So machen wir die Störer zum Teil der Lösung

image Wichtige Angelegenheiten erfordern unsere ungeteilte Aufmerksam­keit. Das klingt toll, lässt sich aber in der Realität kaum durchhalten. Denn wir leben in einer Störer-Kultur. Egal was wir gerade machen, es gibt immer eine kleine oder größere Störung.

Flucht funktioniert nur bedingt

Entziehen wir uns dem ganz bewusst, indem wir uns beispielsweise in Klausur begeben, stört uns das Fehlen von Störungen. 😮

Manche von uns werden dann ganz kribbelig. Denn sie wissen, normalerweise hätte es bereits einige wichtige Störungen gegeben. Nur weil wir in Klausur sind, heißt das ja nicht, dass sich die Welt nicht weiter drehte.

Die Sucht nach Dringendem

Zeitmanagement-Gurus wie Steven R. Covey sprechen dann von “urgency addiction”, einer Dringlichkeitssucht. Wir wollen ständig gefordert sein. Auch wenn die Angelegenheiten relativ unwichtig sind.

Wenn wir ständig gefragt sind, fühlen wir uns wichtig. Das ist natürlich Mumpitz. Denn wichtig sind wir dann, wenn wir wichtige Dinge tun und nicht weil wir einem Schwall von dringenden aber unwichtigen Dingen ausgesetzt sind.

Anschlag auf die Arbeitsintelligenz

Wir wissen heute, dass die Unterbrecherkultur die Intelligenz unserer Arbeit um zehn Punkte senkt.

Emails sind genauso wie SMS mittlerweile zum Standardstörer für jeden arbeitenden Menschen mutiert. Bei den jüngeren Generationen kommen noch soziale Netzwerke wir Facebook und Twitter dazu. Die Störung kann im Einzelfall zur Hauptbeschäftigung werden.

Wie gehen wir damit intelligent um?

Wir wissen, dass es keinen Sinn macht, sich den Störungen zu entziehen. Warum machen wir dann Störungen nicht zum Teil der Lösung?

Beispielsweise lassen wir uns bereits vorgeschriebene SMS oder Emails mit Fragen zum Thema zuschicken, die unsere Kreativität anstoßen sollen. Oder wir lassen uns an Dinge erinnern, die wir in dem Meeting unbedingt ansprechen wollten.

Wir können uns auch unsere Ziele für den Tag hin und wieder zur Erinnerung zuschicken lassen.

Nicht perfekt, aber besser

Vermutlich werden wir dadurch nicht fokussierter arbeiten. Aber zumindest vergessen wir dann nicht, was uns wichtig ist.

Ein Trick

Und vielleicht nutzen wir dann auch einen Trick, den ich von einer Kollegin habe. Sie lässt sich SMS zuschicken mit dem Inhalt: “Achtung Störung – bitte jetzt ganz fokussiert ablenken lassen”. 🙂