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image “Ich habe einen großen Auftrag für Sie. Sind Sie dabei?”

“Nein. Ich würde gerne. Aber ich habe kein Geld mehr. Das Geschäft wird mir gerade unter dem Hintern weggepfändet.”

“Lässt sich da gar nichts machen?”

“Leider habe ich da keinen Gestaltungsspielraum mehr.”

Wenn wir keine Wahl mehr haben, sind wir auch keine Entscheider mehr. Wir sind dann nur noch Akteur auf einem vorgezeichnetem Weg.

Die alten Germanen glaubten daran, dass die Nornen in Nürnberg ih­ren Schicksalsfaden spinnen und das Schicksal daher unausweichlich sei.

Heute sitzt dort die Bundesagentur für Arbeit und bestimmt das Schicksal Millionen Arbeitsloser. Es scheint also etwas dran zu sein mit den Schicksalsgöttinnen.

Der Raum in dem gespielt wird

Aber zurück zum Thema. Was öffnet uns denn Gestaltungsspielräu­me? Geld mag uns als erstes in den Sinn kommen. Da jeder Geld haben will, können wir es einsetzen, um neue Handlungsoptionen zu bekommen.

Gestaltungspielräume haben bedeutet schlichtweg, dass wir an­de­ren etwas zu bieten haben. Sie öffnen uns andere Wege, die wir an­sonsten nicht begehen könnten. Am einfachsten ist das nun einmal mit Geld. Aber auch ein gut gepflegter Kontakt wird sich hin und wieder revanchieren wollen oder will uns für die Zukunft auf seiner Seite wissen.

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image Viele erfolgreiche Unternehmer sind vielseitig interessiert. Das hängt mit einer Erfahrung zu-sammen, die sie wahrscheinlich schon früh sammeln konnten.

Gestaltungsfreiheit in Ent­schei­dun­gen ist gleich­be­deu­tend mit der Anzahl der Handlungsalternativen, die uns zur Verfügung stehen. Theoretisch haben wir bei jeder Entscheidung unendlich viele Alternativen, aus denen wir wählen können. Praktisch müssten wir wissen, dass es sie gibt. Und da hapert es bei vielen.

Schwierige Interessenlage

Denn das setzt Offenheit voraus, zumindest zuzuhören, wenn andere ein uns fremdes Thema ansprechen. Das fällt vielleicht schwer, weil wir keine Referenzerfahrung haben, um die neuen Informationen einzu­ordnen.

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imageJeder Entscheider kennt die Situation. Wir stehen vor einer unerwarteten Situation und müssen eine Entscheidung treffen. Aber wir haben keine Meinung dazu.

“… Die Banken soll am besten der Richter bearbeiten. Das lief in der Vergangenheit immer bestens.”

“Ach, wissen Sie das nicht …?”

“Was soll ich wissen?”

“Alex Richter hat sich für die nächsten drei Monate krank gemeldet. Burnout heißt es. Wer soll jetzt die Gespräche mit den Banken übernehmen?”

Die falsche Frage

Viele Entscheider fragen dann gerne ihre Mitarbeiter, was sie denn darüber denken. Das kann allerdings gefährlich sein. Denn zum einen wissen wir nicht auf welcher Grundlage der andere seine Meinung gebildet hat. Zum anderen könnte es sein, dass sich der Mitarbeiter schnell eine Meinung zulegt, um bei uns zu punkten.

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image Positionierung ist eine wirksame Marketingmaßnahme. Das ist inzwischen bekannt. Tatsächlich können auch Entscheider davon profitieren, wenn sie sich richtig positionieren.

Als Entscheider sind wir oft darauf angewiesen, dass andere uns mit Handlungsalternativen versorgen.

Der Besitzer einer Kette von Friseurläden, wird sich mit der technischen Infrastruktur seiner IT nur ungern auseinander setzen.

Oder ein Personaldienstleister interessiert sich nur am Rande für seinen Büromaterial-Lieferanten. Diese Entscheidungen müssen zwar getroffen werden, aber wir Entscheider sind vornehmlich an Ergebnissen interessiert.

Daher brauchen wir Menschen, die sich auskennen und für uns die richtigen Alternativen finden. Dabei ist es egal, ob das ein Dienstleister macht oder Mitarbeiter in unserem Unternehmen. Nennen wir sie der Einfachheit halber “Alternativen-Finder”.

