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SchachViele verstehen unter »Positionierung« in erster Linie eine Marketingaussage. Du, lieber Markt, sollst mich so und nicht anders wahrnehmen. Zum Beispiel könnte sich ja jemand als »der frische Wind im Unternehmen« positionieren.

Unabhängig davon, ob dieses Angebot wirklich gesucht ist, kostet jede Positionierung Geld und Zeit. Unser Marketing-Material muss eine gute Geschichte erzählen und wir brauchen Veröffentlichungen, in denen wir den »frischen Wind« glaubwürdig vertreten.

So weit so gut. Die ersten Kunden werden aufmerksam und wir sprechen mit ihnen darüber, was wir für sie tun können. Nicht selten kommt es dann schon zum Lackmustest.

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Schuss ins Tor Die Bundesliga ist ein wahres Eldorado der Feldforschung für Entscheidungen. Zum Beispiel die unterschiedlichen Strategien der beiden Reviernachbarn Schalke 04 und Borussia Dort­mund.

Auf der einen Seite Investitionen  in teure Spie­ler auf Pump und ein allseits beherrschter Trai­ner auf der anderen Seite eine der billigsten Mannschaften der Bundesliga mit einem hoch emotionalen Trainer und dem Fußballerklärer der Nation.

Das zweite Modell scheint derzeit Oberwasser zu haben. Aber das ist heute nicht mein Thema. Denn zum Jahreswechsel gab es ein ganz anderes Spektakel in Hoffenheim zu bestaunen.

Ein Unternehmen in der Bundesliga

Das Besondere hier: Ein Unternehmer wendet seine Entscheidungs­prinzipien auf einen Bundesligaverein an. Wo anderswo das Perso­nal die wichtigste Rolle zu spielen scheint, führt uns der Unternehmer vor, dass es die langfristige Strategie ist, der sich alle Entscheidun­gen unterordnen zu haben.

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image Vor Kurzem hat sich Google entschlossen, seinem großen Vorbild Bing nachzueifern und Hintergrundbilder für die Suchseite anzubieten.

Das löste bei seinen Fans nicht nur Begeisterung aus. Daher wurde die neue Idee binnen weniger Stunden wieder gekippt.

Puristische Ursprünge

Denken wir an die Anfangszeit von Google zurück, wäre niemand auf die Idee gekommen, die Suchseite so aufzuhübschen. Denn Sergey Brin und Larry Page sind Puristen. Während alle anderen Konkurren­ten eine großes Portal um das Suchfeld aufbauten, gab es bei Google nur das charakteristische Logo und ein Suchfeld.

Purismus als Wettbewerbsvorteil

Damals waren Breitbandanschlüsse noch nicht so verbreitet und die Portalseiten mit ihrer Werbung brauchten eine Ewigkeit, bis sie vollständig geladen waren. Ein Google-Sucher hatte in derselben Zeit schon zwei oder drei Suchanfragen durchgeführt.

Purismus war damals also ein Wettbewerbsvorteil. Heute ist der Breitbandanschluss die Norm. Warum also stören sich Google-Fans dann an den Hintergrundbildern?

Puristische Ausnahme

Ich vermute, es hat mit Positionierung zu tun. Vielen Surfern sind die meisten Seiten heute überladen. Wir brauchen mehr als nur einen Blick, um uns zu orientieren und den richtigen Link zu der gesuchten Unterseite zu klicken.

Google stellt dabei heute die wohltuende Ausnahme dar. Purismus ist also weiterhin ein Wettbewerbsvorteil.

Ein erfolgreiches Unternehmen wie Google sollte das wissen. Was hat den Marktführer geritten, um seine Kunden dermaßen zu verär­gern?

Marktführer können nur verlieren

Hohe Flexibilität ist ein Kennzeichen von Start-Ups. Klappt es auf die eine Weise nicht, müssen die Unternehmen schnell reagieren, um Alternative Wege zu gehen.

Google ist in der Vergangenheit nur gewachsen. Doch jeder Marktführer erreicht einen Punkt, an dem er keine Marktanteile mehr dazu gewinnen kann. Die Übermacht des Suchmaschinengiganten provoziert Widerstand. Manche Internet-Nutzer greifen aus Prinzip auf Alternativen zurück.

