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Zorn»Ich wünschte, das wäre alles nicht passiert!« Kennst Du das auch? In einem kleinen Moment der Schwäche machen wir einen vermeidbaren Fehler und die Konsequenzen verfolgen uns wie die Zombies in einem schlechten Film. Doch anstatt der Zombies, sind wir es, die stöhnen und das Schicksal verfluchen.

Also, wir haben einen Fehler gemacht. Das ist menschlich. Wer lebt, macht nicht immer alles richtig. Das ist nicht tragisch. Doch dann kommen die Vorwürfe vom schlechtesten Chef aller Zeiten.

Bosses Mund tut Schmerzen kund

»Du hast mich schwer enttäuscht!« »Was hast Du Dir dabei nur gedacht?”« »Ich hätte mir eigentlich denken können, dass Du das vermasselst!« »Wer sonst, als ausgerechnet Du, musste hier versagen

Unter dem Druck der Anschuldigungen geht es uns natürlich nicht gut. Unsere Körperhaltung macht alles klar. Hier steht ein steht ein geschlagener Krieger. Der ist nicht ernst zu nehmen.

Zum Versagen geboren

Ab dem Zeitpunkt käme es schon einem Wunder gleich, wenn uns noch etwas Gutes gelänge. Denn unser geschlagenes Selbstwertgefühl lässt uns nur noch zweitklassige und schlechte Alternativen sehen. Die wichtigste Person beim Entscheiden ist eben der Entscheider selbst.

Der Chef und unser Privatleben

Warum lassen wir den schlechtesten Chef nicht das sein, was er ist? Eine Person, die ganz offensichtlich nicht unser Bestes im Sinn hat. Eine Person, mit dem wir am besten nichts zu schaffen haben sollten. Stattdessen laden wir sie zu uns nach Hause ein, verbringen unsere Freizeit mit ihr und lassen sie an allem teil haben.

Der innere Kritiker

Denn diese Person ist unser innerer Kritiker. Wie ein schlechter Chef stellen wir unrealistische Erwartungen an uns. Erwartungen, die niemand erfüllen kann. Denn wir sind Menschen. Wir dürfen uns hohe Ziele setzen, aber wir sollten uns auch die Möglichkeit einräumen, dazu zu lernen und Fehler zu machen.

Ein Glaubenssatz der Vieles verändert

Ich gebe es zu. Ich habe auch immer sehr hohe Erwartungen an mich. Daher stellen mich Erfolge selten zufrieden. Ich finde immer etwas, was hätte besser laufen können. Aber gleichzeitig habe ich vor einigen Jahren eine Einstellung zu mir gefunden, die es mir ermöglicht auch mit meinem gelegentlichen Stolpern konstruktiv umzugehen.

Es ist ein Glaubenssatz, der ganze Welten bewegen kann: »Ich kann mich nicht enttäuschen. Das ist nicht möglich. Ich liebe, was ich mache und wie ich es mache!«

Seitdem bin ich mir selbst ein besserer Chef. Wenn ich heute in den Sack haue, dann berührt mich das kaum mehr als eine rundum gelungene Leistung. Ich schaue mir an, was ich besser machen kann und gehe meine nächste Aufgabe an.

Meine Entscheidungen hat das durchweg besser werden lassen.

image In den letzten Tagen sorgt eine Entscheidung für Schlagzeilen. Ver­tei­di­gungs­minister zu Gut­ten­berg steht in der Kri­tik, wie er die An­ge­le­gen­heit im Fall Gorch Fock löst.

Wer Entscheidungen trifft, wird im­mer in der Kritik ste­hen. Das liegt in der Natur der Sache.

Schiff versinkt im Nachrichten­sumpf

An Bord unseres Parade-Schiffes »Gorch Fock« kommt es zu einem tödlichen Unfall – nicht zum ersten Mal. Der Bordalltag soll daraufhin fortgesetzt werden, aber die anwesenden Offiziersanwärter und –anwärterinnen verweigern den Befehl. »Meuterei« schreibt die Presse, als die Sache an die Öffentlichkeit kommt.

Weitere Enhüllungen folgen.

An Bord der Gorch Fock soll es zugegangen sein, wie in einem schlechten Film. Sexuelle Nötigung, Saufgelage, Gewaltandrohungen, heißt es, seien vorgekommen.

Verteidigungsminister zu Guttenberg wartet erst noch ab, will alle Fakten kennen und niemanden vorverurteilen, wie er den parlamen­tarischen Gremien erklärt.

Die Entscheidung

Doch ein angekündigter Bericht in der Bildzeitung mit weiteren unap­petitlichen Details bringt am Freitag angeblich das Fass zum Über­laufen. Er suspendiert den kommandierenden Offizier Norbert Schatz vorläufig vom Dienst, bis alle Vorwürfe geklärt sind.

Die genauen Hintergründe zu Guttenbergs Entscheidung kennen wir nicht. Wir wissen nur, dass sie gefallen ist.

Kritik

Manche sehen in dem suspendierten Offizier ein Bauernopfer, mit dem der Verteidigungsminister sich selbst aus der Schusslinie bringen möchte. Das mag stimmen.

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image Als Entscheider bekommen wir oft die Kritik unserer Umge­bung zu spüren. Dabei ist das unsinnig. Denn wir haben eige­ne Ziele, eigene Werte und ei­gene Erfahrungen. Da ist es ganz natürlich, dass unsere Entscheidungen anders ausfal­len, als manch einer das gerne sehen würde.

