Beiträge

Gestaltungsmacht

kraft gestaltungsmacht

Über Gestaltungsmacht muss man nicht nachdenken. Zumindest solange nicht, wie wir nicht an unsere persönlichen Grenzen stoßen. Anders sieht es aus, wenn wir das Gefühl haben, nichts zu bewegen. Die traurigste Frage, die sich dann so mancher stellt ist, “macht es überhaupt einen Unterschied, ob ich da bin?” Mal von allen Einwänden der Germanisten abgesehen, ob wir im Deutschen einen Unterschied “machen” können, sollte sich diese Frage niemand stellen müssen.

Denn jeder Mensch hat Gestaltungsmacht. Unsere persönliche Gestaltungsmacht ist nichts anderes als Zeit. Die Ausgangslage ist für alle gleich. Jeder hat 24 Stunden pro Tag. Warum fühlen wir uns dann manchmal so machtlos? Die einen sind so sehr eingespannt in ihre täglichen Zwänge, dass sie einfach keine Zeit mehr zur Verfügung haben. Die anderen wissen nicht, wie sie ihre Zeit einsetzen müssen, um etwas zu bewegen. Die Ursache dafür ist die gleiche: Die Qualität unserer Zeit.

Wir haben Erfahrung, Kompetenz, Informationen und wir sind kreativ. Damit bekommt unsere Zeit Qualität. Fehler kosten Zeit, weil wir sie in das Falsche investieren und weil wir unsere Fehler wieder gut machen müssen. Haben wir bereits das Know-How, wie man zum Beispiel eine Online-Konferenz organisiert, kostet uns das nicht viel Zeit, während ein anderer für sein Learning-by-doing mit der gleichen Aufgabe einen halben Tag verplempert. Wenn wir das Rad noch einmal neu erfinden, fehlen uns die richtigen Informationen. Auch das kostet Zeit. Wer kreativ ist, findet vielleicht die eine oder andere Abkürzung, um schneller ans Ziel zu gelangen. Aber warum kreativ sein, wenn wir alles so machen, wie wir das schon immer gemacht haben?

Potenziell haben wir also jede Menge Gestaltungsmacht. Wir haben 24 Stunden pro Tag, wir haben Erfahrungen gesammelt, wir haben uns Kompetenzen erworben, wir sind informiert und wie sind qua Natur kreativ.

Aber das gilt nur für einen schmalen Bereich. Schauen wir uns doch einmal den Extremfall an: Frank ist ein großartiger Buchhalter. Dort hat er all das, was seine persönliche Gestaltungsmacht auszeichnet. Aus einer Laune heraus beauftragt ihn sein Chef mit dem Vertrieb eines neuen Produkts. Was passiert? Nicht viel! Frank fehlt die Gestaltungsmacht. All die Zeit, die er für seine Aufgabe bekommt, wird ihm nichts helfen.

Er kann natürlich versuchen, Erfahrungen zu sammeln, Kompetenz in Seminaren zu erwerben, Informationen zu sammeln und sogar kreative Formen der Ansprache zu entwickeln. Dann ist er zwar beschäftigt, aber er bewegt trotzdem nichts. Frank mag ein Gott in Sachen Buchhaltung sein, aber als Verkäufer ist er ein Niemand.

Dabei haben wir noch nicht einmal das Thema natürlicher Begabungen gestreift.

Zum Glück müssen Buchalter selten auf Vertriebsberater umsatteln und umgekehrt. Trotzdem kann uns die Idee der persönlichen Gestaltungsmacht zum Nachdenken bringen.

Ihr persönliches Gestaltungsmacht-Quiz

  • Kennen Sie wirklich alle Fehler, die man bei Ihren aktuellen Aufgaben machen kann?
  • Ist Learning-by-doing bei Ihnen eher häufig oder eher selten?
  • Stellen Sie nachträglich oft fest, dass Sie Ihre Probleme hätten einfacher lösen können?
  • Wann haben Sie das letzte Mal eine völlig neue Lösung gefunden und damit viel Zeit gespart?

