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Sack Potenzial

»Unverschämtheit! Wie kommt der darauf, dass ich Potenzial hätte?«

Manch einer freut sich darüber, dass ihm ein hohes Potenzial bescheinigt wird. Dabei ist das eigentlich eine Beleidigung. Denn damit ist nichts anderes gemeint, als dass derjenige seinen Möglichkeiten nicht gerecht wird.

Potenzial ist normal

Aber geht uns das nicht allen so? Jeder von uns hat ungenutzte Potenziale. Denn schließlich sind wir keine Maschinen. Wer zum Beispiel lieber Zeit mit seiner Familie verbringt, lässt viele seiner beruflichen Potenziale liegen. Wer sich um entscheidet, nachdem er schon einen guten Teil des Weges gegangen ist, lässt Potenzial liegen. Wer sich nicht traut, der Angebeteten einen Antrag zu machen könnte am Ende allein dastehen. Er hat nichts aus seinem Potenzial gemacht. Wer beim Kunden auf den Auftrag wartet, anstatt danach zu fragen, darf sich weiter über Potenziale freuen, aber nicht über Umsätze.

wenn einer über unser großes Potenzial spricht, müsste uns das nachdenklich stimmen. Meint er damit, dass wir ungewöhnlich wenig aus uns machen? Vielleicht!

Unsicherheit

Der Begriff Potenzial drückt eine Unsicherheit aus. Auf der einen Seite könnten wir potenziell viel Erfolg haben. Auf der anderen Seite könnten wir potenziell auch auf unsrem Hintern sitzen bleiben und nichts erreichen.

Potenzial ist kein Kennzeichen von Erfolg

Die Höhe des Potenzials hat auch wenig mit unserem Erfolg zu tun. Mir sind in der Praxis schon einige sehr wohlhabende Menschen begegnet, die in Bezug auf formale Bildung so gut wie kein Potenzial hatten. Ein einfacher Hauptschulabschluss, das war’s. Eine Unternehmerin hatte nicht einmal das. Dafür hat sie 35 Mitarbeiter, die bei ihren Kunden für sie putzen.

Dagegen kenne ich viele Selbständige, die auf keinen grünen Zweig kommen, aber regelrechte Weiterbildungsjunkies sind. Sie glauben, wenn sie nur genug Potenzial anhäufen, dann müssten sie eines Tages doch den Durchbruch schaffen.

Die Höhe des eigenen Potenzials hat also nur wenig mit dem eigenen Erfolg zu tun. Vielleicht ist sogar jemand mit wenig Potenzial besser dran. Denn er muss das Wenige nutzen, was er hat. Er kann sich nicht den Träumen hingeben, wohin sein großes Potenzial ihn führen könnte.

Mach mach was daraus!

Allerdings sind das Ausnahmen. Ohne Abschlüsse und Papierzeug­nisse, sind die Chancen hierzulande eher klein, überhaupt zur Mittel­schicht zu gehören. Viele kämpfen um ihre Existenz, manche leben von Hartz IV.

Eines dagegen ist klar: Wer sein Potenzial ausschöpft, ist erfolgreich, egal ob dieses Potenzial groß ist oder eher klein. Also lamentieren wir nicht darüber, was wir nicht haben, sondern nutzen wir doch das, was uns schon gegeben ist.

Das war Teil I meiner Miniserie über Potenzial. Morgen schreibe ich darüber, warum aus den Wissensriesen, die wir oftmals sind, meistens Anwendungsgartenzwerge werden.

image Alle Dienstleister haben ein Problem. Ihre Leistung ist nicht greifbar. Rein rechtlich stellen wir nur unsere Zeit zur Verfügung und stehen nicht für das Ergebnis ein.

Das ist auf der einen Seite natürlich sehr angenehm, sollte es tatsäch­lich einmal schief gehen. Auf der anderen Seite bereitet das unseren Kunden Probleme. Sie müssen uns glauben, dass sie aus unserer Zusammen­arbeit einen Nutzen ziehen.

Produkte verkaufen

Topverkäufer sagen daher immer, wir sollten keine Dienstleistungen sondern Produkte anbieten. Das klingt gut, führt aber in der Coa­ching­bran­che zu Kopfzerbrechen.

