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imageWer dieser Tage in den Urlaub fährt, freut sich auf Sommer, Sonne, Meer oder Berge.

Die Euroturbulenzen sind allen­falls für Griechenland-Urlauber interessant, die sich um den bö­sen Euronazi sorgen, den so mancher Hellene in uns sieht.

Sei es drum. So geht ja nicht, dass wir für die Südländer unsere Steuermilliarden verpulvern. Wer über seinen Verhältnissen gelebt hat, muss nun einmal leiden. 😐

Währungsfrust und –freuden

Wer im Euroland reist, ist fein raus. Denn die Preise dort zeigen sich unbeeindruckt, ob der Euro fällt oder steigt. Anders diejenigen, die zum Beispiel in die Schweiz reisen. Vor kurzer Zeit konnte man dort noch rechnen, für einen Euro 1,4 Schweizer Franken zu bekommen. Doch der eidgenössische Swissy ist eine harte Währung. Der Euro dagegen fließt geschmeidig durch die Finger. 🙂

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image In unserem Leben kann viel schief gehen, das wissen wir. Der gut­be­zah­lte Job, den wir annehmen, kann sich als Albtraum mit gutdo­tier­tem Schmer­zens­geld erweisen. Die In­ves­ti­t­i­on in einen neuen Markt kann zum Rohr­kre­pie­rer werden und das ganze Unternehmen rein­rei­ßen.

In den Unternehmen treffen wir keine Entscheidung, ohne dass nicht auch über die damit verbundenen Risiken nachgedacht wird. Allerdings meinen wir umgangssprachlich oft etwas anderes, als die Wissenschaftler.

Entscheiden unter Risiko

In der Entscheidungslehre bedeutet Risiko, dass wir wissen, mit welcher Wahrscheinlichkeit bestimmte zukünftige Ereignisse ein­tref­fen. Es kann also zum Beispiel mit 73% Wahrscheinlichkeit so wie geplant laufen oder mit 17% Wahrscheinlichkeit anders.

Nicht risikolos

Liegen keine soliden statistischen Daten vor, kennen wir die Eintrittswahrscheinlichkeiten nicht. Dann ist Pi mal Daumen an­ge­sagt. Während Pi bei 3.14159265 liegt, sieht jeder Daumen anders aus.

Diese verschärfte Form nennt sich bei den Wissenschaftlern Entscheiden unter Unsicherheit, wenn noch nicht einmal die Ein­tritts­wahr­schein­lich­kei­ten bekannt sind.

Babylonisches Risiko

Uns selbst ist natürlich das Gefühl nicht fremd, dass uns die eine oder andere Alternative zu riskant ist. Wir fühlen uns dann zu unsicher, für diese Entscheidung. Das war zwar so vom Wissenschaftler nicht gemeint, muss uns aber auch nicht weiter stören. 🙂

Allerdings sollten wir uns bewusst sein, dass Wissenschaft und Praxis nicht von denselben Dingen sprechen, auch wenn sie dieselben Worte verwenden. 😯

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image Anders als viele Entscheidungs-methoden vorgeben, machen wir uns im Alltag meist nur wenige Gedanken über Risiken, die wir mit unseren Entscheidungen ein-gehen.

Das erklärt sich  an einem ganz einfachen Faktum: Wir rechnen nicht von Natur aus mit genauen Wahrscheinlichkeiten.

Ein Schwiegersohn mit Geld

Ronald Kleinmann* überlegt, ob er in die Unternehmung seines Schwiegervaters investiert und in einigen Jahren die Nachfolge übernimmt.

Das Unternehmen warf vor der Wirtschafts- und Finanzkrise eine ordentliche Eigenkapitalrendite von 11 Prozent ab. Allerdings beruht diese auf der Hebelwirkung durch hohe Fremdkapitalanteile. Seit 2008 fährt das Unternehmen Verluste ein. So schrumpfte auch das Verhältnis Eigenkapital zu Fremdkapital. Jetzt droht die Überschuldung. Weiterlesen

Mark Adam* (Name geändert) steht vor einer wichtigen Entscheidung. Ein  Konkurrent bietet ihm einen Betriebsteil zum Kauf an, der Adam einen neuen Markt öffnen wird.

Adam hat in den letzten Jahren gut verdient und vor allen Dingen Rücklagen angelegt. Daher könnte er ohne Kreditaufnahme die Gelegenheit nutzen.

Was ist schon normal?

In normalen Zeiten hätte er es auch ohne Zögern getan, denn das Angebot ist sehr günstig. Aber in Zeiten der Wirtschaftskrise ist nichts mehr sicher.

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Letztens beim Networking. Eine etwas über fünfzigjährige Frau überlegt sich, ob sie den Job wechseln soll. Mich fragt sie, was wohl die richtige Entscheidung wäre.

Wenn auf der Visitenkarte “Entscheidercoach” steht, kommt man in diese Situationen. Natürlich ist die Frage nicht von mir zu beantworten, sondern von der Dame selbst. Denn ich bin (leider) kein Orakel, dass jedem daher gelaufenen griechischen Helden eine kryptische Antwort gibt und auch keinen netten Damen mittleren Alters. 😮 Weiterlesen

Vor einigen Tagen hat Robert Basic seinen Blog für ca. 47.000 Euro unter den Auktions-Hammer gelegt. Zwischen der Ankündigung der Versteigerung und dem tatsächlichen Akt lagen nur wenige Tage.

In der Zwischenzeit ist die Angelegenheit von sämtlichen Medien beleuchtet worden, sogar in der Washington Post und für Deutschlands Senioren im ZDF. “Sieger” war schließlich eine Serverfirma.

