Wann ist eine Chance eine Chance?

Würfel Chancen muss man nutzen – das lernen wir schon im Kinder­garten. Sonderangebote machen sich diesen Glauben zunutze. So gelten sie immer nur eine be­grenzte Zeit. Da wollen wir zu­greifen, solange es noch geht.

Das Schick­sal braucht kein Mar­ke­ting und doch bietet es uns im­mer wieder Chancen, mit de­nen wir unser Leben verändern können.

Chancen konkret machen

Da bietet sich ein neuer Job mit mehr Verantwortung und Gehalt oder wir können in eine attraktive Anlage investieren.

Doch wer jeder Chance nachläuft, wird damit auch nicht glücklich. Wer gerade die Probezeit in seinem neuen Job hinter sich gebracht hat, kann auf absehbare Zeit nicht wechseln, wer sein Geld schon ausgegeben hat, kann nicht in das Geschäft des Freundes einsteigen.

Nicht nur gelegentlich gute Gelegenheiten

Denn unsere vergangenen Entscheidungen legen unsere heutigen Gestaltungsspielräume fest. Was wir heute entscheiden, bindet uns also morgen.

»Ich muss das jetzt machen, denn solche Chancen habe ich nicht jeden Tag!«

Das mag so sein oder auch nicht. Denn tatsächlich sehen wir immer nur einen Bruchteil unserer tatsächlichen Handlungsalternativen in einer Situation.

Zum großen Teil liegt es daran, dass wir unser Leben zwar selbst gestalten könnten, aber es nicht tun. Denn Hand aufs Herz, wer hat schon ein eigenes Zukunftsbild, an dessen Umsetzung er konstant arbeitet?

Gestalter schaffen sich ich ihre Chancen in der Regel selbst.

gezielt Chancen nutzen

Doch zurück zu unseren Chancen. Sie sind ja grundsätzlich positiv. Wann sollten wir sie wahrnehmen und wann sollten wir uns unsere Gestaltungsspielräume für die Zukunft offen halten?

Chancen sind dann Chancen, wenn sie uns unseren Zielen näher bringen.

Wer sich beispielsweise zu einer Führungskraft weiterentwickeln will, sucht die Personalverantwortung. Wer dagegen selbst unter­nehme­rische Verantwortung sucht, wird in das Geschäft des Freundes inves­tieren, um eines Tages selbst in die Firma mit einstei­gen zu können.

Irren ist menschlich

Wer seine Ziele kennt, kann also leicht entscheiden, welche Chance er nutzen möchte. Natürlich können wir uns dann immer noch irren. Vielleicht bringt uns unsere Entscheidung doch nicht so weit voran, wie wir dachten.

Der neue Job kann die Hölle sein und das Geschäft des Freundes ist eine Nullnummer. Das alles kann passieren. Aber solche Fehler dürfen wir machen. Wichtig ist nur, dass wir auf Grundlage unserer Ziele entscheiden.

»Und was ist, wenn ich meine Ziele nicht kenne?«

Das ist ganz sicher keine Chance, sondern ein Problem. 😉