Gier und Verlustangst sind schlechte Ratgeber

image Wenn wir von Internet-Betrü­gereien hören oder mancher Abzocke am Telefon, schütteln wir gerne mit dem Kopf. Denn deren Tricks kommen uns durch­sichtig vor.

Als gute Entscheider fallen wir darauf niemals herein.

Beim Zusammenbruch der Finanzblase in 2008 wurden wir alle eines Besseren belehrt. Die Märchen unserer Kindheit gibt es nicht, aber wir wollen offensichtlich immer noch daran glauben.

Intelligente Entscheider sind leichte Opfer

Der Fall Madoff hat uns eindrucksvoll gezeigt, dass selbst intelligen­te Entscheider auf wilde Renditeversprechen hereinfallen.

Ein befreundeter Investmentbanker drückte es einmal so aus. »Sobald Gier im Spiel ist, verlieren Kompetenz und Intelligenz ihren Wert.«

Menschen, die sonst das richtige Gespür für gute Geschäfte haben und es gewohnt sind, ihre Entscheidungen selbst zu treffen, sind be­son­ders gefährdet. Denn sie lassen sich selten von einer einmal getroffenen Entscheidung abbringen.

Traumrenditen und das Versprechen des leichten Geldes machen of­fensichtlich die Birne weich. 😮

Gut vorbereitet

Denn die Anbieter haben ihre Hausaufgaben gemacht. Sie fahren eine große Anzahl durchaus nachvollziehbarer Gründe auf, warum ihr Ge­schäft funktioniert.

Dazu gehören zum Beispiel Testimonials: »Ich hatte meine Zweifel. Aber dann dachte ich, was soll’s und heute bin ich so froh, dass ich meine Chance genutzt habe

Besagter Investmentbanker sagt dazu: »Nur weil eine Herde an einem vorbeigetrieben wird, muss man sich ihr nicht auf dem Weg zum Schlachthof anschließen

Die Masse ist ein schlechtes Vorbild

Die Tatsache also, dass bereits viele Menschen auf das Angebot he­rein­gefal­len sind, macht es nicht besser.

Dabei wissen wir selbst genau: Große Reichtümer finden wir nie auf dem gleichen Weg, den alle anderen gehen. Sie sind denjenigen vorbehalten, die sich eigene Wege suchen.

Chancen sind keine Besitzstände

Gute Verkäufer sprechen außerdem unsere Verlustangst an. Gerade jetzt haben wir eine einmalige Chance, die nie wieder kommt. Später können wir natürlich immer noch einsteigen, aber dann sind z.B. die Renditen nicht mehr ganz so hoch, weil die Wachstumsraten abneh­men oder Ähnliches.

Warum ist das ein Trick? In der Hirnforschung ist man schon vor Jahren auf ein interessantes Phänomen gestoßen. Wenn uns jemand etwas wegnehmen will, zum Beispiel einen 50 Euro-Schein, sind wir erheb­lich motivierter, ihn zu verteidigen als uns den gleichen Schein woan­ders zu verdienen.

Der Verkäufer gaukelt uns vor, wir hätten bereits etwas in der Hand. Eine einmalige Chance. Aber der Verlust droht. Wollen wir uns das wirklich wieder aus der Hand nehmen lassen? Ab jetzt kämpfen  Gier und Verlustangst gegen unseren Verstand.

Zweifel sind angebracht

»Wenn Sie sich hier und jetzt für den Wagen entscheiden, dann gebe ich Ihnen noch die Winterreifen mit dazu. Mein Angebot gilt für die nächste halbe Stunde.« Hören wir das von einem Gebrauchtwagen-Verkäufer, wissen wir, der Preis hat noch viel Spielraum nach unten.

Schlau gemacht

Kommt das von einem Investmentberater, glauben wir ihm das. Denn gute Chancen sind ja rar gesät. Wer z.B. vor einigen Jahren in Gold investierte, konnte zu einem Preis von 400 US Dollar einsteigen. Heute liegt Gold bei 1.300 US Dollar und mehr. Damit zu argumentieren ist schlau. Denn im Nachhinein sind wir alle schlauer. 🙂

Es ist logisch, dass die Investoren eines jungen Geschäfts mehr Rendite erwirtschaften als wenn sie Geld in in ein bereits etabliertes Geschäft geben, oder?

Trick 17

Aber ein junges Geschäft beinhaltet auch mehr Risiken. Das schreckt natürlich ab. Daher gibt es den Trick mit unterschiedlichen Märkten.

Das Produkt oder Unternehmen ist auf allen anderen Märkten außer Europa schon märchenhaft erfolgreich. Die europäische Erfolgsge­schichte ist bereits eine ausgemachte Sache. Und wir dürfen in die eu­ropäische Tochtergesellschaft, Fonds oder was immer investieren.

Seit unserer frühesten Kindheit haben wir gelernt, mehr Geld ist besser als weniger, aber achte darauf, wem Du Dein Geld anver­traust.

Für einen funktioniert es

Das Geld für Traumrenditen muss irgendwo herkommen. Es muss erwirtschaftet werden. Irgendwo auf der Welt muss also jemand Dreck in Gold verwandeln können.

Die einzigen, die dazu in der Lage sind, versuchen uns vermutlich gerade, wertlose Investitionen gegen unser hart verdientes Geld zu verkaufen. 😯

Gute Ideen sind selten

Was ist mit den modernen Märchen? Denken wir nur an die Google-Gründer und an Larry Page und Sergey Brin oder den Facebook-Erfinder Marc Zuckerberg.

Diese Herren sind innerhalb kürzester Zeit reich geworden. Denn sie hatten eine Idee, wie sie Millionen von Menschen einen echten Nutzen bieten.

Geld im Überfluss

Geld gibt es im Überfluss, gute Geschäftsideen nicht. Daher fließt es sowohl  in viele erfolglose als auch in die wenigen erfolgreichen Geschäfte. Durchschnittliche Investoren erzielen daher vielleicht eine Rendite von 6 bis 7 Prozent, während erfolgreiche Unternehmer mög­licherweise märchenhaft reich werden. 🙂 Oder man heißt Bernard Madoff und hofft auf das Beste.