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Sinn »Das Leben ist so unfair! Wenn ich auch solche Chancen bekä­me, würde ich mich mehr an­strengen!«

Gestaltungsspielraum ist das  Er­gebnis unserer vergangenen Entscheidungen. Das ist trivial, wird aber von vielen schnell ver­gessen.

Ein motivierter Mitarbeiter bekommt mehr interessante Aufgaben als einer, der nur Dienst nach Vorschrift verrichtet.

Motivation nach Vorschrift

Mit der Motivation ist das allerdings so eine Sache. Denn viele glauben, das habe etwas mit dem eigenen Chef zu tun. Also ist der Chef in Ordnung, dann sind die Mitarbeiter motiviert.

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Gestaltungsspielraum »Ich hätte hier anders ent­scheiden müssen!« So Ludwig Klein*, nachdem sich sein wert­vollster Mitarbeiter per Kündi­gung verabschiedet.

Ein Jahr zuvor hatten beide über eine Lohnerhöhung oder alternativ über eine Erfolgsbeteiligung verhandelt. Damals war Klein noch stolz darauf gewesen, dass sein Mitarbeiter klein bei gab und sich mit einer Einmalzahlung (Bonus) zufrieden gab.

Angesichts des jetzt drohenden Verlusts von Know-How und Einfluss bei diversen Kunden bot Klein dem Mitarbeiter dieses Jahr erheblich mehr an. Doch natürlich ging es jetzt nicht mehr um rationale Argumente.

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Kennen Sie das auch? Sie haben einen begabten Kollegen oder Freund. Wenn Sie eine gute Idee, eine schnelle Lösung brauchen oder einen genialen Redner. Sie wählen seine Nummer und sie haben ihn. Doch das Schlüsselwort ist hier »begabt«. Denn viele dieser Talente bekommen ihre Fähigkeiten nicht auf die Straße.

Versagen ohne Grund

Der eine ist zu ängstlich, der nächste traut sich nichts zu, wieder ein anderer kann keinen Konflikt ertragen oder ist nicht tolerant genug, eine gegensätzliche Meinung stehen zu lassen.

Das alles sind echte Erfolgskiller. Da muss jemandes Begabung schon außergewöhnlich sein, dass die Umwelt seine Fehler toleriert. Solche Entscheider erleben häufig extrem geringe Gestaltungspielräume.

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image »Wofür entscheide ich mich jetzt?« So beginnen die meis­ten Entscheidungen. Vielleicht stellt der Vorgesetzte uns vor eine Wahl oder ein Kunde fragt uns nach einer Extrawurst.

Im jeden Fall müssen wir auf die Situation reagieren und sind in dem Moment nicht ihr Gestalter.

»So läuft es eben! Wir können es uns nicht immer aussuchen. Schließlich leben wir nicht auf dem Ponyhof«

Das denken wir vielleicht und das mit dem Ponyhof stimmt sogar für die meisten von uns. Tatsächlich aber könnten wir die Situation mit nur einer einzigen Veränderung komplett drehen.

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image »In meiner Zukunft bin ich absolut souverän!«

Souveränität ist eine der am meisten gewünschten Fähigkeiten für die eige­ne Zukunft. Doch was heißt das eigent­lich?

Bei Staaten bedeutet Souveränität die rechtliche Selbstbestimmung. Als der Irak vor dem ersten Golfkrieg im Scheich­tum Kuweit einmarschierte, ver­letzte er damit die Souveränität des OPEC-Mitglieds.

Als Entscheider erleben wir auch hin und wieder die Verletzung unse­rer Souveränität.

Regeln der Souveränität

Allerdings sind wir es, die die Regeln dafür machen. Regeln, die schnell zu einer unbeabsichtigten Selbstdemontage führen können.

Vielleicht möchte ein Kollege uns einen Rat geben, weil uns vielleicht noch die Erfahrung fehlt. Keine große Sache eigentlich. Aber nach un­seren Regeln verletzt er damit unsere Souveränität. Wir fühlen uns Bevormundet. Das geht schnell und führt meist zu ebenso schnellen Gegenmaßnahmen.

Staaten mobilisieren sofort ihr Militär, wenn ihre Souveränität ver­letzt wird. Unsere Gegenmaßnahmen fallen wahrscheinlich weniger drastisch aus.

Emotionale Selbstbestimmung

Doch hier kommt der entscheidende Unterschied. Während ein Staat seine Souveränität durch seine Reaktion möglicherweise erhalten kann, verlieren wir sie durch unsere Gegenmaßnahmen. Denn für die Persönlichkeit ist Souveränität die emotionale Selbstbestimmung.

»Ich hätte souveräner reagieren sollen«, kommentieren wir dann häufig zerknirscht.

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WasserglasJe größer unser Gestaltungsspielraum ist, desto bessere Alternativen können wir entwickeln. Berater sprechen immer ganz natürlich von diesen Spielräumen, aber sel­ten genug sehen wir jemanden “spielen”. 🙂

Gut genug?

Was hat es also damit auf sich? Aus meiner Sicht ist unser Ge­stal­tungs­spielraum der Bereich unserer Möglichkeiten, den wir für uns nutzen können.

Gestaltungsspielraum_eins

In der Grafik ist der graue Bereich unser Gestaltungsspielraum. Angenommen, wir suchen eine neue Wohnung. Die Alternativen, die in Frage kommen (die blauen Smileys), begeistern uns nicht. Aber für unser Budget gibt es eben nichts Besseres. Die Alternativen (gelbe Smileys) im grünen Chancenraum sind außerhalb unserer Mög­lich­kei­ten.

