Schau Dir in die Augen Kleines!

Augen

Seit Jahren leben Sie in derselben Stadt. Sie kennen jede Ecke und wissen, wo Sie was bekommen, kennen die Geheimtipps. Sie sind also ein Ortskundiger. Interessant wird es, wenn Sie Besuch bekommen. Denn der “sieht” die Stadt mit ganz anderen Augen: “Toll, schau mal der Schlossturm leuchtet ja richtig in der Sonne” und “das ist ja mal eine einmalige Fußgängerzone!”

Kleine Augenoperation

Plötzlich sehen auch wir unsere Stadt mit den Augen des Ortfremden und entdecken sie neu. Ich finde solche Momente immer spannend. Denn wir “sehen” ja das Offensichtliche, das die ganze Zeit vor unserer Nase stand. Aber das Gewohnte kann ja nicht besonders sein, oder?

Sichtung der eigenen Mission

Genau so ist es auch wenn wir unsere eigene Mission entdecken wollen; unsere Aufgabe im Leben. Wer seine Mission kennt, wird alle Herausforderungen auf der Grundlage seiner Talente, Fähigkeiten und Interessen, also seiner Stärken angehen.

Gestern telefonierte ich mit einem Leser meiner Entscheider-Bibel. Er tat sich schwer damit, den roten Faden in seinem Leben zu finden, der die Kernidee für die Mission liefert.

Mit neuen Augen

Sein Problem: Er ist der “Ortskundige” und alles was ihn ausmacht ist selbstverständlich für ihn. So sucht er nach dem Neuen, nach dem Besonderen und kann es nicht finden, obwohl es vermutlich direkt vor seiner Nase ist.

Was kann er also tun, um sich mit den Augen eines Anderen zu sehen?

Tagebuch

Ich empfehle hier gerne das gute alte Tagebuch. Denn wenn wir es strukturiert führen, also mit einem klaren Fokus, werden wir über die Zeit lernen uns und unser Leben aus der externen Perspektive zu sehen.

Andere Fragen

Auch möglich: Wir sprechen mit Fremden und mit Freunden über uns.

Wenn wir uns mit einem Fremden zwei Stunden unterhalten haben, kann der uns einiges über unseren roten Faden sagen, den wir gar nicht mehr sehen.

Im zweiten Schritt sprechen wir mit guten Freunden und Familie. Wo sehen Sie einen roten Faden – Themen, die sich in unserem Leben wiederholen?

Vorsicht vor Eigeninteressen

Natürlich werden die Antworten durch die Eigeninteressen der Befragten gefärbt sein. So hat Ihre Mutter Sie vielleicht immer als Arzt oder Rechtsanwalt gesehen und jetzt sind Sie vielleicht Manager in einem Entsorgungsunternehmen. 😯

Beim Tagebuch müssen Sie aufpassen, dass Sie sich selbst gegenüber auch ehrlich sind. Manche führen ihr Tagebuch so, als würden sie damit rechnen, dass es nach ihrem Tod veröffentlicht würde. Das ist dumm. Denn uns kann es egal sein, was andere über uns denken, wenn unsere Zeit abgelaufen ist. Wichtiger ist doch, was wir mit unserer Lebenszeit anfangen.

Professioneller bekommen Sie das natürlich von einem Coach. Das sei der Vollständigkeit halber auch erwähnt. 🙂

2 Kommentare
  1. Dr. Elisabeth Mardorf
    Dr. Elisabeth Mardorf says:

    Da stimme ich Ihnen von Herzen zu! Ein Fremder -z.B. auch ein Coach- spürt manchmal stärker als der, der in sein Problem oder seine Fragestellung verstrickt ist, wo die Energie fließt … wo ein Wunsch oder eine Idee aus tiefster Seele kommt. Und auch ein Tagebuch kann so ein Gegenüber sein. Wenn auch nicht fremd, so doch im Laufe der Zeit mit vielen Aha- Erlebnissen (“was, das habe ich mir schon vor 3 Jahren so genau vorgestellt???”)

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