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Margit Finster ärgert sich. Gerade erst ist sie mit ihrer Internet-Seite online gegangen. Sie hat viel Geld für das tolle Design investiert, aber kein Kunde verirrt sich auf ihre Seiten. Auch die teure Werbung fruchtet nicht. Denn die Konkurrenz ist hier erheblich mächtiger als in ihrer kleinen Stadt.

Ein schleichender Prozess

Viele Jahre hat sie Finanzanlagen verkauft, ohne dass sie einen Internetauftritt brauchte. Aber die Kunden haben heute nicht nur viele Alternativen, sie können sogar die Produkte online vergleichen. Wer nicht online ist, wird nicht gefunden und büßt sogar Reputation ein. So verabschiedete sich ein langjähriger Kunde von ihr mit den Worten: “Sie sind ja nicht einmal online”.

Jede Chance verpassen wir nur einmal

Sie wünschte sich, es wäre wieder 1996 und sie hätte sich damals eine erste Website programmieren lassen. Zu der Zeit fand sie das teuer und überflüssig. Doch heute sieht sie das in einem ganz anderen Licht.

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SpiegelEin neues Auto steht an, eine neue Anlage, ein neues Laptop oder manchmal nur ein neuer Staubsauger. Je größer die Investition, desto intensiver investieren sich Entscheider in das ihnen fremde Thema.

Richtig so! Möchte man meinen. Tatsächlich beschäftigen sie sich aber mit dem falschen Thema.

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© Carole Gomez - FOTOLIAIrgendwann in einer Entscheidung, muss ich doch die Vor- und Nachteile der Alternativen gegeneinander abwägen!

So ein Unternehmer in einem sehr angenehmen Gespräch gestern nach unserer Sternstunde für Unternehmer im Forum Aschaffenburg. Die Vorteil-Nachteil-Falle schlägt also wieder zu. An dem Beispiel kann man sehr gut sehen, dass auch wirklich schlaue Leute hin und wieder in Entscheidungsfallen tappen. Meine klassische Definition einer Entscheidungsfalle: Ein Entscheidungsfehler, den der Entscheider nicht als solchen erkennt und daher immer wieder machen wird.

Was ist so schlimm daran, die Vor- und Nachteile seiner Alternativen gegeneinander abzuwägen?

  1. Ein Konstruktionsfehler
    Die Entscheidung beginnt sozusagen vor vollendeten Tatsachen. Der Entscheider hat bereits Alternativen und soll jetzt sagen, welche davon die beste ist. Jeder Depp kann in dieser Situation eine Entscheidung treffen, aber selbst ein Überflieger wird keine gute Entscheidung treffen können. Denn für den Entscheidungsprozess fehlt die Bedarfsermittlung, also was der Entscheider tatsächlich will.
  2. Ein Kuckucksei
    Mit jedem Vor- oder Nachteil, den der Entscheider findet, bildet er ganz unkritisch Entscheidungskriterien. Meine regelmäßigen Leser wissen es bereits: Entscheidungskriterien sind die Währung, mit denen ich meine Alternativen bewerte. Daher sollte ich bei ihrer Definition so vorsichtig und verantwortungsbewusst damit umgehen, wie ehedem die Bundesbank.
  3. Mangel passender Alternativen
    Die Vorteil-Nachteil-Methode sieht keine Alternativenschöpfung vor. Ich gehe ja von den vorhandenen Alternativen aus und vergleiche diese auf Grundlage derer Vor- und Nachteile. Im Grunde ist das auch nachvollziehbar. Meine Entscheidungskriterien geben ja meinen Bedarf wieder. Wenn ich diese nicht bewusst gebildet habe, dann kann ich auch keine neuen bedarfsorientierten Alternativen schaffen.
  4. Keine Priorisierung
    Die Urform der Vorteil-Nachteil-Methode sieht keinerlei Priorisierung der gefundenen Vor-und Nachteile vor. Das heißt, am Ende gewinnt die Alternative, die die meisten Vorteile auf sich vereinen kann. Stellen Sie sich vor, Sie hätten die Möglichkeit, aus einer Reihe von Menschen Ihren Lebenspartner auszuwählen. Vorteile, die Sie finden konnten sind unter anderem tolles Aussehen, Intelligenz, Stil, Humor, Geld, Liebe, usw. Eine Kandidatin, kann die meisten dieser Kriterien auf sich versammeln. Für eine andere spricht lediglich ein Vorteil, Sie lieben sie. Nach der Vorteil-Nachteil-Methode würden Sie daher diejenige heiraten, die besser aussieht, mehr Stil und mehr Geld. 😯 Es ist zwar schade, dass Sie auf die Liebe verzichten müssen, aber man kann ja nicht alles haben! 😛

Mein Tipp: Nur weil viele Menschen eine Methode anwenden und glauben, dabei gut zu fahren, muss sie noch lange nicht gut sein!