Kommt in so einer Situation ein neuer Wettbewerber, der das eine oder andere besser macht, wird er dem Marktführer Anteile abjagen. Letzteres ist bei Google passiert.

Die Macht des Marktführers

Google ist nach wie vor ein junges Unternehmen. Alle wissen, wie schnell das Unternehmen vom Noname zur bekanntesten Marke der Welt aufgestiegen ist. Daher macht offensichtlich bereits die geringste Verschiebung von Marktanteilen das Management nervös.

Alles was Bing kann, kann Google natürlich doppelt so gut und doppelt so schnell. Zum Start seines Services hatte Microsoft neue sinnvolle Funktionen eingeführt, die die Suche komfortabler machen und als kleines Gimmick gibt es wechselnde Hintergrundbilder.

Der Sympathiebonus des Underdogs

Google hat nicht lange gebraucht, um das alles nachzubilden. Bing hat heute nur einen Vorteil gegenüber Google: Sympathie. Und die wächst durch Googles Verhalten.

Für Microsoft muss das eine ganz ungewohnte Rolle sein. Im Suchmaschinenmarkt ist das Unternehmen der David, der es mit dem Googliath aufnimmt.

Marktanteile lassen sich nicht kopieren

Google wird lernen müssen, dass solange Martkanteile verloren gehen, wie das Unternehmen Wettbewerber kopiert anstatt einen Weg eigener Innovationen zu gehen. Microsoft lernt gerade eine Lektion, die es vielleicht irgendwann auf dem Betriebssystem und Office-Markt einsetzen kann.

Geh Deinen eigenen Weg!

image “Deine Leiter lehnt am falschen Baum”, lautetet ein altes Sprichwort. Sein anonymer Verfasser meint damit, wer Obst ernten will, sollte seine Leiter an den richtigen Baum stellen, sonst erntet er nur Blätter.

Jeder von uns greift auf eine bestimmte Auswahl an Strategien zurück, mit denen wir unsere Ziele (soweit vorhanden) umsetzen wollen.

Klappt das nicht, dann versuchen wir oft, in der Umsetzung unserer Strategien noch besser zu werden. Denn wir waren einfach noch nicht gut genug. Klappt das auch nicht, drehen wir dieselbe Runde noch einmal, weil wir ja dieses Mal auch noch nicht gut genug waren. Und so weiter. 😮

Jugenderinnerung

Vielleicht erinnern wir uns ja noch an unsere erste Fahrstunde. Wir waren aufgeregt und hatten vielleicht etwas feuchte Hände. Aber ganz und gar erstaunlich war, dass wir nach nur wenigen Minuten das Auto in Bewegung gesetzt hatten und durch den Verkehr schwammen.

Wie gut hätte es wohl geklappt, wenn wir uns nicht auf den Fahrersitz sondern auf die Rückbank gesetzt hätten? Gar nicht! Das ist der Punkt.

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(c) IstockphotoVor ein paar Tagen habe ich bei ntv einen Kommentar gelesen, der mich mal wieder auf Clausewitz gebracht hat.

…Strategie ist nach Clausewitz die Lehre vom Einsatz der Kräfte zur Erreichung des Ziels. Sie muss mit Gewissheiten und Wahrscheinlichkeiten, aber auch mit Möglichkeiten kalkulieren…

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sein individuelles Risiko abzuschätzen. Die Clausewitz-Methode ist schön einfach. Aber hilft Sie wirklich, das eigene Risiko besser einschätzen zu können? Weiterlesen

 

Ziel Briefmarke

Vor kurzem hatte ich eine interessante Diskussion zum Thema Ziele. Ein Kollegin von mir im Consulting Netz Bad Homburg war der Meinung, dass wir uns keine zu großen Ziele setzen sollten und diese dann auf kleine Einheiten herunter brechen, um bei der Umsetzung ein Erfolgsgefühl zu haben. Der Vertreter einer Projektentwicklungsgesellschaft stimmte ihr zu und meinte mit einer gewissen Ironie, dass manche ihre Ziele so hoch hängen, dass sie bequem unten durch gehen könnten. 😯 Weiterlesen

Pinselflagge.jpgWahlen sind offensichtlich wie Fußballspiele. Es gibt “Fans”, die sich bei der Diskussion über die “bessere Mannschaft” fast die Köpfe einhauen und die Depression nach dem verlorenen “Spiel” geht meistens tief.

