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Freiheit

Freiheit

Freiheit ist ein Gut, das uns ausschließlich durch seine Abwesenheit auffällt. Was hier so gedrechselt daherkommt, ist in Ländern wie Nord-Korea, dem Iran oder Weißrussland schmerzliche Realität. Spätestens seit der Wende gibt es auch hierzulande dagegen für Freiheitskämpfer keine aktuellen Jobangebote.

Eine freiheitliche Grundordnung bedeutet allerdings nicht, dass wir tatsächlich frei sind. Wir haben auch die Freiheit, unfrei zu sein. Wie viele Menschen diese Freiheit zur Unfreiheit wohl in Anspruch nehmen? Wer kann das wissen? Allerdings weiß ich, dass ich mich auch gerne selbst beschränke. Zum Beispiel scheue ich mich davor, einen potenziellen Kunden durch Akquiseanrufe zu stören.

Vertriebsprofis raten mir dann schon einmal: “Davon müssen Sie sich frei machen!” Ja, Skrupel sind echte Spielverderber! Es gibt da ein spannendes Buch über Psychopathen und was wir von ihnen lernen können. Psychopathen machen sich von einschränkenden persönlichen Skrupeln frei. Sollten wir dann psychopathischer sein, um frei zu sein?

Viele bewundern Menschen, die sie sich über die üblichen Skrupel hinwegsetzen. Ein gutes Beispiel dafür ist Wladimir Putin. Seine kompromisslose Haltung hat ihm hierzulande viele Fans eingebracht. Das mag stimmen, gleichzeitig machen uns Skrupel auch liebenswert. Was in einer Erfolgsgesellschaft oft als Makel gilt, verleiht uns doch eigentlich unseren Charakter.

Ich gebe es zu. Oft bin ich einfach nur ein Schisshase. Aber es sind auch meine Werte, die mich einschränken. Was nützte es mir, wenn ich meine Werte ignoriere? Was hat Martin Luther King in seiner I-have-a-dream-Rede gesagt? Er wünscht sich, dass seine Kinder eines Tages am Inhalt ihres Charakters gemessen werden und sie nicht nach der Farbe ihrer Haut bewertet werden. Analog wünsche ich mir, dass wir an unserem Charakter und nicht am Grad der Freiheit gemessen werden, die wir uns herausnehmen.

Wie sehen andere das? Ich habe keine Ahnung. Aber wie heißt es so schön? “Liebe kannst Du nicht kaufen.” Charakter auch nicht.

Wo aber bleibt dann unsere Freiheit, wenn der Charakter sie einschränkt? Freiheit ist unendlich. Nur weil wir das eine oder andere nicht machen wollen, zum Beispiel potenzielle Kunden stören, bedeutet es nicht, dass wir nicht trotzdem unsere Ziele erreichen.

Der direkte Weg mag vielleicht nicht frei sein, aber es gibt unendlich viele andere Wege zum Ziel. Wir müssen sie nur für uns entdecken. Zum Beispiel könnte es ja sein, dass sie jetzt diesen Beitrag lesen, weil er Sie interessiert. Sie haben den Entscheiderblog.de aus freien Stücken geöffnet. Möglicherweise finden Sie die Ideen hier so spannend, dass Sie mich für einen Vortrag in Ihrem Unternehmen buchen? Das mag ein indirekter Weg sein, aber er macht uns beiden bedeutend mehr Spaß, als wenn ich Sie bei einem wichtigen Gedanken im Büro störe.

Lässt sich ein Gelenk unabhängig voneinander in unterschiedliche Richtungen drehen, spricht man in der Technik von Freiheitsgraden. Wir selbst bestimmen durch unseren Charakter, wie viel Freiheitsgrade wir uns selbst geben. Wenn wir Charakter meinen, sprechen wir im Alltag gerne auch vom “Rückgrat“.