Mehr zum Thema Entscheidungsfallen:

Alles gesunder Menschenverstand
Sie haben keine Wahl
Woran scheitern Entscheidungen als Erstes?
Die Entscheidungsfalle

© Klementiev - FOTOLIA

Teil 3 meiner Präkonstruktion, wie Edmund Stoiber sich zu der M-Frage entscheiden könnte.

Teil 1: Die Ausgangssituation
Teil 2: Entscheidungsklarheit für Stoiber

Heute geht es um mögliche Alternativen. Nach dem gestrigen Tag weiß unser virtueller Stoiber, was er wirklich will. Vielleicht ist er damit weiter als der reale Stoiber. Doch das ist Spekulation :-).

Wenn wir uns noch einmal seinen Entscheidungskompass ansehen, dann ist klar, dass für ihn drei Aspekte besonders im Fokus stehen. Das ist zum einen der Erhalt seines politischen Vermächtnis, seine Grundsatztreue und die Sicherung von Einfluss.

Die derzeitige öffentliche Diskussion dreht sich um lediglich zwei Alternativen: Stoiber hält an allen Ämtern und Würden fest und kandidiert 2008 ein weiteres Mal für das Ministerpräsidentenamt oder er zieht sich aus der Politik zurück.

Das ganze ist natürlich eine Entscheidungsfalle. Gute Entscheidungen brauchen zumindest drei Alternativen. Von gestern kennen wir das Ziel der Entscheidung, das wohl auch einige Alternativen ermöglicht: Eine “ordentliche” politische Führung für die CSU und Bayern 🙂

Grundsätzlich hält unser virtueller Stoiber sich selbst für den besten Kandidaten. Allerdings ist Stoiber auch ein Fuchs und diesmal wäre er es, der sich aufzuzwingen versucht und nicht sein alter Feind Theo Waigel.

Daher darf die eigene Kandidatur nicht die einzige Alternative sein.

Bevor er aber über alternative Kandidaten nachdenkt, muss er für sich den zweiten Teil des Problems untersuchen: Was macht er, wenn er nicht mehr Ministerpräsident ist?

A. Seine ursprüngliche und etwas in die Jahre gekommene Idee, Kanzler zu werden würde ihm in der derzeitigen politischen Konstellation nicht gefallen. 🙂

B. Bruder Johannes hat es vorgemacht, er könnte Bundespräsident werden. Zwar hat BP Köhler noch einige Jahre im Amt aber Stoiber hat auch immer seine Geduld und Beharrlichkeit ausgezeichnet. Diese Alternative würde zumindest in die Ämterfolge passen.

C. Eine viel größere Herausforderung wäre es allerdings, die Münchner CSU zu einen und als Oberbürgermeisterkandidat den sehr beliebten SPD-Fürsten Christian Ude zu beerben. Die CSU in München hat schon so viele Führungskräfte der Partei verschlissen, dass jeder von einer Herkules-Tat sprechen würde, gelänge das Kunststück.

D. Die Probleme, die Siemens gerade mit versteckten Kassen, Korruption etc. hat, könnte Stoiber dazu bringen, eine Stiftung für das “saubere” Unternehmen zu gründen und dieser höchstselbst vorzusitzen. Gemessen an seiner Vita muss ihm das ganze Treiben der Unternehmen in München ein Dorn im Auge sein und ein Anliegen, hier für Ordnung zu sorgen.

E. Er könnte es seinem Parteivetter Mayer-Vorfelder nachmachen und das Vereinspräsidentenamt eines Fußballvereins z.B. bei den Löwen übernehmen. Die Bayern würden wohl eher an Franz festhalten 🙂

F. Er könnte ein Amt in der europäischen Kommission übernehmen, da wird demnächst eine Stelle frei 🙂

G. Er könnte auch das Amt des Parteivorsitzenden ausfüllen, ohne Ministerpräsident zu sein.

Als rein externer Betrachter, den wir mit unserem virtuellen Stoiber darstellen, bleibt uns hier und heute die Schöpfung weiterer beruflicher Alternativen verwehrt. Allerdings stehe ich dem realen Stoiber gerne zu Verfügung, ihn dabei zu unterstützen 🙂

Halten wir fest, seine Alternativen sind jetzt

  1. Nichts ändern, an allem festhalten
  2. Vollrücktritt und in Pension gehen
  3. Teilrücktritt, z.B. als Ministerpräsident, aber nicht als Parteivorsitzender
  4. Vollrücktritt mit neuer beruflicher Vision (A. – G.)

