sagte mir einmal, dass er in so einer Situation keine Vision entwickeln könne. Schließlich müsse er alles tun, um das Unabänderliche doch noch zu verhindern.

Verhindern bedeutet etwas nicht zu erleiden, was als Konsequenz für unser Handeln vorgesehen ist. Es bedeutet: Alles außer dem hier. Das ist richtungsloses Handeln. So wie das Kommando des Kapitäns: “Drehen Sie mal wild am Steuer”.

Haben wir uns schon vorher keine große Gedanken über die Richtung unseres Handelns gemacht, ist es um so wichtiger, danach die Alternative zu kennen. Was wollen wir, außer jetzt negative Konsequenzen zu verhindern? Wo wollen wir langfristig stehen?

Etwas nicht zu wollen lässt zwar jede Richtung zu. Aber nur ein Ziel gibt uns eine klare und unzweideutige Richtung.

Wir irren uns daher, wenn wir uns in einer schlimmen Zeit keine langfristigen Ziele setzen wollen. Denn wann bräuchten wir sie mehr als in diesem Moment?