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image Aufgeben ist nicht populär. »A winner never quits and a quitter never wins« – (Ein Gewinner gibt niemals auf und ein Aufgeber gewinnt niemals) sagen unsere angelsächsischen Kollegen.

Diese Einstellung ist solange gesund, wie wir unsere eigenen Ziele verfolgen und diese zumindest theoretisch er­reichbar sind.

Nun gibt es Zeitgenossen, die sich an Zielen abarbeiten, hinter denen sie gar nicht stehen. »Ich habe es angefangen und ich werde es zu ­ende bringen«, so Helmut Dörfer*, der techni­sche Leiter eines mittel­ständischen Unternehmens.

*Name von der Redaktion geändert

Der Preis ist heiß

Hinter dieser einfachen Aussage steht ein klares Ziel. Im nächsten Jahr wird der Eigentümer sich aus der Geschäftsführung zurückziehen. Entweder der technische Leiter oder der bisherige kaufmännische Leiter soll dann die Geschäftsführung übernehmen.

Eigentlich will Dörfer gar nicht an die Spitze. Als er aber vor fünf Jah­ren den Posten übernahm, war das eine Zukunfts-Option, die der Fir­menpatriarch ihm aufzeigte. Damals schien es richtig für ihn zu sein.

Ein heißer Krieg

Sein Konkurrent um den Posten ist sehr ehrgeizig und so fing vor zwei Jahren der tägliche Kleinkrieg an, in dem sich Dörfer ständig verteidi­gen muss. Als passionierter Schachspieler denkt er voraus und bleibt seinem Gegner nichts schuldig.

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image Das erste Mal habe ich die Geschichte im Kindergarten ge­hört. Vermutlich auch später in der Schule. Wahrscheinlich geht es Ihnen wie mir. Das Größte an der Geschichte ist hängen geblieben, aber nicht ihre Bot­schaft.

Von welcher Geschichte rede ich?

Von Jonas und dem Wal. Der Titel ist schon falsch. Denn der Wal spielt eine untergeordnete Rolle. Wir erinnern uns vielleicht, dass es einen Jonas gab und dass er von einem Wal verschluckt wurde und irgendwann wieder frei kam.

Doch warum wurde er von dem Wal verschluckt? Warum kam er wieder frei? Was hat Jonas danach gemacht?

Mehr als ein Schulterzucken ernte ich auf diese Fragen heute nicht. Denn die Geschichte steht in der Bibel und es gibt schließlich heute Wichtigeres.

Die echte Botschaft

Was wäre, wenn ich Ihnen erzählte, dass es in dieser Geschichte um den Sinn im Leben geht, dass wir ohne ihn nicht mehr weiter kommen. Dass wir in einem unbeweglichen Sturm festsitzen, der von Minute zu Minute schlimmer wird.

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Jäger des verlorenen SinnsEgal ob wir Unternehmer, Selbständiger oder Angestellter sind. Wir alle haben den Wunsch etwas von Bedeutung zu tun.

Doch an vielen von uns zieht das Leben einfach so vorbei, ohne dass wir auch nur Bedeutung schnuppern. “Ich will gar nicht berühmt werden”, meinte ein Manager einmal zu mir.

Dabei hat das natürlich nichts damit zu tun, ob wir etwas von Bedeutung tun oder nicht. Ich verwende hier absichtlich diesen etwas gestelzten Ausdruck, weil ich unseren Blick auf den Wortsinn lenken möchte.

Geben wir uns Bedeutung

Wir sollten etwas tun, das für uns eine Bedeutung hat. Andere mögen das nicht so sehen. Aber es kommt darauf an, wie wir die Dinge bewerten.

Wenn ein 38Jähriger eine 12-köpfige Familie hat, dann ist das in einem entwickelten Land wie Deutschland nicht dem Augenblicksvergnügen geschuldet. Er sieht dann seine Lebensmission darin, eine große und starke Familie aufzubauen.

Ihm gibt das offensichtlich Sinn, andere bewerten sein Handeln vielleicht nicht so positiv. Doch darauf kommt es nicht an. Wichtig ist, dass er und seine Frau zutiefst mit sich im Reinen sind.

Sehnsucht nach Sinn

Viktor E. Frankl, der Begründer der Logotherapie fand heraus, dass Menschen eine tiefe Sehnsucht nach Sinn in ihrem Leben haben.

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© Gina Sanders  - Fotolia.comUnser ganzes Leben treffen wir ständig Entscheidungen. Oft ist uns dabei nicht bewusst, was Entscheidungen eigentlich sind: richtungsgetriebenes Handeln. Gerade den Aspekt der Richtung vernachlässigen wir gerne zugunsten von kurzfristigen Rendite -oder anderen Vorteilen.

