Kanonendonner und fallende Messer

Kaninchen vor der SchlangeKrisen gibt es immer wieder. Doch wenn die Welt verrückt spielt, fallen wir gerne in eine Handlungsstarre. Die Börsianer haben dann oft einen klugen Spruch auf Lager.

Können wir von den Investoren, Zockern und Spekulanten etwas für diese Situation lernen?

Entscheidungen geben unserem Handeln zwar eine Richtung, aber wir stehen dabei immer im Spannungsfeld zwischen der Situation und unserem Zukunftsbild.

Was nutzt uns die schönste Vision, wenn es uns in dieser Zukunft nicht gibt?

Fehler in der Perspektive

Wenn wir uns davon einschüchtern lassen, machen wir allerdings einen Beobachtungsfehler. Natürlich lassen sich Pläne, die vor kurzem gut funktioniert haben nicht mehr gefahrlos umsetzen. Stattdessen ergeben sich in solchen Situationen ganz neue Chancen und Wege.

Donnernde Kanonen

Die Börsianer haben dafür einen schönen Spruch: »Kaufen, wenn die Kanonen donnern!« Während der Rest in Panik verfällt, suchen abgebrühte Investoren bereits wieder den richtigen Einstieg in den Markt. Denn so preiswert gibt es Aktien nach einer Krise nicht mehr.

Schmerzhafter Griff ins Messer

Das kann natürlich schief gehen. Auch dafür gibt es den passenden Spruch: »Niemals in ein fallendes Messer greifen!« Allein um der Chance Willen kauft der Investor nicht. Stattdessen verlässt er sich auf bewährte Entscheidungskriterien.

Natürlich kann eine Aktie weiter fallen. Wie gerne würden wir zum Tiefstpreis zuschlagen. Aber ohne Kristallkugel wissen wir nicht, wann der Markt dreht.

Erfahrung ist Trumpf

Allerdings hat der Investor seine eigenen Erfahrungen. Er weiß, wann er sein Papier unter normalen Umständen immer kaufen würde, weil es günstig bewertet ist.

Ich würde zum Beispiel Gold kaufen, wenn es auf 1.000 Dollar pro Unze fiele. Bei 1.700 Dollar dagegen sind mir die Risiken für langfristige Verluste viel zu hoch. Nach der Krise wird der Goldpreis vermutlich fallen wie ein Stein.

Ein Schnäppchen bleibt ein Schnäppchen

Wenn ich aktuell eine Aktie für 40 Euro bekomme, die vor dem Absturz 68 Euro gekostet hat, mag sie zwar noch weiter fallen. Aber früher oder später wird sie auch wieder mehr wert sein als mein Einstandspreis. Mit anderen Worten, wir legen unseren Einstiegs­preis selbst fest.

Wir nutzen also unseren eigenen Maßstab und orientieren uns nicht an der volatilen Lage des Marktes.

Unternehmer können das noch besser

Was der Börsianer kann, kann der Unternehmer schon lange. Viel­leicht wollten wir vor der Krise eine neue Filiale in London eröffnen. Doch mit den Unruhen bei unseren englischen Verwandten scheint das nicht klug zu sein.

Doch halt, wie war das mit dem Kanonendonner?

Angenommen, die Aufruhr in Großbritannien hält noch eine Weile an. Dann werden voraussichtlich die Mieten in den Innenstädten sinken. In London sind diese traditionell sehr hoch.

Vielleicht ergibt sich so die Chance einen langfristigen Vertrag zu einer bezahlbaren Miete abzuschließen?

Das Ziel ist wichtig, der Weg nicht

Jedes Risiko schafft immer neue Chancen. Ein Plan ist wie ein Weg zu unserem Ziel. Wenn ein Weg nicht mehr begehbar ist, heißt das noch lange nicht, dass unser Ziel nicht erreichbar wäre.

Wer sein Ziel kennt, kann flexibel die Chancen nutzen, die sich ihm bieten. Möglicherweise kommen wir dadurch sogar schneller voran, als ohne eine Krise?

1 Antwort
  1. Susi
    Susi says:

    Die Situation in England wird immer schlimmer. Jetzt wurden heute nacht 3 Menschen ermordet. So wie es aussieht greifen die Unruhen auf ganz England über. Mir wird richtig Angst, wenn ich daran denke, dass das auch hier bei uns in Deutschland passieren kann.

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