Taktische Lage nach der Hessenwahl

So gesehen, ist das Wahlergebnis in Hessen für alle schmerzlos ausgegangen. Zwar hat Frau Ypsilanti ihrer Partei wertvolle Sitze in Wiesbaden dazu gewonnen, aber die CDU-Anhänger freuen sich doch, dass die CDU immer noch stärkste Partei ist. Hätte die Linkspartei den Sprung über die 5%-Hürde verfehlt, hätten wir sogar eine schwarz-gelbe Koalition erlebt.

So aber ist die Situation weitgehend unklar. Denn SPD und Grüne lehnen Gespräche mit der CDU ab und die FDP kann sich für einen One-Night-Stand mit dem rot-grünen Projekt nicht prostituieren.

Sollte sich diese Situation als stabil erweisen, wird Roland Koch auf unbestimmte Zeit im Amt bleiben können und mit seinem derzeitigen Kabinett die Politik in Hessen bestimmen.

Teile und herrsche!

So weit also die taktische Lage. Strategisch sieht es ganz anders aus. Denn das Aufkommen der Links-Partei auch in West-Deutschland ist für die CDU eine gute Nachricht, auch wenn sie immer anderes beteuern wird.

Gemäß dem alten machiavellistischen Leitsatz “Teile und herrsche” ist das soziale Lager mittlerweile auf drei Parteien aufgeteilt worden. Die SPD hat damit soviel Konkurrenz, dass sie langsam um den Status einer Volkspartei fürchten muss. Dies ist ja auch der Grund, warum sie ihren Kurs in der Post-Schröder-Ära wieder deutlich links der Mitte setzt. Jede andere Strategie wäre wohl auch zu riskant.

Nachdem die Genossen die Positionen der bürgerlichen Mitte räumen, bleibt jetzt viel Platz für die CDU.

Was wird sie damit anfangen?

Diese Frage ist wirklich spannend. Denn tatsächlich gibt es ja Tendenzen, die SPD links anzugreifen. Diese Strategie würde der CDU allerdings schlecht bekommen. Denn bei der eigenen Stammwählerschaft gibt es dafür wohl kein Verständnis.

Die Alternative wäre wohl die Positionierung der CDU als Partei des deutschen Mittelstands. Noch bindet die SPD Teile dieser Klientel. Aber je länger und glaubwürdiger sich die SPD nach links bewegt, desto mehr Wähler brauchen eine neue politische Heimat.

Ob das die FDP oder die CDU sein wird, ist eigentlich fast irrelevant. Denn diese beiden Parteien sind zumindest für die nächsten Jahre natürliche Koalitionspartner.

In der Tat, gäbe es die Linkspartei nicht bereits, die CDU müßte sie erfinden. 😮

© James Steidl - FOTOLIA

Vor kurzem hatte ich darüber geschrieben, dass die SPD wieder zu ihrer Basis zurückkehrt und dies möglicherweise riskanter ist, als die Verantwortlichen annehmen.

Die neuen Themen der SPD sind Arbeitslosengeld-Bezugsdauer für ältere Arbeitnehmer, Pendlerpauschale und Tempolimit.

Streit ist der Feind der Umsetzung 

Wie meine Leser wissen, muss ich mir für die Umsetzung von Entscheidungen die Unterstützung vor der eigentlichen Entscheidung sichern. Aus den Reaktionen des Koalitionspartners können wir sehr schön ablesen, dass dem nicht so ist. SPON titelt heute morgen “Koch stellt Regierungsfähigkeit der SPD in Frage“, FAZ-Net zitiert CSU-Landesgruppenchef Ramsauer “Je weniger (beim Koalitionsausschuss) herauskommt, desto besser!Weiterlesen