Keine Entscheidung ist auch gut

Boot_Kapitän Menschen mögen keine Veränderungen. Dennoch höre ich immer wieder: “Es ist besser irgendeine Entscheidung zu treffen, als keine Entscheidung zu treffen.”

Zauderer genießen bei uns keine große Sympathie. Insbesondere wenn viele andere glauben, dass endlich eine Entscheidung getroffen werden muss.

GM und Opel

Aktuelles Beispiel: GM´s Entscheidung über den Verkauf seiner Opel-Tochter. Die Öffentlichkeit will endlich Klarheit. Wird Magna oder Ripplewood den Zuschlag bekommen?

Für uns Außenstehende ist die GM-Führung jetzt die Bremse. Die Manager taktieren, versuchen doch tatsächlich das Beste für das eigene Unternehmen herauszuholen. Pfui! Wie können sie nur? 😯

Bewahrer

Wer gerade keine Entscheidungen trifft und vielleicht abwartet, ist augenscheinlich inaktiv. Da sich die Welt ständig ändert, fällt das schnell ins Auge.

Macher

Die meisten Entscheider wissen, wenn sie etwas bewegen wollen, müssen sie sich früher oder später die Unterstützung ihrer Umgebung sichern. Oft geschieht das leider zu spät, wenn mit der eigenen Entscheidung bereits Tatsachen geschaffen wurden. Trotzdem hat der Handelnde gegenüber dem Zauderer einen Trumpf in der Hand.

Einmal Warten, bitte!

Manchmal kann es allerdings sinnvoll sein, erst einmal nichts zu ändern. Denn die Umwelt verändert sich und vielleicht spielt diese Veränderung in unsere Hände.

Zum Beispiel werden sich möglicherweise die Regeln für die internationalen Kapitalmärkte ändern oder sie werden es auch nicht. Denn Politiker sind wankelmütig. Sollen die Bankvorstände auf dieser Grundlage bereits jetzt strategische Entscheidungen treffen?

Vermutlich ist Abwarten jetzt die bessere Devise. Allerdings können sie die Zeit nutzen, um die Handlungsalternativen für verschiedene denkbare Szenarien vorzubereiten.

Unterstützung für das Zögern sichern

Aber zurück zu den Nichtentscheidern. Da eine Nichtentscheidung  eine Entscheidung für den Status quo ist, sollten wir uns für unser “Zögern” die Unterstützung unserer Umwelt sichern.

GM könnte beispielsweise klar stellen, welche Abhängigkeiten es zwischen Mutter und Tochter gibt und dass es für die Amerikaner nicht sinnvoll sein kann, Opel völlig frei zu geben.

Denn ein Großteil der Forschung und Entwicklung wurde in den letzten Jahren in Europa geleistet. GM braucht neue, sparsame Modelle. Wo sollen die wohl zukünftig herkommen?

Was lernen wir daraus?

Für uns als Entscheider bedeutet das: Sollten wir einmal eine Entscheidung nicht gleich treffen, sichern wir uns genau dafür die Unterstützung unserer Umgebung.

Ein Bauunternehmer drückte es einmal so aus: “Der Zement muss erst einmal trocknen und aushärten, bevor wir weiter machen können.”

Dadurch verändern wir die Wahrnehmung aller Außenstehenden. Wir strapazieren dann nicht ihre Geduld, sondern handeln aus gutem Grund.

Machen Sie Eindruck!

Wie wollen wir von anderen wahrgenommen werden? Sehen sie uns als Kapitän am Steuer unseres Schiffes oder als jemanden der schiffbrüchig auf dem Meer treibt?

Wir haben es in der Hand. Egal ob wir aktiv werden oder zunächst den Status quo bewahren.

Update

Der Zuschlag scheint an Magna gegangen zu sein. Wahrscheinlich hätte weiteres Warten auch kein besseres Angebot gebracht.