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© Maksim Shmeljov - FOTOLIA

Donnerstag vor einer Woche bin ich mit dem Zug zu einer Konferenz gefahren, auf der ich einen Vortrag über Entscheidungsfallen halten sollte. Wie es der Zufall so wollte, saß ich neben einem jungen Doktoranden, der auf seinem Notebook mit Entscheidungsbäumen operierte. Klar habe ich ihn darauf angesprochen. Ja, sein Lehrstuhl berät die großen Stromversorger bei ihren Entscheidungen, welche Kraftwerke gebaut werden sollen.

Nachhaltigkeit nicht eingebaut 

Es geht dabei immer gleich um Milliardeninvestitionen. Entsprechend sorgfältig gehen die Entscheider damit um. Denn so ein Kraftwerk soll danach 40 Jahre laufen. Der Provokateur in mir fragt sich dann allerdings, ob Manager diese Entscheidung tatsächlich treffen sollten. Denn wie lange wird er wohl im Unternehmen bleiben? Wenn ich ohnehin weiß, dass ich vielleicht noch 5 Jahre im Unternehmen bleiben werde, könnte es ja sein, dass ich meine Entscheidung auf diesen Zeitraum optimiere. Was danach passiert, ist mir dann vielleich nicht mehr so wichtig.

Ein typisches Anreizproblem für Manager. Denn Unternehmer denken ganz anders. Da kann es durchaus passieren, dass einer 30 Jahre am Ruder ist. Leider gibt es wenig Energieversorger, die sich in Familienbesitz befinden.

Verantwortung spüren über den Job hinaus

Eine neue Idee: Die Rente der Manager, die über ein Kraftwerk entscheiden, sollte von dem Erfolg des Kraftwerks in der Zukunft abhängig sein. 🙂 Was halten Sie davon?

Laufzeit unserer Entscheidungen 

Aber zurück zum Thema. 40 Jahre ist natürlich ein sehr langer Zeitraum über den eine Entscheidung Bestand hat. Da bekommen wir ganz schnell Respekt. Für solche Entscheidungen würden wir uns auch Zeit nehmen, oder?

Wie sieht es denn mit der Entscheidung über die eigene Berufsausbildung aus? Wieviel Zeit nehmen sich da unsere jungen Leute tatsächlich? Eher keine, wie ich mir immer wieder sagen lasse. Denn heute kann man sich ja glücklich schätzen, wenn es eine freie Lehrstelle gibt oder einen freien Platz an der Uni.

Allerdings müssen wir noch nicht einmal in so elementare Entscheidungen hineingehen.

Unbewußt oder Bewußtlos?

Nehmen wir für unsere Einkäufe heute das Auto oder das Fahrrad? Wie lange glauben Sie bleibt das Kohlendioxid aus dem Auspuff Ihres Wagens in der Atmosphäre?

Kommt darauf an, wie groß die Kapazität der Planzenwelt ist, das schädliche Gas wieder abzubauen. Wie sieht es dann aus, wenn diese geringer ist, als die ständig erzeugte neue Menge? Da kommen wir in ähnlich Bereiche wie der Energieversorger. OK, von den Auswirkungen spüren Sie jetzt vielleicht nichts, weil wir hier wieder über die Rationalitätenfalle sprechen.

Wir greifen uns selbst in die Tasche

Lustig nur, dass Ihre Rente davon abhängt. Denn je unwirtlicher das Klima wird, je schwieriger der Nahrungsmittelanbau und je höher die Gefahr für Missernten sind, desto hörer werden Ihre Kosten der allgemeinen Lebenshaltung sein. 😮 Der Klimawandel sorgt quasi dafür, dass uns unsere Entscheidungen genauso einholen, wie es bei dem Manager des Energieversorgungsunternehmens sein sollte.

Es ist lediglich die Frage, ob wir das heute schon realisieren oder ob wir uns erst Gedanken über Nachhaltigkeit machen, wenn wir keine Leistungs- sondern eine Leidensgesellschaft sind. 😉

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen! 😉

© Orhan Veli - Fotolia.com

Seit Monaten überschlagen sich die Medien mit den Gefahren des Klima-Wandels. Eine Majorität prophezeit uns eine düstere Zukunft und es gibt natürlich auch noch eine Minderheit, die den Klima-Wandel als großen Schwindel bezeichnet.

Ganz unabhängig davon, ob er tatsächlich kommt, ist es natürlich ein Segen, dass inzwischen wohl die Ganze Welt das eine oder andere unternimmt, um die Umwelt zu entlasten.

Aber zurück zu den düsteren Prognosen. Durch die Erwärmung sollen demnach die Polkappen schmelzen und viel fruchtbares Land im Meer versinken, während der Klimawandel viele heute landwirtschaftlich genutzte Gebiete vesteppen läßt, weil sie buchstäblich austrocknen werden. 😮

Die Folge: Eine wachsende Weltbevölkerung sieht sich einem stetig schrumpfenden Nahrungsangebot gegenüber. Gleichzeitig schwinden auch Rohstoffe und fossile Energieträger (das ist allerdings keine Auswirkung des Klimawandels).

Bei funktionierenden Märkten führt das zu stark steigenden Preisen von Agrarprodukten (Hunger) und Rohstoffen (Arbeitslosigkeit). Wenn allerdings diese Güter gehortet werden aus Gründen einer Abschottungspolitik, kann das im schlimmsten Fall zu Kriegen führen. 😈

Ich bin kein Freund von Katastrophenszenarien, daher will ich nicht in das vielstimmige Konzert der Medien einstimmen. Allerdings stellt sich doch die Frage, wie wir als einzelne Entscheider mit dem potentiellen Risiko umgehen. Risiken enthalten auch immer Chancen, wenn wir rechtzeitig richtig investieren.

Wahrscheinlich haben Sie bereits über einschlägige Wertpapiere in Rohstoffe investiert und denken vielleich auch darüber nach, in sog. soft commodities (Agrarprodukte) zu investieren. Das mag in den auf uns zukommenden Szenarien vermögenssteigernd sein und ist sicher die richtige Strategie, wenn alle Märkte weiter funktionieren. Dann werden Sie keinen Hunger leiden, wenn die Preise steigen, denn Sie haben ja Geld. Anders sieht es aus, wenn es zu Rationierungen kommt. Dann hilft Ihnen Ihr Geld leider auch nichts mehr. Denn selbst ein Hunderteuroschein hat einen erschreckend geringen Nährwert. 😯

Nein, im Falle des Falles werden Bauern in fruchtbaren Gebieten wohlhabend, wenn nicht reich werden. Eigentümer von Schrebergärten, auf denen Sie ihren Eigenbedarf anbauen gehören zu den Glücklichen und wir Geistesarbeiter und Dienstleister schauen derweil in die Röhre! 😮

Gehe ich jetzt los, um mir einen Schrebergarten oder ein Bauerngut zu kaufen? Nö, warten wir mal ab, was die Zeit so bringt. 😉