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image Gib dem Cäsar, was des Cäsars ist, sagte Jesus zu seinen Jüngern auf die Frage, wie er es mit den Steuern halte. Ich sehe das genauso. Der Staat sollte denen auf die Finger klopfen, die die Annehmlichkeiten unseres Landes wahrnehmen, ohne ihren Beitrag dafür leisten zu wollen.

Die Steuerbehörden in NRW stehen vor einer schweren Entscheidung. Ein Datendieb hat ihnen die Daten einer großen Anzahl deutscher Kunden eines schweizerischen Bankinstituts angeboten.

Die Daten-CD soll 2 Millionen Euro kosten und rund gut 100 Millionen Euro bisher vorenthaltene Steuern ins ewig leere Staatsäckel spülen.

Wie sollen sich die Verantwortlichen entscheiden?

Rein wirtschaftlich liegt die Antwort auf der Hand. Gäbe es solche Investitionsprojekte, würde vermutlich keiner von uns zögern, dort einzusteigen.

Die Ware ist jedoch gestohlen. Und damit ist die Entscheidung heikel.

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Seit Tagen sehen wir jeden Tag in den Nachrichten die Bilder aus Tibet. Wir schütteln den Kopf und wundern uns, wie der einfache chinesische Bürger das alles zulassen kann. Gut, China ist keine Demokratie und der einfache Bürger dürfte in der Sache etwa so viel zu sagen haben, wie vor ein paar Jahren in Peking auf dem Platz des Himmlischen Friedens. 🙁

Gestern hat das ZDF Bilder von einem typischen chinesischen Haushalt gezeigt. Im chinesischen staatlichen Fernsehen werden die Tibeter natürlich als Unruhestifter dargestellt, die mit absoluter Brutalität vorgehen. Der Witz dabei: Die Bilder, die gezeigt werden, entsprechen der Realität. Dem Zuschauer wird nur das brutale Vorgehen der Staatsmacht unterschlagen. Das nennt sich Propagana und es wirkt. Die Familie steht voll zu dem, wie China derzeit in Tibet durchgreift. Weiterlesen

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Eine Millarde Chinesen – da können Unternehmer schon ins Schwärmen geraten. Aber auch, wer noch keinen Ansatzpunkt für diesen Markt sieht, überlegt sich, wie er von den Niedriglöhnen profitieren kann. Wer nicht schon seit Jahren dabei ist, wird von den Kollegen mild belächelt. “Da hat einer nicht rechnen können”, wird da gerne hinter vorgehaltener Hand getuschelt. Eine Studie von Price Waterhouse Coopers (PWC) dürfte jetzt für einige Unruhe sorgen. Denn die meisten Unternehmern verlieren mit ihrem Fernostabenteuer Geld. So sind die Transportkosten bei steigenden Rohölpreisen ein Damoklesschwert, das inzwischen häufiger niederfährt, als es über den Köpfen der Entscheider hängt. Zudem sind die Qualitätsprobleme gravierend. Jedes gelieferte Teil muss aufwändig überprüft werden.

Fragt sich, wer jetzt milde lächeln darf. Viele Unternehmen sind sich der Kosten allerdings bewußt und nehmen sie in Kauf, um Ihre Produkte auf dem Boommarkt China absetzen zu können. Denn die Beamten vor Ort achten sehr genau darauf, wieviel chinesische Wertschöpfung darin steckt. Im Einzelfall kann ein chinesischer Lieferant sogar bis zu 30% teurer kommen, als sein europäischer Konkurrent.

Interessant werden diese Verflechtungen der europäischen und chinesischen Industrie vor dem Hintergrund der Unruhen in Tibet. Die politische Option eines Boykotts des Landes, gibt es eigentlich nicht mehr. Zu groß ist die Abhängigkeit unserer international agierenden Unternehmen.

Gut, dass ich mein Coaching ohne chinesische Unterstützung durchführen kann. 🙂

via SPON

© lfeichte - Fotolia.comVerschlucksüchtige Minimagneten, Giftstoffe im Katzenfutter, schadstoffbelastete Babylätzchen und mit Bleifarbe lackierte Spielzeugautos. Das ist das Bild, das wir von Produkten aus Fernost in den letzten Wochen via Medien schaurig ins nicht ganz sommerwarme Wohnzimmer geliefert bekommen. 🙁

Wären es nicht samt und sonders renommierte Markenhersteller, wie Mattel, die ihre Produkte  millionenfach zurückrufen, man könnte meinen, hier ist eine konzertierte Aktion am Werk. So aber lass ich ich den Verschwörungstheoretiker in der Ecke verstauben und stelle mir die Frage, wie die Unternehmen damit wohl umgehen?

