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imageTestosteron macht viele Männer erfolgreich. Mut und der Wille die Dinge kompromisslos umzuset­zen, komme was da wolle, macht es zur natürlichen Erfolgsdroge der Macher. Allerdings hat sie auch ein paar Nachteile …

Vor einiger Zeit bin ich einem testosteronstrotzenden Anwalt begegnet. Wir Männer haben in der Regel meist genug davon. Aber er war schon ein besonde­res Exemplar.

Der Herr der Ringe

Schon bei der Begrüßung wollte er mir zeigen, wer der Herr im Ring ist. Nachdem ich meine Hand diesem zupackenden Wesen entrissen und in Sicherheit gebracht hatte, ging es allerdings erst richtig los.

“Sie glauben also mir noch etwas über Entscheidungen erzählen zu können?” Die Frage war mehr eine Feststellung.

“Ich will Ihnen mal etwas sagen. Ich entscheide seit über 50 Jahren und den größten Teil der Zeit habe ich das bestimmt besser gemacht als Sie”, fuhr er fort.

Ein offenes Ohr

“Na dann erzählen Sie doch mal”, antwortete ich.

Damit hatte er nicht gerechnet. “Ja … wie? … Ach so!”

Neben seinen vielen Vorteilen hat Testosteron einen großen Nachteil. Wer unter seinem Einfluss steht, neigt zum Tunnelblick und kann daher auch gut aus dem Konzept gebracht werden.

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Als im Sommer vergangenen Jahres die Bombe platzte, schien es der Coup des Jahrhunderts zu sein. Die Schaeffler-Gruppe – David – kauft den Goliath Conti. Schnell waren die Parallelen gezogen zu einem anderen kleinen Familienunternehmen, dass die ganz großen Trümpfe einer Übernahme bei VW spielt: PORSCHE unter seinem genialen Chef Wendelin Wiedeking.

Was war der Unterschied?

Aber Maria-Elisabeth Schaeffler und ihr Sohn Georg sind nicht die Porsche Familie und Jürgen Geißinger ist vermutlich auch kein geeigneter Vergleich für den PORSCHE Macher.

Trotzdem darf die Frage gestattet sein, was die beiden Übernahmen unterscheidet. Weiterlesen

Wenn ich jemanden für mich gewinnen will, dann mache ich das vorzugsweise nicht, indem ich ihm einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf gieße. Das gilt insbesondere, wenn der andere gerade die Hand für eine Friedensgeste reicht.

Porschechef Wendelin Wiedeking hat alle Trümpfe in der Hand und alle Versuche des VW-Betriebsrats, seine bisherige Macht in die Porscheholding zu importieren durch gute Planung bereits im Ansatz unmöglich gemacht.

Der Frust war dem VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh (IG-Metall) anzusehen. Ohnmächtig konnte er nur noch drohen, dass der Investor ja auf die Leistungsbereitschaft der VW-Männer angewiesen sei.

Vielleicht, weil es Wiedeking nicht um eine Demütigung des Betriebsrats ging, vielleicht aber auch, weil er ein Vertreter des kooperativen Ansatzes ist, veröffentlichte er in einer bundesweit erscheinenden Zeitung einen offenen Brief, in dem er viele Ängste, die sich bei der Belegschaft aufgrund von Desinformation gebildet hatten beschwichtigte. Volkswagen würde Volkswagen bleiben und es werde auf keinen Fall eine Fusion mit der Porsche AG geben. So weit die klare Botschaft.

VW-Betriebsratschef Osterloh leitete seinen Kommentar mit den Worten ein, der Porsche-Vorstand habe sich dem Druck der Arbeitnehmer von Volkswagen gebeugt. Vielleicht keine ganz glückliche Formulierung, um eine in Frieden ausgestreckte Hand zu ergreifen. Was hat ihn wohl zu diesen Worten veranlasst?

© Dirk Püschel - FOTOLIAVor einigen Tagen noch war Dr.-Ing. e. h. Bernd Pischetsrieder für mich der Entscheider der Woche. Inzwischen hat sich der Pulverdampf gelegt und Napoleons Piechs Truppen besetzen den Schauplatz.

Man könnte meinen, hier handelt es sich um einen gelungenen Coup. Ein Aufsichtsratschef demontiert einen unglücklich agierenden Chefmanager und installiert einen Mann seines Vertrauens.