Das gilt nicht nur im geschäftlichen Alltag so, sondern auch fürs Private. Welcher untreue Partner handelt schon so, weil er sich langfristig aus seiner Ehe verabschieden will? Meistens macht Gelegenheit Liebe oder vielmehr Sex und die Sache ist passiert. Weiterlesen

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“Egal was ich jetzt tue, es ist eigentlich ohne Bedeutung. Früher war ich ab und an zufrieden, wenn ich mal eine Beförderung oder eine Gehaltserhöhung bekommen habe. Aber das war auch nur immer für den Moment gut.” So Franz Mosler* (Name geändert), ein Abteilungsleiter in einem Pharmakonzern.

Entscheidungen müssen für uns Sinn machen

Entscheidungen sind richtungsgetriebenes Handeln. Der Punkt an dem wir uns jetzt gerade befinden ist letztlich auf unsere Entscheidungen zurückzuführen. 

Natürlich wird keiner am Anfang seiner Karriere festlegen können, welche Ereignisse stattfinden und wo er zu einem bestimmten Zeitpunkt sein wird. Kontrolle ist immer eine Illusion.

Aber ich glaube, darauf kommt es bei Mosler nicht wirklich an. Denn nach seiner eigenen Aussage wäre er mit einer bessere Position oder mehr Einkommen keinen Deut glücklicher. Es hat ihm eine Zeit lang viel gegeben, total in seiner Arbeit aufzugehen. Aber irgendwann hat er festgestellt, dass ihm etwas wichtiges fehlt: Der Sinn im Leben.

Das geht vielen So. Durch die starke Regulierung von Lebensläufen, wie wir sie heute kennen mit Schule, Studium, Auslandspraktika und Einstieg in eine Managementlaufbahn glauben wir, automatisch das Richtige zu tun, nur weil es mehr oder weniger so vorgegeben ist.

Es gibt zwar den einen oder anderen Aussteiger, aber das sind dann eher bedauernswerte Randerscheinungen. Bis zu dem Moment, da wir realisieren, dass es ohne Sinn nicht geht.

Sinn ist überlebenswichtig

Das hat schon im letzten Jahrhundert der Wiener Psychater Viktor E. Frankl herausgefunden. Seine Theorien musste er auf die schlimmste vorstellbare Weise in der Praxis nachweisen. Denn er überlebte die Vernichtungsmaschinerie der Nazi-KZs nur, weil er für sich einen Sinn darin sah weiterzuleben, um eines Tages anderen Menschen von diesem Unrecht berichten zu können. Im Gegensatz zu vielen anderen konnte er deshalb überleben.

Wir bestimmen selbst, was Sinn macht

Es liegt offensichtlich in unserer Macht, selbst zu bestimmen, was unserer Existenz Sinn verleiht. Auch Mosler musste deshalb nicht seine Laufbahn aufgeben.

Es mag zwar sein, dass sein Arbeitgeber mit den eigenen Produkten sehr viel Geld verdient, aber der tiefere Sinn des Unternehmens, seine Existenzberechtigung liegt darin, vielen Menschen zu helfen, wieder gesund zu werden. Hinter jeder Zahl, die Mosler im Laufe seiner Karriere gesehen hat über Umsätze, Forschungsaufwendungen und Genehmigungsverfahren steht am Ende die Lebensqualität von tausenden von Menschen.

Die Entscheidungen von Franz Mosler haben doch große Bedeutung, er musste nur ein wenig über die Zahlen hinwegsehen und die Menschen dahinter erkennen.

Macht das Sinn für Sie? 🙂

© Jean-charles Caslot - FOTOLIA

Viele von uns leben in einem Zustand zwischen Glück und Unglück. Es gibt Höhe- und genauso auch Tiefpunkte, aber die meiste Zeit verbringen sie dazwischen.

So geht es auch Christian Roman (Name geändert). Für ihn stand es nie zur Diskussion, was er einmal werden will. Er ist Bäcker und hat das Geschäft von seinem Vater übernommen. Bis vor kurzem funktionierte er mehr als dass er lebte. Wenn etwas schief ging, wie ein Defekt an seinem Backofen, ärgerte er sich und wenn mal etwas Positives, wie eine Steuerrückzahlung kam, dann hat er sich bestimmt auch fünf Minuten gefreut. 🙂 Doch insgesamt lebte er wie betäubt vor sich hin.

Das änderte sich von einem Tag auf den anderen.

“Ich bin so froh, dass es Sie gibt”, meinte die runzelige alte Großmutter, die bestimmt schon bei seinem inzwischen verstorbenen Vater eingekauft hatte. “Für uns ältere Menschen ist es in die Stadt immer eine halbe Weltreise und Ihre Bäckerei ist das einzige Geschäft, das sich hier gehalten hat.”

“Na, Frau Schlegel, Sie leben doch nicht nur vom Brot, hoffe ich”, antwortete Roman.

“Nein, darum geht es auch gar nicht, die Bäckerei ist der Treffpunkt für die Älteren, um sich auszutauschen. Wir haben ja sonst nichts hier.”

Tatsächlich gab es eine bestimmte Zeit am Vormittag, wo besonders viele alte Menschen die Bäckerei besuchten. Oft standen sie nach dem Einkauf noch ewig vor dem Schaufenster und unterhielten sich. Bis zu diesem Zeitpunkt war sich Bäcker Roman nicht bewusst, warum er das alles machte. Ihm fehlte der Sinn im Leben.

