Rotes Kreuz»Der Verstand ist eine Waffe …« Dieses Zitat von Bernard Bolzano möchte man heute gerne mit »… und ist selten von Vernunft begleitet« ergänzen.

Ich beschäftige mich seit Jahren mit Gehirnforschung und Ver­hal­tenspsychologie. Spannend, welche Abkürzungen unser Ge­hirn nimmt, um im Alltag so schnell wie möglich zu reagie­ren.

Nicht selten stellen wir fest, dass diese Schnellschüsse oft nicht ver­nünftig sind. Dem möchte man mit Karl Popper antworten: »Wenn ein Verhalten langfristig beobachtbar ist, muss es rational sein« (rationale Rekonstruktion).

Überleben ist vernünftig

Die ultimative Vernunft ist unser Überleben. Daher kann ich diesen Satz weiterhin gut unterschreiben. In den letzten 300 Jahren hat der Mensch sich eine selbstgeschaffene Umgebung geschaffen, in der es viel seltener um Leben und Tod geht als in den letzten 20.000 Jahren zuvor.

Vielleicht wird unser Gehirn sich mit der Zeit daran anpassen. Dann müssen sich einige Überzeugungskünstler und Marketinggenies etwas Neues einfallen lassen. Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg.

Der gemeinsame Nenner

Eine Sache finde ich allerdings sehr spannend.

Rund 90 Prozent dieser Experimente, bei denen wir oft ziemlich vorgeführt werden, funktionieren nur unter einer Bedingung: Die Teilnehmer wissen nicht was sie wollen.

Das entspricht zwar ziemlich genau unserer Realität. Das heißt allerdings nicht, dass wir es nicht wissen könnten.

Reine Faulheit

Den meisten ist es schlichtweg zu viel, sich Gedanken darüber zu machen, wie Ihre Zukunft aussehen soll. In der konkreten Situation ist es dann unmöglich, genau zu wissen was wir wollen.

Der Schluss

Welchen Schluss können noch aus den Ergebnissen dieser Experimen­te ziehen? Ohne eigene Ziele fehlt uns oft die Vernunft.