Sind wir allerdings nicht der Entscheider, sieht das ganz an­ders aus.

Umgedrehter Spieß

»Wie kann der Chef nur so einen Murks machen? Der behandelt seine Mitarbeiter wie Vieh! Seine Entscheidungen kosten das Unternehmen viel Geld und wer muss es ausbaden? Wie kann man nur so dumm sein?«

Natürlich sind wir gerne an Entscheidungen beteiligt und wir wün­schen uns, dass der Andere zumindest ansatzweise unsere Werte und Ziele teilt. Doch das ist nicht immer möglich.

Opposition macht uns zum Opfer

Im Gegenteil treibt unsere stille und nicht so stille Opposition den Entscheider von uns fort. Ein Kommentar wie, »ich weiß, dass Ihnen das nicht gefallen wird, aber …«, ist für uns ein Armutszeugnis. Denn was ist das Signal dahinter? Wir sind niemand, von dem man sich Rat holt, sondern jemand, dessen Betroffenheit eingeschätzt wurde.

Wir sind dann Opfer. Nicht mehr und nicht weniger.

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image Wir kritisieren gerne. Sogar be­son­ders gerne, wenn die Ent­schei­dun­gen anderer in der Ver­gan­gen­heit liegen und wir die Ergebnisse schon kennen. Aber auch so ärgert es uns, wenn Menschen aus un­se­rem Umfeld anders entscheiden, als wir es tun würden.

Alle Menschen sind verschieden. So auch ihre Erfolgsmodelle. Eine Mut­ter Theresa hatte sicher andere Le­bens­vor­stel­lun­gen als Bill Clinton. Al-bert Einstein muss sich auch nicht mit Albert Schweitzer vergleichen lassen und Josef Ackermann nicht mit Larry Ellison. Und Mahamta Gandhi lässt sich auch nicht mit Nelson “Madiba” Mandela in einen Topf werfen.

Andere Erfolge

Ich finde es spannend, dass jeder dieser Menschen herausragende Erfolge erzielt hat, auf gänzlich anderen Gebieten. Ihre Ziele un­ter­schei­den sich teilweise wie Tag und Nacht. Auch deshalb haben und hätten sie in der gleichen Situation jeweils anders entschieden.

Unterschied ist Erfolg

Wir Menschen sind alle verschieden. Und das ist gut so. Denn an­son­sten würde Arbeitsteilung nicht funktionieren und wir wären alle Selbstversorger. So aber sind wir prädestiniert, spezialisierte Funk­ti­o­nen in unser Gesellschaft zu übernehmen.

Sympathie für die Konkurrenz

Allerdings hat Gott Humor. Daher gilt unsere Sympathie nicht den Menschen, die sich von uns unterscheiden, sondern denjenigen, die uns besonders ähnlich sind. Mit anderen Worten, wir mögen unsere unmittelbare Konkurrenz tendenziell lieber als Menschen, die uns wert­vol­le Dienste leisten könnten.

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image Wenn sich die Dinge für uns in eine schlechte Richtung bewegen, gibt es zwei Möglichkeiten, wie wir damit umgehen können. Wir überlegen, was wir aus der selbst verschuldeten Situation machen oder wir singen den Selbstkritik-Blues.

Wir sehen Selbstkritik meistens als positiv. Tatsächlich ist sie in den meisten Fällen schädlich. Denn Selbstkritik kennt meistens kein Maß.

Haben wir sie für uns entdeckt, merken wir schnell, dass unsere Kritik unsere Persönlichkeit spaltet. Wir haben da das kleine Würstchen, das Fehler gemacht hat und wir haben unser “neues” Ich, dass sein Verhalten verurteilt.

Alles ist schlecht

Plötzlich ist alles schlecht, was wir in der Vergangenheit gemacht haben. Wir lassen kein gutes Haar an uns. Da wir jetzt unser neues Ich sind, fühlen wir uns sogar richtig gut dabei.

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image In der heutigen Zeit wird Kritik häufig mit Meinungsfreiheit gleichgesetzt und daher ist Kritik auch immer etwas Gutes.

Als Entscheider sind wir darauf angewiesen, dass wir ein ausgewogenes Bild der Welt haben. Durch unser Weltbild werden die Informationen, die wir wahrnehmen gefiltert. Gleichzeitig schaffen wir unser Weltbild aber selbst. Mit anderen Worten, wir sehen, was wir sehen wollen.

Das kann einen verhängnisvollen Prozess in Gang setzen.

Weil die Welt nicht perfekt ist, kritisieren wir sie. Weil wir kritisieren, ändern wir auch gleichzeitig unser Weltbild. Es wird negativer und wir nehmen mehr Fehler wahr. Also kritisieren wir noch mehr Fehler und raten Sie mal, unser Weltbild verändert sich weiter.

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“Was haben Sie jetzt schon wieder gemacht!” Rudolph Gerke* zuckt hinter seinem Schreibtisch zusammen. Sein Chef hatte ihm die Aufgabe übertragen, über den neuen Sitzmöbel-Lieferanten der Imbisskette zu entscheiden. Offensichtlich war der Unternehmenslenker nicht ganz zufrieden damit.

“Wenn ich eine solche Scheiße gebaut hätte, dann gäbe es diesen Laden gar nicht mehr”, detailliert Franz Grobe* seine Kritik.

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