Mit einem Mal wird ihm bewusst, was seine Aufgabe ist. Er bot zwar Brötchen usw. an, aber in Wirklichkeit gibt er den vielen alten Menschen in seinem Viertel einen Treffpunkt, ohne den sie vereinsamen würden.

Zum ersten Mal in seinem Leben wusste er, was seine Mission (sein Auftrag, der Sinn in seiner Arbeit) war.

Was würde er mit der neuen Erkenntnis tun?

Es kam nicht wirklich darauf an, wie toll die Qualität seiner Brötchen und Brote war. Denn seinen senioren Kundinnen und Kunden geht der Geschmackssinn dafür ab. Wer allerdings nicht mehr lange stehen kann, für den ist eine Bäckerei nicht der bequemste Treffpunkt.

Aus dieser Erkenntnis heraus entwickelt Bäcker R. ein ganz neues Geschäftskonzept.

Für die Bäcker gibt es heute die ultimative Gretchenfrage. Sollen Sie selbst den Teig anrühren und alles in der eigenen Backstube backen oder die Teigrohlinge einer Großbäckerei im Verkaufsraum aufbacken?

Normalerweise beginnt der Tag eines Bäckers mitten in der Nacht, weil die Kunden ihre Frühstücksbrötchen schon sehr früh haben wollen. Mit den Rohlingen kann der Bäcker mindestens bis fünf Uhr im Bett bleiben. Nur wodurch unterscheidet er sich dann vom Angebot im Supermarkt? Obwohl er die Annehmlichkeit gerne wahr genommen hätte, konnte Roman das lange Zeit nicht mit seiner Ehre als Bäcker vereinbaren. Doch Bäcker zu sein, war jetzt nicht mehr seine Hauptaufgabe.

Christian Roman hatte eine bessere Verwendung für seine Backstube gefunden. Er wandelte sie in ein Seniorencafé um, das äußerst gut besucht ist. Die Sache mit den Teigrohlingen stört niemanden. Viel wichtiger aber: Der Bäcker ist mit vollem Einsatz dabei. Er hat eine Richtung für sich gefunden und alle Entscheidungen gehen ihm leicht von der Hand. Denn er weiß jetzt, was er will.
Dabei verfolgt er längst eine größere Vision. Er ist fest davon überzeugt, dass es noch andere Standorte gibt, wo das Konzept aufgehen könnte. Er wird in naher Zukunft seinen Seniorentreff auch in anderen Städten anbieten.

Ein Mann, der seine persönliche Mission und seine Vision entdeckt hat, ist eben nicht aufzuhalten 🙂

© Zlatko Kostic - FOTOLIAVor wenigen Tagen habe ich darüber gesprochen, dass wir in dem Moment der Entscheidung einen kleinen Preis bezahlen, da wir uns von unseren vielen schönen Alternativen trennen müssen. Manchmal trennen wir uns aber auch von mehr, als nur von ein paar neuen Möglichkeiten…

Stellen Sie sich vor, Sie haben die Wahl, mit Mitte Fünfzig einfach Ihr Leben zu genießen, können die Winter auf Mallorca oder in Südafrika verbringen oder Sie kaufen ein Unternehmen, dass die letzten fünf Jahre nur Verluste geschrieben hat, über ein veraltetes Produktportfolio verfügt und dem die besten Leute bereits seit Jahren weggelaufen sind. Was würden Sie da tun? Viele Bekannte würden Ihnen vermutlich abraten, Ihr Geld in so ein Abenteuer zu stecken. Vermutlich würde Ihre Familie es ungern sehen, wie Sie Ihre ganze Kraft in ein aussichtsloses Unterfangen stecken.

Mit anderen Worten, beinahe jeder Außenstehende hätte sich für das “gute Leben” entschieden. Also gibt es in diesem Fall eine richtige und eine falsche Entscheidung?

Vielleicht! Aber stellen Sie sich vor, unser Unternehmer langweilt sich mit seinem Geld im wahrsten Sinne zu Tode. Er braucht die besondere Herausforderung. Für Ihn ist die Rettung eines Sanierungsfalles das berühmte Salz in der Suppe.

Wie würden Sie dann an seiner Stelle entscheiden?

Natürlich hat er sich für die Herausforderung entschieden und blüht dabei regelrecht auf.

In schwierigen Entscheidungssituationen frage ich auch gerne, was meine Umwelt darüber denkt.

Dabei ist mir aber klar, dass ich dabei nur nach Aspekten der Entscheidung suche, die ich vielleicht noch nicht betrachtet habe. Entscheidungsvorschläge nach dem Motto: “Ich an Deiner Stelle…” sind sicher interessant, aber ich lasse sie bewusst außen vor. Jeder Mensch muss nach seinen eigenen Wertvorstellungen entscheiden, ob das den anderen passt oder nicht.

Denn der Entscheider muss später damit leben, nicht die sonst so bereitwillig Rat spendenden. 😎