Ein kleiner Gedankenanstoß: Fragen Sie bei nächster Gelegenheit erfahrene Kollegen nach den Fehlern, die Sie vermeiden sollten. Holen Sie sich beim Learning-by-doing gleich einen kompetenten Kollegen dazu. Fragen Sie bei jeder Gelegenheit nach aktuellen Lösungen in Ihrem Aufgabenbereich, auch wenn Sie glauben, alles zu wissen. Sprechen Sie auch mit Menschen, die Ihrer Denkweise fremd sind. Das ist zwar anstrengend, aber wer seine bisherigen Denkbahnen verlassen möchte, braucht Menschen, die außerhalb davon denken.

ZuhörenNicht nur wir treffen Entschei­dungen. Andere Menschen ma­chen das auch. Als professio­neller Dienstleister wollen wir natürlich, dass potentielle Kun­den sich für uns entscheiden.

Vielleicht haben Sie meinen Arti­kel »Alles will niemand kaufen« gelesen und sind selbst ein hochspezialisierter Anbieter. Dann müssen Sie die Welt wissen lassen, was sie von Ih­nen erwarten kann.

Spezialisten haben oft ein Problem. Sie sind so sehr in ihrem Thema, dass sie jede Ungenauigkeit vermeiden. Da prüft der Wirtschafts­prüfer nicht einfach die Bücher, sondern “überprüft sämtliche Ge­schäftsvorgänge auf ihre fiskalische und handelsrechtliche Kompatibili­tät, nicht  nur nach deutschen Rechnungslegungsvorschriften sondern auch nach US-GAAP”.

Das langweilt nicht nur den Laien. Denn in der Zeit, in der diese druckreife Definition abgeliefert wird, sind gute Verkäufer schon mitten im Gespräch.

Weiterlesen


Petrus hat uns wieder ein gnadenlos schönes Wochende geschenkt – und ich lese ein Buch. Entweder ich bin nicht mehr zu retten oder es liegt an dessen Qualität. Für ersteres votiert meine Frau. Lassen Sie uns mal sehen, ob es auch gute Gründe für die andere Deutung gibt.

Mehr zufällig als geplant, fiel mir letzte Woche “Wie man Aufträge angelt und mit Fischen spricht…” in die Hände. Es ist eine dieser zufälligen Amazon-Bekanntschaften, die so zustande kommen, dass Sie sich ein Buch ansehen und Amazon darauf hinweist, dass die Leser des gerade beschnupperten Werkes auch das das andere gekauft haben. Kennt man ja schon, schließlich habe ich auch schon für meine kleine Nichte Bilderbücher bestellt und Fachbücher übers Coaching. Aber nein, dieses Buch ist nicht für den passionierten Forellenangler in den deutschen Mittelgebirgen gedacht. Es handelt vom Vertrieb.

Volker Remy – falls er denn eine reale Person ist – schreibt aus der Sicht des Praktikers, wie er in der heiß umkämpften Welt der Werbeagenturen dicke Fische an Land gezogen hat. Trotz oder gerade weil Remy professioneller Werbetexter ist, liest sich das Buch von vorn bis hinten fast so unwiderstehlich wie einer der sagenumwogenen “pageturner” aus den USA.

Machmal ein wenig geschwätzig aber immer wortgewaltig darf der Leser nebenbei einige sehr nützliche Einsichten in Vertrieb mitnehmen. Wer ein systematisches Lehrbuch über Vertrieb erwartet, das seine Inhalte rein konzeptionell ausbreitet, wird enttäuscht. Im Leben lernen wir aus der Praxis und so sind es die autobiographischen Beispiele, die zu den Einsichten des Lesers führen. Da ich als selbständiger Coach aktiv im Selbst-Vertrieb bin, war mir das meiste nicht neu. Ganz besonders das Thema Blog und Web 2.0 ist bei mir ja bereits seit 1,5 Jahren durch die Praxis bestätigt. Nichtdestotrotz habe ich das Buch am Ende hochinspiriert wieder geschlossen. Selten hat Lernen so viel Vergnügen bereitet. 🙂

So weit zum Buch. Einen Aspekt finde ich allerdings hochinteressant. Wer Herrn Remy googelt, trifft überall auf Sackgassen. In seinem Buch empfiehlt er jedem Selbständigen, eine eigene Homepage (als Standard) und einen Blog als Kür, so finden sich zwar Kommentare auf einschlägigen Blogs von ihm, aber keine Präsenz. Wer allerdings hartnäckig ist, findet irgendwann die Homepage der Agentur “Graco und Spinner”, die allerdings kein Impressum enthält – merkwürdig. Es gibt auch bei XING ein Profil von Herr Remy, aber auch da kein Hinweis auf eine Homepage, keine Telefonnummer oder Email. Es ist als wollte Herr Remy einen zur Schnitzeljagd einladen. 🙂

