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KrötenwanderungNormalerweise möchten wir Menschen auf die Finger klopfen. Wenn sie von etwas begeistert, ohne großes Nachdenken entscheiden. Denn unsere Begeisterung lässt uns selten die Kehrseiten unserer Faszination erkennen. Schon ohne Begeisterung ignorieren die meisten Menschen negative Informationen.

Doch um diesen Fall geht es heute nicht. Stattdessen möchte ich unser Auge darauf lenken, wie sehr uns das Entscheiden begeistern sollte.

Noch sehen das viele ganz anders: »Was soll daran schon begeistern? Ich muss bei meinen Entscheidungen so viele Kröten schlucken, dass Naturschützer mich als offiziellen Krötenwanderweg ausgewiesen haben!«

Die Entscheidung kann nichts für unsere Fehler

Das klingt nicht unbedingt begeisternd. Es soll allerdings auch Menschen geben, die ihre Katze in der Waschmaschine gewaschen und anschließend in der Mikrowelle getrocknet haben. Oder wie IT-Servicetechniker sagen: »Der Fehler sitzt in der Regel vor dem dem Gerät.«

Das begeistert

Im Moment der Entscheidung bekommen wir das, was wir schon die ganze Zeit wollten. So läuft es im Idealfall. Ich finde, das ist ein Grund für Begeisterung.

Stellen wir uns ein kleines Kind vor, wenn ein lang gehegten Wunsch erfüllt wird. Das ist Begeisterung! Diese Art der Begeisterung könnten wir auch empfinden.

Schritt für Schritt in die Zukunft

Natürlich ist diese Sicht sehr vereinfacht. In der Regel erarbeiten wir mit unseren Entscheidungen immer nur kleine Teile von dem, was wir ultimativ gerne erreichen wollen. Es wäre wahrscheinlich einfacher, wenn wir unsere Zukunft mit einer einzigen Entscheidung direkt vor die Haustür geliefert bekämen. Aber als ich beim letzten Mal nachgesehen habe, hatte keines der großen Versandhäuser – auch nicht Amazon – die Zukunft im Angebot.

Daher realisieren wir sie uns Stückchen für Stückchen mit unseren Entscheidungen. Doch wenn wir nur einen Funken Vorstellungskraft besitzen, müsste uns diese Idee bei jeder Entscheidung begeistern: »Ich bekomme das, was ich will!«

Und was ist mit den Kröten?

So wie in die Waschmaschine keine Katze, sondern Wäsche gehört, so müssen wir unsere Entscheidungen mit dem richtigen Informationen beliefern.

Wenn heute ein Fee käme und uns anbieten würde, alles zu erfüllen, was wir wirklich wollen, hätten über 80 Prozent der Menschen ein Problem. Denn die meisten von uns haben keine klare Vorstellung davon, wie sie ihre Zukunft aussehen lassen wollen.

Entscheidungen geben unserem Handeln eine Richtung. Wenn wir nicht wissen, was wir wollen, landet die Katze doch wieder in der Waschmaschine. Nicht nur Katzen lehnen das ab.

Was haben wir 2023 erreicht?

Und daher lautet mein Rat des Tages: Finden wir heraus, was wir wirklich wollen. Dann dürfen wir bei unseren Entscheidungen auch begeistert sein.

Wie sehen unsere Ziele für das Jahr 2023 (kein Schreibfehler) aus? Was wollen wir alles erreicht und umgesetzt haben?

image»Wohin soll`s denn gehen?« Fragt mich der freundliche Mann am Bahnschalter.