So kann man es sehen, aber die Paranoiker unter uns sehen ein ganz anderes Bild. Hier versucht Napoleon Piech mit aller Macht eine Urzelle der genialen Schöpferkraft von Ferdinand Porsche ins familiäre Reich Vermögen zurückzuholen. So zumindest ein FAZ-Net Spezial. Danach ist Porsche derzeit dabei, seinen Aktien-Anteil am VW-Konzern auf 29,9% auszubauen. Dies schreckt nach einem möglichen Fall des VW-Gesetzes auch weiterhin feindliche Übernahmen effektiv ab, da niemand an dem Porsche Placet vorbeikäme. Laut FAZ-Net spekulieren weitere Beobachter damit, dass Porsche seinen Anteil dann sogar auf über 30 Prozent erhöhen könnte. Dann müsste der erfolgreiche Sportwagenhersteller aus Zuffenhausen den übrigen Aktionären eine Abfindungsangebot machen und Volkswagen übernehmen.

Ergebnis: Der ganze Laden aus Porsche und VW wäre dann vollständig unter der Kontrolle der beiden Familien Piech und Porsche.

Merken Sie etwas? Genau, Porsche ist ein Fliege auf einem Elefanten, wenn man die beiden Unternehmen vergleicht. Wie konnte es passieren, dass so ein kleines Unternehmen in der Lage ist, einen Giganten der Automobilbranche zu kaufen?

Quelle: http://www.volkswagen-ir.de/

Klare Antwort: Das Missmanagement der Piech, Hartz und Konsorten-Ära. Während Porsche eine wahre Ertragsperle ist und von Rekordergebnis zu Rekordergebnis gestürmt ist, machte der Automobilriese eine andere Entwicklung durch.

In dem Kurs-Chart lässt sich die Aktienkursentwicklung der VW-Vorzugsaktien über die letzten zehn Jahre verfolgen. Das Jahr 2000 markiert den Einstieg von Bernd Pischetsrieder als Vorstandsvorsitzenden. Zuvor war Ferdinand Piech am Ruder. Extrem interessant: Der Aktienkurs ist seit 2002 geradezu explodiert und eine evtl. Übernahme schon wieder relativ teuer.

Was würde wohl ein Paranoiker jetzt denken, wenn er davon ausgeht, dass Piech VW unbedingt unter die familiäre Kontrolle bringen möchte? Ein Schuft, der Böses dabei denkt! 🙂

Pischetsrieder.JPG…ist für mich eindeutig Dr.-Ing. e. h. Bernd Pischetsrieder. Laut Handelsblatt dankt er vom heißen Stuhl bei VW ab. Nachdem er mit der Durchsetzung seines Sanierungskonzepts im Volkswagen-Konzern seine Unterstützer mittlerweile an einer Hand abzählen kann, macht diese Entscheidung für mich Sinn.

Er ist jetzt 58 Jahre und müsste voraussichtlich zwei bis drei Jahre warten, bis die Sanierungsmaßnahmen so weit greifen, dass die Kritiker verstummen. Sollte er beruflich noch eine Vision haben und davon gehe ich bei Herrn Pischetsrieder aus, musste er jetzt den Stecker ziehen. Ich hoffe für ihn, dass er im neuen Jahr gute Alternativen parat hat, um noch einmal beruflich durchzustarten.

Ein anderer darf jetzt ernten, Audi-Chef Martin Winterkorn ist der designierte Nachfolger. Allerdings wird er auch kein Bett aus Rosen vorfinden. Es könnte allerdings helfen, dass er über den richtigen Stallgeruch (ein Vertrauter von Ferdinand Piech) verfügt 🙂

Update 9.11. 2006

Wie die FAZ berichtet, ist Herr Pischetsrieder durch Herrn Piech rausgemobbt worden. Angeblich hätte er die Sanierung von VW zu zaghaft vorangetrieben. Dies ist sehr interessant, ist Piech doch der Verantwortliche für die Probleme bei VW und gleichzeitig der große Bremser.

Es stellt sich die Frage, wie unternehmerisch Herr Piech noch denken kann und an Stelle von Herrn Wiedeking würde ich mir langsam Sorgen machen. Denn der große Aktionär Piech kann ihm auch Schwierigkeiten machen. Warum glauben Sie wohl, hat Herr Wiedeking im VW-Aufsichtsrat mit Herrn Piech gestimmt?