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Copyright IstockphotoIn den Tagen der weltweiten Finanzkrise sind alle ein wenig vorsichtig mit ihrem Geld geworden. Wenn wir uns heute die Ursache für all das ansehen, dann schütteln alle nur den Kopf. Wie konnte es nur so weit kommen? Interessanterweise habe ich schon seit Jahren in diversen Börsenbriefen darüber gelesen, dass sich nach der Internetblase in den USA eine Immobilienblase bilden würde, denn die amerikanische Notenbank verfolge eine ungesunde Politik des billigen Geldes.

Trotzdem haben die Entscheider in den Banken rund um den Globus – man denke nur an die IKB Bank – nicht wiederstehen können und sich an dem großen Spiel beteiligt. Warum? Weil die individuellen Bonusregeln genau dieser Entscheider das Risiko belohnen und Sicherheitsbedenken bestrafen. Weiterlesen

(c) IstockphotoVor ein paar Tagen habe ich bei ntv einen Kommentar gelesen, der mich mal wieder auf Clausewitz gebracht hat.

…Strategie ist nach Clausewitz die Lehre vom Einsatz der Kräfte zur Erreichung des Ziels. Sie muss mit Gewissheiten und Wahrscheinlichkeiten, aber auch mit Möglichkeiten kalkulieren…

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sein individuelles Risiko abzuschätzen. Die Clausewitz-Methode ist schön einfach. Aber hilft Sie wirklich, das eigene Risiko besser einschätzen zu können? Weiterlesen

© Florea Marius Catalin - FOTOLIA“Ich weiß jetzt, dass meine Entscheidung von damals ein Fehler war”, so Manfred Kalt* (Name geändert), ein 27-jähriger Unternehmer. Er hatte in seinen Entscheidungskriterien nicht berücksichtigt, was eine Krise in Amerika für seine Geschäft bedeuten würde. Da seine Gesellschaft mit einer sehr kurzen Kapitaldecke operiert, muss er jetzt Geld nachschießen. Weiterlesen

© Klementiev - FOTOLIA 

Neulich in der VIP-Lounge am Flughafen.

Finnischer VIP: Hallo, Sie habe ich ja lange nicht mehr getroffen!

Chinesischer VIP: Das ist ja eine Überraschung! Wie geht es Ihnen?

Finnischer VIP: Ich würde gerne sagen, alles läuft wie geschmiert, aber die Sache in Westeuropa ist ein echtes Ärgernis.

Chinesischer VIP: Ja, ich komme gerade aus der Region. Wir schauen uns gerade verschiedene Standorte für unsere zukünftige europäische Zentrale an.

Finnischer VIP: Und wozu tendieren Sie?

Chinesischer VIP: Ach, wir sehen das ganz leidenschaftslos. Wichtig sind uns politische Stabilität und politische Zuverlässigkeit. Kapitalverkehrsbeschränkungen darf es natürlich nicht geben und das Transportwesen muss auch passen.

Finnischer VIP: Warum kommen Sie dann nicht nach Finnland?

Chinesischer VIP: Ja, bei Ihnen ist all das gegeben und hinzu kommt noch ein Bildungswesen, das ich für ein europäisches Land bewundernswert halte. Ihre Mitarbeiter sind wirklich gut ausgebildet.

Aber was ich Sie noch fragen wollte, müssen Sie jetzt tatsächlich die gewährten Subventionen zurück zahlen?

Finnischer VIP: Na ja, das glaube ich eigentlich nicht. Sollte es so sein, wird das alles eine riesengroße Fehlentscheidung sein. Das würde ich gerne vermeiden.

Chinesischer VIP: Eine Fehlentscheidung? Die 47 Millionen Euro werden Sie doch vermutlich über die nächsten 3 Jahre in Rumänien wieder einsparen können, oder?

Finnischer VIP: Ja, aber das meine ich nicht. Schauen Sie sich doch einmal an, was in dem Land gerade vor sich geht. Sie haben zwar politische Stabilität, auch wenn das Parteiensystem  derzeit auf der linken Seite zersplittert, aber Sie haben keine Zuverlässigkeit. Wo kommen wir denn dahin, dass unser Engagement jahrelang in Ordnung ist und keiner über die Subventionskriterien spricht. Aber in dem Moment, in dem wir eine unternehmerische Entscheidung treffen, haben wir das Land betrogen. Ich denke, ein Betrug setzt voraus, dass wir etwas verheimlicht haben. Aber wir spielen die ganze Zeit mit offenen Karten.

Die Fehlentscheidung war es, überhaupt dort ein Werk zu bauen. Wenn die Politik einem solche Klötze vor die Beine wirft, dann ist das vom Prinzip her, als gäbe es Kapitalverkehrsbeschränkungen.

Chinesischer VIP: Und die Mitarbeiter mucken auch auf, wie ich gehört habe?

Finnischer VIP: Damit hatten wir gerechnet und das ist auch absolut nachvollziehbar. Sie müssen ja eine gewisse Gegenmacht aufbauen, um bessere Konditionen für sich herauszuhandeln. Der politische Aufruf dagegen, unsere Produkte zu boykottieren gehört in eine andere Welt.

Chinesischer VIP: Ich glaube, wir sollten unseren Standort lieber nicht dort aufbauen. Die kaufen unsere Produkte, egal ob wir unseren Sitz dort haben oder nicht. Sollten wir aber irgendwann umziehen wollen, dann würden wir vielleicht auch so an den Pranger gestellt. Das ist ja ein enormes Risiko!

Finnischer VIP: Jetzt verstehen Sie, warum es eine Fehlentscheidung für uns war, in dem Land zu investieren! Dazu wird es auf der Hauptversammlung bestimmt einige sehr unangenehme Fragen geben!