Wie viele Freiheitsgrade soll Ihr Rückgrat haben? Die Freiheit “nehm ich mir” und denke hin und wieder darüber nach. Wie in diesem Artikel. 🙂

Der SchreiAngst macht eng”, heißt es. Gerade für Entscheidungen trifft dieser Spruch zu. Manche Alterna­tiven könnten uns schneller zum Ziel führen. Doch wenn uns unsere Ängste dazwischen funken, ent­scheiden wir uns lieber für die risikoloseren Varianten.

Das “Risiko” findet allerdings eher im Kopf des Entscheiders statt. Möchte er sich beispielweise nicht bei der Kaltakquise oder in öffent­lichen Vorträgen blamieren, engt das seine Möglichkeiten zur Kundenakquise deutlich ein.

Was tun wir dann?

Es kommt darauf an. Auf der einen Seite stellen unsere Ängste ein selbstgeschaffenes Gefängnis dar. Auf der anderen Seite sollten wir uns nicht in Aktivitäten aufreiben, die nicht zu unseren persönlichen Talenten zählen.

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image »In meiner Zukunft bin ich absolut souverän!«

Souveränität ist eine der am meisten gewünschten Fähigkeiten für die eige­ne Zukunft. Doch was heißt das eigent­lich?

Bei Staaten bedeutet Souveränität die rechtliche Selbstbestimmung. Als der Irak vor dem ersten Golfkrieg im Scheich­tum Kuweit einmarschierte, ver­letzte er damit die Souveränität des OPEC-Mitglieds.

Als Entscheider erleben wir auch hin und wieder die Verletzung unse­rer Souveränität.

Regeln der Souveränität

Allerdings sind wir es, die die Regeln dafür machen. Regeln, die schnell zu einer unbeabsichtigten Selbstdemontage führen können.

Vielleicht möchte ein Kollege uns einen Rat geben, weil uns vielleicht noch die Erfahrung fehlt. Keine große Sache eigentlich. Aber nach un­seren Regeln verletzt er damit unsere Souveränität. Wir fühlen uns Bevormundet. Das geht schnell und führt meist zu ebenso schnellen Gegenmaßnahmen.

Staaten mobilisieren sofort ihr Militär, wenn ihre Souveränität ver­letzt wird. Unsere Gegenmaßnahmen fallen wahrscheinlich weniger drastisch aus.

Emotionale Selbstbestimmung

Doch hier kommt der entscheidende Unterschied. Während ein Staat seine Souveränität durch seine Reaktion möglicherweise erhalten kann, verlieren wir sie durch unsere Gegenmaßnahmen. Denn für die Persönlichkeit ist Souveränität die emotionale Selbstbestimmung.

»Ich hätte souveräner reagieren sollen«, kommentieren wir dann häufig zerknirscht.

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image Fortsetzung zum gestrigen Bei­trag. Im zweiten und letzten Teil beschäftigen wir uns heute damit, wie wir falsche/negative Konditio­nie­rungen verändern.

Viele unserer täglichen Ent­schei­dungen stammen aus der Konserve. Wir treffen sie nicht bewusst, sondern sie sind kon­di­tioniert. Viele davon erleichtern uns das Leben ungemein.

Bedenken wir nur, wie wir uns als Autofahrer durch den morgend­lichen Berufsverkehr kämpfen. Dabei entstehen ständig unüber­sicht­li­che Situationen. Trotzdem verschwenden wir kaum einen Gedanken daran.

Allerdings gibt es auch einige Konditionierungen, die uns daran hin­dern, unsere Ziele zu erreichen. So lassen wir uns zum Beispiel stän­dig neue Ablenkungen einfallen, um keine Kaltakquise machen zu müs­sen.

Konditionierungen brechen

Jede Konditionierung folgt einem ganz einfachen Muster: WENN X passiert, dann mache Y.

Gestern haben wir gelesen, der erste Schritt zu Veränderung liegt im Bewusstsein, was eine Konditionierung jeweils auslöst. Denn oft wis­sen wir gar nicht, dass wir konditioniert sind.