Eigentlich wollte ich »Hamburg« sagen. Aber die Szene erinnert mich an etwas und ich starte stattdessen ein kurzes Experi­ment. »Ich weiß nicht so recht. Was gibt es denn so?«

Der junge Mann ist offensichtlich gut geschult. Denn er interpretiert meine absurde Frage professionell und nimmt es sportlich. »Im Laufe der nächsten Stunde fahren Züge in jede Deutsche Großstadt ab. Sie haben die freie Auswahl! Worauf haben Sie Lust?«

Da war sie wieder, die Frage, die uns alle bei unseren Entscheidungen bewegt. Weil ich nicht weiß, wo ich hin will, könnte ich mir jetzt jede Verbindung anschauen und überlegen, was mich da wohl erwartet. Doch das scheint anstrengend zu sein. »Was empfehlen Sie mir?«

Mit einem verschmitzten Lächeln, empfiehlt er mir seine Lieblings­stadt. »Mir persönlich gefällt München am besten. Da haben Sie einen guten Mix aus Lebensart, Kultur und Unterhaltung.«

Ich weiß, warum er sich so freut. Denn folge ich seiner Empfehlung, lebe ich in dem Moment sein Leben und nicht meines.

Zeit, das Experiment zu beenden. Denn fast habe ich Lust, den Zug nach München zu buchen. Zum Glück weiß ich ja, wo ich hin möchte. »Vielen Dank! Ich fahre doch lieber nach Hamburg!«

Entscheidungen geben unserem Leben seine Richtung. Wissen wir immer, wo wir hin wollen? Noch bevor wir vor der Entscheidungs­situation stehen? Besser wäre es.

schwindeln»Der Partner ist der richtige. Nur die Umstände sind es nicht!«

Vor zwei Jahren hatten sich Markus und sein bester Freund Hannes mit einer innovativen Geschäftsidee selbständig gemacht. Doch während Markus gleich gekündigt hatte, ging es bei Hannes nicht ganz so schnell. Erst musste ein passender Nachfolger für ihn gefunden werden. Dann wollte er noch ein wichtiges Projekt für seinen Chef zu Ende bringen und dann war da noch der Wasserschaden im Hannes Haus. Jetzt braucht er sein festes Gehalt, um die Renovierungskosten zu bezahlen.

Markus arbeitet also ganz allein an dem gemeinsamen Geschäft. Hannes gibt nur »gute Ratschläge«, das war es auch schon. Inzwischen hat das kleine Unternehmen Aufträge und die Mitarbeit des Partners ist dringend erforderlich.

Ich: »Wie denken Sie über Ihren Partner?«

Markus: »Sie meinen, ob ich mir nicht den falschen Partner ausgesucht haben?«

Ich: »Das ist doch die Frage, die Sie sich selbst stellen, oder?«

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imageKennen Sie das auch? Das Leben scheint sich oft in Krei­sen zu bewegen. Dieselben Probleme begegnen uns immer wieder. Da haben wir die Ar­beit gewechselt, weil der Kol­lege so unbequem war und we­nig später zeigt der neue Chef sein hässliches Gesicht. Denn der macht aus dem Ar­beitsplatz einen stetigen Quell täglicher Psychofolter.

Dieses Problem ist einfach. Wir nehmen unsere Probleme immer mit uns mit. Wir können ihnen nicht entfliehen. Wir finden nur dann Ruhe, wenn wir sie an Ort und Stelle lösen.

Schwieriger wird es, wenn die Kreise größer sind

Carl ist selbständig und hat sich bereits drei Mal neu erfunden. Jedes Mal dasselbe. Die neue Idee inspirierte ihn anfangs so sehr, dass er schnell den einen oder anderen Kunden fand. Doch schnell kam er im Alltag an.

Er war nicht mehr so inspiriert und es fiel ihm schwer, neue Kunden zu gewinnen. Gerade dieser erste Schritt kostete immer mehr Zeit. Dabei wollte er doch arbeiten! Er kam sich mehr und mehr so vor, als hätte er eine Vollzeitvertriebsstelle. Doch damit verdiente er kein Geld.

“Das muss doch besser gehen! Ich muss doch etwas anbieten, was mir meine Kunden aus den Händen reißen!” Und schon ging der Kreislauf wieder von vorne los.

Offensichtlich ist Carl im Vertrieb keine große Kanone. Das ist allerdings nicht sein wahres Problem. Carl probiert vieles aus und hofft dabei auf einen Weg zu stoßen, auf dem er von Erfolg zu Erfolg stürmt.