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Die 7 Erfolgsprinzipien Ihrer Entscheidung in meinem gestrigen Beitrag haben gezeigt, wie wir unsere Entscheidungen organisieren, um großartige Entscheidungen zu treffen.

Hinter jedem dieser  7 Erfolgsprinzipien liegt allerdings auch ein ganz eigener Nutzen ganz unabhängig von jeder Entscheidungssituation.

Vision

Ich treffe immer wieder Menschen, die sich nicht trauen, sich ein Bild einer weiter entfernten Zukunft auszumalen. Was wäre, wenn es das falsche Bild ist? Ich glaube, ein falsches Bild hat in etwa so wenig Auswirkung, wie gar kein Bild von der Zukunft. Das falsche Bild motiviert mich nicht. Ich werde es daher schnell vergessen und weiterhin nach Gelegenheit entscheiden.

Wir können also nichts falsch machen.

Wer dagegen eine klare Vorstellung davon hat, wo er hin will, wird sich durch dieses Bild jeden Tag aufs Neue motivieren. Ob wir uns die richtige Vision von der Zukunft erarbeitet haben, wird daher ganz von selbst klar.

Ich habe Menschen gesehen, die danach geradezu losgestürmt sind, ihr Schicksal anpackten und viele Unannehmlichkeiten in Kauf nahmen. Gleichzeitig hatten sie ein Leuchten in den Augen, das wir sonst eher selten zu sehen bekommen. Die gleichen Menschen hatten vorher mehr oder weniger in den Tag hinein gelebt und sich nur schwer motivieren können.

Wer seine Vision kennt, gestaltet sein Leben. Hinter allem was er tut, steckt eine Absicht. Könnte das besser sein, als Tag ein Tag aus auf eine “günstige Gelegenheit” zu warten? 🙂

Alle, die sich jetzt schlecht fühlen, weil sie noch keine eigene Vision haben: Du bist nicht allein. Die Mehrheit schafft es nicht, sich eine eigene Vision zu schaffen. Ich arbeite daher gerade an einem Audio-Programm, um das zu ändern. 🙂

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imageViele Menschen machen sich an die Umsetzung ihres Ziels, ohne vollständige Klarheit darüber zu haben. Einmal, weil sie glauben sie hätten Klarheit, ohne sie tatsächlich zu haben oder sie machen sich von vorne herein keine Gedanken darü­ber.” So Tony Jeary, Autor des Buches “Strategic Acceleration”.

Many people start down their goal without having clarity, either believing, they have clarity when they don’t or no even thinking about it at all

Tony Jeary

Ich sehe das ähnlich. Die meisten glauben ungefähr zu wissen, was sie wollen. Das wird dann gerne als das berühmt berüchtigte Bauch­ge­fühl bezeichnet. Manche wehren sich sogar geradezu, Klarheit zu erlangen, um ihre Intuition nicht zu gefährden.

Ausflucht

Das ist natürlich vorgeschoben. Denn was hilft es, wenn wir noch nicht einmal unserer engsten Umgebung mitteilen können, was wir erreichen wollen? Was hilft es, wenn unsere Ziele so unklar sind, dass wir beim besten Willen nicht sagen können, ob wir sie schon erreicht haben oder noch Wegstrecke vor uns liegt?

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image Seit einigen Jahren ist Networking in aller Munde. Was darunter verstanden wird, unterscheidet sich allerdings radikal von dem Vorbild an dem sich die modernen Networker orientieren wollen.

Erfolgreiche Menschen haben und hatten schon immer informelle Netzwerke, in denen sich die Teilnehmer gegenseitig verpflichtet fühlen.

Der Nutzen richtiger Netzwerke

So helfen sich die Conphilister einer Studentenverbindung oder die Absolventen von Elite-Schulen gegenseitig, wenn Not am Mann ist. Das funktioniert, weil seine Mitglieder von Beginn an eingebleut bekommen, dass von ihnen Treue gegenüber den anderen Mitgliedern dieses exklusiven Clubs erwartet wird.

Viele Führungskräfte verpflichten sich Kollegen und Mitarbeiter durch besonderen Einsatz. Wenn sie dann ihrerseits einmal einen Gefallen brauchen, springen ihnen alle bei.