Also angenommen, wir wissen, was unsere Konditionierung auslöst. Wir wollen in Zukunft nicht mehr nervös sein, bevor wir in die Kaltak­quise einsteigen. Im Gegenteil, wir wollen voller Energie und Vorfreude sein und es gar nicht abwarten können, zum Telefonhörer zu greifen.

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image Denke ich über Gestaltungs­spielräume nach, muss ich oft an einen Grundsatz des Zivilrechts denken, der mich seit meinem Wirtschaft- und Rechts Leistungskurs aus gymnasialen Zeiten nicht mehr losgelassen hat.

“Geld hat man zu haben”. Damit wird begründet, dass niemand aus Geldmangel von einem Vertrag zurücktreten kann. Die Realität mag dem oft Hohn sprechen. Aber grundsätzlich sollte niemand Geschäfte abschließen, wenn er nicht über das nötige Kleingeld verfügt.

Entscheidungsgrundsatz

In Entscheidungen müsste es heißen,  “Gestaltungsspielräume hat man zu haben”. Das sagt der Entscheidercoach Kai-Jürgen Lietz – also ich.

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image Jahrelang hat Gerd Becker im Konkurrenzkampf mit seinem größeren Konkurrenten gestanden. Heute ist sein ehemalige Widersacher Max Witzel sein Schwiegervater. Becker leitet inzwischen die gemeinsame Firma nach der privaten und geschäftlichen Fusion.

Oft hatte er sich gefragt, was sein heutiger Schwiegervater wohl anders gemacht hat, wenn der ihm wieder einen Auftrag vor der Nase weggeschnappt hatte. Die Auftragsflaute im vergangenen Jahr gab Becker Zeit, die alten Akten zu studieren.

Ein Schocker

Was er dort zwischen den Zeilen las, ließ ihm den Atem stocken und die Haare zu Berge stehen. Der Grund, warum sein Schwiegervater so oft siegreich aus den Bietergefechten hervorging war ganz einfach.

Der Alte “schmierte” die Entscheider auf der Kundenseite. So spendierte er ein Workshop-Meeting auf Gran Canaria, organisierte eine Wandertour in den Alpen oder lud seine Kunden zu einer Safari nach Afrika ein.

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image Mein Blogger-Kollege Roland Kopp-Wichmann legt dieser Tage seine zweites Werk vor.

“Ich kann auch anders” klingt doppeldeutig und ist es auch. Denn Kopp-Wichmann schreibt über zehn Psychofallen und was wir dagegen tun können.

Was bei diesem Buch sofort auffällt: Es ist sehr einfühlsam geschrieben und das meine ich im besten Sinne. Denn Kopp-Wichmann holt den Leser genau da ab, wo er gerade ist.

Wir brauchen keinen Psychologiekurs, um zu verstehen, was der Autor uns vermittelt. Wir begegnen ihm auf Augenhöhe und das ist wohltuend.

Der Titel für dieses Buch könnte auch “das große Buch der Freiheit” heißen. Denn wir erfahren uns selbst darin und wo wir oft keine erlebte Handlungsfreiheit haben. Wir wollen immer nett, perfekt sein, haben Stress, weil wir nicht nein sagen können, uns fehlt die Motivation, ordnen uns Autoritäten unter, können uns nicht verkaufen, suchen nach Anerkennung oder unterdrücken unsere Emotionalität. Wer das nicht mehr will, kann jetzt etwas dagegen tun.

Rezension Ich kann auch anders

Kein Leser wird durch die 174 Seiten kommen, ohne sich nicht selbst bei der einen oder anderen Psychofalle wiederzuerkennen. Dieses Buch ist kein Ratgeber, denn der Autor sagt ganz richtig: “… Menschen mögen keine Ratschläge. Sie fragen zwar danach, wenden Sie aber nie an …” Dieses Buch ist in erster Linie eine Arbeitsbuch. Daher brauchte ich dafür auch gut zwei Wochen.

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image In diesen Tagen sprechen wir in den Medien immer wieder über Freiheit. Die kommende Bundestagswahl wird voraussichtlich auf geringes Interesse stoßen. Zur gleichen Zeit gibt es im Iran immer noch Menschen, die für ihr Recht auf freie und faire Wahlen ihre Haut zu Markte tragen.