Wie auch immer, das Buch ist eine schöne Wochenendbeschäftigung, auch wenn es nicht regnet und man lernt dabei auch noch etwas. Was will ich mehr? 🙂

Update: Das Impressum hatte ich bei Graco und Spinner großzügig übersehen. Es ist aber da. Vielen Dank für den Hinweis!

© Steven Gibson - Fotolia.com

Ich hatte gestern das große Vergnügen, Erich Norbert Detroy (END) im Seminar zu erleben. Wenn echte Meister ihr Können zum Besten geben, dann sollte man sich zurücklehnen und genießen.

Sein Thema “sich in Preisverhandlungen durchsetzen” war für mich extrem spannend. Nicht, weil ich Probleme mit meinen Preisen hätte 🙂 , sondern weil es bei Verhandlungen ja auch um Entscheidungen geht. Entscheidungen, die man gemeinsam mit einem Partner trifft, obwohl es Interessen-Differenzen gibt. 😮

Was kann ich aus dem Eintages-Seminar für mich mitnehmen? Nach END habe ich bei Preisverhandlungen immer zwei Aspekte, um die ich mich kümmern kann. Den Preis, den der Kunde zahlen muss und der Wert, den ich ihn dafür biete. Naturgemäß steckt hinter dem Wert ein Bewußtwerdungsprozess. Das heißt, wenn ich als Verkäufer dem Kunden den Wert nicht vermitteln kann, dann bleibt mir nichts anderes übrig, als im Preis nachzugeben.

Anderer Schluss: Wenn ein Kunde verhandelt, sollte man alles entkräften, was der Kunde sagt, um den Wert nach unten zu reden. Das ist psychologisch wichtig, denn wir Menschen wollen glaubwürdig sein und suchen später nach dem Kauf die Bestätigung für die Mängel, die wir uns zunächst einmal nur erdacht haben, um den Preis zu drücken.

Verhandlungen sind ein Geben und Nehmen, daher sollte der Verkäufer Weiterlesen

© andresr - FOTOLIA

Letzte Woche habe ich für das Rhein-Main-Netzwerk die net’s work – eine Networking-Messe – als Aussteller besucht. Wegen meiner sehr scharfen Positionierung gehört es bei mir einfach dazu, in zahlreichen Netzwerken präsent zu sein. Denn von nichts kommt nichts. Die Teilnahme war also meine gute Tat als Mitglied des RMN. 🙂

Von Anfang an habe ich mir die Frage gestellt, für wen diese Messe interessant sein soll.

  • Unternehmer auf der Suche nach dem richtigen Netzwerk?
  • Organisationen, die Netzwerke als Multiplikatoren suchen?
  • Menschen, die sich fürs Netzwerken interessieren?
  • Soziologen, die erforschen wollen, welche Netzwerke es gibt?

Irgendwie macht das keinen großen Sinn. Offensichtlich war ich nicht ganz allein mit dem Gedanken, so dass gähnende Besucherleere herrschte. Allerdings habe ich mit einigen Ausstellern gute Kontakte knüpfen können. Daher werden wir wohl bald Sternstunden für Unternehmer fernab des Rhein-Main-Gebiets sehen können. 🙂

Trotzdem hatte ich viel Zeit, mir so meine Gedanken über’s Netzwerken zu machen. Diese ganzen institutionellen Netzwerke, sei es XING, BNI, Regional- und Wirtschaftsforen, etc. haben die Menschen erst einmal nicht erfolgreicher gemacht. Netzwerke sind in erster Linie informal. Wenn man sich Unternehmerpersönlichkeiten wie Friedrich Flick, Herbert Quandt oder Bill Gates ansieht, lernt man in erster Line viel über extrem große informelle persönliche Netzwerke. Mit diesen konnten sie jeweils das ganz große Rad drehen. Damals gab es kein XING oder LinkedIn, aber Netzwerke gab es.

