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Rätsel FragezeichenManchmal stehen wir vor einer Entscheidung und es ist klar, was wir tun müssen. Aber uns fehlt der Mut, das Alte aufzugeben, um das Neue anzugehen.

 Ein Traum

Franz Maler* (Name geändert) ist mit seiner Arbeit als Marketingleiter in einem mittelständischen Unternehmen nicht zufrieden. Er ist Mitte vierzig und kann seine kreativen Ideen nicht so umsetzen, wie er das möchte.

Sein Traum war es schon immer, eine eigene Agentur aufzubauen. Den “Entschluss” dazu hat er bereits vor fünf Jahren gefasst. Aber nach wie vor geht er jeden Morgen um 9:00 Uhr zur Arbeit und geht um 17:00 Uhr (!) wieder nach Hause. Dabei fühlt er sich unbeschreiblich leer.

Was hält ihn ab?

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© Klementiev - FOTOLIA 

Neulich in der VIP-Lounge am Flughafen.

Finnischer VIP: Hallo, Sie habe ich ja lange nicht mehr getroffen!

Chinesischer VIP: Das ist ja eine Überraschung! Wie geht es Ihnen?

Finnischer VIP: Ich würde gerne sagen, alles läuft wie geschmiert, aber die Sache in Westeuropa ist ein echtes Ärgernis.

Chinesischer VIP: Ja, ich komme gerade aus der Region. Wir schauen uns gerade verschiedene Standorte für unsere zukünftige europäische Zentrale an.

Finnischer VIP: Und wozu tendieren Sie?

Chinesischer VIP: Ach, wir sehen das ganz leidenschaftslos. Wichtig sind uns politische Stabilität und politische Zuverlässigkeit. Kapitalverkehrsbeschränkungen darf es natürlich nicht geben und das Transportwesen muss auch passen.

Finnischer VIP: Warum kommen Sie dann nicht nach Finnland?

Chinesischer VIP: Ja, bei Ihnen ist all das gegeben und hinzu kommt noch ein Bildungswesen, das ich für ein europäisches Land bewundernswert halte. Ihre Mitarbeiter sind wirklich gut ausgebildet.

Aber was ich Sie noch fragen wollte, müssen Sie jetzt tatsächlich die gewährten Subventionen zurück zahlen?

Finnischer VIP: Na ja, das glaube ich eigentlich nicht. Sollte es so sein, wird das alles eine riesengroße Fehlentscheidung sein. Das würde ich gerne vermeiden.

Chinesischer VIP: Eine Fehlentscheidung? Die 47 Millionen Euro werden Sie doch vermutlich über die nächsten 3 Jahre in Rumänien wieder einsparen können, oder?

Finnischer VIP: Ja, aber das meine ich nicht. Schauen Sie sich doch einmal an, was in dem Land gerade vor sich geht. Sie haben zwar politische Stabilität, auch wenn das Parteiensystem  derzeit auf der linken Seite zersplittert, aber Sie haben keine Zuverlässigkeit. Wo kommen wir denn dahin, dass unser Engagement jahrelang in Ordnung ist und keiner über die Subventionskriterien spricht. Aber in dem Moment, in dem wir eine unternehmerische Entscheidung treffen, haben wir das Land betrogen. Ich denke, ein Betrug setzt voraus, dass wir etwas verheimlicht haben. Aber wir spielen die ganze Zeit mit offenen Karten.

Die Fehlentscheidung war es, überhaupt dort ein Werk zu bauen. Wenn die Politik einem solche Klötze vor die Beine wirft, dann ist das vom Prinzip her, als gäbe es Kapitalverkehrsbeschränkungen.

Chinesischer VIP: Und die Mitarbeiter mucken auch auf, wie ich gehört habe?

Finnischer VIP: Damit hatten wir gerechnet und das ist auch absolut nachvollziehbar. Sie müssen ja eine gewisse Gegenmacht aufbauen, um bessere Konditionen für sich herauszuhandeln. Der politische Aufruf dagegen, unsere Produkte zu boykottieren gehört in eine andere Welt.

Chinesischer VIP: Ich glaube, wir sollten unseren Standort lieber nicht dort aufbauen. Die kaufen unsere Produkte, egal ob wir unseren Sitz dort haben oder nicht. Sollten wir aber irgendwann umziehen wollen, dann würden wir vielleicht auch so an den Pranger gestellt. Das ist ja ein enormes Risiko!

Finnischer VIP: Jetzt verstehen Sie, warum es eine Fehlentscheidung für uns war, in dem Land zu investieren! Dazu wird es auf der Hauptversammlung bestimmt einige sehr unangenehme Fragen geben!

Fotolia_98425_S © Anette Linnea Rasmussen - Fotolia.com “ich kann’s oder ich kann’s nicht…” Entscheidungen sind richtungsgetriebenes Handeln. Wenn die Richtung schon einmal stimmt, da kann doch gar nicht mehr viel schief gehen oder?