Doch Freiheit hat eigentlich nichts mit Wahlen zu tun. Gebt uns eine wohlstandsorientierte Politik und eine klassenlose Gesellschaft und die meisten Menschen werden sich auf ihre persönliche Freiheit und ihr Wohlergehen konzentrieren.

Freiheit ist immer ein persönliches Gut.

Wir haben:

  1. Die Freiheit des Denkens
  2. Die Freiheit des Handelns
  3. Die Freiheit, unsere Gedanken offen auszusprechen
  4. Die Freiheit, die Früchte unseres Denkens und Handelns zu ernten und zu nutzen.

Das Fundament

Die Basis all dieser Freiheiten ist natürlich die Freiheit des Denkens. Eine Freiheit also, die uns niemand nehmen kann. “Niemand” ist nicht ganz richtig. Denn wir selbst können sie uns sehr wohl nehmen.

Manche verfallen vielleicht einer religiösen Sekte oder einer extremistischen Gruppierung. Andere sperren ihr Denken in Überzeugungen, wie etwa “ich kann doch nichts” oder “das kann man doch nicht machen” oder “dafür fühle ich mich nicht zuständig” ein.

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Vor einigen Wochen habe ich im Auftrag der Wirtschaftsförderung Bad Homburg einen Vortrag gehalten. Für ein paar Vorbereitungen kam ich etwas früher. Während ich so vor mich hin werke, füllt sich der Saal mit Gästen und die ersten Gespräche branden auf.

Small Talk

Das Thema: Die Krise und Probleme mit dem Geschäft. Selbständige, die seit Monaten keine neuen Aufträge bekommen haben, Manager, die um ihre Jobs fürchten und Unternehmer, die nicht wissen, ob sie sich noch “Unternehmer” nennen dürfen.

Das Lamento hören wir in diesen Tagen häufig. Denn ein Jahr Krise hat ihre Spuren hinterlassen. Für Viele sind die Gestaltungsspielräume minimal geworden.

Fehlende Gestaltungspielräume

Über Gestaltungsspielräume habe ich schon viel geschrieben. Allerdings merken wir inmitten einer Krise, was es wirklich für uns bedeutet, wenn sie fehlen. Wir können nicht frei handeln, nicht mehr das tun, was wir wollen, sondern was uns die Situation diktiert.

Da kann man nichts machen, die Krise ist daran schuld! Vielleicht denken das Viele, aber so ist es leider oder vielmehr zum Glück nicht.

Unsere heutigen Gestaltungsspielräume sind das Ergebnis unserer vergangenen Entscheidungen. Das haben Sie hier bestimmt schon gelesen, oder?

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© Mauro Saivezzo - Fotolia.com

Wir Deutschen haben es gut. Verglichen mit anderen Teilen der Welt genießen wir ein hohes Maß politischer und persönlicher Freiheit. Theoretisch könnten wir alles tun, was wir wollen.

Um so erstaunlicher finde ich, dass wir es oft genug nicht tun. Unsere Rechte sind in erster Linie ein Potenzial. Wir können sie ausschöpfen, wir müssen aber nicht.

Ungeliebte Selbstdisziplin

Freiheit und Selbstdisziplin sind die beiden Seiten einer Medaille. Menschen mit Selbstdisziplin machen sich häufig nicht beliebt, weil sie als ehrgeizig gelten. Streber eben.

Verpflichtung für uns selbst

Tatsächlich bedeutet Selbstdisziplin ja nichts anderes, als sich selbst und anderen gegenüber seine Versprechen einhalten zu können.

Was passiert, wenn ich diese Selbstdisziplin nicht leben möchte? Dann kommt der große Rechtfertigungsblues, warum ich nicht da bin, wo ich eigentlich hin gehöre. Die anderen sind schuld, weil sie mir keine Chancen gegeben haben oder meine Arbeit nicht zu schätzen wissen. 😮

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