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hemdtaschenmanager

Entscheidungen geben unserem Handeln eine Richtung. Daher braucht ein Entscheider eine Vision. Das weiß doch jedes Kind! 🙂 Wie sieht das aber bei einem Ma­nager aus, der in einem großen Unterneh­men Karriere macht?

Welche Freiheiten hat ein Manager?

Sein Einfluss auf die Mission (was ist mein Auftrag) und die Vision seines Arbeitgebers ist gering. Wenn ihm die Vision des Unternehmes nicht passt, ist er also zur Sinnlosigkeit verdammt. Denn jede Entscheidung, die er richtigerweise an der Unternehmens-Vision orientiert, könnte ihm gegen den Strich gehen.

Ich bedaure das sagen zu müssen, aber die wenigsten Unternehmen verfügen über eine Vision, die dem Entscheider eine Richtung geben würde. Hier zum Beispiel die Vision von Siemens und hier die Vision von der Siemens Tochterfirma PTD.

Bei einer Vision geht es ja nicht darum, ein Streberdokument zu verfassen, sondern sie soll den Menschen mitnehmen, ihn sowohl vom Verstand als auch emotional begeistern. Dazu muss jeder Mitarbeiter in der Lage sein, die Vision auch in eigenen Worten wiederzugeben. Im Falle der Siemens AG sind die Worte zu schwach und zu wenig konkret im Falle der Firmen-Tochter würde ich eher einen Knoten in der Zunge bekommen, als die mit der Mission vermixte Vision wieder geben zu können. 😮 Weiterlesen

image Entscheidungen gehen mit Gestaltungsmacht einher. Je weniger Gestaltungsmacht wir haben, desto weniger können wir entscheiden.

Zur gestrigen Wahl unsers Bundespräsidenten haben wir viel Interessantes gehört. Un­sere Kanzlerin hat eine Schlap­pe hinnehmen müssen, denn ihr Wunschkandidat bekam erst im dritten Wahlgang die nötige Mehrheit.

Ob Herr Wulff oder Herr Gauck gute Kandidaten für das Amt sind, soll uns hier nicht weiter interessieren. Darüber soll die politische Presse schreiben und analysieren. Dazu ist sie da.

Ohnmächtig(?)

Viel spannender ist doch die Frage, was wir aus der Sicht eines Entscheiders daraus entnehmen können. Keiner der Delegierten der Bundesversammlung hatte wirklich Gestaltungsmacht in der Sache.

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Auf der Welle der Veränderung surfen Felix Schlosshaus* ist seit einigen Jahren Geschäftsführer einer mittelständischen Werbeagentur. Seit er das Zepter schwingt, entwickelt sich allerdings nicht mehr viel voran. Einige Kunden gehen, andere kommen. Die Agentur hat sich seit er sie von seinem Vorgänger übernommen hat wenig verändert.

Der Verwalter

Solange Schlosshaus seine Zahlen bringt, wird man in der übergeordneten Holding auch nicht zu kritisch mit ihm umgehen. Daher wird sich auf absehbare Zeit nichts verändern.

Das schlägt sich auch auf die Mitarbeiter nieder. Die hungrigen, aktiven Leistungsträger sind längst nicht mehr da. Sei es, dass sie internen Intrigen zum Opfer gefallen sind. Sei es, dass sie aufgrund der Umstände das Weite gesucht haben.

So wie Schlosshaus gibt es unzählige Geschäftsführer, die sich als Verwalter des Unternehmens sehen und selbst wenig Ehrgeiz verspüren, das Ganze voran zu bringen. Weiterlesen

© Maksim Shmeljov - FOTOLIA

Donnerstag vor einer Woche bin ich mit dem Zug zu einer Konferenz gefahren, auf der ich einen Vortrag über Entscheidungsfallen halten sollte. Wie es der Zufall so wollte, saß ich neben einem jungen Doktoranden, der auf seinem Notebook mit Entscheidungsbäumen operierte. Klar habe ich ihn darauf angesprochen. Ja, sein Lehrstuhl berät die großen Stromversorger bei ihren Entscheidungen, welche Kraftwerke gebaut werden sollen.

Nachhaltigkeit nicht eingebaut 

Es geht dabei immer gleich um Milliardeninvestitionen. Entsprechend sorgfältig gehen die Entscheider damit um. Denn so ein Kraftwerk soll danach 40 Jahre laufen. Der Provokateur in mir fragt sich dann allerdings, ob Manager diese Entscheidung tatsächlich treffen sollten. Denn wie lange wird er wohl im Unternehmen bleiben? Wenn ich ohnehin weiß, dass ich vielleicht noch 5 Jahre im Unternehmen bleiben werde, könnte es ja sein, dass ich meine Entscheidung auf diesen Zeitraum optimiere. Was danach passiert, ist mir dann vielleich nicht mehr so wichtig.

Ein typisches Anreizproblem für Manager. Denn Unternehmer denken ganz anders. Da kann es durchaus passieren, dass einer 30 Jahre am Ruder ist. Leider gibt es wenig Energieversorger, die sich in Familienbesitz befinden.

Verantwortung spüren über den Job hinaus

Eine neue Idee: Die Rente der Manager, die über ein Kraftwerk entscheiden, sollte von dem Erfolg des Kraftwerks in der Zukunft abhängig sein. 🙂 Was halten Sie davon?

Laufzeit unserer Entscheidungen 

Aber zurück zum Thema. 40 Jahre ist natürlich ein sehr langer Zeitraum über den eine Entscheidung Bestand hat. Da bekommen wir ganz schnell Respekt. Für solche Entscheidungen würden wir uns auch Zeit nehmen, oder?

Wie sieht es denn mit der Entscheidung über die eigene Berufsausbildung aus? Wieviel Zeit nehmen sich da unsere jungen Leute tatsächlich? Eher keine, wie ich mir immer wieder sagen lasse. Denn heute kann man sich ja glücklich schätzen, wenn es eine freie Lehrstelle gibt oder einen freien Platz an der Uni.

Allerdings müssen wir noch nicht einmal in so elementare Entscheidungen hineingehen.

Unbewußt oder Bewußtlos?

Nehmen wir für unsere Einkäufe heute das Auto oder das Fahrrad? Wie lange glauben Sie bleibt das Kohlendioxid aus dem Auspuff Ihres Wagens in der Atmosphäre?

Kommt darauf an, wie groß die Kapazität der Planzenwelt ist, das schädliche Gas wieder abzubauen. Wie sieht es dann aus, wenn diese geringer ist, als die ständig erzeugte neue Menge? Da kommen wir in ähnlich Bereiche wie der Energieversorger. OK, von den Auswirkungen spüren Sie jetzt vielleicht nichts, weil wir hier wieder über die Rationalitätenfalle sprechen.

Wir greifen uns selbst in die Tasche

Lustig nur, dass Ihre Rente davon abhängt. Denn je unwirtlicher das Klima wird, je schwieriger der Nahrungsmittelanbau und je höher die Gefahr für Missernten sind, desto hörer werden Ihre Kosten der allgemeinen Lebenshaltung sein. 😮 Der Klimawandel sorgt quasi dafür, dass uns unsere Entscheidungen genauso einholen, wie es bei dem Manager des Energieversorgungsunternehmens sein sollte.

Es ist lediglich die Frage, ob wir das heute schon realisieren oder ob wir uns erst Gedanken über Nachhaltigkeit machen, wenn wir keine Leistungs- sondern eine Leidensgesellschaft sind. 😉

Ich wünsche Ihnen gute Entscheidungen! 😉