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imageFrüher Morgen: Es ist noch still im Haus. Niemand ahnt, was gleich passieren wird. Ein Mann in mittleren Jahren steht plötz­lich auf. Nichts kann ihn aufhal­ten. Mit noch etwas unsicheren, trotzdem energischen Schritten durchquert er den Flur und kommt in die Küche.

Mit einem saftigen Schmatzen öffnet sich die Tür zum Kühl­schrank. In der Morgendämmerung lockt sein Licht den Hausherrn wie eine Motte. Das fahle Licht illuminiert sein vorfreudiges Gesicht. Da steht es: ein kleines Schokotörtchen vom Vortag.

Eigentlich sollte unser Frühaufsteher auf derartige Kalorienbomben verzichten. Seine Frau erinnert ihn gerne an sein Versprechen, dass er dieses Jahr wieder auf 85 Kg abnehmen wollte. Aber seine Frau liegt noch ahnungslos im weichen warmen Bett.

Ein Lächeln umspielt seinen Mund. Frühaufsteher haben mehr vom Leben! Doch so sehr das Törtchen lockt, meldet sich doch sein Gewissen. “Das will ich doch gar nicht!” Unbewusst formt sein Mund ein einziges Wort: “Doch!”

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image Wir arbeiten nichts ahnend vor uns hin, da ruft ein Per­so­nal­berater an. Schon der zweite in dieser Woche! Wie auch schon beim letzten Mal ver-spricht uns der Anrufer mehr Geld und einen baldigen Kar­rie­re­sprung.

Wir müssten lügen, wären wir nicht versucht. Doch so einfach ist es nicht. Denn der Job, den wir gerade machen ist nicht schlecht und war in der vergangenen Krise niemals gefährdet. Einige Freunde wünschten sich das von ihren Jobs auch.

Also Zeit für eine Entscheidung!

In der Schule habe ich gelernt, dass wir bei einer wichtigen Ent­schei­dung die Vorteile und Nachteile der verschiedenen Alternativen ei­nan­der gegenüberstellen sollen. Diejenige Alternative mit dem besten Verhältnis an Vor- und Nachteilen würde auch am besten für uns sein.

Jeder kennt diese Vorgehensweise und ich treffe viele, die sie als die einzig Richtige verteidigen. Doch das hilft alles nichts. Gehen wir so vor, befinden wir uns mitten in einer saftigen Entscheidungsfalle.

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image Vereinfache Dein Leben – das ist ein Trend, den es nicht erst seit Tiki Küstenmacher gibt. Ich finde die Idee sympathisch. Al­lerdings gibt es Momente, in denen wir uns auch ein wenig mehr Tiefe gönnen sollten.

Stellen wir uns vor, wir sitzen im Büro und machen uns gerade Ged­an­ken darüber, was wir im nächsten Meeting alles erreichen wollen.

Da klingelt das Telefon.

»Guten Tag, Herr Lietz. Mein Name ist Rosalie Pieper* (*Name frei erfunden). Ich bin so froh, Sie erreicht zu haben. Ich bin von einer namenhaften deutschen Wirtschaftszeitung und habe ein phantasti­sches Angebot für Sie!«

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Margit Finster ärgert sich. Gerade erst ist sie mit ihrer Internet-Seite online gegangen. Sie hat viel Geld für das tolle Design investiert, aber kein Kunde verirrt sich auf ihre Seiten. Auch die teure Werbung fruchtet nicht. Denn die Konkurrenz ist hier erheblich mächtiger als in ihrer kleinen Stadt.

Ein schleichender Prozess

Viele Jahre hat sie Finanzanlagen verkauft, ohne dass sie einen Internetauftritt brauchte. Aber die Kunden haben heute nicht nur viele Alternativen, sie können sogar die Produkte online vergleichen. Wer nicht online ist, wird nicht gefunden und büßt sogar Reputation ein. So verabschiedete sich ein langjähriger Kunde von ihr mit den Worten: “Sie sind ja nicht einmal online”.

Jede Chance verpassen wir nur einmal

Sie wünschte sich, es wäre wieder 1996 und sie hätte sich damals eine erste Website programmieren lassen. Zu der Zeit fand sie das teuer und überflüssig. Doch heute sieht sie das in einem ganz anderen Licht.

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Das Magazin Wirtschaft und Weiterbildung hat in der kommenden Ausgabe einen Schwerpunkt zum Thema “Entscheiden” und empfiehlt auch mein Buch “Das Entscheider-Buch – 15 Entscheidungsfallen und wie man sie vermeidet”.