Vor ein paar Wochen habe ich mir einen neuen PC geleistet, der durch den intelligenten Einsatz von Notebook-Technologie mit maximal 90 Watt wesentlich weniger Strom zieht, als mein vorheriger hochgezüchteter 350 Watt-Bolide. Eine feine Maschine mit einem sehr bekannten Markenschild und  – montiert in China. Mit dabei lag im passenden Design auch eine Tastatur. Da mir das Chinahackbrett zu billig klapperte habe ich es kurzerhand gegen die bereits seit Jahren bewährte Konkurrenz aus Thailand ersetzt. Darüber bin ich jetzt sehr glücklich, denn wer weiß, wieviel Blei, Quecksilber und Umweltgifte so eine Tastatur aus China freisetzen kann? 😮

Leider ist mein Ipod aus China, aber eine Gefahr der Kontamination ist gering, da ich ihn gut in ein Etui eines italienischen Designhauses eingepackt habe. 😈

Aber Spaß beiseite. Wie gerade im FAZ-Net  zu lesen, meint der Leiter Product Management beim TÜV-Süd Andreas Bauer, dass hier ein völlig falscher Eindruck entstehen würde. Auch unter den deutschen Herstellern gebe es schwarze Schafe, die Grenzwerte bewußt ignorieren und gefährliche Produkte auf den Markt bringen. Insgesamt meint Herr Bauer werde heute viel mehr kontrolliert und die Produkte seien dadurch sicherer. 🙂

Das mag richtig sein. Allerdings sollte man nicht vernachlässigen, dass China heute immer noch zu den emerging markets gehört. Produziert wird dort alles unter allen Bedingungen, Hauptsache es zahlt jemand dafür. Daher liegt es natürlich an den Herstellerfirmen, die ihre Produkte in China kaufen oder zusammenbasteln lassen, Grenzwerte, Produktsicherheit und -Qualität einzufordern. Solange die Produktionsstandards in einem sich entwickelnden Land noch nicht unseren eigenen entsprechen, müssen diese quasi dort über die Lastenhefte der Abnehmer importiert werden. Wenn es also zu Rückrufaktionen kommt, liegt das möglicherweise an laxen Anforderungen und Kontrollen von Mattel und Konsorten.

Natürlich werden jetzt wieder die Kassandras und Abschottungsapologeten aufstehen und die Wirtschaft auffordern, keine Produkte aus China mehr zu verkaufen. Zum Glück sind wir davor sicher, denn wie SPON bereits vor Wochen berichtete gibt es, in verschiedenen Bereichen gar keine Alternativen mehr:

Die Verwirklichung der Pläne ist allerdings ein Ding der Unmöglichkeit. Nach einem Bericht der “Los Angeles Times” ist China in den vergangenen zehn Jahren zum weltweit größten Lieferanten für Geschmacksstoffe und Vitamine geworden – und die finden sich mittlerweile in fast jeder Mahlzeit wieder. Viele Lebensmittelzusätze gibt es in großen Mengen nur noch in China zu kaufen.

Was machen wir uns also Sorgen über Produkte, wie unser Handy, Ipod oder die Tastatur. In der nächsten Eisdiele schmeißt unser Lieblingsitaliener Vanille-Geschmack in seinen Zuber und wir schlecken es dankbar als Eis aus der Waffel. 😉

China ist für viele Unternehmen das Boomland schlechthin. Jeder versucht dort einen Fuß in die Tür zu bekommen. Natürlich wird die Berichterstattung in den nächsten Tagen Auswirkungen auf die Absätze mit Made in China haben. Aber mittel- und langfristig führt vermutlich kein Weg mehr daran vorbei.

Wer heute auf der IFA ein neues HIFI-Wunder betrachtet sagt sich, “da warte ich ein Jahr, dann kriege ich es für die Hälfte”. Das geht nur, weil der Hersteller erst einmal seine Entwicklungskosten hereinspielen will und später die günstigen Produktionskosten an mich als Konsumenten weiter gibt. Würde die gleich Anlage in Europa produziert, würde der Preis allenfalls um 10% sinken. Gleichzeitig entsteht in China mit dem noch bescheiden wachsenden Wohlstand ein gigantischer Markt auch für teure europäische Produkte, die jeder Chinese gerne haben möchte, weil er weiß, dass Qualität und Schadstoffbelastung den hohen europäischen Normen entsprechen.

Kein Grund also, um Angst zu haben, aber merken Sie sich die Hersteller, die ihren Kontrollpflichten nicht nachkommen! 😈