Wer sich nun denkt, dass sich heute so viel geändert hat, könnte sich irren. Denn auch heute verfügen die erfolgreichen Menschen über weitverzweigte persönliche Netzwerke und die weniger Glücklichen treffen sich bei einem Netzwerkabend. 🙂

Oh! Da schreien Sie auf, die begeisterten Netzwerker! Doch Gemach, meine ungestümen Freunde. Alle institutionellen Netzwerke leisten nur eines. Sie bieten die Möglichkeit, Menschen zu treffen, mehr nicht. Allerdings benötigt ein erfolgreicher Netzwerker nicht unbedingt eine Plattform, sondern das Engagement, Nutzen zu bieten und Menschen zusammen zu bringen. Ein menschlicher Puzzle-Spieler eben.

Dieser Anteil der Menschen hat sich mit den neuen Plattformen nicht wesentlich erhöht. Viele sog. Netzwerker gehen nur aus einem Grund dort hin, sie wollen ihre Leistungen verkaufen.

Fragt man allerdings mal in die Runde, wer von den Anwesenden gekommen ist, etwas zu kaufen, hebt niemand die Hand! Für die “echten” Netzwerker stellen die glücklosen Verkäufer ein erhöhtes Grundrauschen dar. Sie wollen ihre Visitenkarten loswerden und das war es.

Grundrauschen deshalb, weil ich als Netzwerker viele Frösche küssen muss, bevor ich auf einen “echten” Netzwerker stoße, der in mein informelles Netzwerk passt.

Das komische daran: Irgendwann sind einem die “Verkäufer” so oft über den Weg gelaufen, dass man sie richtig gut kennt. 🙂 Und dann passiert das Undenkbare: Einer meiner Kontakte sucht genau das, was der “Verkäufer” zu bieten hat.

Da zögert man nicht lange und bringt die beiden zusammen. Schön wäre es jetzt, wenn der “Verkäufer” auch eine Rückmeldung gibt, denn er verdankt mir ja ein gutes Geschäft. Doch wie bei allen Nicht-Netzwerkern warten wir darauf vergeblich. 🙁

Erstaunlich: Der “Verkäufer” ist dann ganz begeistert, wie gut das Netzwerken doch funktioniert. Dabei ist er kein Teil irgendeines Netzwerkes. Er hat nur die Erfahrung gemacht, dass ich auch außerhalb von Netzwerken einen Auftrag vermittelt bekommen kann. Denn das wahre Netzwerken findet in den privaten, informellen Netzwerken statt. 🙂 Grundrauschen eben. 😎

© Stephen Coburn - FOTOLIA

Ein eigentlich gut gehendes mittelständisches Unternehmen verliert nach und nach seine besten Kunden und rutscht in eine Existenzkrise.

Was ist passiert?

Wie sich herausstellt, sind es immer wieder Flüchtigkeitsfehler, die den Kleinteilproduzenten bei seinen Kunden unbeliebt gemacht haben. Teilweise waren Waren falsch etikettiert, teilweise wurden Aufträge an die falschen Kunden ausgeliefert oder Rechnungen falsch gestellt. Die Qualität der Produkte selbst war immer hervorragend.

Im Gespräch mit den verlorenen Kunden stellt sich heraus, dass es auch nicht die Fehler selbst waren, die zum Auftragsende geführt haben.

Nein, der Grund, warum das Unternehmen heute in der Misere steckt, ist sein Umgang mit den Fehlern. Der Firmenchef versuchte gegenüber den Kunden immer zu erklären, wie es zu dem Fehler kam. Er hat nicht ein einziges Mal eingeräumt, dass hier wohl ein Schwachpunkt ist, den er durch einen strikten Qualitätsprozess ausmerzen wird 😮

Wie würden Sie als Kunde damit umgehen?

Genau! Ich würde es auch nicht zulassen, dass mir ein Lieferant seine Fehler ins Haus trägt. 😮

Für den Lieferanten waren erst einmal die Kunden an der Misere schuld, denn die Fehler sind ja klein und Menschen machen nun einmal Fehler. Kritisch ist dabei, dass er damit die Verantwortung aus der Hand gibt.

Wenn ich das mache, dann lähme ich meine Handlungsalternativen. Denn alles was außerhalb meiner Verantwortung liegt, kann ich nicht mehr beeinflussen. Daher ist der erste Schritt zur Problemlösung das Eingeständnis, dass ich mein Unternehmen in diese Lage gebracht habe. Dann kann ich es auch wieder herausführen.