Um es mit Radio Eriwan zu sagen, es kommt darauf an. Egal, ob wir unsere Entscheidungen selbst umsetzen oder wir sie delegieren, der Macher muss es letztlich umsetzen können oder wir hätten uns das Ganze sparen können.

Ein redlicher Versuch?

Das allerdings ist nicht selbstverständlich, was sich bereits im privaten Umfeld zeigen kann.

Ein junger Mann hat gerade einen schmutzigen Scheidungskrieg mit der ehemals Angebeteten zuende gebracht. Die Unterhaltszahlungen stehen fest und auch das Sorgerecht für den gemeinsamen Sohn.

Gerade das letztere Produkt der nun verschmähten Gemeinsamkeit lässt die Erkenntnis reifen, es gibt wohl doch noch eine gemeinsame Zukunft, wenn auch nur jeweils beim artigen Gruß, bzw. der Verabschiedung an der Haustür. Weiterlesen

© Vasiliy Yakobchuk - FOTOLIADemokratie hat immer mit sich bewegenden Massen zu tun und so versuchen die Parteien mit dem Wandel Schritt zu halten. Alle Parteien feilen derzeit an Ihren Programmen, weil sie feststellen, dass die Wähler sie nicht mehr so mögen wie früher. Für mich persönlich ist der politische Inhalt dieser Programme zumindest innerhalb dieses Blogs egal. Als guter Entscheider 🙂 weiß ich, was ich will und ich weiß auch, dass keine Partei dies auch nur annäherungsweise abdeckt 🙁

Wenn man sich die neue Programmatik ansieht, kommt man unweigerlich auf die Idee, dass dies eigentlich die alte Programmatik der Vor-Schröder-Ära ist. Etwas keck läßt die Partei den Begriff “demokratischer Sozialismus” hoch leben und die Zielgruppe ist die “solidarische Mehrheit”. Das zeugt gelinde gesagt von Mut. Den braucht Deutschlands älteste Partei auch, denn sie bekennt, dass sie mit dem Schröder-Kurs der SPD als Partei der Mitte nicht zurecht gekommen ist. Schröder war innerhalb der SPD ein Revoluzzer und hat viele ihrer Wertvorstellungen auf den Kopf gestellt. Er hatte die SPD mit einem Ruck ein Stück weit in das bürgerliche Lager bewegt, mit dem Erfolg, dass CDU/CSU und FDP keine eigenen Mehrheiten mehr organisieren konnten.

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© Arnaud Weisser - FOTOLIANormalerweise sehen wir uns mit Entscheidungsalternativen konfrontiert, die wir uns zwar vorstellen können, aber nicht erfahren haben.

Einen ganz anderen Fall habe ich gestern von dem Spezialisten für Erfolgsgastronomie Hans-Wilhelm Weitzel-Oeth kennen gelernt. Für die Nicht-Insider unter meinen Lesern, der Name von Herrn Weitzel-Oeth ist eng mit der Spitzengastronomie in Bad Homburg verbunden. 🙂
Er hatte gleichzeitig das 15 Punkte Restaurant Oberle’s, das Chalet am Römerbrunnen und das Bar-Brasserie-Café OD-ODAL in Bad Homburg zum Erfolg geführt.

Irgendwann stellte er fest, dass ihm neben seinem Beruf keine Zeit mehr für Privates blieb. Mit anderen Worten seine Work-Life-Balance war “unbalanced”. Mit dem gleichen Mut, den er als Unternehmer besessen hatte, alle drei Lokale zu den ersten Häusern am Platz zu machen, traf er eine konsequente Entscheidung.

Er trennte sich zum Leidwesen der Anhänger der “höheren Küche” vom Oberles und wenig später vom Chalet am Römerbrunnen und konzentrierte sich fortan auf das Konzept, was ihm bei moderatem Arbeitseinsatz die besten Umsätze bringt, das OD-ODAL.

Ich finde diese Entscheidung deshalb bemerkenswert, weil Herr Weitzel-Oeth die Alternativen so genau kannte, von denen er sich am Ende trennte. Er wußte, dass er sich von zwei großen Umsatzbringern verabschiedete. Aber er hatte durch Erfahrungslernen eine neue Erkenntnis gewonnen: Geld ist nicht alles.

Das neue Wertekonzept ließ ihn seine früheren Entscheidungen neu evaluieren.

Das OD-ODAL läuft fast von selbst, deshalb gibt er seine Erfahrung an weniger glückliche Gastronomen als Berater “mit dem goldenen Händchen” weiter.