Solche Geschäfte gibt es. Doch sie sind sehr selten. Ein Bauer weiß: Wenn er ein neues Feld bearbeitet, braucht es ein Zeit lang, bis er gute Ernten einfahren kann. Er muss es roden. Die Steine heraus­sammeln; er muss Bodenauflockerer pflanzen; diese wieder entfernen und die neue Saat ausbringen. Das Feld muss gehegt und gepflegt werden, bis er schließlich die erste Ernte einfahren kann.

Im Weinbau dauert es sogar mehrere Jahre, bis es soweit ist. Das alles wäre nicht möglich, würde der Bauer jede Woche einen Erfolg sehen wollen. Stattdessen hat er ein klares Ziel vor Augen. Er will sein Feld so weit bringen, dass es jedes Jahr aufs Neue eine Ernte gibt.

Die harte Arbeit, bis es soweit ist, hat er einkalkuliert.

Entscheidungen geben unserem Handeln eine Richtung

Carl fehlt die Vision für sein Geschäft. Er stellt sich zwar vor, dass er viel Geld mit seinen jeweils neuesten Ideen verdient, aber viel weiter darüber hinaus plant er nicht. Schließlich will er erst einmal testen, ob er Erfolg damit hat.

Er testet und testet. Doch da sich seine Erfolge nur bei langfristig zielgerichtetem Handeln einstellen würden, sucht er sich lieber wieder etwas Neues. So läuft er immer wieder im Kreis und ist naturgemäß frustriert.

Schade, eigentlich. 😐

Kaninchen vor der SchlangeKrisen gibt es immer wieder. Doch wenn die Welt verrückt spielt, fallen wir gerne in eine Handlungsstarre. Die Börsianer haben dann oft einen klugen Spruch auf Lager.

Können wir von den Investoren, Zockern und Spekulanten etwas für diese Situation lernen?

Entscheidungen geben unserem Handeln zwar eine Richtung, aber wir stehen dabei immer im Spannungsfeld zwischen der Situation und unserem Zukunftsbild.

Was nutzt uns die schönste Vision, wenn es uns in dieser Zukunft nicht gibt?

Fehler in der Perspektive

Wenn wir uns davon einschüchtern lassen, machen wir allerdings einen Beobachtungsfehler. Natürlich lassen sich Pläne, die vor kurzem gut funktioniert haben nicht mehr gefahrlos umsetzen. Stattdessen ergeben sich in solchen Situationen ganz neue Chancen und Wege.

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Wegweiser

»Entscheidungen geben unserem Handeln eine Richtung.« Wenn ich das sage, nicken viele und einige denken darüber nach. Dieser kurze Satz hat es tatsächlich in sich. Denn die nächste Frage lauert schon: Wohin? Welche Richtung wollen wir denn einschlagen?

Entscheidung auf Sicht

»Ich entscheide auf Sicht.« Das haben wir alle schon oft gehört. Manchmal sogar aus unserem eigenen Mund. Wenn eine Füh­rungs­kraft das sagt, wird es bedenklich. Denn der Sicht­ent­schei­der weiß offensichtlich nicht, wo es lang geht.

Das ist der Unterschied, ob ich eine langfriste Vorstellung davon habe, wo ich eines Tages herauskommen will oder nicht.

Stell Dir vor, Du gehst wandern. Du hast die Wahl. Du kannst Dich einer Gruppe anschließen, die auf Sicht wandert oder einer anderen Gruppe mit einer Wanderkarte.

Wie entscheidest Du Dich?

Mit der Wanderkarte wissen wir wo es lang geht. Auf Sicht schauen wir nur, wo es vielleicht auf den ersten Blick schön aussieht.

Wir würden dann vielleicht den spektakulären Wasserfall verpassen und das Restaurant zum Einkehren, weil die Wege dorthin auf den ersten Blick beschwerlich aussehen.

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image Beinahe überall können wir lesen, wie wichtig Ziele sind. Wir nicken dann alle und freuen uns, dass wir unsere Ziele kennen. Mein Ziel ist es z.B. diesen Artikel zu ende zu schreiben. Ein anderer mag das Ziel haben, diesen Tag alle seine Aufgaben zu bewältigen.

