Von Neid-Hammeln und -Zibben

image Neid ist ein Charakterzug, mit dem keiner von uns gerne in Zusammenhang gebracht wird. Wenn wir einem Freund sagen, dass wir ihn beneiden, dann ist das in Wirklichkeit nicht so gemeint.

Denn echter Neid sagt aus, dass wir den Gegenstand des Neids gerne für uns hätten und der andere gefälligst leer ausgehen soll.

Wenn wir also davon sprechen, dass wir den Freund um sein tolles Haus beneiden, dann ist das Höflichkeit. Aber davon soll in diesem Beitrag nicht die Rede sein.

Neid – das Original

Echter Neid macht uns klein. Denn wir denken in dem Fall, dass es nur einen kleinen Kuchen zu verteilen gibt und niemand anderes den Kuchen verdient als wir selbst.

Neid ist es, wenn uns ein anderer bei der Beförderung vorgezogen wird und wir “es” einfach nicht verstehen können, wie der Chef sich so täuschen konnte. “Die Flitzpipe” von Kollege hat sich nur immer in den Vordergrund gedrängt und daher die besten Aufgaben abgesahnt, um sich zu profilieren.  😮

Wahrscheinlich gibt es viele Auslöser für Neid. Vor Kurzem bin ich allerdings auf einen Zusammenhang gestoßen, der mir selbst neu war.

Ein Symptom

Neid ist ein Symptom für fehlende Ziele. Der kleine Kuchen ergibt sich daraus, dass all die ziellosen Menschen sich auf den Standardweg konzentrieren. Die Konkurrenz ist groß. Daher muss es zwangsläufig viele Verlierer geben.

Ironischerweise fühlen sich die Gewinner meistens nicht so glücklich wie viele das glauben. Denn oft stellen sie fest, dass ihnen ihr “Gewinn” nichts bedeutet, nachdem sie ihn haben.

Ziele machen Neid überflüssig

Wer dagegen eine klare Vision seiner Zukunft hat, wird vorher schon wissen, was er will und was für ihn sinnlos ist. Daher kann er problemlos gönnen. Schließlich sorgt er selbst dafür, dass sich seine Zukunft realisiert. Er muss nicht darauf warten, dass ein Vorgesetzter ihn “entdeckt”.

Ein Journalist, der seinen ganzen Lebensinn daraus bezieht, tolle Artikel über die schmutzigen Geschäfte hinter den Kulissen zu schreiben würde vermutlich zutiefst unglücklich sein, plötzlich eine führende Position in einer großen PR-Agentur bekleiden zu müssen.

Bekäme ein Kollege so eine Stelle offeriert, wäre er nicht neidisch. Auch dann nicht, wenn der andere zukünftig vier Mal so viel verdient wie er selbst.

Aber vermutlich könnte er sich gut vorstellen, selbst Herausgeber zu werden und ein investigatives Nachrichtenmagazin zum Erfolg zu führen.

Das ließe er sich aber nicht von anderer Seite anbieten, sondern würde es selbst in die Tat umsetzen.

Das Neid-Signal

Wenn wir also hin und wieder Neid empfinden, dann ist das ein Symptom und Signal zum Handeln. Ein Symptom für fehlende Klarheit über die eigene Vision und ein Signal dafür, endlich Klarheit zu schaffen.

Denn wer ist schon gerne ein kleiner grüner Neid-Hammel oder eine Neid-Zibbe?

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