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imageDer Herbst bringt jeden Ent­schei­der in neue Ge­wis­sens­nö­te. Gerade erst haben wir uns am Sommereis und gegrillten Würstchen satt gegessen, da drohen Zwiebelkuchen und Fe­der­weißen alle guten Vorsätze für einen schlanken Herbst zu­nich­te zu machen.

Glaubt man der Statistik, treffen die Deutschen schlechte Er­näh­rungs­ent­schei­dun­gen und nehmen im Vergleich zu anderen EU-Länder eine Führungsposition bei Adipositas (Fettleibigkeit) ein in der EU.

Essen heißt Entscheiden

Was wir essen ist jeweils eine Entscheidung, die wir für uns treffen. Die Konsequenzen nehmen wir allerdings nicht billigend in Kauf. Im Gegenteil: Wer Übergewicht hat, ist oft nicht glücklich darüber. Allerdings fehlt die Disziplin, anders zu handeln.

Mit einer Diät unterwerfen wir uns einem künstlichen Mangel, bis wir unser Zielgewicht erreicht haben oder wahlweise bis wir genug davon haben.

Gegen unseren Willen

Allerdings wollen nur ganz wenige Menschen gerne fett sein. Daher handeln wir offensichtlich gegen unsere Interessen, oder nicht?

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Feder

Oft sind kleine Entscheidungen alles, was Erfolg und Misserfolg trennt.

Das beste Beispiel für die Bedeutung von kleinen Entscheidungen er­le­ben wir beim Thema Ernährung und Gesundheit.

Da gibt es die einen, die jeden Tag gesund leben, nicht zu viel und ausgewogen essen, die Alkohol und Zigaretten meiden und ein ge­sun­des Maß an Fitness (Treppen steigen) in ihrem Leben haben.

Und es gibt andere, die sich gerne etwas “gönnen” und das Ge­gen­mo­dell leben, also rauchen und trinken, vielleicht auch übermäßige An­stren­gun­gen meiden. In ihrer Wahrnehmung leben sie auch gesund. Vielleicht werden hin und wieder Diäten eingeschoben und für ein halbes Jahr ein Fitness-Studio besucht. Das Leben ist schön!

Das Ergebnis

Beide fühlen sich damit wohl. Die Unterschiede entstehen erst spät, meistens wenn sich beide Gruppen dem Rentenalter nähern. Dann ist die erste Gruppe noch fit und wird es auf absehbare Zeit auch blei­ben, während die zweite Gruppe dazu neigt, das Gesundheitssystem vor große Herausforderungen zu stellen.

Für ein Umsteuern ist es dann zu spät, weil der Schaden schon ent­stan­den ist.

Die täglichen kleinen Entscheidungen

Nicht anders ist es mit allen unseren Entscheidungen. Ich kann heute problemlos die eine oder andere Sache aufschieben. Das hat unmittelbar keine Auswirkung auf mich. Später hole ich alles mit in­ten­si­ver Arbeit unter Druck nach. Was ist schon das Problem dabei, so­lan­ge ich meine Zusagen einhalten kann?

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image Große Persönlichkeiten haben oft ihren eigenen Arbeitsstil und ihre eigenen Methoden. Leider erfahren wir davon meist wenig. Wenn dann eine solche Persönlichkeit seine Autobiographie ver­fasst, können wir darin oft richtige Perlen entdecken.

So ging es mir mit der Autobiographie von Benjamin Franklin (1706 – 1790). Der berühmte Amerikaner war Staats­mann, Autor, Erfinder, Drucker und Wis­sen­schaftler.

Universalgenie

Menschen wie Franklin werden gerne als Universalgenie bezeichnet, weil sie sich in so vielen Gebieten erproben. Trotzdem fragen wir uns vielleicht, wie er in seiner Lebensspanne so viel erreichen konnte.

Was mich zunächst wunderte, der berühmte Mann führte kein Tagebuch. Seine Autobiographie ist ein kleines Büchlein in vier Teilen, das über mehre Jahre geschrieben wurde. Wie konnte er dann so viel erreichen?

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Weil das Thema Nachhaltigkeit so wichtig ist, erleben wir heute eine Premiere. Ich habe den Schweizer Blogger Reto Stauss vom Blog “nachhaltig beobachtet” gebeten, einen Gastbeitrag zu schreiben.

Reto StaussEine Frage, welche immer mehr Entscheidungsträger beschäftigt und auf welche ich gerne eine (unvollständige) Antwort geben möchte. Bevor wir aber versuchen können, müssen wir noch eines klären: was steckt eigentlich hinter dem Begriff Nachhaltigkeit?

Was ist Nachhaltigkeit?

Was wird in diesem Beitrag unter Nachhaltigkeit verstanden? Kurz: ein dauerhafter Gleichgewichtszustand. Oder nach Brundtland „Die Menschheit ist einer nachhaltigen Entwicklung fähig – sie kann gewährleisten, dass die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt werden, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zur Befriedigung ihrer eigenen Bedürfnisse zu beeinträchtigen.“ Holger Rogall, Professor für Umweltökonomie an der Fachhochschule für Wirtschaft Berlin (FHW), unterscheidet im Zieldreick der Nachhaltigkeit folgende Aspekte: Ökonomie, Ökologie und Sozial-kulturell.

Mögliche Entscheidungskriterien

Reichlich abstrakt, wenn man damit im Tagesgeschäft praktische Entscheidungen fällen will. Welche Kriterien können wir heranziehen, wenn wir gemäss obigem Verständnis nachhaltig entscheiden möchten?