An Zielen mangelt es daher nicht, aber vielleicht an der Qualität unserer Ziele. Je weiter in der Zukunft sie liegen, desto spärlicher werden sie. Viele wollen das nicht und viele glauben, sie könnten keine Ziele über das nächste Jahr hinaus setzen.

Qualitativ hochwertige Ziele

Dabei gibt es in der Psychologie kaum ein Phänomen, das mehr untersucht worden wäre als die positive Wirkung von Zielen.

So konnte in zahlreichen Studien nachgewiesen werden dass unsere Leistung durchschnittlich um 19 Prozent zunimmt, wenn wir klare Ziele entwickelt haben.

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Wegweiser Erfolg Der Mensch ist das einzige Wesen auf diesem Planeten, das sich seine Lebensumstände nach seinen eigenen Ideen formt. Einige machen das ausgesprochen gut, andere dagegen sind Teil der Idee eines anderen.

Der gesellschaftliche und technische Fort­schritt bringt es mit sich, dass wir fast unabhängig von unserer Geburt alles erreichen können.

Selbstvertrauen

Dieses “Alles” bestimmen wir durch unserer Vertrauen in uns selbst. Wie vieles andere auch, lernen wir das schon in unserer Kindheit. Da unser Selbst die wichtigste Ressource ist, mit der wir arbeiten, bestimmt unser Vertrauen darin, das Maximum, was wir erreichen können.

Es ist wie mit einem Auto. Trauen wir ihm nicht zu, dass es schneller als 80 Km pro Stunde sicher fahren kann, werden wir auch auf der Autobahn selten schneller sein. Auch wenn der Hersteller es für 180 Stundenkilometer ausgelegt hat.

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image Übernahmen waren schon immer ein probates Mittel, das eigene Wachstum zu beschleunigen. Allerdings sind die Lehrbücher voll von Beispielen, in denen eine Übernahme der Startschuss für jahrelange Schwierigkeiten war.

Denken wir z.B. in Deutschland an die Nixdorf-Übernahme durch Siemens. Oder als Time-Warner und Amerika Online zusammen gingen.

Kulturelle Uneinigkeit

Üblicherweise werden kulturelle Differenzen für die Probleme verantwortlich gemacht. Unter anderem auch auf der Kundenseite. So waren Daimler-Kunden nicht bereit, Chrysler-Teile in ihrem Mercedes Benz zu tolerieren und Chrysler-Kunden konnten sich nicht vorstellen mehr Geld für ihre Autos zu bezahlen, um Daimler-Teile in ihrem Chrysler zu haben. Da ist es dann schwer, à la VW gemeinsame Plattformen zu entwickeln und Kosten zu senken.

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image Als Entscheider sind wir der Kapitän des Schiffs unseres Schicksals. Haben wir nicht weit vorausgedacht, steuern wir vielleicht ein gefährliches Riff an. Ragen dann die mordgierigen Felszähne vor uns aus dem Wasser während von hinten die Brandung schiebt. Wird es schnell hektisch.

Ausguck: Riffe voraus, kommen mit 15 Knoten schnell näher!

Kapitän: Mist! Ich Armleuchter! Ich habe den falschen Kurs gesetzt. Steuermann, drehen Sie mal wild am Steuer!

Steuermann: Was soll das denn für ein Kurs sein?

Kapitän: Na gut! Dann eben hart Backbord! Volle Fahrt zurück!

Ausguck: Wir sind jetzt im Riff!

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Ausguck: Wir sind durch die Riffe durch! Wir haben ernsthafte Schäden! An eine Weiterfahrt ist nicht zu denken.

Kapitän: Ich wusste doch, dass es geht! Ich habe nie daran gezweifelt. Setzt das Schiff auf Grund. Wir bleiben erst einmal hier! Das war ja mein Ziel!

Steuermann: Wirklich? Hier? Was gibt’s hier denn?

Kapitän: Nichts! Aber wenn es so schwer war, hier her zu kommen, dann ist das ein Erfolg. Und ich wüsste nicht, wo wir sonst sein sollten. Also ist es hier so gut wie sonst wo.

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