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Peer SteinbrückEin Finger im Wasserglas oder ein handfester Skandal? In diesem Spektrum bewegen sich die Bewertungen des Fotos, über das heute die ganze Republik spricht. Was ist passiert? Peer Steinbrück gibt dem Süddeutschen Magazin ein Interview über die kleinen Fettnäpfchen, in die er im Wahlkampf getreten sein soll.

Beim Fotoshooting hat er dafür offensichtlich die passende Geste parat. Er zeigt dem Fotografen ostentativ den Mittelfinger. Steinbrücks Berater will einschreiten, aber der Kanzlerkandidat ist anderer Meinung. Das Foto ist in Ordnung!

Als Politikprofi muss ihm klar gewesen sein, was er damit anrichtet. Entweder die Republik verurteilt ihn in Bausch und Bogen oder die Wähler begreifen es als Ausdruck seines eigenständigen Kopfes: Steinbrück ist eben nicht wie seinerzeit Edmund Stoiber weichgespült. Er ist Peer pur. Seine SPD mag so links sein wie sie ist. Aber er zeigt allem, was er nicht mag den Mittelfinger.

Das sind die beiden Extreme, zwischen denen sich ein Spektrum möglicher Konsequenzen abspielt. Ich persönlich bin der Meinung, dass die Wähler im ersten Moment kein Problem damit haben werden. Wir sind inzwischen Schlimmeres gewohnt. Um aufzufallen, musst Du heute schon nackt auf einer Stahlkugel durch ein Video schaukeln. Ich bin sowohl Peer Steinbrück als auch der Kanzlerin zutiefst dankbar, dass keiner von beiden diesem Beispiel nacheifert.

Allerdings kommt es mir manchmal so vor, dass unsere Presse gerne möchte, dass wir ihrer Meinung folgen. Ihr Urteil ist vorzugsweise moralinsauer. Als die Snowden-Enthüllungen völlig folgenlos an der Regierung abperlten, schrieben sich unsere Journalisten vergeblich die Finger wund. Bis heute muss es der vierten Gewalt gehörig stinken, dass diesmal kein Aufschrei durch die Republik ging. Bei Wulf und zu Guttenberg hatten sie es doch auch geschafft! Doch die Leser waren intelligenter als die Schreiber und wussten, dass politische Vernunft mehr bewirkt kann, als eine HB-Kanzlerin.

Allerdings sehen auch die meisten Journalisten die Causa Mittelfinger als lässliche Sünde, die ins Bild von Pannen-Peer passt.

Eine andere Berufsgruppe hat er allerdings glücklich gemacht. Jetzt kriechen alle Kommunikationsberater, die bei drei schon lange nicht mehr auf einem Baum waren unter ihrer Facebookseite hervor und geben ihren Senf ab. Danach war es natürlich “ein kapitaler Fehler”. Steinbrück werde das sein Leben lang bereuen.

Schauen wir uns das Ganze unter dem Blickwinkel des Entscheiders an. Steinbrück hat zwar in den letzten Wochen etwas aufgeholt und verdient seiner Partei vermutlich den Junior-Platz in einer großen Koalition. Für Schwarz-Gelb wird es am 22. September nach den neuesten Umfragen vielleicht nicht reichen.

Was kann Steinbrück also wollen? Ich denke, mit dieser Geste will er zeigen, dass er sich nicht verbiegen lässt.

Hätte er dafür eine andere Geste wählen können? Ich glaube nicht. Das war diesmal wirklich alternativlos.

Angela MerkelVon-Berlichingen-Strategie, Lackmus-Strategie, James-Bond-Strategie, Filibuster-Strategie, Kohl-Strategie oder Waldi-Strategie? Was macht Angela Merkel im Fall Snowden?

Der Fall Snowden zieht in Deutschland immer noch seine Kreise. Ist es angenehm, dass die NSA über mich Bescheid weiß? Vielleicht nicht, aber ich mache mir keine großen Gedanken darum. Denn ich kann es nicht ändern. Warum sollte ich mich also aufregen?

Der ehemalige Computerspezialist der NSA Edward Snowden hat weltweit gehörig auf den Busch geklopft, als er enthüllte, dass die NSA große Teile des westlichen Telefon -und Datenverkehrs abschöpft. Sogar Gebäude der EU in Brüssel sollen verwanzt sein und vertrauliche Besprechungen belauscht werden.