Im Premium-Bereich des Online-Auftritts des Magazins können noch bis Ende April Arbeitshilfen von den verschiedenen Autoren kostenfrei heruntergeladen werden. Hier kommen Sie zu den Beiträgen.

@ ManagerSeminareDas Magazin ManagerSeminare bringt einen Artikel von mir als Titelaufmacher im Januar 2008. Das freut den Autor! Stolz bin ich natürlich auch. Wer gerne den Artikel Richtig entscheiden: Raus aus der Entscheidungsfalle lesen möchte, kann ihn auch online erwerben. 🙂

Ansonsten: Mein Buch lesen oder fleißig hier im Blog schmökern. 🙂


Teil V meiner Beitragsserie über erfolgreiches Entscheiden

UV Brille Transparent ohne Schrift 20131016Nach den Teilen I – IV dieser Serie wissen wir jetzt erheblich mehr über unseren Bedarf als es dem einen oder anderen Manipulator auf dieser Welt recht sein kann. Denn deren Tricks funktionieren oft nur, weil wir nicht exakt sagen können, was wir wollen. Aber mit den drei Kontrollelementen – der DNS unserer Entscheidung – geht das nicht mehr so einfach. 😎

Allerdings gibt es noch einen Wermutstropfen. Die drei Kontrollelemente bilden zwar unseren Bedarf ganz gut ab, aber Sie sagen nichts über unsere Prioriäten aus und sie beinhalten oft Überlappungen, die eine Alternativenbewertung ungenau werden lassen. Daher ist das Thema dieser Beitragsfolge der Bildung von Entscheidungskriterien gewidmet. Weiterlesen

Das Entscheider-BuchEndlich! Es ist soweit! Der von mir lang erwartete Moment ist da. Mein erstes Buch ist ab heute offiziell erhältlich. Ebenso die Website zum Buch. Wir Autoren müssen sehr langfristig denken, denn für viele ist das Erscheinungsdatum unseres Werkes bei Abschluss unserer Verträge mehr als ein Jahr entfernt. So lange musste ich zwar nicht warten, aber von dem Entschluss, mein Buch zu schreiben, bis zum heutigen Erscheinen verging tatsächlich über ein Jahr.

Nun gut, dass ich einen richtig guten Tag habe, können Sie sich sicher vorstellen. Aber was bringt Ihnen das Buch?

Entscheidungen sind verantwortlich dafür, wie gut wir unsere geschäftlichen und privaten Chancen nutzen. Wenn Sie das Gefühl haben, Sie hätten besseres verdient, Sie könnten noch mehr aus Ihrem Leben machen, dann sind Ihre persönlichen Entscheidungen der Schlüssel zum Glück. Weiterlesen

© Carmen Steiner - FOTOLIA

Vielleicht erinnern Sie sich noch, im Dezember habe ich darüber geschrieben, dass ich jetzt ein Buch schreiben würde. Am Anfang fiel es mir es mit ein wenig schwer und da war natürlich auch der Respekt vor dem vertraglichen festgelegten Umfang von 230 Seiten.

Vor knapp einem Monat war ich dann mit dem Rohmanuskript fertig. Es waren genau 229 Seiten! Ich weiß nicht, wieso, aber ich dachte, dass damit eine unbeschwertere Zeit beginnen würde. Man sitzt nicht mehr vor dem Bildschirm und versucht die Inhalte, die man in die Welt bringen will, in sinnvolle Worte zu bringen. 🙂

Nein, Sie sitzen dann vor dem Bildschirm und fragen sich, was Sie in einem Satz, der über sechs Zeilen geht, eigentlich sagen wollten. 😯 Wenn Sie es dann herausgefunden haben, wollen daraus fünf oder sechs kurze Sätze gemacht werden! Da ich kein Germanist bin, sondern Entscheidungserfolg Coach lag mir das zunächst nicht besonders. Auch das Training, hier im Blog verständliche Beiträge zu schreiben, hat mir da nur bedingt geholfen.

Gleichzeitig kürzen Sie bei der Überarbeitung jede Menge überflüssige Inhalte. Von den ursprünglich 229 Seiten blieben daher “nur” noch 275 Seiten. 😈

Klar: Neben den vielen gekürzten Passagen schreiben Sie auch neue Übergänge und erklären das eine oder andere genauer, was Testleser wider erwarten als nicht selbsterklärend angesehen haben.