Eigentlich ist das eine Binsenwahrheit und sollte für uns Unternehmer selbstverständlich sein. Nur ist es manchmal praktisch, anderen die Verantwortung für unser unternehmerisches Handeln zu geben. 🙂

© Natalja Sidorenko - FOTOLIADas kennen wir alle. Die Gelegenheit ist günstig, unser Wunschkunde hat einen Termin mit uns gemacht, wir müssen Ihn nur noch von uns überzeugen…

Für den Vertriebler beginnt hier die hohe Kunst der “Verführung”.

Vor mehr als 10 Jahren habe ich dazu ein Seminar besucht, dass die sog. SPIN-Methode lehrt. Ziel dieser Methode ist es, durch eine Sequenz guter Fragen den Kunden von einem Problem zu einem angedeuteten Bedarf und dann zu einem ausdrücklichen Bedarf zu führen.

Was so kompliziert klingt, ist ganz einfach.

SPIN steht für

Situative Fragen
Problemfragen
Implikationsfragen
Nützlichkeitsfragen

Hintergrund: Neill Rackham, der Begründer der SPIN-Methode hat bereits in den 70er Jahren 30.000 Verkaufsinterviews aufgezeichnet und ausgewertet. Dabei stellte er fest, dass bei erfolgreichen Verkaufsgesprächen der Gesprächsanteil des Verkäufers sehr niedrig liegt. Schwatzhafte Verkäufer dagegen konnten kaum etwas verkaufen. Weiterhin fand Rackham heraus, dass erfolgreiche Verkäufer nur einige gezielte Situationsfragen stellen.

Situationsfragen sind Fragen wie:

  • Wieviel Mitarbeiter haben Sie?
  • Welchen Umsatz haben Sie im letzten Quartal gemacht?
  • Wie verteilt sich Ihr Umsatz auf Ihre Kunden?

Diese Fragen dienen zunächst nur dazu, Ansatzpunkte für die nächste Fragenform zu liefern, die Problemfragen. Allerdings schließen diese Fragen den Gesprächspartner auch auf und sorgen dafür, dass auch heikle Fragen angesprochen werden können.

Problemfragen sind Fragen wie:

  • Wie gehen Sie mit dem Risiko um, dass Sie 80% Ihres Umsatzes mit nur zwei Kunden machen?
  • Wie motiviert sind denn Ihre Mitarbeiter?
  • Kommt es bei Ihnen zu Personalengpässen?

Also Fragen, die immer zu dem Kern eines Problems gehen. Diese Fragen helfen dem Verkäufer verborgene Bedarfe zu entdecken. Selbst diese Fragen, haben die erfolgreichen Verkäufer in Rackhams Untersuchungen sparsam eingesetzt. Der Haupteil ihrer Fragen konzentrierte sich auf die Implikationsfragen.

Implikationsfragen sollen dem Gesprächspartner helfen, den Ernst seines Problems zu erkennen. Daher legt der Verkäufer den Finger in die Wunde.

W – Weitere Personen: Wie sieht Ihr Chef das, wenn Ihre Produktivität hinter anderen Abteilungen zurückbleibt?
U – Unannehmlichkeiten: Wenn Sie so spät aus der Firma kommen, dann haben Sie wohl wenig Zeit für Ihr “Social Life”?
N – Nöte & Ärger: Wie fühlen Sie sich dann, wenn das mal wieder schief gegangen ist?
D – Dauer: Was würden Sie in der Zeit, die da unnütz im Meeting vergeudet wird nützliches tun?
E – Ersparnis & Kosten: Was für Kosten fallen denn jetzt jährlich für diese Fehlinvestition an?

Mit den Implikationsfragen haben Sie ihrem Wunschkunden klar gemacht, das er die Auswirkungen seines Problems bisher leichtfertig abgeschüttelt hat. Er weiß jetzt, dass er etwas tun muss. Sein Bedarf ist angedeutet. Die folgenden Nützlichkeitsfragen helfen ihm, diesen zu einem ausdrücklichen Bedarf weiter zu entwickeln.

Nützlichkeitsfragen sind Fragen wie:

  • Würde es Ihnen helfen, wenn…?
  • Was würde es für Sie bedeuten, wenn…?
  • Was würde es Ihnen bringen, wenn…?