Besonders wichtig sind Netzwerke für mittelständische Unternehmer. Denn oft sind ihre Netzwerke der einzige Grund, warum sie zu wichtigen Aufträgen kommen.

Offene Netzwerke sind nur Plattformen

Der Nutzen des Networkings ist also unbestreitbar. Daher will ja auch jeder ein guter Netzwerker sein. Das Problem: Offene Netzwerke wie XING und LinkedIn schaffen kein Gemeinschaftsgefühl, wie z.B. ein exklusiver Golfklub. Es gibt kein “Wir hier” und “die da Draußen”. Denn eigentlich sind alle “da Draußen”.

Das Langeweile-Netzwerken

Wenn wir jemanden bei einem XING-Treffen kennenlernen, dann wissen wir, dass er vermutlich kein Premium-Netzwerk hat, mit dem er sich regional treffen könnte. Mit anderen Worten, er hat nichts Besseres zu tun.

Da wir auch da sind, haben wir das zumindest in dem Moment gemeinsam. 🙂 Bei XING erwartet niemand von uns Nibelungentreue gegenüber den 8 Millionen anderen Mitgliedern, noch nicht einmal gegenüber den knapp 40.000 in unserer Regionalgruppe.

Gefallen und Verpflichtungen sind Mangelware

Ob wir dem anderen einen Gefallen tun können, hängt davon ab, dass wir seine Bedürfnislage kennen. Bei solchen Treffen sind die meisten aber so toll, dass Ihnen die Sonne aus dem Gesicht scheint. Wenn dann doch einer zugibt, dass er Hilfe braucht, steht er als Selbständiger gerade vor der Pleite oder ist schon mehr als ein Jahr arbeitslos.

Helfer leben gefährlich

Natürlich wollen wir gerne helfen, indem wir dem Armen zuhören. Aber ihn zum Beispiel einen Job über einen “echten” Kontakt zu vermitteln ist riskant. Denn keiner landet so ganz aus Zufall am Boden. Es könnte also sehr gut sein, dass sich die “blinde” Empfehlung gegen uns richtet. Also machen wir nichts.

Absolute Verpflichtungslosigkeit

Vor kurzem musste der Veranstalter vom Xing-Treffen in Darmstadt einen Eintritt von € 6.50 einführen. Daraufhin haben viele Besucher entrüstet wieder abgedreht. Xing-Treffen müssen schließlich umsonst sein! Mit dem Geld wird das umfangreiche Buffet finanziert und natürlich der Betreiber der Bar bei Laune gehalten. Aber das ist das Problem des Veranstalters und nicht der Besucher, oder?

Das zeigt, wie wenige Eigenverpflichtung viele mitbringen. Fragt sich, ob wir tatsächlich mit diesen Leuten netzwerken wollen.

Ein anderer Ansatz

Daher finde ich es sehr spannend, heute Abend auf eine XING Veranstaltung der ganz anderen Art zu gehen. Das XING-Network-Dinner. Es findet im Marriott-Hotel in Frankfurt statt und alle Teilnehmer mussten vorab 50 Euro überweisen. Der Preis sorgt dafür, dass die üblichen Billigheimer zu Hause bleiben.

Aber das bleibt abzuwarten.

Mein Tipp für den Aufbau verlässlicher Netzwerke

Mein eigener Tipp zum Netzwerken: In unserer beruflichen Arbeit und natürlich im Privaten treffen wir immer wieder auf Personen, bei denen es “Klick” macht. Man ist sich sympathisch und hat Respekt voreinander. Das sind die besten Teilnehmer für unser informelles Netzwerk. Denn für sie tun wir gerne etwas und umgekehrt ist es genauso.

Es kann natürlich sein, dass wir in nur sehr unregelmäßigen Abständen auf solche “Glücksfälle” treffen. Somit wächst unser Netzwerk nur sehr langsam. Andererseits können wir uns so mehr auf den Einzelnen konzentrieren, was die einzelnen Stränge unseres Netzwerkes stärker macht.

Ich denke, ein kleines, aber feines Netzwerk dieser Art schlägt jeden XING-Netzwerker der “offiziell” 1.000 und mehr Kontakte hat. Denn je mehr es sind, desto weniger sind sie wert.

Aber das müssen Sie für sich selbst entscheiden.