Innerhalb eines Moments zum anderen ist Snowden für die USA zum Verräter und Gejagten geworden. Sein Pass wurde für ungültig erklärt. Daher konnte er auch das venezolanische Asylangebot nicht annehmen. Seine Flucht endet vorerst in Moskau, wo er gemäß russischer Vorbedingungen ein vorläufiges politisches Asyl ohne weitere Enthüllungen bezieht.

Streitpunkt Asyl für den Schneemann

Hierzulande bewundern viele Snowdens Mut. Denn gerade jemand mit seinem Hintergrund weiß genau, dass er sich nicht sein Leben lang den amerikanischen Geheimdiensten entziehen kann. Das können noch nicht einmal die gut bewachten islamistischen Terrorfürsten.

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Annette SchavanIn diesen Tagen möchte sich Frau Schavan wahrscheinlich am liebsten auf die Zunge beißen. Hätte sie nur im Fall zu Guttenberg den Mund gehalten!

Ich will nicht beurteilen, ob Frau Schavan in den 80ern in ihrer Doktorarbeit schlampig zitiert hat oder ob sie wissentlich eine Abkürzung zu viel genommen hat. Vielleicht weiß das noch nicht einmal Frau Schavan selbst.

Schuld ist für mich auch nicht interessant. Spannend dagegen ist die Entscheidung, die sie für sich treffen muss.

In den Schuhen einer Ministerin

Versetzen wir uns einmal in ihre Lage: Wir haben vor rund 30 Jahren alles daran gesetzt, unseren Doktortitel zu bekommen. Wir haben seitdem ordentlich Karriere gemacht. Die weiteren Aussichten waren bis vor Kurzem prächtig. Doch von einem Tag auf den anderen ist alles anders. Jemand hat sich tatsächlich die Mühe gemacht, unsere Doktorarbeit einzuscannen, eine Texterkennung drüber laufen zu lassen und mit den Quellen der damaligen Zeit abgeglichen. Das Ergebnis: Zitierfehler ohne Ende. Der Vorwurf von Plagiaten steht im Raum.

Nicht nur der politische Gegner fordert Blut, auch die Alma Mater der Ministerin, die Universität Düsseldorf prüft, ob ihr der Doktortitel entzogen werden soll. Wie schon im Fall zu Guttenberg hat der Doktortitel nicht viel mit Schavans heutigem Job zu tun. Doch sollte sie ihn verlieren, fordern viele ihren Rücktritt.

Was sollen wir jetzt tun? Das ist eine spannende Frage. Denn wir sind nicht freiwillig in diese Situation geraten. Wir werden zu unseren Entscheidungen genötigt. Viele Menschen reagieren dann oft kopflos und versuchen die Situation zu ändern. Zum Beispiel behaupten sie, die Anschuldigungen seien nicht wahr. Das konnten wir gut bei Theodor zu Guttenberg und Christian Wulff beobachten.

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Euronauten Die Antike gehörte den Griechen. Sie legten die Grund­steine für Kultur, Philo­sophie und Mathematik. Selbst die Namenspatronin unseres Kon­ti­nents »Euro­pa« ist eine Griechin. Heute zeugen nur noch Ruinen von dieser großen Zeit und das eine oder andere Pferd in unserem PC.

In unsren Zeiten stehen die Griechen für etwas anderes. Dank ihrer Schulden haben gierige Banker den Euro in der Hand und zupfen in aller Seelenruhe an seinen Grundfesten.

Doch was ist die Ursache der Krise? Spekulanten gab es schon immer und natürlich haben sie sich an die Währungen schwacher Länder herangemacht und gegen sie spekuliert.

Vor wenigen Jahren fanden wir das gut und sprachen von »den disziplinierenden Kräften der Märkte.«

Die Lizenz zum Gelddrucken

Doch im Zweifelsfall hat sich noch keine Regierung davon einschüchtern lassen. Schon vor der Euroeinführung haben Länder wie Italien und Griechenland prinzipiell kein Problem in der Geldvermehrung durch die Druckmaschine gesehen.

Erst als der Euro und seine Verheißungen am Horizont auftauchten, begann Italien vernünftig zu wirtschaften und Griechenland frisierte seine Bilanzen. 😮

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schwache Atomkraft Während in Japan eine der schlimmsten Katastrophen der Menschheitsgeschichte ihren Lauf nimmt, werden andernorts hektisch Entscheidungen ge-troffen.