Die Nützlichkeitsfragen bringen den Wunschkunden dazu am Ende zu sagen: “Wissen Sie, ich brauche wirklich eine Lösung für …!”

Da Sie als Verkäufer jetzt ja genau wissen, was Ihr Kunde braucht, können Sie ihm ein Nutzenorientiertes Angebot machen. Das heißt, Sie erzählen nur von den Vorzügen Ihrer Leistung, die der Kunde tatsächlich braucht und lassen den Rest stecken. 🙂

Warnung: Diese Methode läßt sich auch zur Manipulation des Kunden einsetzen. Gehen Sie daher mit Ihren Fragen verantwortlich um.

Ich muss allerdings zugeben, dass ich diese Methodik nicht einsetze. Business Blog KarnevalIch brauche das nicht. Stattdessen gibt es mit mir ein kostenfreies zweistündiges Gespräch, in dessen Verlauf ich bereits anfange, den Kunden zu coachen. Dadurch ensteht für ihn bereits ein so hoher Nutzen, dass es für ihn außer Frage steht, dass es (kostenplichtig) weiter geht. Auch eine Art der Verführung… 🙂

Dies ist ein Beitrag zum 1. Business Weblog Karneval.

LeuchtturmWenn Sie vor einem Kunden stehen, kann es Ihnen schon einmal passieren, dass er Sie fragt: “Warum sollten Sie der richtige Anbieter für mich sein?”. 😯
Bei vielen beginnt dann das große Stottern. Da wird von großartigem Service gesprochen, von der Affinität, die er zum dem Unternehmen hätte und den großen (welchen?) Nutzen den er bieten würde.

Tatsache ist, wenn Ihnen ein potentieller Kunde diese Frage stellt, haben Sie schon verloren. Nicht den Kunden, aber die Chance, Ihre Leistung und Ihr Unternehmen so einzigartig darzustellen, dass der Kunde keine Alternative zu Ihnen sieht.

Stellen Sie sich einen Wasserverkäufer in der Wüste vor. Seine Kunden haben einen dringenden Bedarf. Sie wissen, was sie von ihm bekommen und das was er anbietet ist deckungsgleich. Glauben Sie wirklich der Kunde des Wasserverkäufers fragt noch “Warum sollten Sie der richtige Anbieter für mich sein?” Vermutlich würde der Wasserverkäufer aber lächeln und sagen: “Ich bin es und Sie wissen das!”

Der Wasserverkäufer macht sich den Leuchtturmeffekt zunutze. Er hat eine wasserglasklare Positionierung. Jeder Kunde weiß, hier bekomme ich das Wasser, das ich brauche. Jeder Nichtkunde weiß, hier bekomme ich wohl kein Bier. 😉
Das ist Kundenorientierung in zweierlei Weise. Kunden und Nichtkunden können sich sehr schnell orientieren und das Angebot ist für seine Kunden unwiderstehlich. Das heißt auch, er rennt nicht jedem Verbraucher nach, der nicht bei drei auf den Bäumen ist. Im Gegenteil, er sorgt durch seine klare Fokussierung auf Wasser, dass er nur mit wirklich interessierten Kunden spricht.

Was braucht es, um einen solchen Leuchtturm zu bauen?

  1. Einen Bauplatz finden
    1. Gibt es eine Alleinstellung?
    2. Ist die Sichtbarkeit gewährleistet?
      ➡ Kann ich mich gegenüber dem Kunden als besonderer Anbieter sichtbar machen?
    3. Wie gut ist die Aussicht?
      ➡ Kann ich meine potentiellen Kunden leicht von Nichtkunden unterscheiden?
    4. Wie stabil ist der Bauplatz?
      ➡ Wie lange ist dieser Markt noch attraktiv für mich?
    5. Fahren dort Schiffe?
      ➡ Gibt es einen Bedarf?
    6. Wie groß ist der Sichtbereich?
      ➡ Wie groß ist dieser Markt?
  2. Das Fundament bauen
    1. Habe ich das richtige Baumaterial?
      ➡ Verfüge ich über die richtigen Stärken und die notwendige Expertise?
    2. Weist der spätere Leuchtturm auf Riffe oder einen Hafen hin?
      ➡ Biete ich einen entscheidenden Nutzen?
    3. Grundsteinlegung
      ➡ Welche Grundbedürfnisse erfüllt mein Angebot bei meinen Kunden?
  3. Der Turmbau
    1. Wie hoch kann ich meinen Turm bauen?
      ➡ Wie hoch ist der Leidensdruck meiner Kunden?
      ➡ Wie groß ist der Nutzen meines Angebots?