Falls Sie eine notleidende Gastronomie kennen oder jemanden kennen, der einen erfolgreichen Laden aufbauen will, habe ich hier die Kontaktinfos von Herrn Weitzel-Oeth. Man weiß ja nie! 🙂

© Axel Teichmann - FOTOLIA

Das neue Jahr beginnt und Sie haben sich vermutlich auch schon viel vorgenommen.

Tun Sie sich bitte einen Gefallen in diesem Jahr: Machen Sie es sich leicht! Wenn ich ein Fazit aus dem letzten Jahr ziehen kann, dann ist es die Tatsache, dass die wenigsten sich am Ergebnis orientieren, sondern immer die Durchführung im Mittelpunkt steht. Ein Unternehmer zum Beispiel wollte bei der Suche nach einem Lieferanten unbedingt alles richtig machen und entwickelte ein aufwändiges und leider nicht wiederverwendbares Bewertungsschema, führte zahlreiche Gespräche und konnte sich am Ende nicht entscheiden, weil das benötigte Teil absolute standardisiert ist. Leider hatte er sein Bewertungsschema nicht auf für ihn persönlich wichtige Faktoren. Schade!

Machen Sie es sich leicht. Was ist das Ergebnis, was Sie benötigen und wie können Sie es am einfachsten erzielen?

Das gilt auch für so persönliche Angelegenheiten, wie die Formulierung von Zielen. Ziele sind wichtig, das sollte man vielleicht nicht zwischen Tür und Angel erledigen. Aber deb ersten Schritt, eine grobe Richtung, kann ich ziemlich schnell entwickeln. Nur schade, dass wir häufig mit der “ganz oder gar nicht Mentalität” durchs Leben laufen. Ich halte es für fast unmöglich, ein Ziel gleich aus dem Stand perfekt zu formulieren. Unser Anspruch an Perfektion ist dabei häufig so hoch, dass wir es rechtzeitig formuliert haben könnten, um unseren Grabstein zu zieren. In dem Fall ist es dann ja auch richtig, so viel Zeit investiert zu haben, denn da wird es ja in Stein gehauen 🙂

Machen Sie es sich einfach. Halten Sie sich nicht ständig damit auf, die Dinge perfekt machen zu wollen. Sie sind aus der Schule heraus, keiner vergibt nachher Noten, ob das was Sie getan haben genial war oder der eine oder andere Fehler dabei ist.
Ein absoluten Paradebeispiel für mich sind all die Menschen, die keinen akademischen Grad haben, sich nicht über alle Dinge 500.000 Gedanken machen, sondern sie einfach umsetzen. Auf der anderen Seite steht unsere akademische Elite hat tolle Ideen (fast perfekt), kommt aber nicht in die Puschen, um sie umzusetzen. Ein Klassiker ist dann der Ausspruch “ich verstehe nicht, wie der so erfolgreich sein kann, ich habe tausendmal mehr drauf…”.

Also, machen Sie es sich leicht und machen sie einfach… 😛

© Dmitry Abezgauz - FOTOLIA

“Für die richtige Entscheidung braucht es Mut!”

Hat mir letztens ein Verkäufer in einem Elektronik-Fachgeschäft gesagt. Dieser Satz gibt mir zu denken. Er kommt aus der Kiste, die uns unsere Eltern für unser Leben mitgeben. Es stellt sich nur die Frage, ist er nützlich oder nicht?

Wenn ich an die Entscheidungs-Situationen meiner Kunden denke, dann sind sehr viele nicht ganz einfache Entscheidungen dabei. Oftmals geht es um sehr viel Geld. Brauche ich da Mut, um mit den großen Zahlen umzugehen?

Es ist ja nicht so, dass ein kleiner Unternehmer, der im Jahr vielleicht 30.000 € oder 40.000 € verdient plötzlich über Millionenbeträge entscheidet. Zumindest die Unternehmer, die ich kenne sind da hinein gewachsen.

Brauche ich Mut, wenn ich genau weiß, was ich erreichen will, um mich für die am besten geeignete Alternative zu entscheiden?

Ich glaube nicht.

Also, packen wir den Spruch in die Mottenkiste, wo er hingehört!
Aber vielleicht kennen Sie einen Blickwinkel, den ich dabei übersehe?

Sven Lehmann schreibt in seinem Blog:

Es gehört schon gehörig Mut dazu, wenn man erkennt, dass Regeln (für einen selbst) nicht sinnvoll sind, diese dann zu missachten! Gegen den Strom zu schwimmen war schon immer schwer. Manchmal scheitert man auch damit, manchmal aber setzt man eine bahnbrechende Entwicklung in Gang. Problematisch ist es mit dem Regeln-Brechen dann, wenn es zum Nachteil und auf Kosten von anderen geschieht!

Dem kann ich nur zustimmen!

Mehr dazu unter

Halten Sie sich bitte nicht an die Regeln

Beitrag im Lapidarium

Die Neuauflage hier im Excellence-Blog