Apropos Testleser: Erwarten Sie nicht zuviel. Es gibt jede Menge Leute, die sich Ihre Kapitel zuschicken lassen und danach lediglich ein “find ich gut” produzieren oder keine Zeit finden, hinein zu schauen. Die Wenigen, die es aber doch tun, sind natürlich eine unschätzbare Goldgrube.

Was machen Sie, wenn die Seitenzahl über das Ziel hinausschießt?

Das ist der Moment, an dem es schmerzhaft wird. Denn Ihr Verlag kalkuliert mit der Seitenzahl. Für ihn ist das Ganze eine Geschäft und bei einem Verkaufspreis von 19,90 EURO darf ein Buch nur X Seiten haben. Bei mir musste ein geliebtes Beispiel daran glauben und ein ganzes Kapitel über ein Thema, das nicht zu hundert Prozent für ein Buch über Entscheidungsfallen notwendig ist, fiel auch heraus.

Das sind jetzt erst einmal die Federn, die ich freiwillig im Vorfeld gelassen habe. Im nächsten Schritt werden jetzt die Profis vom Hanser Verlag darüber lesen. Da wird dann vielleicht das Eine oder oder andere noch heraus fliegen.

Damit liegt mein Buch jetzt im Zeitplan und Sie können sich im Kalender schon einmal den September anstreichen. Dann erscheint mein Buch beim Carl Hanser Verlag.

Natürlich halte ich Sie weiterhin auf dem Laufenden, wie der weitere Weg meines Buches in der Produktion aussieht. Ihre zahlreichen Mails haben mir gezeigt, dass viele von Ihnen gerne mehr darüber wissen würden, wie ein Buch ensteht und wie Sie Autor werden können.

Lesen Sie mehr dazu: Ein Buch kommt auf seinen Weg

© boldman - FOTOLIA

Meine treuen Leser wissen, dass ich immer wieder darüber schreibe, wie wichtig es ist, dass wir als Entscheider eine unternehmerische Vision haben. Meiner Ansicht nach ist es heute der Regelfall, dass diese Vision noch entwickelt werden muss. Man fragt sich allerdings, woran mag es denn liegen, dass so wenige Menschen ein klares Zukunftsbild haben?

Die Süddeutsche Zeitung ist dieser Frage in Ihrer Online-Community “jetzt.de” nachgegangen und fördert Interessantes zutage. Danach ist es die große Anzahl der uns gebotenen Möglichkeiten, die uns den Blick für die Zukunft verstellt. In einer normalen Entscheidungssituation hätte ich dann von der Angebotsfalle gesprochen. Für das Fehlen eines langfristigen Zielbilds hätte ich diesen Aspekt bisher nicht verantwortlich gemacht. Allerdings bezieht sich diese Aussage auf Studenten, also eine Zielgruppe, die über weniger Lebenserfahrung verfügt als meine Coachees. Daher lassen sich dort die Effekte unverfälscht beobachten.

„Die Gespräche, die wir hier erleben sind schon fast skurril“, sagt Holger Habenicht. Er leitet in Hannover bei der Agentur für Arbeit das Team akademische Berufe und erlebt in den Beratungsgesprächen Menschen an der Schwelle. An der Schwelle von der Schule zum Studium und an der Schwelle von der Ausbildung zum Beruf.

Dabei fragt Habenicht seine Klienten: „Wohin soll ich Sie vermitteln?“ Und die Antwort lautet oft: „Weiß ich nicht.“ Viele verstehen ihre Ausbildung mehr als das Wahren denn als das Wahrnehmen von Möglichkeiten.

Demnach fehlt es den jungen Leuten an einem Selbstbild und in der Folge an der Sicherheit, zu erkennen, was das Richtige für sie ist.

Meine Erfahrung sieht ähnlich aus. Viele Menschen sind sich ihrer eigenen beruflichen Mission nicht bewusst, also was ihre Aufgabe im Markt ist. Selbst wenn sie das wissen, fehlt es ein Stück weit an der Vorstellungskraft, wie eine potentielle Zukunft aussieht.

Das ist eigentlich nicht weiter dramatisch. Denn keiner von uns kann wissen, wie genau seine Zukunft in zehn Jahren aussieht. Leider wollen die meisten dann aber ein so genaues Bild davon entwerfen, als wollten Sie es in Stein meißeln. Dafür gibt es einen einfacheren Weg, über den ich bereits mehrfach geschrieben habe.

Wie sieht Ihre eigene unternehmerische Vision aus?