  • Mitarbeitern wird ein Umfeld geboten, in welchem sie angemessen bezahlt werden, ihre Arbeit in gewünschter Qualität erbringen können und ihren Bedürfnissen (Lebensqualität und Gesundheit) Rechnung getragen wird.
  • Die Zivilgesellschaft (sozialer Frieden und demokratische Strukturen) und der Staat (ausgeglichener Haushalt) werden intakt und funktionstüchtig erhalten. Zwischenstaatlich wird Ausgleich und gleichwertige Verhältnisse angestrebt.
  • Das Ökosystem mit Atmosphäre, Wasser und Böden werden intakt und funktionstüchtig erhalten. Der Verbrauch von nicht-erneuerbaren Ressourcen wird minimiert und der Nutzen optimiert. Fauna und Flora werden achtsam behandelt.

Ganz klar müssen wir über den Pegel des Geldsäckels per Monatsende hinausdenken und auch nichtmonetäre Aspekte miteinbeziehen. Nicht nur die Wirtschaft darf uns interessieren, sondern auch die Systeme, in welche sie eingebettet ist und vital für ein Funktionieren sind: Gesellschaft, Zivilisation, Planet.

Auf den Punkt gebracht: verhalten wir uns als Manager (Verwalter) und streben Bonus- und Gewinn-relevante Messgrössen an oder leben wir Enterpreneurship im Sinne Günter Faltins auch im Bereich Nachhaltigkeit?

© Jari Aherma - FOTOLIA

Heute ist Sonntag. Daher wieder ein Beitrag, der sich nicht mit unternehmerischen Entscheidungen befasst.

Vergangene Woche ist die Gesetzesinitiative der Bundesregierung zum Nichtraucherschutz gewissermaßen abgeraucht. Der Bund ist dafür nicht zuständig, wie sich jetzt herausstellt. Jedes Bundesland wird daher seine eigenen Regeln machen (Bayern) oder es lassen (Saarland, Niedersachsen) Das ist schade für alle Raucher und Nichtraucher. Für die Raucher, weil sie sich demnächst penibel erkundigen müssen, wo und ob sie rauchen dürfen oder ob sie bereits dabei sind, eine Straftat zu begehen. (Der Jurist wird mich jetzt streng ansehen und darauf hinweisen, dass Rauchen im schlimmsten Fall eine Ordnungswidrigkeit sein wird)

Die Nichtraucher können sich jetzt ihr persönliches Lieblingsbundesland aussuchen. Nach jetzigem Stand wird das wohl Bayern sein.

Interessant finde ich die Begründungen der jeweiligen Bundesfürsten. Peter Müller (er ist Raucher) und Christian Wulff finden, dass die Menschen selbst entscheiden sollen, ob Rauchen im Lokal oder der Kneipe angebracht ist oder nicht. Die beiden Politiker sind also der Meinung, die bisherigen Regeln haben sich bewährt.

Die Realität ist eine seltsame andere Sache. Denn offensichtlich haben das einige Bundespolitiker anders gesehen, sonst hätten sie vielleicht nicht ihre Zeit in eine Gesetzesvorlage investiert.

Wahrscheinlich darf man den bajuwarischen Vorstoß nicht in die Bewertung mit einbeziehen. Denn die Bayern waren schon immer anders und wie wir seit der Bundestagswahl wissen wohl auch intelligenter als der Rest Deutschlands (Danke Edmund für diese tiefe Einsicht). 😉

Ich habe natürlich dazu meine ganz eigene Meinung. 🙂

Ich glaube nicht, dass eine Nichtregelung funktionieren wird. Unsere Politiker sprechen hier ja immer von Freiwilligkeit und Selbstverpflichtung. Tatsächlich geht es hier gar nicht um Freiwilligkeit. Wie viele Raucher kennen Sie, die zumindest einmal versucht haben, von den Zigaretten loszukommen? Zigaretten sind ja nicht einfach nur Genussmittel, wie z.B. Schokolade. Nein, Tabak ist eine extrem süchtig machende Droge. Bereits wenige Zigaretten reichen aus, um jemanden abhängig zu machen. Wer einmal einen starken Raucher in einer vierstündigen Sitzung ohne Raucherpause beobachten konnte, wird nicht mehr der Meinung sein, dieser könnte frei entscheiden. 😯

Sicher, viele Raucher bemühen sich um Rücksichtnahme. Allerdings wird es immer einige geben, die sich sich nicht daran halten können, weil Sie ihrer Sucht nicht widerstehen können. Das wirkt dann wie ein Einfallstor. Raucher, die sich vorher in Rücksicht geübt haben, orientieren sich an den nicht so rücksichtsvollen Rauchern, da Ihr Verzicht keinen Sinn mehr macht. Voilà die Kneipe, das Restaurant, die Bar ist verraucht.

Demnach kann beim Nichtraucherschutz nichts auf Freiwilligkeit basieren. Denn diejenigen, auf deren freiwillige Rücksichtnahme dabei gesetzt wird, haben diesen freien Willen ja nicht 😯

Ich weiß, kein Raucher wird sich gerne als Suchtkranker sehen und ich sehe das für gewöhnlich auch nicht so. Nur denke ich, das es wohl nicht so funktionieren wird, wie Peter Müller und Christian Wulff das gerne sähen.

Auch wenn die Bayern immer etwas anders sind, so basiert deren Vorgehensweise durchaus nicht nur auf reiner Meinungsmache (“mir san anners”), sondern der bayerische Staat hat bereits sehr viel Erfahrung in freiwilligen Selbstbeschränkungen zum Nichtraucherschutz gesammelt. Vielleicht sind ja die Bayern diesmal Vorreiter? 🙂
Was denken Sie?