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image In unserem Leben kann viel schief gehen, das wissen wir. Der gut­be­zah­lte Job, den wir annehmen, kann sich als Albtraum mit gutdo­tier­tem Schmer­zens­geld erweisen. Die In­ves­ti­t­i­on in einen neuen Markt kann zum Rohr­kre­pie­rer werden und das ganze Unternehmen rein­rei­ßen.

In den Unternehmen treffen wir keine Entscheidung, ohne dass nicht auch über die damit verbundenen Risiken nachgedacht wird. Allerdings meinen wir umgangssprachlich oft etwas anderes, als die Wissenschaftler.

Entscheiden unter Risiko

In der Entscheidungslehre bedeutet Risiko, dass wir wissen, mit welcher Wahrscheinlichkeit bestimmte zukünftige Ereignisse ein­tref­fen. Es kann also zum Beispiel mit 73% Wahrscheinlichkeit so wie geplant laufen oder mit 17% Wahrscheinlichkeit anders.

Nicht risikolos

Liegen keine soliden statistischen Daten vor, kennen wir die Eintrittswahrscheinlichkeiten nicht. Dann ist Pi mal Daumen an­ge­sagt. Während Pi bei 3.14159265 liegt, sieht jeder Daumen anders aus.

Diese verschärfte Form nennt sich bei den Wissenschaftlern Entscheiden unter Unsicherheit, wenn noch nicht einmal die Ein­tritts­wahr­schein­lich­kei­ten bekannt sind.

Babylonisches Risiko

Uns selbst ist natürlich das Gefühl nicht fremd, dass uns die eine oder andere Alternative zu riskant ist. Wir fühlen uns dann zu unsicher, für diese Entscheidung. Das war zwar so vom Wissenschaftler nicht gemeint, muss uns aber auch nicht weiter stören. 🙂

Allerdings sollten wir uns bewusst sein, dass Wissenschaft und Praxis nicht von denselben Dingen sprechen, auch wenn sie dieselben Worte verwenden. 😯

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image “Ich habe einen großen Auftrag für Sie. Sind Sie dabei?”

“Nein. Ich würde gerne. Aber ich habe kein Geld mehr. Das Geschäft wird mir gerade unter dem Hintern weggepfändet.”

“Lässt sich da gar nichts machen?”

“Leider habe ich da keinen Gestaltungsspielraum mehr.”

Wenn wir keine Wahl mehr haben, sind wir auch keine Entscheider mehr. Wir sind dann nur noch Akteur auf einem vorgezeichnetem Weg.

Die alten Germanen glaubten daran, dass die Nornen in Nürnberg ih­ren Schicksalsfaden spinnen und das Schicksal daher unausweichlich sei.

Heute sitzt dort die Bundesagentur für Arbeit und bestimmt das Schicksal Millionen Arbeitsloser. Es scheint also etwas dran zu sein mit den Schicksalsgöttinnen.

Der Raum in dem gespielt wird

Aber zurück zum Thema. Was öffnet uns denn Gestaltungsspielräu­me? Geld mag uns als erstes in den Sinn kommen. Da jeder Geld haben will, können wir es einsetzen, um neue Handlungsoptionen zu bekommen.

Gestaltungspielräume haben bedeutet schlichtweg, dass wir an­de­ren etwas zu bieten haben. Sie öffnen uns andere Wege, die wir an­sonsten nicht begehen könnten. Am einfachsten ist das nun einmal mit Geld. Aber auch ein gut gepflegter Kontakt wird sich hin und wieder revanchieren wollen oder will uns für die Zukunft auf seiner Seite wissen.

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image Denke ich über Gestaltungs­spielräume nach, muss ich oft an einen Grundsatz des Zivilrechts denken, der mich seit meinem Wirtschaft- und Rechts Leistungskurs aus gymnasialen Zeiten nicht mehr losgelassen hat.

“Geld hat man zu haben”. Damit wird begründet, dass niemand aus Geldmangel von einem Vertrag zurücktreten kann. Die Realität mag dem oft Hohn sprechen. Aber grundsätzlich sollte niemand Geschäfte abschließen, wenn er nicht über das nötige Kleingeld verfügt.

Entscheidungsgrundsatz

In Entscheidungen müsste es heißen,  “Gestaltungsspielräume hat man zu haben”. Das sagt der Entscheidercoach Kai-Jürgen Lietz – also ich.

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ArtRage Pro Stehen wir vor einer wichtigen Entscheidung, sollten wir eigentlich wissen was wir wollen und nicht auf die Hilfe anderer angewiesen sein. Aber so leicht ist es oft nicht. Denn viele gute Handlungsalternativen entdecken wir erst mit fremder Hilfe.

Schon als Kind waren wir froh, wenn wir auf die Erfahrung unserer Eltern setzen konnten. Sie haben uns neue Wege gezeigt, die wir noch gar nicht kennen konnten.

Der falsche Weg

Daher ist es die natürlichste Sache der Welt, andere um ihre Hilfe zu bitten. Leider gibt es dafür auch einen falschen Weg. Manchmal sind wir faul und fragen einfach: “Was würdest Du in dieser Situation machen?” Jeder Entscheider ist anders. Daher kann diese Frage und die Antwort darauf ziemlich ins Auge gehen.

Wie der andere sich entscheiden würde – das ist der Hintergrund der Frage – ist nicht relevant.

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