Mit diesen drei Schritten kann es sein, dass Sie den besten Leuchtturm/die beste Positionierung der Geschichte aufgebaut haben und trotzdem ignorieren Ihre Kunden sie. 😡
Was also fehlt? Nehmen wir uns ein Beispiel am Original: Jeden Abend steigt der Leuchtturmwärter auf die Spitze des Turms und schaltet das Licht ein. Nur so kann der Leuchtturm seinen Zweck erfüllen. 💡
Für uns bedeutet das: Wir müssen ständig etwas für unser Marketing und unsere Öffentlichkeitsarbeit tun. Business Blog KarnevalZum Beispiel einen Fachweblog mit interessanten Beiträgen füllen und vielleich sogar an dem 1. Business Weblog Karneval teilnehmen 😛

Lesen Sie mehr dazu unter:

Job&Joy-Blog: Kunden und Aufträge finden – aber welche?

Excellence-Blog: Der Leuchtturm als Kundenorientierung

Excellence-Blog: Weiteres über den Leuchtturmeffekt

JobBlog: Wie Sie Profil und dadurch Kunden gewinnen


Business Blog KarnevalDer Business Weblog Karneval beginnt:

Kennen Sie das auch? Sie unterhalten sich mit einem anderen Unternehmer, der bestimmt Ihr Kunde sein könnte. Natürlich weiß er, dass Sie gerne Ihr Angebot anbringen würden. Also erzählt er Ihnen, wie gut es bei ihm läuft. So haben Sie natürlich keinen Ansatzpunkt, um Ihren Service ins Spiel zu bringen 😮
Der größte Fehler, den Sie jetzt machen können ist, ihm das Gegenteil beweisen zu wollen. Denn er kennt die ja Wahrheit. Da Ihr Gesprächspartner nicht gerne der Lüge überführt wird, hält er logischerweise mit allen Rohren dagegen 😯

Genau das ist mir letztens auch passiert. Der Geschäftsführer eines mittelgroßen IT-Unternehmens erzählte mir davon, dass er mit seinem Geschäft überaus zufrieden sei. Er habe so viel Kunden, wie er brauche, seine Mitarbeiter zögen alle an einem Strang und er lebe seinen Traum.

Meine Erfahrung sagt mir, dass es nur wenige Unternehmer gibt, die keinen Nutzen aus meinem Entscheidungs-Coaching ziehen. Aber was wollen Sie da sagen? Sollte ich sagen: “Bestimmt sind Ihre Entscheidungen nicht optimal und Sie verlieren Geld, ohne es zu merken”? Genauso gut hätte ich um einen Tritt in den Hintern bitten können.

Wir Deutsche habe allerdings eine inzwischen tief in unserer Kultur verwurzelte Angewohnheit. Egal wie gut es uns geht, wir finden immer einen Grund, uns auch beklagen zu können. Ich nenne das den “Deutschen Knopf”.

Also habe ich den Deutschen Knopf gedrückt: Ich habe alles was er mir erzählte ernst genommen und ihm meine aufrichtige Bewunderung ausgedrückt, da nur ein Vorzeigeunternehmer so einen Erfolg erzielen könne. Ich fragte ihn, ob ich Ihn als Positivbeispiel in meinem Blog erwähnen dürfe, usw.

Wichtig: Ich meinte das auch so, denn ich suche immer wieder Vorzeigeunternehmer. Schließlich haben wir so wenig davon. 🙂 Und es muss in Maßen geschehen, ansonsten empfindet der Gesprächsparter das als “Schleimattacke”.

Nebenei verlassen Sie so die Rolle des Verkäufers. Im Gegenteil Sie “kaufen” Ihrem Gegenüber ja etwas ab. 🙂

Kein deutscher Unternehmer hält es lange aus, über den grünen Klee gelobt zu werden. Nach kurzer Zeit begann er, das vorher Gesagte einzuschränken. Eigentlich sei ja auch nicht alles so toll, sondern er habe natürlich auch seine Probleme. Gerade vor Kurzem habe er sich für ein völlig unnötiges Engagement entschieden, das ihn jetzt viel Geld kosten würde, usw.

