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Es gibt ein Thema, auf das ich immer wieder angesprochen werde.

Braucht man denn den ganzen Aufwand mit Entscheidungsmethodik überhaupt? Schließlich haben doch in letzter Zeit viele Wissenschaftler, wie z.B. Gerd Gigerenzer (mehr bei Armin Karge)die Lanze für die Intuition gebrochen. Gerade unter den Unternehmern sei doch eine Fraktion nahezu sagenhaft erfolgreicher Bauchentscheider zu finden, oder nicht? Weiterlesen

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Letzte Woche habe ich auf der Didacta in Stuttgart meinen Vortrag “Salomon, Cäsar und die Fugger – auch große Entscheider fallen kleinen Fallen zum Opfer” gehalten. In der anschließenden Fragesession fragte mich eine Zuschauerin, ob man Entscheidungen nicht einfach eine Zeit lang liegen lassen müsste, um sie reifen zu lassen.

Was denke ich darüber? 

Dagegen ist natürlich nichts einzuwenden. Allerdings ist es schade, wenn dann der Zeitpunkt der Entscheidungen gekommen ist und sich bei den Alternativen nichts getan hat. Tatsächlich brauchen wir viele Entscheidungen nicht sofort zu treffen – auch wenn dies heute von vielen Managern gerne praktiziert wird. Allerdings heißt das nicht, dass wir untätig sind.

Entscheidungsklarheit

Ganz wichtig: Wir müssen herausfinden, was wir mit dieser Entscheidung für uns erreichen wollen. Wenn wir das exakt wissen, hilft uns schon einmal unser retikuläres Aktivierungssystem (RAS) und unser Bewußtseinsfilter läßt uns ab diesen Zeitpunkt Informationen wahrnehmen, die uns in der Sache weiterbringen.

Attraktive Alternativen

Wenn wir schon die Zeit haben, warum erarbeiten wir uns dann nicht gleich auch ein paar Alternativen, die unserem Bedarf entsprechen? Das unterscheidet Gestalter und Macher von dem rein reaktiven Normalo.

Unterstützung sichern

Last but not least: Sprechen Sie mit Ihrer Umgebung über die Ziele, die sie gemeinsam haben und sichern Sie sich die Unterstützung für ihre Umsetzung.

Reifen lassen oder Handeln?

Wenn Sie das erledigt haben, können Sie die Entscheidung gerne ein Weile liegen lassen, denn Sie sind optimal vorbereitet. Allerdings kenne ich niemanden, der dann noch warten wollte 😛

© Edward White - Fotolia.comWas macht einen Top-Entscheider aus und was hat er davon, einer zu sein? Mögliche Antworten liefert das Bekenntnis eines Top-Entscheiders:

1. Ich weiß in jeder Situation, was das Richtige ist. Denn ich handle nach meiner eigenen Vision, die ich ständig im Blick habe. Das bedeutet für mich, dass ich sehr schnell entscheiden kann, wenn ich bereits die richtigen Optionen (Alternativen) habe. Ich handle dann mit großer  Entschiedenheit. Das gibt mir Sicherheit.

2. Ich habe Lust am Entscheiden und Gestalten. Wenn ich weiß, dass ich genau das bekomme, was ich will. Dann habe ich natürlich richtig Lust zu entscheiden. Das bedeutet für mich weniger Stress und mehr Freude am Leben und an der Arbeit.

3. Ich weiß, wo ich hin will.
Denn ich habe eine Vision für mich entwickelt, die selbst in schweren Zeiten ein Leitstern für mich ist und mir die Sicherheit gibt, eines Tages genau dort anzukommen. Das bedeutet für mich, es gibt immer einen Weg und ich finde ihn. Weiterlesen

Wenn ich jemanden für mich gewinnen will, dann mache ich das vorzugsweise nicht, indem ich ihm einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf gieße. Das gilt insbesondere, wenn der andere gerade die Hand für eine Friedensgeste reicht.

Porschechef Wendelin Wiedeking hat alle Trümpfe in der Hand und alle Versuche des VW-Betriebsrats, seine bisherige Macht in die Porscheholding zu importieren durch gute Planung bereits im Ansatz unmöglich gemacht.

Der Frust war dem VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh (IG-Metall) anzusehen. Ohnmächtig konnte er nur noch drohen, dass der Investor ja auf die Leistungsbereitschaft der VW-Männer angewiesen sei.

Vielleicht, weil es Wiedeking nicht um eine Demütigung des Betriebsrats ging, vielleicht aber auch, weil er ein Vertreter des kooperativen Ansatzes ist, veröffentlichte er in einer bundesweit erscheinenden Zeitung einen offenen Brief, in dem er viele Ängste, die sich bei der Belegschaft aufgrund von Desinformation gebildet hatten beschwichtigte. Volkswagen würde Volkswagen bleiben und es werde auf keinen Fall eine Fusion mit der Porsche AG geben. So weit die klare Botschaft.

VW-Betriebsratschef Osterloh leitete seinen Kommentar mit den Worten ein, der Porsche-Vorstand habe sich dem Druck der Arbeitnehmer von Volkswagen gebeugt. Vielleicht keine ganz glückliche Formulierung, um eine in Frieden ausgestreckte Hand zu ergreifen. Was hat ihn wohl zu diesen Worten veranlasst?