Vermutlich werden Sie diese Alternativen nicht besonders überraschen finden. Das geht mir ähnlich. Nur wäre es albern, einige der sehr kreative Möglichkeiten, die sonst in Zusammenarbeit mit dem Entscheider zustande kommen, hypothetisch zu besprechen. 🙂

Allerdings möchte ich Sie nicht daran hindern, durch Ihre Kommentare weitere Handlungsoptionen Stoibers aufzudecken. Ich werde diese im weiteren Entscheidungsprozess in die Analyse miteinschließen.

Morgen gehe ich der Frage nach, wie sich Stoiber für seine Handlungsalternativen die größtmögliche Unterstützung sichern kann.

Im Auto bei 180 Km/h: Ein trockener Husten erschüttert den Fahrer. In der Bonbon-Box nur noch 3 Stück in den Geschmacksrichtungen Zitrone, Orange und Waldmeister. Der Fahrer haßt Waldmeister und entscheidet sich für Zitrone, wohl wissend, dass der Beifahrer dann Orange nehmen wird und Waldmeister die einzige Lutschgelegenheit bleiben wird. Ein Moment der Unachtsamkeit und das Zitronenbonbon verschwindet unwiderbringlich zwischen den Sitzen. Jetzt bleibt nur der ungeliebte Waldmeistergeschmack 😮
Der Fahrer hatte scheinbar eine sichere Entscheidungssituation. Er hat sogar zutreffend das Verhalten des Bonbon-Konkurrenten richtig eingeschätzt und doch endet er am Ende mit einem unerwünschten Ergebnis. Hat er deshalb eine schlecht Entscheidung getroffen? Er hätte ja zumindest bedenken können, dass das Bonbon auf so ungeschickté Weise verschwinden würde. Wenn der Fahrer nicht gerade an Parkinson leidet, bringt es jedoch wenig, Möglichkeiten mit einer derart geringen Wahrscheinlichkeit in Betracht zu ziehen.

Ich habe einige Entscheider in Unternehmen kennen gelernt, die auch diese sehr unwahrscheinlichen Ereignisse berücksichtigten. Im Ergebnis wurden die Entscheidungen dadurch unnötig herausgezögert. Unsere amerikanischen Kollegen kennen das Eintreten von ganz und gar unwahrscheinlichen Ereignissen “freak accidents” und würden niemals einen Gedanken daran verschwenden, das zu berücksichtigen. Ich sehe das genauso. Denn es ist jedem klar, dass nichts sicher ist. Wenn Sie sich aber mit jeder Eventualität auseinandersetzen, beeinträchtigt das Íhr Sicherheitsgefühl als Entscheider.

Meine These: Als guter Entscheider wissen Sie zwar, dass es viele Unwägbarkeiten gibt, aber rein emotional fühlen Sie sich sicher. Ein Entscheider widerum, der sich nicht sicher fühlt, wird keine guten Entscheidungen treffen können.

Was machen Sie, wenn Sie sich in einer Entscheidungssituation emotional nicht sicher fühlen? Am besten Sie verbessern zunächst Ihre Informationsbasis. Sie müssen herausfinden, was Sie genau mit der Entscheidung erreichen wollen (Was will ich?). Wenn Sie genau wissen, was Sie wollen und klare Kriterien haben, nach denen Sie Ausschau halten können, geht es im nächsten Schritt an die Alternativen. Wenn ich keine guten Alternativen für die Lösung eines Problems hätte, würde ich mich auch unsicher fühlen. Daher sollten Sie Alternativen schaffen, die Ihre Kriterien im hohen Maße erfüllen. Die Alternativen, die sich Ihnen dabei am Anfang anbieten werden das nur zufällig tun. Für gute Alternativen mussen Sie als Entscheider im Regelfall Arbeit investieren. Was Sie dabei im Einzelnen machen können habe ich bereits in verschiedenen Blog-Einträgen beschrieben.

Ich garantiere Ihnen, wenn Sie genau wissen, was Sie wollen und über eine Anzahl guter Entscheidungsalternativen verfügen, fühlen Sie sich bei Ihren Entscheidungen sicher wie beim Bonbon-Lutschen in Ihrer E-Klasse bei 180 Km/h 🙂