Quer durch alle politischen Parteien herrscht jetzt der Konsens, dass mit Atomkraft zukünftig kein Staat mehr zu machen ist. Der schnelle Aus-stieg aus dieser Form der Energieerzeugung ist damit faktisch beschlossen, ohne dass es jemand gesagt hätte.

Freaks united

Ein Erdbeben der Stärke 9.0 auf der Richterskala, ein verheerender Tsunami und der Ausfall von drei Notfallsystemen bei der Kühlung ei-nes Reaktors, der im März diesen Jahres stillgelegt werden sollte ha-ben das bewirkt. Die Angelsachsen würden das einen »freak accident« nennen.

Fragt man einen Statistiker, wird er für das Zusammentreffen dieser Ereignisse eine verschwindend geringe Eintrittswahrscheinlichkeit angeben.

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image Entscheidungen gehen mit Gestaltungsmacht einher. Je weniger Gestaltungsmacht wir haben, desto weniger können wir entscheiden.

Zur gestrigen Wahl unsers Bundespräsidenten haben wir viel Interessantes gehört. Un­sere Kanzlerin hat eine Schlap­pe hinnehmen müssen, denn ihr Wunschkandidat bekam erst im dritten Wahlgang die nötige Mehrheit.

Ob Herr Wulff oder Herr Gauck gute Kandidaten für das Amt sind, soll uns hier nicht weiter interessieren. Darüber soll die politische Presse schreiben und analysieren. Dazu ist sie da.

Ohnmächtig(?)

Viel spannender ist doch die Frage, was wir aus der Sicht eines Entscheiders daraus entnehmen können. Keiner der Delegierten der Bundesversammlung hatte wirklich Gestaltungsmacht in der Sache.

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Benjamin Disraeli sagte einmal: “Der Erfolgreichste im Leben ist der, der am besten informiert wird”.

Gut, dass es eine freie, unabhängige Presse gibt. So haben wir alle die Chance, uns ein Bild von der Wirklichkeit zu verschaffen.

Man denke nur, wie die Menschen in China die Amtseinsetzung von Barack Obama erlebt haben: Nur mit Ton- und Bildausfall. Denn die Zensoren waren “not amused”, wie sich der neue Präsident eingeführt hat.

China ist überall

Allerdings sollten sich Entscheider in der westlichen Welt  nicht unbedingt darauf verlassen, dass die Informationen, die sie der Presse entnehmen immer ein wahres Bild zeichnen.

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© Paul Cowan - Fotolia.com

Entscheidungen sind richtungsgetriebenes Handeln. vor einigen Jahren habe ich angefangen, meine Ersparnisse in Rohstoffzertifikaten anzulegen. Ich rechnete damit, dass aufgrund der FED-Politik des leichten Geldes, sich Rohstoffe wertstabiler zeigen würden als die bereits zu überhöhten Preisen gehandelten Aktien. Die Rechnung ging auf 🙂

Verantwortung für den Hunger 

Allerdings war mir auch klar, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt die Wertsteigerungen bei Rohstoffen die Realitäten überholen würden und dann Schäden entstehen. Vor etwas über einem Jahr bin ich dann aus den Softcommodities ausgestiegen. Das sind so nette Dinge, wie Weizen, Mais, Zucker etc. Denn ab dem Zeitpunkt begann der für die Armen dieser Welt so vernichtende Höhenflug der Preise. Weiterlesen

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Seit Tagen sehen wir jeden Tag in den Nachrichten die Bilder aus Tibet. Wir schütteln den Kopf und wundern uns, wie der einfache chinesische Bürger das alles zulassen kann. Gut, China ist keine Demokratie und der einfache Bürger dürfte in der Sache etwa so viel zu sagen haben, wie vor ein paar Jahren in Peking auf dem Platz des Himmlischen Friedens. 🙁

Gestern hat das ZDF Bilder von einem typischen chinesischen Haushalt gezeigt. Im chinesischen staatlichen Fernsehen werden die Tibeter natürlich als Unruhestifter dargestellt, die mit absoluter Brutalität vorgehen. Der Witz dabei: Die Bilder, die gezeigt werden, entsprechen der Realität. Dem Zuschauer wird nur das brutale Vorgehen der Staatsmacht unterschlagen. Das nennt sich Propagana und es wirkt. Die Familie steht voll zu dem, wie China derzeit in Tibet durchgreift. Weiterlesen