Mut zur Verantwortung

© Stephen Coburn - FOTOLIA

Ein eigentlich gut gehendes mittelständisches Unternehmen verliert nach und nach seine besten Kunden und rutscht in eine Existenzkrise.

Was ist passiert?

Wie sich herausstellt, sind es immer wieder Flüchtigkeitsfehler, die den Kleinteilproduzenten bei seinen Kunden unbeliebt gemacht haben. Teilweise waren Waren falsch etikettiert, teilweise wurden Aufträge an die falschen Kunden ausgeliefert oder Rechnungen falsch gestellt. Die Qualität der Produkte selbst war immer hervorragend.

Im Gespräch mit den verlorenen Kunden stellt sich heraus, dass es auch nicht die Fehler selbst waren, die zum Auftragsende geführt haben.

Nein, der Grund, warum das Unternehmen heute in der Misere steckt, ist sein Umgang mit den Fehlern. Der Firmenchef versuchte gegenüber den Kunden immer zu erklären, wie es zu dem Fehler kam. Er hat nicht ein einziges Mal eingeräumt, dass hier wohl ein Schwachpunkt ist, den er durch einen strikten Qualitätsprozess ausmerzen wird 😮

Wie würden Sie als Kunde damit umgehen?

Genau! Ich würde es auch nicht zulassen, dass mir ein Lieferant seine Fehler ins Haus trägt. 😮

Für den Lieferanten waren erst einmal die Kunden an der Misere schuld, denn die Fehler sind ja klein und Menschen machen nun einmal Fehler. Kritisch ist dabei, dass er damit die Verantwortung aus der Hand gibt.

Wenn ich das mache, dann lähme ich meine Handlungsalternativen. Denn alles was außerhalb meiner Verantwortung liegt, kann ich nicht mehr beeinflussen. Daher ist der erste Schritt zur Problemlösung das Eingeständnis, dass ich mein Unternehmen in diese Lage gebracht habe. Dann kann ich es auch wieder herausführen.

Eigentlich ist das eine Binsenwahrheit und sollte für uns Unternehmer selbstverständlich sein. Nur ist es manchmal praktisch, anderen die Verantwortung für unser unternehmerisches Handeln zu geben. 🙂

1 Antwort
  1. Jörg Weisner
    Jörg Weisner says:

    Genau das sind die Gründe, dass ich diese beiden Elemente (Mut und Verantwortung) in mein Job&Joy Programm mit einbezogen habe.

    1. Zunächst habe die Freiheit, mich zu entscheiden und meine Wahl zu treffen.
    2. Gleichzeit habe ich aber auch die Verantwortung zu meinem Handeln (und genauso Nichthandeln) zu stehen
    3. Erst wenn ich diese beiden Schritte akzeptiere und umsetze komme ich zu r Vision. Wohin will ich, wie stelle ich mir mein Unternehmen, meine Zukunft etc. vor.
    4. Mut – als nächstes braucht es Mut zur Umsetzung. Ohne den Mut bringt die ganze Vision nichts
    5. Jetzt ist Vertrauen angesagt, auch durchzuhalten
    6. Das wird leichter, wenn wir uns der Faszinationen bewußt werden, bzw. sie bewußt suchen
    7. Dann kommt die Freude (fast) wie von selbst.

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