Am Ende durfte ich ihn doch coachen und er ist heute sehr zufrieden 🙂

Warum nenne ich das den Deutschen Knopf? Weil beispielsweise ein Amerikaner sich in der Rolle des “Uber Entrepreneurs” absolut gefallen würde. Nur wir Deutsche können ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr an uns halten. Wir müssen uns beklagen, wenn auch auf hohem Niveau. Der Vorteil: Sie als Verkäufer bekommen den Bedarf des Kunden frei Haus geliefert. Besser kann es nicht laufen 🙂

Auf einer meiner Vortragsveranstaltungen der letzten Wochen fragte mich ein Unternehmer:

Was bringt Ihnen das, Ihre Zeit hier zu vergeuden?

Erst einmal traf mich der Stachel seiner Ablehnung und ich merkte, dass ich meine Vorträge lieber gelobt als abgekanzelt sehe 😉 Gerne hätte ich ihn dann einfach stehen lassen und mich mit netteren Teilnehmern unterhalten. Aber wir wissen alle, nette Komplimente bringen uns nicht weiter, Diamanten enstehen unter Druck 😮
Ich wurde dann aber schnell wieder versöhnt, denn er meinte, meine Vortrag könnte von dem anwesenden Publikum gar nicht ausreichend gewürdigt werden. Jo! 😛

Dazu muss ich sagen, dass ich für mein Thema “unternehmerische Entscheidungen und deren widerstandsfreie Umsetzung” lebe. Wenn ich die Chance dazu hätte, würde ich meinen Vorträge auch in Grundschulen, Versammlungen der Links-Partei o.ä. halten, wo meine Zielgruppe sich bestimmt nicht aufhält. Denn ich denke beim Thema Entscheiden gibt es so viel Mißverständnisse in unserer Erziehung und Ausbildung, dass man gar nicht genug dagegen tun kann.

Als Unternehmer sind wir immer in zahlreichen Rollen aktiv. Wir sind Vertriebler, Einkäufer, Personaler, Netzwerker Öffentlichkeitsarbeiter und vieles andere mehr. Die Kunst besteht darin, seine jeweilige Rolle zu kennen.

Ich weiß, dass viele eine Vortragsveranstaltung als geniale Möglichkeit zum Vertrieb sehen. Versetze ich mich in einen Besucher, habe ich als solcher allerdings keine Lust auf eine Verkaufsveranstaltung!

Daher sehe ich mich auf solchen Veranstaltungen nicht in der Rolle des Vertrieblers sondern in der Rolle des Öffentlichkeitsarbeiters. Der Nutzen für den Teilnehmer steht im Vordergrund.

Dies gibt mir eine große Freiheit. Denn ich muss nicht krampfhaft dem neuesten Trendthema hinterherhecheln. Statt dessen konzentriere ich mich auf mein Thema und weiß, dass die meisten nicht gleich mit einem Auftrag auf mich zukommen werden, denn die neuesten Trendthemen brennen ja schließlich auf den Nägeln 😮

Aber wenn der Teilnehmer das nächste Mal eine Entscheidung trifft, wird er ziemlich sicher an die drei “entscheidenden Fragen” denken und an den guten Herrn Lietz, der dafür einsteht 🙂

Vertrieb mache ich natürlich auch, nur der sieht anders aus, als Sie vielleicht denken. Ich biete potentiellen Kunden ein zweistündiges Gespräch kostenfrei an. Das kann er/sie nutzen, wie er möchte.

Im Regelfall beginne ich im Verlauf des Gesprächs mit dem Coaching. Ich biete also direkt einen Nutzen. Das Schöne: Ich kenne niemanden, der am Ende der zwei Stunden nicht weiter machen wollte und da beginnt selbstverständlich meine kostenpflichtige Zeit 🙂

Was hat das Ganze mit guten Entscheidungen zu tun? Als Unternehmer sollten Sie immer bewußt entscheiden, in welcher Rolle Sie gerade sind. Was glauben Sie, wie wichtig das für Ihren Erfolg ist?